DE

FR

IT

sdbb_panorama_header_1

Ausgabe 12/2026

Berufliche Grundbildung

95%-Ziel: Konsultation des Tagungsberichts

Bund und Kantone haben als bildungspolitisches Ziel festgelegt: 95% der 25-Jährigen in der Schweiz sollen einen Abschluss der Sekundarstufe II erlangen. Fachpersonen aus Wissenschaft, Politik, Bildungsinstitutionen, Verwaltung und Arbeitswelt blickten am 5. Mai 2026 an einer nationalen Fachtagung, organisiert von der SBBK und dem SBFI, auf das bisher Erreichte zurück und diskutierten mögliche Wege für die Erhöhung der Abschlussquote. Ein Bericht fasst die Tagungsergebnisse und Handlungsfelder zusammen. Die zuständigen Gremien sind eingeladen, Stellung zu nehmen.
Weitere Informationen

TBBK: Sitzungsbericht vom Juli 2026

Im Rahmen ihrer Sitzung vom 1. Juli 2026 in Lausanne tauschte sich die TBBK mit einer Delegation des «Département de l'enseignement et de la formation professionnelle» des Kantons Waadt aus. Der Kanton Waadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Berufsbildung aufzuwerten und zu stärken. Die TBBK konnte sich von den breit gefächerten Massnahmen ein Bild machen. Ausserdem hat sich die TBBK im Rahmen der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung» mit dem Förderschwerpunkt «Betriebliche Bildung» sowie dem Projekt «Grundsatzfragen: Inventar Forschungsstand» befasst und auf die Dialogforen OdA Arbeitnehmende und OdA Arbeitgebende zurückgeblickt.
Weitere Informationen

Lehrabbruchquote: 7,7% der Lernenden erlangen keinen Abschluss

Tamedia thematisiert in einem Artikel (kostenpflichtig) die Lehrabbruchquote und deren Ursachen. Die Quote gibt an, wie viele Jugendliche eine Lehre starten, aber nie ein EFZ oder EBA erlangen. Sie ist also nicht mit der Quote der Lehrvertragsauflösungen zu verwechseln – 80% der EFZ- und 59% der EBA-Lernenden mit Lehrvertragsauflösung schliessen eine Lehre in einem anderen Beruf oder anderen Betrieb ab. Die durchschnittliche Lehrabbruchquote der 120 untersuchten Berufe beträgt 7,7%. Die meisten EBA-Berufe liegen darüber, die meisten EFZ-Berufe darunter. Spitzenreiter ist dennoch ein EFZ-Beruf, nämlich Fachmann/-frau Reinigungstechnik EFZ (23,6%). Am unteren Ende steht der Beruf Landmaschinenmechaniker/in EFZ (1,7%). Auch der meistgewählte Lehrberuf Kaufleute EFZ schneidet gut ab (3,3%). Tamedia bezieht sich auf BFS-Zahlen (Kohorte Lehrbeginn 2019).

Berufsmarketing: Tech-Industrie wirbt am OpenAir Frauenfeld

Unternehmen der Tech-Industrie haben zunehmend Mühe, ihre Lehrstellen zu besetzen. Der Branchenverband Swissmem reagiert darauf mit kreativem Berufsmarketing. Zum Beispiel am OpenAir Frauenfeld, dem grössten Hip-Hop-Festival Europas: Dort zeigte er zusammen mit vier grossen Tech-Unternehmen und rund 60 Lernenden, was technische Berufe leisten. Das Highlight am Stand war ein Modellautorennen (Video). Die ferngesteuerten Boliden waren von den Lernenden selbst gebaut worden. Die Aktion wurde auf dem Festival mit Videos auf den Grossleinwänden sowie mit einer Kampagne in den Sozialen Medien beworben. Ob dies zu mehr Bewerbungen führt, ist noch unklar. Immerhin blieb das Medienecho nicht aus, wie die Reportagen von SRF oder NZZ (kostenpflichtig) zeigen.

Grenzüberschreitendes Projekt präsentiert die Berufslehre

An der diesjährigen Ausgabe von «EuropaScène»» trafen sich 110 Lernende aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich und gestalteten gemeinsam zweisprachige Sketches, in denen sie ihre Lehrberufe in den Mittelpunkt stellten. Am 19. Mai 2026 führten sie ihre Darbietungen in der Oper von Strassburg auf (siehe Videoaufzeichnung). Parallel dazu führten mehrere deutsch-französisch-schweizerische Lernenden-Tandems durch einen interaktiven «Jobgarten», der 400 Jugendlichen die auf der Bühne vorgestellten Berufe näherbrachte. Für die diesjährige Ausgabe des Projekts, das auf Schweizer Seite bislang nur Lernenden aus dem Kanton Basel-Stadt offenstand, wurde der Teilnehmerkreis auf Westschweizer Lernende ausgeweitet. Für ihre Darbietung holte sich ein französisch-schweizerisches Uhrmacher-Tandem aus Vendlincourt (JU) und Delle (Frankreich) den zweiten Platz. Der Publikumspreis ging an die Darbietung von FaBe-Lernenden aus Genf und Thonon-les-Bains (Frankreich). Das Projekt «EuropaScène» ging 2022 aus dem französischen Projekt «ApprentiScène» hervor und hat seither 800 Teilnehmende und 48 Tandems zusammengebracht und 82 grenzüberschreitende ermöglicht.

BS: Künstliche Intelligenz an Berufsfachschulen

Der Kanton Basel-Stadt hat ein FAQ zum Umgang mit KI an Berufsfachschulen veröffentlicht. Er will damit einen sinnvollen, kritischen und datenschutzkonformen Einsatz fördern. Im Zentrum steht die Frage, wie KI-Tools pädagogisch sinnvoll sowie ethisch vertretbar und datenschutzkonform eingesetzt werden können. Das FAQ richtet sich an Lehrpersonen und an Lernende. Es beantwortet Fragen wie «Was muss ich beim Prompten beachten?» oder «Welche KI-Tools gibt es für Berufsfachschulen?» bis hin zu «Welche Risiken birgt KI für Lernende?» Das FAQ soll dazu beitragen, die Lernenden optimal auf eine zunehmend von KI geprägte Arbeitswelt vorzubereiten. Das Dokument soll regelmässig an die rasante technologische Entwicklung angepasst werden.

TI: Neuer Leiter des Berufsbildungsamts

Der Tessiner Regierungsrat hat Pau Origoni zum neuen Leiter des Berufsbildungsamts (Divisione della formazione professionale) ernannt. Er folgt auf Paolo Colombo, der am 31. Juli 2026 seinen Ruhestand angetreten hat. Pau Origoni hat einen Abschluss in Sozialwissenschaften der Universität Lausanne und einen MAS in Public Administration Management der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI). Er war zwölf Jahre lang Leiter des kantonalen Amts für Statistik (USTAT).
Medienmitteilung

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Professional Bachelor/Master dürfen ab 1. Oktober geführt werden

Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen alle Inhaber/innen eines Abschlusses der höheren Berufsbildung den Titelzusatz «Professional Bachelor» (für eidgenössische Berufsprüfungen und für Abschlüsse der Höheren Fachschulen) oder «Professional Master» (für eidgenössische höhere Fachprüfungen) führen. Dies gilt rückwirkend für alle erworbenen Abschlüsse. Diese Neuerung steht im Zentrum eines Massnahmenpakets zur Stärkung der höheren Berufsbildung, welches das Parlament im Dezember 2025 verabschiedet hat. Weitere Massnahmen sind der Schutz der Bezeichnung «Höhere Fachschule» oder die Zulassung von Englisch als zusätzlicher Prüfungssprache. Das SBFI hat je ein FAQ für Trägerschaften und Höhere Fachschulen sowie für Absolventinnen und Absolventen veröffentlicht.
Medienmitteilung

Professional Bachelor/Master: Umsetzung Titelzusatz

Für Berufsprüfungen (BP) und höhere Fachprüfungen (HFP) müssen die Prüfungsordnungen angepasst und im Bundesblatt veröffentlicht werden. Das SBFI veröffentlicht diese Änderungen in vereinfachter Form als Listen auf seiner Website. Auch die Rahmenlehrpläne der höheren Fachschulen (HF) werden angepasst. Dafür ist keine Konsultation erforderlich. Neu dürfen Inhaber/innen eines Abschlusses folgenden geschützten Titel und Titelzusatz führen:

  • BP: [Berufsbezeichnung] mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor

  • HFP: [Berufsbezeichnung] (mit eidgenössischem Diplom), Professional Master

  • HF: dipl. [Berufsbezeichnung] HF, Professional Bachelor

Auf eine detailliertere Auflistung dieser Änderungen wird verzichtet.

Tagung: Risikomanagement bei Prüfungen in der höheren Berufsbildung

Feueralarm, IT-Ausfall, Datenleck: Treten in einer Prüfungssituation kritische Ereignisse auf, zählt jede Minute. Wie sieht vorausschauendes und effektives Risikomanagement aus? Die ERFA-Tagung «Risikomanagement bei Prüfungen in der höheren Berufsbildung – Sicher handeln im Krisenfall» von Dualstark zeigt, wie man sich richtig vorbereitet, wie man unter Druck führt und kommuniziert, welche rechtlichen Vorgaben gelten. Der Anlass richtet sich an Verantwortliche von Trägerschaften und Prüfungssekretariaten. Vor Ort sind Fachleute des SBFI. Der Anlass findet am 29. Oktober 2026 in Zürich statt, für Nichtmitglieder von Dualstark ist die Teilnahme kostenpflichtig.

Think-Tank Transit: Hilft Weiterbildung gegen Polarisierung?

Die gesellschaftliche Polarisierung nimmt zu. Kann Weiterbildung dem entgegenwirken? Kann sie den Zusammenhalt stärken – und wenn ja: wie? Der Think-Tank Transit lädt Weiterbildungsfachleute dazu ein, darüber zu diskutieren. Der Anlass «Polarisierung – Chancen, Herausforderungen und Verantwortungen» startet mit einem Input. Danach wird im Format World Café entlang politischer, sozialer, ökonomischer und technologischer Dimensionen diskutiert. Der Anlass findet am 14. September 2026 in Zürich statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwurf

Der Entwurf folgender Prüfungsordnung wurde beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 30. Juli 2026):

Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigungen

Folgende Prüfungsordnungen wurden vom SBFI genehmigt:

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Aufhebung

Das SBFI kommuniziert im Bundesblatt vom 7. Juli 2026 folgende Aufhebung einer Prüfungsordnung:

  • PR-Fachmann/-frau (BP)

Gemäss Auskunft des Schweizerischen Public Relations Verbands (pr suisse/SPRV) erfolgt die Aufhebung ersatzlos aufgrund sinkender Kandidatenzahlen und starker Veränderungen im Bildungsmarkt. Der Verband will die Weiterbildung in der Branche nach wie vor fördern, insbesondere durch die weitere Verbreitung des Personenzertifikats «Certified PR and Communication Expert SAQ».

Aufhebung BP Automatikfachmann/-frau geplant

Swissmem hat als Co-Trägerschaft angekündigt, die Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für Automatikfachmann/-frau vom 19. März 2025 ersatzlos aufzuheben. Dies soll nach einer letzten Prüfung im Sommer 2027 geschehen. Swissmem begründet die geplante Aufhebung mit veränderten Weiterbildungsansprüchen in der Tech-Branche. In den letzten Jahren haben sich nur wenige Personen zur Prüfung angemeldet.
Medienmitteilung

Mittelschulen und Hochschulen

Veterinärmedizin: Landwirtschaftliches Praktikum wird Pflicht

Wer Veterinärmedizin studieren möchte (an der Vetsuisse-Fakultät in Bern oder Zürich), muss ab Herbstsemester 2026 ein landwirtschaftliches Praktikum absolvieren. Dieses muss spätestens vor dem Übertritt ins zweite Studienjahr abgeschlossen sein. Die Vetsuisse-Fakultäten empfehlen jedoch, es bereits vor Studienbeginn zu absolvieren. Das Praktikum dauert drei Wochen und findet auf einem Nutztierbetrieb statt, wo die künftigen Tierärztinnen und Tierärzte Einblick in die Haltung, Betreuung und Bewirtschaftung von Nutztieren erhalten.

Medizinstudium: Mehr Ausbildungsplätze und neues Zulassungsverfahren gefordert

Im Hinblick auf die Sicherung der medizinischen Versorgung hat swissuniversities einen Grundlagenbericht zum Medizinstudium veröffentlicht. Die Universitätsleitungen empfehlen darin ein neues Sonderprogramm zur weiteren Erhöhung der Ausbildungskapazitäten in der Humanmedizin. Zudem soll das Zulassungsverfahren schweizweit harmonisiert und um die Beurteilung nicht-kognitiver Kompetenzen wie Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit ergänzt werden. Der Grundlagenbericht zeigt zudem auf, wie Studiengänge, klinische Ausbildung und die Grundversorgung weiter gestärkt werden können.
Medienmitteilung

BE: Master FH Resilient Cities and Communities

Die Berner Fachhochschule (BFH) in Bern und Biel plant für Herbst 2027 einen englischsprachigen Studiengang «Master of Science Resilient Cities and Communities». Das Studium vermittelt Wissen zu Stadtentwicklung, Klima, Gesellschaft, Wirtschaft und Governance. Die Studierenden lernen, Herausforderungen in Städten zu analysieren und gemeinsam mit Unternehmen, Behörden und der Zivilgesellschaft Lösungen zu entwickeln. Grundvoraussetzung zur Zulassung ist ein Bachelorabschluss. Die Anmeldung verlangt den Nachweis von mindestens drei Monaten Praxiserfahrung, den fachlichen Bezug im Vorstudium und ein Motivationsvideo.
Medienmitteilung

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

berufsberatung.ch: Relaunch

Zum Start der Lehrstellensuche präsentiert das SDBB sein vollständig erneuertes Portal berufsberatung.ch. Es bietet eine zielgruppengerechte Navigation, eine verbesserte Suche, einen KI-gestützten Chatbot, Informationen in vielen Sprachen sowie zahlreiche weitere Funktionen zur Unterstützung der Berufs-, Studien- und Laufbahnwahl. Für die Kommunikation der kantonalen BSLB-Stellen und weiterer Partner stehen Flyer und Plakate, Social-Media-Inhalte und E-Mail-Banner zur Verfügung.
Medienmitteilung

BSLB-Statistik: Neuer Höchstwert bei den Beratungen

Der statistische Jahresbericht 2025 der SK BSLB zeigt die wichtigsten Kennzahlen zu den Beratungen, Veranstaltungen und Informationsangeboten der öffentlichen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung in der Schweiz. Im Jahr 2025 wurden 129'000 Personen beraten; das sind 7% mehr als vor zehn Jahren. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Zugenommen hat vor allem der Anteil der 40- bis 49-Jährigen (+6,1%), ebenso der Anteil der Erwerbstätigen (+9,7%). Die Besuche in den Infotheken haben in den letzten zehn Jahren stark abgenommen (-24,2%); seit 2021 sind sie aber wieder leicht steigend. Die Besuche auf berufsberatung.ch haben sich seit 2016 mehr als vervierfacht. Im Jahr 2025 wurden gut 13 Millionen Besuche verzeichnet (2024: knapp 14 Millionen). Der Jahresbericht stellt zudem sechs Good-Practice-Beispiele aus den Kantonen vor.

Interesse an MINT bleibt mässig ausgeprägt

Zwölf Jahre nach dem ersten MINT-Nachwuchsbarometer zeigt die Ausgabe 2026: Das Interesse an MINT ist mässig hoch und weitgehend stabil geblieben. Das geringste Interesse aller 5118 befragten Personen zeigten Schüler/innen auf der Sekundarstufe I ohne MINT-Schwerpunkt. Wird MINT hingegen in konkreten Kontexten vermittelt, steigt das Interesse deutlich an: Für Frauen sind dabei medizinische Anwendungen besonders ansprechend, für Männer neue Technologien und KI. Die Studie enthält auch Handlungsempfehlungen für die MINT-Nachwuchsförderung.
Medienmitteilung

Wasser-Berufe: Wege für Quereinsteiger/innen

Auf wasser-berufe.ch werden neu einige Berufe der Siedlungswasserwirtschaft vorgestellt, welche sich für Quereinsteiger/innen eignen. Für gewisse Berufsbilder gibt es keine spezifische Erstausbildung, in andere kann man mit einer passenden Grundausbildung umsteigen. Unter «Kompass für Quereinstieg» sind bei jedem Beruf die Voraussetzungen aufgeführt. Um die Branche kennenzulernen, haben Unternehmen und Bildungspartner Probetage ausgeschrieben.
Weitere Informationen

Arbeitsmarkt

Analyse von Stelleninseraten: KI verändert den Berufseinstieg

Der Anteil von Einstiegspositionen in KI-exponierten Berufen ist seit dem Durchbruch generativer KI um 32% zurückgegangen. Besonders betroffen sind Tätigkeiten in Marketing, Administration, Finanzen und IT. Gleichzeitig werden KI-Kompetenzen zunehmend auch ausserhalb klassischer IT-Berufe nachgefragt. Dies zeigt der erste KI-Report von jobs.ch, welcher anhand von 7,3 Millionen Stelleninseraten untersucht hat, wie KI den Schweizer Arbeitsmarkt verändert. Die Studie zeigt weiter, dass vor allem junge Arbeitnehmende unter 25 Jahren befürchten, durch KI an Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt zu verlieren.
Medienmitteilung

Stellenmarkt-Monitor im 2. Quartal 2026

Der Schweizer Stellenmarkt verliert im zweiten Quartal 2026 erneut an Schwung: Die Zahl der offenen Stellen nahm gegenüber dem Vorquartal ab (-2,4%), gegenüber dem Vorjahresquartal blieb das Stellenangebot praktisch stabil (-0,2%). Das geht aus dem «Adecco Group Swiss Job Market-Index» des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich hervor. Zwischen den Berufen zeigen sich deutliche Unterschiede: Den stärksten Stellenzuwachs verzeichnen die Gesundheitsberufe (+17%), gefolgt von Handwerks- und Industrieberufen (+12%). Aber auch Büroberufe legen trotz hoher KI-Exponiertheit zu (+9%). Demgegenüber verzeichnen naturwissenschaftliche Berufe einen starken Rückgang der ausgeschriebenen Stellen (-18%).
Medienmitteilung

KOF: Beschäftigungsindikator 3/2026

Der Beschäftigungsindikator der KOF steigt im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal und erreicht damit wieder den Stand vom Jahresbeginn. Während das Urteil zum aktuellen Beschäftigungsbestand sinkt, steigen die Beschäftigungserwartungen für die kommenden drei Monate. Der Anteil der Firmen, die in nächster Zeit zusätzliche Stellen schaffen wollen, übertrifft damit jenen mit Abbauabsichten wieder etwas klarer. Am stärksten legt der Detailhandel zu, sein Indikator ist erstmals seit dem zweiten Quartal 2024 wieder positiv. Auch im Grosshandel steigt der Indikator, er bleibt aber wie schon seit über zwei Jahren im negativen Bereich. Im verarbeitenden Gewerbe entspannt sich zum vierten Mal in Folge die Beschäftigungssituation. Gegenläufig entwickelt sich das Gastgewerbe, wo der Indikator erneut sinkt und den tiefsten Stand seit dem zweiten Quartal 2021 erreicht.
Medienmitteilung

Arbeitsmarktindikatoren 2026

Die jährliche Publikation der Arbeitsmarktindikatoren des BFS bietet einen Gesamtüberblick über den Schweizer Arbeitsmarkt. Behandelt werden die Themen Beschäftigung, Arbeitszeit, Arbeitslosigkeit, offene Stellen, dynamische Aspekte des Arbeitsmarktes sowie Lohnstruktur und -entwicklung. Der Ergebnisbericht zeigt die Entwicklung von 2020 bis 2025 und die Aussichten für das Jahr 2026. Zwischen 2020 und 2025 erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen um 5,3%, die Erwerbslosenquote stieg minimal von 4,9% auf 5,0%. Ab 2022 ist die Zahl der offenen Stellen rückläufig; sie fiel von 123'000 auf 86'000 Ende 2025. Die Nominallöhne wie auch die Reallöhne stiegen im Jahr 2025.

Verschiedenes

Frühe Selektion führt zu sozialer Ungleichheit

Die Schweiz selektiert Schulkinder im Alter von 12 bis 13 Jahren. Die meisten OECD-Länder tun dies im Alter von 14 bis 16 Jahren, einige verzichten ganz darauf. Die frühe Selektion führt zu Fehleinteilungen und sozialer Ungleichheit, wie nationale und internationale Studien zeigen. Fremdsprachige und sozioökonomisch benachteiligte Kinder sind bei gleicher Leistung in tiefen Schulniveaus übervertreten. 80% der Zuweisungen sind irreversibel – trotz Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems. Der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz fordert ein Umdenken (Tages-Anzeiger, kostenpflichtig). Dass es auch in der Schweiz anders geht, zeigt der Kanton Tessin: Dank früher Förderung und minimaler Selektion ist er der einzige Kanton, in dem der sozioökonomische Status der Eltern keinen Einfluss auf die Bildungskarriere hat.

Ausschreibung: Innovative Projekte für eine nachhaltige Wirtschaft

Im Rahmen des Förderprogramms «Nachhaltige Entwicklung» des Bundes werden Projekte von jungen Personen zwischen 16 und 26 Jahren gesucht, die sich in ihrer Region für eine nachhaltige Wirtschaft einsetzen. Unterstützt werden die innovativsten und wirkungsvollsten Projekte für die Zukunft von Arbeit und Unternehmertum, für nachhaltige Produktion und Konsum, oder ganz allgemein zur Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftssystems. Die Projekte können bis am 30. September 2026 eingereicht werden.
Weitere Informationen

Nach oben

Inserate

Webpalette.ch: mit einem Klick zur Weiterbildung

Auf der Suche nach einer spannenden Weiterbildung? Auf der nationalen Weiterbildungsplattform webpalette finden sich Kurse für Lehrpersonen der Stufe SII von 18 verschiedenen Anbietenden. Dank Filterfunktionen, Volltextsuche und einem Newsletter, der individuell an die Interessen angepasst werden kann, ist die nächste Weiterbildung also nur einen Klick entfernt.

CAS Grundkompetenzförderung professionell gestalten – jetzt anmelden!

Qualifizieren Sie sich für die Förderung grundlegender Kompetenzen bei Erwachsenen – ein zunehmend wichtiges Thema im Arbeitsmarkt. Sie erwerben aktuelles, praxisnahes und wissenschaftlich fundiertes Wissen sowie wirksame Methoden, die Sie direkt im Berufsalltag einsetzen können. Mit dieser schweizweit einzigartigen Weiterbildung stärken Sie Ihre Handlungssicherheit im Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen und positionieren sich als Expert:in.
Jetzt anmelden und am 27. November 2026 starten!

CAS Coaching in der Arbeitsintegration

Das CAS-Programm vermittelt die Grundkompetenzen für die Gestaltung eines individuellen Coachingprozesses im Praxisfeld der Arbeitsintegration. Roter Faden ist ein pragmatisches, wirkungsorientiertes Verständnis von Coaching. Neu: «Künstliche Intelligenz und leichte Sprache in der Arbeitsintegration». Nächster Kursstart: 26. Oktober 2026. Jetzt informieren!