Newsletter vom 24.11.2009

Aktuelle Meldungen vom 24.11.2009

Berufliche Grundbildung

24.11.2009

Berufsausbildung für jugendliche Sans-Papiers gefordert

Parlamentarier/innen aus neun Kantonen fordern in behördlichen Vorstössen eine umfassende Umsetzung des Rechts auf Bildung für Jugendliche ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Auch junge Sans-Papiers sollen nach der obligatorischen Schulzeit eine Berufsausbildung absolvieren können. In der Schweiz leben mehrere Tausend Kinder und Jugendliche ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Die Schweiz hat mit der Unterzeichnung und späteren Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf Bildung für alle Kinder anerkannt. Dies schreibt der Verein "Für die Rechte illegalisierter Kinder" in einer Pressemeldung.

24.11.2009

Hilfsprogramm für Genfer Lehrbetriebe

Der Kanton Genf lanciert ein Programm, mit dem Lehrbetriebe von administrativen und organisatorischen Aufgaben entlastet werden. Externe Verantwortliche des "Interface Entreprises" kümmern sich um Rekrutierung, Anstellung und Integration der Lernenden, um die Beziehungen zur Schule, zu Behörden, zu den Eltern und zu psychosozialen Anlaufstellen. Einzig die praktische Ausbildung liegt in der Verantwortung des Betriebs. Das Programm richtet sich vorerst an rund 50 Betriebe, die zweijährige Lehren (EBA) anbieten.
Für weitere Informationen: Grégoire Evéquoz,
Generaldirektor des OFPC, 022 388 44 25, gregoire.evequoz@etat.ge.ch

24.11.2009

NE: Lehrbetriebsverbund für mechanische Berufe

Am 12. November hat der Lehrbetriebsverbund Centre d'apprentissage de l'Arc jurassien (CAAJ) neue Räumlichkeiten in La Chaux-de-Fonds eröffnet. Der CAAJ bezweckt, das Angebot der Lehrstellen für Mechanikerberufe zu vergrössern. Bisher beteiligen sich zehn Betriebe aus dem Kanton Neuenburg am Netzwerk, das den Beteiligten administrative und finanzielle Erleichterungen bietet. Seit August 2009 werden im Rahmen des Verbunds 37 Lernende ausgebildet. 2011 sollen mindestens 48 Lehrstellen angeboten werden.
Mehr (in Französisch)

24.11.2009

Neue Berufsbildungsverordnungen in der Vernehmlassung

Die Verordnungen über die berufliche Grundbildung für Keramiker/in, Plattenleger/in EFZ und Plattenlegerpraktiker/ in EBA sind bis am 19. bzw 26. Februar 2010 in der Vernehmlassung. Die entsprechenden Unterlagen finden sich auf der Website des BBT.

24.11.2009

Uhrenbranche: Leichter Rückgang der Lernenden

2009 haben geringfügig weniger Lernende eine Ausbildung in der Uhrenbranche begonnen. Mit 386 Personen lag die Zahl um 15 tiefer als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden im laufenden Jahr deutlich mehr Fähigkeitszeugnisse ausgestellt. Von 206 im Jahr 2008 stieg die Zahl auf 270 (+31 Prozent).
Pressemitteilung mit Statistiken (in Französisch)

24.11.2009

Basel-Stadt: Lehrstellenkampagne erfolgreich abgeschlossen

Regierungsrat Christoph Eymann und Gewerbeverbandsdirektor Peter Malama ziehen eine positive Bilanz über die Kampagne "Lehrstellen - Basels Zukunft". Von August 2008 bis Oktober 2009 wurden insgesamt 232 neue Ausbildungsbewilligungen erteilt, davon 96 an Firmen, die erstmals ausbilden. Mit 5'452 Lehrstellen wurde ein Höchststand für die letzten 20 Jahre erreicht. Ein Schwergewicht der Kampagne lag auf der Schaffung von Attest-Lehrstellen, von denen in der Stadt nun 401 zur Verfügung stehen. Die Integration aller Jugendlichen in eine nachobligatorische Bildung, auch derjenigen ausländischer Herkunft, wird als Ziel weiterverfolgt. In einer künftigen Kampagne wird der Fokus auf diese Jugendlichen und ihre Eltern sowie auf die Lehrpersonen an der Volksschule gelegt.
Medienmitteilung

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

24.11.2009

EDK: Profil "Schulleiterin EDK" verabschiedet

Der Vorstand der EDK hat Ende Oktober ein "Profil für Zusatzausbildungen Schulleitung" verabschiedet. Darin werden Mindestanforderungen für die Ausbildung zur/zum "Schulleiter/in EDK" festgelegt (Zulassungsbedingungen, Inhalte, Umfang). Am EHB, das als einzige Schule eine auf Berufsfachschulen zugeschnittene Ausbildung anbietet, reagiert man gemäss Susann Siegfried, Regionale Leiterin Weiterbildung, mit Interesse auf das neue Profil. Der EHB-Schulleiter (Diploma of Advanced Studies im Rahmen von 30 ECTS) entspreche aber bereits heute weitgehend dem geforderten Profil.
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24.11.2009

Schweizer geben 5,3 Milliarden für Weiterbildung aus

Erwerbstätige und Arbeitgeber geben in der Schweiz jährlich etwas mehr als 5,3 Milliarden Franken für Weiterbildungen aus. Das zeigt eine Hochrechnung, die auf Daten der Schweizerischen Arbeitskräfte-Erhebung (SAKE) und einer Umfrage bei Weiterbildungsanbietern beruht. Je nach Branche, Firmengrösse, Hierarchiestufe und Geschlecht werden die Erwerbstätigen vom Arbeitgeber in unterschiedlichem Mass bei ihrer Weiterbildung unterstützt. Die Zeitschrift "Schweizer Arbeitgeber" hat in einem Beitrag von Prof. Stefan Wolter weitere Details zur Studie publiziert.

Eine andere, an der Fachhochschule St. Gallen verfasste Studie von Prof. Lukas Andreas Scherer, weist eine stabile Weiterbildungsnachfrage trotz Wirtschaftsflaute nach.
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Arbeitsmarkt

24.11.2009

Westschweiz: Zu wenig qualifiziertes Personal im Sozialbereich

Umfrage der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) bei über 1700 Institutionen aus dem Sozialbereich in der Romandie ergab, dass die Nachfrage nach qualifiziertem Personal das Angebot übersteigt. Das gilt für alle Abschlussniveaus, einschliesslich der ersten Fachleute Betreuung EFZ, die zur Zeit der Umfrage neu in den Arbeitsmarkt eintraten. Die Arbeitgeber sehen voraus, dass die Zahl der Stellen im Jahr 2010 weiter ansteigt.
Pressemitteilung und Bericht (in Französisch)

24.11.2009

Löhne 2008: Grosse Unterschiede zwischen den Branchen

5823 Franken - so viel betrug 2008 der Medianlohn in der Schweiz. Konkret heisst dies: Die Hälfte der Beschäftigten verdiente mehr, die andere Hälfte weniger als diese Summe. Dabei hat das Lohngefälle zwischen den Branchen gegenüber 2006 zugenommen. Am höchsten waren die Saläre bei den Bankangestellten (9127 Franken). Am unteren Ende der Lohnskala finden sich die persönlichen Dienstleistungen (3683 Franken). Dies geht aus der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2008 des Bundesamtes für Statistik hervor. Unter den Wirtschaftsregionen liegt Zürich an der Spitze, der Kanton Tessin am Ende der Lohnhierarchie.
Medienmitteilung

24.11.2009

Erfolgreiche Kampagne gegen Schwarzarbeit

Die im November 2007 lancierte Kampagne des Bundes gegen Schwarzarbeit zeigt Wirkung. Es ist gelungen, das Wissen über Schwarzarbeit bei den anvisierten Zielgruppen zu verbessern und die Meinungen in der Bevölkerung über die Konsequenzen von Schwarzarbeit zu beeinflussen. Das zeigt eine kürzlich publizierte Evaluationsstudie des Forschungsinstituts GFS Bern. Ein Erfolgsausweis sind auch die über 12'000 neuen Anmeldungen im vereinfachten Abrechnungsverfahren bei den kantonalen AHV-Stellen. Zudem sind in den bald zwei Jahren seit der Einführung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA) in allen Kantonen insgesamt mehr als 35'000 Arbeitgebende und Arbeitnehmende durch rund 60 Inspektoren überprüft worden.
Medienmitteilung

24.11.2009

Allgemeinverbindliche GAV für rund 600'000 Arbeitnehmende

Der Bundesrat hat zwischen dem 1. Juli 2008 und dem 1. Juli 2009 31 Gesamtarbeitsverträge (GAV) auf Bundesebene allgemeinverbindlich erklärt. Das bedeutet, dass der GAV für alle Betriebe einer Branche verbindlich ist, selbst wenn sie nicht Mitglied des Berufsverbands sind. Insgesamt waren schweizweit 58 888 Arbeitgebende und 580 884 Arbeitnehmende einem allgemeinverbindlichen GAV unterstellt. Die bedeutendsten allgemeinverbindlich erklärten GAV betreffen das Gast- sowie das Bauhauptgewerbe. Sie allein umfassen rund 33 315 Arbeitgebende und 290 570 Arbeitnehmende.
Meldung in "Die Volkswirtschaft"

Berufliche Integration

24.11.2009

Waadt: Bund erhöht die Anzahl Taggelder

Wie zuvor bereits in den Kantonen Neuenburg und Jura wird nun auch in der Waadt die Berechtigungsdauer für Arbeitslosen-Taggelder von 400 auf 520 Tage erhöht. Die Erhöhung gilt ab dem 1. Dezember 2009 bis 31. Mai 2010 und betrifft über 30-jährige Arbeitslose. Sie soll deren erhöhtes Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, minimieren. Diese Massnahme hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 11. November 2009 beschlossen. Der Bundesrat kann in einem Kanton oder in einem Teilgebiet davon die Höchstzahl der Taggelder für höchstens sechs Monate um 120 erhöhen, wenn die nationale Arbeitslosenquote deutlich überstiegen wird und durchschnittlich mindestens 5 Prozent erreicht.
Medienmitteilung SECO

24.11.2009

Arbeitslosenkassen: hohe Kundenzufriedenheit

Bezügerinnen und Bezüger von Arbeitslosengeldern sind mit den Dienstleistungen der Arbeitslosenkassen zufrieden. Das hat eine Umfrage ergeben, die das Seco im Frühling 2009 durchführen liess. Die Beratung wird von 77 Prozent der Befragten als gut bis sehr gut bewertet. Rund 85 Prozent würden die gleiche Kasse wieder wählen. Bezügerinnen und Bezüger von Arbeitslosengeldern legen besonders Wert auf Regelmässigkeit, Schnelligkeit und Korrektheit der Auszahlungen, rechtzeitige Zustellung von Unterlagen, Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Abrechnung sowie Informationen, Beratung und Freundlichkeit.
Medienmitteilung Seco

Verschiedenes

24.11.2009

Berufsbildungs-PISA gestoppt: Nicht genügend teilnahmewillige Länder

Das Projekt, berufliche und berufsübergreifende Kompetenzen junger Erwachsener zu messen und international zu vergleichen (VET-LSA), ist vorerst gescheitert. Das "Berufsbildungs-PISA" genannte Projekt fand nach Auskunft von Gudrun Steeger, Referentin für den Bereich Berufsbildung im deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, nur gerade in Deutschland und der Schweiz Zustimmung. Die weiteren interessierten Länder (Dänemark, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden und Slowenien) sähen sich zur Finanzierung nicht in der Lage. Das Projekt hatte zum Ziel, vergleichende Daten in den Berufsfeldern Automobil Mechatronik, Elektrik, Soziales und Gesundheit, Kaufmännisches zu erheben.
Obwohl die angefragten Schweizer Verbände zur Teilnahme bereit gewesen wären, hat sich die Schweiz aufgrund der Situation vom Projekt zurückgezogen. Die Verbände wurden vom BBT informiert. Dieses prüft nun das weitere Vorgehen und wird über allfällige nächste Schritte informieren.
Vgl. dazu die Meldung in bbaktuell vom 11.12.2007.

24.11.2009

Bundesrat: Anpassungen in der Verordnung des EHB

An der Sitzung vom 11. November verabschiedete der Bundesrat die Anpassungen in der Verordnung des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung EHB. Die Anpassungen erfolgten als Reaktion auf einen Corporate-Governance-Bericht, der die rechtliche Konzeption sowie die Steuerung und Beaufsichtigung von Organisationen und Unternehmungen des Bundes untersuchte. Die Änderungen betreffen in erster Linie Bestimmungen über die Unabhängigkeit der einzelnen Organe, die Berichterstattung, die Verwendung der Reserven und die Beaufsichtigung des Instituts durch den Bundesrat.
Weitere Informationen

24.11.2009

Basel-Stadt: Änderung des Berufsbildungsgesetzes

Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat am 11. November diversen Änderungen im kantonalen Berufsbildungsgesetz zugestimmt. Neu im Gesetz verankert sind die Beratung von Nichtlehrbetrieben auf dem Weg zum Lehrbetrieb, die Einrichtung einer Fachstelle Lehrstellenförderung, die Förderung von Lehrbetriebsverbünden und Lehrwerkstätten und die Durchführung von Lehrstellenkampagnen. Ein jährlicher Lehrstellenbericht soll die aktuelle Situation festhalten. Zudem sollen die Lehrbetriebe finanziell durch den Kanton entlastet werden: durch die Verdoppelung der Beiträge an überbetriebliche Kurse (ÜK) sowie die Übernahme der Material- und Mietkosten bei Lehrabschlussprüfungen. Mit dem Beschluss will der Grosse Rat die Initianten einer Lehrstelleninitiative dazu bewegen, ihren Vorstoss zurückzuziehen. Mit einer Ausnahme wurden alle Forderungen berücksichtigt: Nicht berücksichtigt wurde die Forderung nach einer Arbeitgeberabgabe zur Äufnung eines Berufsbildungsfonds.
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24.11.2009
24.11.2009

Deutschland: Alle dualen Ausbildungsberufe auf einen Blick

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gibt jährlich ein Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe heraus. Die soeben erschienene Ausgabe 2009 wurde überarbeitet. Die gedruckte Ausgabe wurde zur besseren Übersichtlichkeit von fast 600 auf rund 350 Seiten reduziert. Sie wird vom W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, herausgegeben (ISBN: 978-3-7639-4227-5).
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