Ausgabe 04 | 2015

ARBEITSMARKT

Tagung des SECO

Neues Programm, weniger Geld

Die Anbieter von nationalen Arbeitsmarktmassnahmen müssen den Gürtel enger schnallen: Das SECO reduziert den Plafond 2016 um zehn Prozent, wie anlässlich einer Tagung bekannt wurde.

Von Daniel Fleischmann, PANORAMA-Redaktor

In der Schweiz existieren zwanzig nationale Arbeitsmarktmassnahmen (nationale AMM). Sie werden über die Arbeitslosenversicherung (ALV) finanziert und bilden überregionale Angebote für spezielle Anspruchsgruppen.

Neues Programm für Kaderleute

Ein neues Programm ist «Stao-intensiv», ein Gruppen-Outplacement für arbeitslose Kaderangehörige mit individueller Betreuung. Es wurde anlässlich der jährlichen nationalen AMM-Tagung vom 9. Juni vorgestellt. Ein anderes Programm ist «Mikrokredit Solidarität Schweiz», das seit zwölf Jahren in der Westschweiz existiert. Es wurde nun vom SECO beauftragt, Mikrokredite und Coaching für Arbeitslose zu gewähren, die eine Firma gründen wollen.

Kürzung trotz hoher Nachfrage

Die nationalen AMM müssen vermehrt nach neuen Finanzierungsquellen suchen. Der finanzielle Plafond 2016 soll um zehn Prozent verringert werden, obwohl die Nachfrage in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Zudem soll eine sinnvollere Verteilung der Mittel auf alle Organisatoren entsprechend der kantonalen Bedarfe erreicht werden. Eine delikate Aufgabe wird die transparente Rechnungslegung bilden. Das Subventionsgesetz verbietet die Reservebildung aus Subventionsbeiträgen. Bei nicht budgetiertem Finanzierungsbedarf oder ausserordentlichen Ausgaben können aber Gesuche ans SECO gestellt werden. Zudem können die Organisationen über Leistungen für Dritte durchaus Gewinne erzielen. Ein Workshop zur Buchführung bei mehreren Kostenstellen gab anlässlich der Tagung Gelegenheit zur Vertiefung des Themas.

Gesättigte Märkte

In einem weiteren Beitrag stellte «Inno Park Schweiz» ihre Aktivitäten vor. Geschäftsführer Martin Geser machte deutlich, welche Auswirkungen die erwähnten Kürzungen haben können. Man führe bereits heute Wartelisten von teilweise über sechs Monaten. Die angestrebte Diversifizierung sei angesichts der ebenfalls knappen Sozial- und IV-Gelder anspruchsvoll und die kantonalen AMM-Märkte seien in einzelnen Regionen gesättigt. Zudem lernten die Teilnehmenden das Projekt «Arbeitsintegrations-Zuschüsse (AIZ)» kennen. Das Projekt läuft als Pilot beim kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit Luzern und soll gemäss einem Beschluss der Aufsichtskommission der ALV erweitert werden. Das SECO klärt derzeit ab, welche weiteren kantonalen und privatwirtschaftlichen Akteure sich daran beteiligen können.

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