Ausgabe 04 | 2014

Fokus "Die Zukunft der Arbeit"

Editorial

Die Arbeitswelt wird von drei grossen Entwicklungen verändert: von neuer Technologie, der Globali­sierung und der Al­terung der Erwerbsbevölkerung. Je nachdem, welchen dieser Aspekte man genauer unter die Lupe nimmt, gelangt man zu unterschiedlichen Thesen, wie die Beschäftigungsverhältnisse der Zukunft aussehen werden.

Von Nick Manouk, Chefredaktor

Wer sich mit demogra­fischen Trends beschäftigt, der prophezeit ein schrumpfendes Arbeitskräftereservoir und plädiert für eine Steigerung der Er­werbs­beteiligung von Frauen, Älteren und qualifizierten Zuwanderern, um den Fachkräfte­bedarf zu decken. Der Aufstieg der digitalen Technologien könnte aber auch zur Folge haben, dass Computer und Roboter die Tätigkeiten von Menschen gänzlich ersetzen und dass – zum ersten Mal in der Geschichte – mehr Jobs verloren gehen, als neue Stellen geschaffen werden. In unserem Fokus beschäftigen wir uns vor allem mit dem technologischen Fortschritt und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. In den vergangenen Jahren führten die digitale Transformation und der Aufstieg der Software-Industrie zu einem fundamentalen ökonomischen Paradigmenwechsel. Apple, Microsoft, Amazon, Google & Co haben diese Revolution vorangetrieben. Winzige, innova­tive Unternehmen vermochten traditionsreiche Grossfirmen, welche die speziellen Gesetze des Internets zu spät erkannt haben, vom Markt zu verdrängen. Gleichzeitig führten die technologischen Innovationen auch zu einer Flexibilisierung der Arbeit, in der räumliche, zeitliche und organisatorische Grenzen aufgelöst werden. Mittlerweile revolutioniert die Informa­tionstechnologie auch die klassischen Produktionsprozesse, die Virtualität des Webs verschmilzt mit der Realität der Dinge. In der «Industrie 4.0» rationalisieren künstliche Intelligenz, Robotik und voneinander lernende Maschinen die Abläufe in bisher ungeahnten Dimensionen. Sie bedrohen sogar wissensintensive Arbeitsplätze, die aufgrund der Komplexität und der notwendigen Interaktivität ausschliesslich den Menschen vor­behalten schienen. Wieder einmal geht die Angst vor einem strukturellen Rückgang der bezahlten Erwerbstätigkeit um.

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