Newsletter vom 27.10.2009

Aktuelle Meldungen vom 27.10.2009

Berufliche Grundbildung

27.10.2009

Gefährdete Jugendliche: Erfolgsfaktoren in der Berufsausbildung

Im Rahmen des EDK-Projekts Nahtstelle (www.nahtstelle-transition.ch) wurde untersucht, welche Faktoren für einen erfolgreichen Übergang von der obligatorischen Schule ins Erwerbsleben wichtig sind. Die Studie fokussiert weniger auf allfällige Mängel und Defizite, sondern auf die Faktoren, die dazu beitragen, dass Jugendliche aus schwierigen sozialen und/oder fremden kulturellen Umfeldern es immer wieder schaffen, ohne glanzvolle Schulkarriere erfolgreich eine berufliche Grundausbildung zu durchlaufen. Die Autoren der Studie, Prof. Dr. Kurt Häfeli und Dr. Claudia Schellenberg von der Hochschule für Heilpädagogik Zürich, bündeln die Ergebnisse einer breiten Forschungs- und Projekttätigkeit in den letzten 10 Jahren, ziehen Schlüsse daraus und formulieren diese in Form von Empfehlungen.
Bericht

27.10.2009

Überbetriebliche Kurse: Neues Instrument zur Förderung der Ausbildungsqualität

"QualüK" ist eine Karte mit 15 Qualitätsanforderungen. Sie ist als ein einfaches und praktisches Arbeitsinstrument konzipiert, mit dem Anbieter von überbetrieblichen Kursen (üK) die Ausbildungsqualität der Kurse messen und verbessern können. "QualüK" ist dreisprachig (deutsch, französisch und italienisch) und besteht aus einer Mappe, die ein Heft sowie für jede Sprache fünf Formulare enthält. Weitere Arbeitsinstrumente und Informationen werden online (www.qbb.berufsbildung.ch) zur Verfügung gestellt.
Siehe auch PANORAMA.aktuell 12/2009.

27.10.2009

Swissmem lanciert Kampagne für technischen Nachwuchs

Trotz guter Kenntnisse in Technik und Naturwissenschaften ist die Bereitschaft der Jugendlichen, eine technische Ausbildung aufzunehmen, in der Schweiz im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Die Demografie wird mittelfristig zu einem weiteren Fachkräftemangel führen. Mit der Kampagne Tecmania will der Verband Swissmem (Maschinen-, Elektro-, Metall- Industrie) nun Gegensteuer halten. Im Mittelpunkt der Initiative steht eine Internetplattform (www.tecmania.ch) mit zahlreichen Berufsinformationen und einem E-Magazin zu spannenden Technikthemen. Lehrpersonen erhalten Unterrichtsmaterial zu den jeweiligen Magazinthemen. Die Initiative wird durch eine Plakatkampagne begleitet.

27.10.2009

Bildungsverordnung: Aus Seilbahner/in wird Seilbahn-Mechatroniker/in

Seilbahnen Schweiz möchte die Berufsbezeichnung "Seilbahner/in EFZ" in "Seilbahn-Mechatroniker/in EFZ" ändern. Das BBT stellt unterstellt diese und geringfügige weitere Änderungen in den Bildungsverordnungen für die vierjährige und die zweijährige Seilbahner-Ausbildungen einem Anhörungsverfahren. Es läuft am 4. Dezember 2009 ab. Die Änderung der Titel sollte per 1. Januar 2010 in Kraft treten.
Die Unterlagen können auf der Website des BBT eingesehen werden.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

27.10.2009

Preise für aussergewöhnliche Weiterbildungsanstrengungen

Die Freiburger Personalvermittlungsfirma Atimo hat 2009 zum dritten Mal den Prix Atimo verliehen. Er zeichnet Personen aus, die viel Zeit und Energie für ihre Ausbildung aufwenden. Der "Prix Senior" ging an einen Bäcker, der seinen Beruf wegen einer Mehlstauballergie aufgeben musste. Er ist nun seit über sieben Jahren beim Schweizerischen Nationalfonds tätig. Der "Prix Junior" wurde an Immanuel Wüthrich (25) verliehen, der einen EFZ-Titel als Informatiker und eine Berufsmatur, einen Bachelor in Business Engineering und einen Master in International Business Management besitzt. Informationen: Fritz Winkelmann, Jurymitglied, Vorsteher des Berufsbildungsamtes des Kantons Freiburg, winkelmannf@edufr.ch

Arbeitsmarkt

27.10.2009

Rekordarbeitslosigkeit weltweit

Mit gegenwärtig 8,5 Prozent hat die Arbeitslosenquote der OECD-Länder einen Rekordwert für die Nachkriegszeit erreicht. Laut OECD müssen die Regierungen rasch einschneidende Massnahmen treffen, damit die Rezession nicht in eine dauerhafte Beschäftigungskrise mündet. Ohne wirtschaftliche Erholung könnte die Arbeitslosenquote bis auf 10 Prozent (57 Millionen Arbeitslose) ansteigen.
Swiss OECD Info Nr.39

Berufliche Integration

27.10.2009

BL: "BerufsWegBereitung" unterstützt beim Übergang ins Berufsleben

Der Kanton Basel-Land verstärkt seine Anstrengungen an der Schnittstelle Sekundarstufe I und II. Die BerufsWegBereitung (BWB) soll dazu beitragen, gefährdete Jugendliche zu erfassen und zu unterstützen. BWB beginnt am Ende des ersten Semesters des zweitletzten Schuljahres und endet, wenn der Übertritt in die Berufsarbeit geglückt ist. Es wird keine zusätzliche Institution geschaffen, sondern die bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote sollen besser genutzt werden. Auskunft erteilt Hanspeter Hauenstein, Leiter Amt für Berufsbildung und Berufsberatung BL unter hanspeter.hauenstein@bl.ch.

27.10.2009

Studie: Wirksamkeit von Bildungsmassnahmen am Übergang Schule - Berufsbildung

Eine Studie des deutschen Bundesinstituts für Berufsbildung BIBB zur Übergangsproblematik zeigt, dass von allen Haupt- und Realschulabsolventen/innen knapp ein Drittel an Bildungsmassnahmen des Übergangssystems teilnimmt. Bei den Jugendlichen, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, ist dieser Anteil fast doppelt so hoch wie bei denjenigen mit einem mittleren Schulabschluss.

27.10.2009

RAV-Personalberatende motivieren - ja, aber wie?

Die Erwartungen an RAV-Personalberatende sind hoch und oft schwer zu erfüllen. Der Spagat zwischen Beratung und Sanktion, passive Stellensuchende und hohe Dossierzahlen sind nur einige der Schwierigkeiten, denen sie ausgesetzt sind. Trotzdem, eine starke Motivation für die anspruchsvolle Tätigkeit lässt sich aufbauen. Voraussetzung dafür sind Freiräume für die Entfaltung der RAV-Personalberatenden sowie eine glaubhafte, aufbauende Führung. Zudem müssen die Wertvorstellungen der Mitarbeitenden mit jenen der Organisation übereinstimmen. Unter diesen Rahmenbedingungen lässt sich die Qualität auch mit begrenzen Ressourcen sichern.
Ausführlicher Beitrag in PANORAMA 5/2009
Bezug des Heftes und Abonnentmentsbestellungen: www.panorama.ch

27.10.2009

JU: Bundesrat erhöht die maximale Anzahl Taggelder

Die Anzahl Arbeitslosen-Taggelder werden im Kanton Jura von 400 auf 520 Tage erhöht, für die Dauer vom 1. November 2009 bis am 30. April 2010. Die Erhöhung gilt für über 30-jährige Arbeitslose und soll deren Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, minimieren. Diese Massnahme beschloss der Bundesrat in seiner Sitzung vom 14. Oktober 2009. Laut Arbeitslosenversicherungsgesetz kann der Bundesrat in einem Kanton oder in einem wesentlichen Teilgebiet davon die Höchstzahl der Taggelder für höchstens sechs Monate um 120 erhöhen, wenn die nationale Arbeitslosenquote deutlich überstiegen wird und mindestens 5 Prozent erreicht.
Medienmitteilung

27.10.2009

Sozialhilfe: Ist Erwerbsarbeit ein Privileg?

Eine kürzlich publizierte Studie zeigt auf, dass von den Neuzugängern in die Sozialhilfe der Jahre 2005 und 2006 innerhalb von zwei bis vier Jahren ein Viertel dauerhaft in den 1. Arbeitsmarkt zurückfanden. Die aktivierende Sozialhilfe vermochte die Arbeitsmarktintegration für einen grossen Teil der Klient/innen allerdings nicht zu begünstigen. Besonders prekär ist die Situation für jene Menschen, die von Armut betroffen sind. Erschwert ist die Reintegration ferner für über Fünfzigjährige und für Sozialhilfeempfänger/innen aus der Westschweiz.
Mehr dazu im Beitrag "Ist Erwerbsarbeit ein Privileg",
PANORAMA 5/2009

27.10.2009

Sozialwerke: Viele kommen, viele gehen, viele bleiben

Ein Fünftel der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter hat zwischen 2004 und 2006 Sozialleistungen bezogen. Einzelne Zweige sind durch einen starken Wechsel, andere hingegen durch eine hohe Bezugsdauer geprägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen erstellte Studie. Bei der Arbeitslosenentschädigung (ALE) sind die Zu- und Abgänge häufig, der Bestand aber kleiner als bei der IV. Trotz guter Konjunktur ist in der Untersuchungsperiode die Zahl der Leistungsbezüger bei ALE, IV und Sozialhilfe praktisch konstant geblieben. Ein Resümee der Studie bietet auch der Beitrag "Viele kommen, viele gehen, viele bleiben" in Panorama 5/2009.
Bezug des Heftes und Abonnentmentsbestellungen:
www.panorama.ch

Verschiedenes

27.10.2009

BBT: Lehrstellenkonferenz / Tag der Berufsbildung

Am 26. Oktober fand in Baden der Tag der Berufsbildung statt. Themenschwerpunkte waren der Fachkräftemangel in den Gesundheits- und Sozialberufen sowie die Ehrung der Medaillengewinnerinnen und -gewinner der Berufsweltmeisterschaften und der Schweizer Berufsmeisterschaften 2009.
An der von Bundesrätin Doris Leuthard im Rahmen des Tags der Berufsbildung einberufenen 5. Lehrstellenkonferenz wurde beschlossen, mit konkreten Massnahmen im Bereich der Gesundheits- und Sozialberufe für mehr Nachwuchs zu sorgen.
Weitere Informationen hier.
Die Festansprache von Bundesrätin Doris Leuthard und Fotostrecke.

27.10.2009

BBT: Expertengruppe Berufsbildungsfonds arbeitet an Verbesserungen

Das BBT hat in einer externen Studie die Wirkung der allgemeinverbindlich erklärten Berufsbildungsfonds untersuchen lassen. Die Studie zeigt Stärken und Schwächen der heutigen Regelung und des Vollzugs auf und formuliert Empfehlungen zur Optimierung. Die Fonds selbst werden von den Stakeholdergruppen übereinstimmend positiv wahrgenommen, weil sie die Solidarität innerhalb der Branche fördern. Kritischer äussert sich die Studie zu Fragen der Effizienz, Transparenz und Gerechtigkeit. Eine vom BBT eingesetzte Expertengruppe ist nun daran, die in der Studie aufgezeigten Verbesserungsvorschläge umzusetzen. In einem ersten Schritt wurden konkrete Handlungsfelder definiert, wie zum Beispiel die Branchenabgrenzung, die Beitragserhebung, die Mittelverwendung und die Berichterstattung. Die Resultate der Arbeiten werden im Verlauf des nächsten Jahres publiziert.
Weitere Informationen hier.

27.10.2009

Tertiarisierung als Chance: Skizzen möglicher Entwicklungen

Philipp Gonon, Professor am Institut für Gymnasialund Berufspädagogik der Universität Zürich, und seine Mitarbeiterin Désirée Anja Jäger, halten die Prekarisierung der Erwerbstätigkeit als einschneidender für die Berufsbildung als die Tertiarisierung. Die Autoren zeigen in ihrem Beitrag, dass die Tertiarisierung Chancen birgt für die Berufsbildung und skizzieren mögliche Entwicklungen. Damit schliesst die PANORAMA-Redaktion die Reihe mit Diskussionsbeiträgen zur Tertiarisierung vorerst ab.
Zusammenfassung aller Beiträge

27.10.2009

GE: Arbeitgeber sollen die Validierung von Bildungsleistungen finanziell mittragen

Die kantonale Stiftung zugunsten der Berufs- und Weiterbildung (FFPC) des Kantons Genf will die Validierung von Bildungsleistungen (www.validacquis.ch) fördern. Sie schlägt den Arbeitgebern vor, die Hälfte der Arbeitszeit ihrer Angestellten zu übernehmen, die diese für den Erwerb eines EFZ- oder EBA-Abschlusses aufwenden.
Zusätzliche Informationen: Manuela Cattani, présidente de la FFPC, manuela.cattani@sit-syndicat.ch

27.10.2009

Berufsmarketing für die Gesundheitsberufe

Der Spitalverband H+ (www.hplus.ch) macht auf die angespannte Personalsituation im Gesundheitswesen aufmerksam. Um qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen, sollen die Berufsbilder von zwölf Gesundheitsberufen und ihre Karrierechancen breiter bekannt gemacht werden. Dazu gibt der Verband eine DVD mit dem Kurzfilm "do.it.yourself.hospital“ und das Musikvideo "Karma“ mit dem Churer Rapper Gimma heraus.
Bestellung DVD

27.10.2009

BFS: Löhne stiegen 2008 nominal und sanken real

Der Nominallohnindex stieg in der Schweiz im Jahr 2008 um 2 Prozent. Dies ist die grösste Lohnverbesserung seit 2002. Weil die Inflation 2,4% betrug, sank das Reallohnniveau allerdings um 0,4 %. Seit 1994 berechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) die Lohnentwicklung mit dem Schweizerischen Lohnindex (SLI). Der SLI ermöglicht die Messung der Löhne in den verschiedenen Wirtschaftszweigen des sekundären und tertiären Sektors.
Im laufenden Jahr steigen die Löhne in der Schweiz in einem ähnlichen Ausmass. Dies meldet der Personalmanagement- Berater Hewitt Associates. Der Anstieg beträgt über alle Branchen hinweg 1,8%. Das Top- Management erhielt die grössten Lohnerhöhungen (+2%), während die Bezüge des mittleren Managements, der Fachkräfte und der Sachbearbeiter 2009 nur um 1,8% zunahmen. Gemäss den Prognosen von Hewitt Associates planen die Unternehmen für 2010 eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 1,6%.
Publikation BFS komplett

27.10.2009

NE: Jacques-André Maire übernimmt Beraterfunktion

Jacques-André Maire, der Leiter des Amts für Berufsbildung und Mittelschulen im Kanton Neuenburg, ist im September anstelle des in den Ständerat gewählten Didier Berberat (SP) in den Nationalrat nachnominiert worden.
Seither hat der Regierungsrat verschiedene Reorganisationsmassnahmen eingeleitet. Per 1. Januar 2010 wird das Amt erweitert zum "Service des formations postobligatoires" (SFPO), das die Bereiche Berufsbildung, Mittelschulen, Hochschulen und Forschung umfassen wird. Die Stelle des Leiters dieses neuen Amts wird ausgeschrieben. Jacques-André Maire wird sein Pensum auf fünfzig Prozent reduzieren und wird strategischer Berater des Erziehungsdirektors.
Pressemitteilung