Ausgabe 04 | 2014

GLOSSE

Berufe mit Zukunft

Beflagger/in EFZ

Vor vielleicht zwei Jahrzehnten war «Flagge zeigen» nicht sonderlich en vogue. Ein Beispiel: Die deutschen Bundesbehörden hissten nur während der «regelmässigen allgemeinen Beflaggungstage» die Fahnen. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert.

Von Peter Kraft

(Illustration: Andrea Lüthi)

(Illustration: Andrea Lüthi)

Nationalflaggen oder Fahnen von Sportvereinen sind in den Quartieren und Schrebergärten allgegenwärtig. In den Ortschaften werden passende Flaggen gehisst, wenn ein Anlass stattfindet, egal ob Filmfestival, Blasmusiktreffen oder Alpenstadtfest. Und bei Gross­ereignissen wie der Fussball-WM sind auch Autos, Kinderwagen oder Dackel nicht vor der Beflaggung sicher. Die Fahnenindustrie ist eine aufstrebende Branche, der es bisher an qualifiziertem Personal gefehlt hat. Der neue Beruf Beflagger/in EFZ wird das ändern. In drei verschiedenen Fachrichtungen suchen die Berufsleute innovative Lösungen, bei denen die Flaggen optimal zur Geltung kommen, ohne dass die Umgebung zu sehr von ihnen dominiert wird. Beflagger/innen der Fachrichtung Events planen Grösse, Standorte, Anzahl und Anordnung der Flaggen. Sie erledigen zudem administrative Arbeiten, wie das Einholen von Bewilligungen, und beraten Privatpersonen bei der dauerhaften oder temporären Beflaggung von Haus und Garten. Ihr oberstes Ziel ist laut Bildungsverordnung, «dass Flaggen und beflaggtes Gebiet wie eine natürliche Einheit wirken». Berufsleute der Fachrichtung Gestaltung sind für die Form, die Gestaltung und die Betextung der Flaggen zuständig. Sie sind die Kreativköpfe der Branche. Beflagger/innen der Fachrichtung Offizialbeflaggung beraten Bund, Kantone und Gemeinden bei der Präsentation ihrer National- oder Regio­nalsymbole. Die hohe Kunst dieser Berufsleute wird sein, die ideale Mischung zwischen Repräsentation und Unaufdringlichkeit zu finden.

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