Ausgabe 02 | 2016

Fokus "Digitale Identität"

Neuer Beruf

Auf sozialen Netzwerken junge Menschen erreichen

Cristina Pydde ist für die digitale Identität der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg verantwortlich und bewegt sich in verschiedenen sozialen Netzwerken. Sie gibt PANORAMA Einblicke in die Tätigkeiten der «Community-Managerin».

Von Ingrid Rollier, PANORAMA-Redaktorin

Auch nach Feierabend online: Cristina Pydde, Community-Managerin der Universität Freiburg. (Bild: Ingrid Rollier)

Auch nach Feierabend online: Cristina Pydde, Community-Managerin der Universität Freiburg. (Bild: Ingrid Rollier)

Soeben hat Cristina Pydde eine Mitteilung auf Facebook gepostet: «Wir suchen eine motivierte Walliser Bachelor-Studentin, welche ihr Studienfach am Forum Sierre vorstellen möchte.» Mit einem einzigen Klick sind rund 2000 Abonnenten informiert, die Antworten lassen selten lange auf sich warten. «Um unser Publikum zu erreichen, gehen wir dorthin, wo es sich aufhält. Das ist sehr effizient», erklärt uns Cristina Pydde. Zu ihrem Publikum gehören Studierende, Gymnasiasten und Hochschulabsolventen. 2011 nahm Cristina Pydde am vom Bund unterstützten Programm «Digital Campus» von Swissnex San Francisco teil. «Damals dachten wir, soziale Netzwerke seien nur für kommerzielle Produkte. Doch die Erfahrungen der amerikanischen Hochschulen haben gezeigt, dass auch Institutionen profitieren können», erinnert sie sich. «Natürlich ist die Website wichtig, aber auf sozialen Netzwerken sind wir besser sichtbar, und sie bieten ein enormes Kommunikationspotenzial.» Die Bewirtschaftung der Auftritte erfordert ständige Präsenz und hohe Reaktionsbereitschaft. Heute kündigt Cristina Pydde auf Facebook den «Master Lunch» an, eine Informationsveranstaltung zu den weiterführenden Studien nach dem Bachelor. Am Anlass werden kurze Reportagen gedreht, in denen die Teilnehmenden verraten, warum sie in Freiburg studieren, oder über ihre Erfahrungen an der Fakultät berichten. Die Videos werden auf Facebook gestellt. Um die Studierenden für ein Auslandssemester zu motivieren, werden zudem Fotos und Erfahrungsberichte von Jugendlichen gepostet, die bereits einen Auslandsaufenthalt hinter sich haben. Über Twitter will Cristina Pydde auch ein breiteres Publikum ansprechen, etwa Professoren sowie andere Hochschulen, um sie über veröffentlichte Artikel oder Studien zu informieren. «Twitter macht die Arbeit unserer Forschenden besser sichtbar», erklärt sie. «Die Verbreitungsmöglichkeiten sind enorm: Dank Links und Hashtags kann ein Tweet einen Schneeballeffekt auslösen.» Auch den vor allem bei den Jungen sehr beliebten Onlinedienst Instagram nutzt sie regelmässig, etwa, um Fotos und Videos zu posten, die das Studentenleben an der Fakultät zeigen. Ein weiterer Kommunikationskanal ist das Onlinemagazin der Universität, das neben einer Presseschau und einschlägigen Links Beiträge von Professorinnen enthält. Das wandlungsfähige «Webzine» erscheint zweimal jährlich und wird mit Tweets und Infos gefüttert, die für die Studierenden von Interesse sind. Und schliesslich ist Cristina Pydde auch regelmässig auf LinkedIn unterwegs, um für ihre jährlichen Erhebungen zur Laufbahnentwicklung nach Studienabschluss ehemalige Studierende zu kontaktieren.

Sichten, sortieren, weiterleiten

Neben den News der Fakultät kommen über die verschiedenen Kanäle jede Menge Nachrichten herein, so etwa Veranstaltungsankündigungen von Studierenden oder Einladungen zu Betriebsbesichtigungen, die rasch sortiert und an das jeweilige Zielpublikum weitergeleitet werden. Eben wurde auf Facebook die Mitteilung gepostet, dass eine Westschweizer Zeitschrift fünf Reporterstellen für Studierende ausgeschrieben hat, die in ganz Europa herumreisen sollen. Die Nachricht wird umgehend an die Abonnenten übermittelt. Als Kommunikationsverantwortliche will Cristina Pydde immer im Bild sein. Deshalb sieht sie sich auch die Auftritte anderer Bildungseinrichtungen an. Mitunter hält ihr Job sie auch nach Feierabend auf Trab: Kommen dringende Mitteilungen nach Büroschluss rein, nutzt Cristina Pydde ihr Smartphone, um die Meldungen weiterzuleiten. In ihrer Weiterbildung zum Community-Manager hat sie die nötigen Kenntnisse erworben, die ihr den Umgang mit der Informationsflut erleichtern und ihr helfen, die verschiedenen Auftritte rasch zu aktualisieren. Zur Arbeit der Kommunikationsleiterin gehört es auch, regelmässig die Statistiken der verschiedenen Plattformen zu konsultieren, um zu sehen, wie viele Personen ihre Mitteilungen gelesen und wie viele einen Beitrag gelikt haben. Je nach Ergebnissen und Bedarf passt sie ihre Strategie an. Zurzeit möchte die Fakultät vor allem ihre Präsenz auf Youtube und Vimeo erhöhen. Cristina Pydde und ihre Kollegin beabsichtigen deshalb, ihre Kenntnisse im Bereich Videoerstellung zu vertiefen.

Links und Literaturhinweise

www.unifr.ch/ses
www.net-academy.ch

Kommentare
 
 
 
imgCaptcha
 

Nächste Ausgabe

PANORAMA Nr. 4 | 2020 mit dem Fokus «Laufbahnmuster» erscheint am 21. August.