Newsletter vom 13.05.2020

Aktuelle Meldungen vom 13.05.2020

Berufliche Grundbildung

Coronavirus: Bund setzt Task Force zur Stärkung der Berufsbildung ein

Möglichst viele Jugendliche sollen per Anfang August 2020 eine Lehrstelle finden. Auf der anderen Seite sollen Lehrbetriebe ihre offenen Lehrstellen besetzen und damit ihren späteren Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken können. Das SBFI setzt daher eine "Task Force Perspektive Berufslehre 2020" ein, die bis Ende 2020 wirkt. Ziel der Arbeiten ist es, den Kantonen, Lehrbetrieben und Jugendlichen eine bestmögliche Unterstützung im Hinblick auf die Besetzung der Lehrstellen 2020 zu garantieren und die Akteure vor Ort zu stärken.
Medienmitteilung

Coronavirus: Empfehlung der Verbundpartner zu Art. 32 BBV und Repetierende

Die Verbundpartner haben sich zum Ziel gesetzt, allen Kandidatinnen und Kandidaten der Abschlussprüfungen 2020 den Abschluss einer beruflichen Grundbildung zu ermöglichen. Das "Steuergremium Berufsbildung 2030" ruft die Kantone zur Unterstützung auf. Auch Kandidatinnen und Kandidaten ausserhalb eines geregelten Bildungsganges (Art. 32 BBV) sowie Repetierende ohne Lehrvertrag sollen dieses Jahr ihr Qualifikationsverfahren absolvieren können.
Medienmitteilung

Coronavirus: EuroSkills und SwissSkills auf 2021 und 2022 verschoben

Die EuroSkills, die vom 16. bis 20. September 2020 in Graz (Österreich) hätten stattfinden sollen, sind wegen des Coronavirus auf Januar 2021 verschoben worden. Aus dem gleichen Grund werden die SwissSkills in diesem Jahr auch nicht stattfinden. Sie sind auf den Herbst 2022 verlegt. Die Schweizer Berufsmeisterschaften sollten 2020 jedoch abgehalten werden. Eine Substitutionsformel ist in Ausarbeitung.

Coronavirus: Erhebungen zur Lehrstellensituation

Das Forschungsprojekt "LehrstellenPuls" identifiziert die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Berufslehren, Lehrbetriebe und Jugendlichen. Während eines Jahres beobachtet yousty.ch in Kooperation mit der Professur für Bildungssysteme der ETH Zürich die Lehrstellensituation und publiziert die Ergebnisse monatlich. Erste Resultate zeigen, dass während des Lockdowns ein Drittel der aktiven Lernenden den betrieblichen Teil nicht oder in veränderter Form wahrnehmen muss.

Coronavirus: Der SGV ruft zur Ausbildung Lernender auf

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) ruft Lehrbetriebe und Berufsverbände auf, auch in Krisenzeiten Lehrstellen zur Verfügung zu stellen und die berufliche Grundbildung zu fördern. Investitionen in den qualifizierten Berufsnachwuchs sind von grösster Bedeutung und liegen im Interesse aller Beteiligten.
Medienmitteilung

BFS: Statistik 2019 der Sekundarstufe II

Das BFS hat detaillierte Daten zur beruflichen Grundbildung 2019 veröffentlicht. Von den 68'000 ausgestellten Abschlusszeugnissen entfielen 90% auf die EFZ und fast 10% auf die EBA. Der Anteil der Männer lag bei 53%. 2019 wurden bei der allgemeinbildenden Ausbildung 42'600 Abschlüsse verbucht, was einer Zunahme von nahezu 75% gegenüber dem Jahr 2000 entspricht. Die drei Maturitätstypen (gymnasiale Maturität, Berufs- und Fachmaturität) haben zu diesem Anstieg beigetragen.

BFS: Bildungsstatistik 2019

Die Taschenstatistik des BFS ist aktualisiert worden. Sie enthält insbesondere die Zahlen 2018/2019 der Lernenden und Studierenden. Im Gesamten absolvierten 220'894 Personen eine berufliche Grundbildung (130'372 Männer und 90'522 Frauen; 173'203 Schweizer/innen und 47'663 Ausländer/innen). In der höheren Berufsbildung waren es 60'598 Studierende (33'707 Männer und 26'891 Frauen; 52'831 Schweizer/innen und 7236 Ausländer/innen). Die Zahl der erlangten Abschlüsse verteilt sich wie folgt: 14'575 eidgenössische Fachausweise, 2840 eidgenössische Diplome und 9112 HF Diplome.

Neues zu berufsbildungplus.ch

Mit der Verbundpartnerinfo 1/2020 meldet das SBFI Neuigkeiten zur Kampagne berufsbildungplus.ch:
- Interkantonaler Radiotag stand im Zeichen der Coronakrise
- Laufende Kampagne wird um zwei Jahre verlängert
- Suchfunktion wird optimiert
- Kommunikationsoffensive zum Berufsabschluss für Erwachsene
In einem Interview erklärt die Geschäftsführerin des Branchenverbands für Berufsbildung im Gesundheitswesen des Kantons Zürich, warum es für Arbeitgeber/innen ein Gewinn ist, wenn Erwachsene einen Berufsabschluss erlangen.

Interkantonaler Tag der Berufsbildung

Am 6. Mai 2020 fand der Interkantonale Tag der Berufsbildung statt. 25 Regionalradios in 20 Kantonen beteiligten sich daran. Mit Reportagen und Interviews beleuchteten sie unter anderem die Auswirkungen des Coronavirus auf den Lehrstellenmarkt. Ein Interviewpartner war Bundesrat Guy Parmelin, der die Lehrbetriebe aufforderte, trotz der aktuell schwierigen Situation Lernende zu rekrutieren. Lehrstellensuchende können sich weiterhin auf Lehrstellen bewerben. Schnupperlehren und Bewerbungsgespräche sind – unter Berücksichtigung von Verhaltens- und Hygienemassnahmen – wieder möglich. Einige Radiobeiträge stehen zum Nachhören zur Verfügung.

Veranstaltungsfachfrau/-fachmann EFZ: Anhörung

Das SBFI unterbreitet die Änderungen der Verordnung über die berufliche Grundbildung und des Bildungsplans für den Beruf Veranstaltungsfachfrau/-fachmann EFZ zur Stellungnahme. Anhörungsfrist: 6. Juli 2020. Die Dokumente können hier heruntergeladen werden.

Porträt einer Coiffeuse als Kranführerin

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) lässt eine Kranführerin zu Wort kommen, die einen ungewöhnlichen Berufswechsel hinter sich hat. Iris Harnisch arbeitete während neun Jahren als Coiffeuse, bevor sie sich im Oktober 2004 entschied, auf den Bau zu wechseln. Die junge Frau absolvierte die Ausbildung als Kranführerin berufsbegleitend. "Der Kranführer oder die Kranführerin sind das Herz der Baustelle, um sie herum dreht sich alles", stellt sie fest. Iris Harnisch verdient auch gleich viel wie ein Mann. Ihr Porträt ist auf der Webseite des SBV nachzulesen. Zu erwähnen ist, dass es mehrere Ausbildungs- und Prüfungsstätten für Kranführer gibt.

ZG: Webseite zur Berufsreife und Kompetenzen für Berufe

Auf der Webseite des Gewerbeverbands des Kantons Zug finden sich neu Informationen und Tools zu den Erfolgsfaktoren der Berufsreife sowie zum Verhalten im beruflichen Alltag. Zusammen mit dem Kompetenztool des Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug (GIBZ) können das nützliche Instrumente für Lehrbetriebe sein.

ZH: Fachstelle Berufliche Inklusion an der HfH

An der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) wurde die Fachstelle Berufliche Inklusion geschaffen. Das Angebot richtet sich an Personen aus (heil-)pädagogischen und therapeutischen Arbeitskontexten sowie an Eltern. Die Fachstelle berät bei Schwierigkeiten in der Berufswahl von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, bei der Entwicklung von Schulkonzepten im Bereich der beruflichen Orientierung und bei anderen Fragen, wie z.B. zum Nachteilsausgleich. Kurzberatungen sind kostenfrei, bei weiterem Beratungsbedarf wird gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Coronavirus: Schutzmassnahmen des SVEB in der Weiterbildung

Um Präsenzunterricht zu ermöglichen, müssen die Weiterbildungsanbieter über ein Schutzkonzept verfügen und gewährleisten, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Der SVEB stellt ein Grobkonzept und eine Vorlage zur Verfügung, auf deren Grundlage spezifische Schutzkonzepte erarbeitet werden können. Ab dem 11. Mai 2020 können die Weiterbildungsveranstalter wieder Präsenzveranstaltungen durchführen mit bis zu fünf Personen, inklusive Kursleitung. Jeder Betrieb ist für die Erarbeitung eines Schutzkonzepts verantwortlich. Eine Genehmigung durch kantonale oder Bundesstellen ist nicht vorgesehen.

Aktuelles aus dem EHB

Der Newsletter des EHB vom Mai 2020 enthält unter anderem folgende Informationen:
- In Absprache mit den Verbundpartnern unterstützt das EHB die Organisationen der Arbeitswelt bei der Überarbeitung ihrer Qualifikationsverfahren.
- Der Studiengang "Bachelor of Science in Berufsbildung" mit einem Schwerpunkt auf der digitalen Transformation stellt ein einzigartiges Angebot der Schweizer Hochschullandschaft dar. Der nächste Studiengang startet im Herbst 2021.
Der Newsletter enthält auch Informationen zu weiteren Studiengängen des EHB.

ODEC-Mitgliederbefragung zur Zielerreichung

Die ODEC, der Schweizerische Verband der Diplomierten HF, zählt über 10'000 Mitglieder. Bei ihnen wurde mit einer Umfrage erhoben, ob sie ihre beruflichen Ziele erreichen konnten. Die Auswertung der 643 Antworten ergab, dass 92% der HF-Diplomierten, die vor über zehn Jahren ihr Studium abgeschlossen hatten, ihr Ziel erreicht haben. 34% haben ihr Ziel sogar übertroffen.

ZH: Vernehmlassung zur Verselbstständigung der EB Zürich

Der Zürcher Regierungsrat schickt ein Gesetz über die Verselbstständigung der kantonalen Berufsschule für Weiterbildung (EB Zürich) in die Vernehmlassung. Die kantonale Berufsschule soll in eine selbstständige Anstalt umgewandelt werden. Mit der Privatisierung sollen der EB Zürich Handlungsspielräume gewährt werden, die für die längerfristige Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit notwendig sind. Aufgrund veränderter gesetzlicher Bestimmungen musste die Schule ab 2011 ihre Kurse kostendeckend anbieten und deshalb die Preise erhöhen. Darauf brach die Nachfrage ein, und die Schule musste Stellen in grösserem Umfang abbauen.
Medienmitteilung

Mittelschulen und Hochschulen

BFS: Berufseinstieg nach dem Studium

Die ersten kommentierten Ergebnisse und Detailtabellen zur Längsschnittbefragung der Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Abschlussjahres 2014 sind auf der Website des BFS verfügbar. Sie geben Aufschluss über die Entwicklung der Erwerbslosigkeit, des Erwerbseinkommens und weiterer Anstellungsbedingungen zwischen dem ersten und fünften Jahr nach Studienabschluss.

BFS: Die Zahl der Studierenden hat sich seit 2000 verdoppelt

Die Karten "Lage und Grösse der Hochschulen in der Schweiz" des BFS wurden mit den neusten Zahlen der Studierenden 2019/2020 der drei Hochschultypen aktualisiert. Sie sind nun im Statistischen Atlas der Schweiz abrufbar. Die Zahl der Studierenden an Hochschulen hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Der Ausbau der Fachhochschulen und die Schaffung der Pädagogischen Hochschulen haben erheblich zu dieser Entwicklung beigetragen. Der Frauenanteil und der Anteil der ausländischen Studierenden, insbesondere der Bildungsausländerinnen und -ausländer, erhöhten sich in den letzten Jahren ebenfalls.

BFS: Statistik der Maturitäten im Jahr 2019

2019 gab es bei den allgemeinbildenden Ausbildungen auf der Sekundarstufe II rund 42'600 erfolgreiche Abschlüsse. Das geht aus einer Statistik des BFS hervor. Gegenüber dem Jahr 2000 ist das eine Zunahme von nahezu 75%. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich die Berufsmaturitätszeugnisse, die sich mehr als verdoppelt haben. Der Frauenanteil hat sich bei den allgemeinbildenden Ausbildungen von 2000 bis 2019 erhöht (von 53% auf 57%). Bei den gymnasialen Maturitäten stieg er von 54% auf 57% und bei den Berufsmaturitäten von 36% auf 47%.

BE: Neu gestaltete Website der BFH Career Services

Die Website der Career Services der Berner Fachhochschule (BFH) wurde neu gestaltet. Dort können sich Studierende und Studienabgänger/innen zum Berufseinstieg nach dem Studium informieren. Für Unternehmen, welche Nachwuchstalente suchen, bieten die Career Services eine Plattform zur Vernetzung an.

FR: Master in Data Analytics & Economics

Im September 2020 startet die Universität Freiburg einen Master in Data Analytics & Economics. Der Studiengang kombiniert die Ausbildung in Datenanalyse mit ökonomischen Konzepten zur Markt- und Unternehmensanalyse. Die Studierenden lernen mit grosse Datensätzen und künstlicher Intelligenz umzugehen sowie zukünftige Märkte und Unternehmen zu analysieren und organisieren. Internetplattformen, Systeme für Produkteempfehlungen und dynamische Preissetzung sind einige der aktuellen Anwendungsfelder. Die Studiensprache ist Englisch, zusätzliche Kurse stehen in Deutsch und Französisch zur Auswahl. Zu lesen ist auch ein Interview mit dem Leiter des neuen Masterstudiengangs und dem ersten immatrikulierten Studierenden (in Französisch).

TI/Italien: Master in European studies in investor relations and financial communication

Ab Studienbeginn 2020/2021 erweitert die Universität der Italienischen Schweiz (USI) ihr Studienangebot um den Master in European studies in investor relations and financial communication, der in enger Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Sacro Cuore (UCSC) Mailand entwickelt wurde. Das Programm zielt darauf ab, den Hochschulabsolventinnen und -absolventen fundierte Kenntnisse auf der methodischen, kulturellen und beruflichen Ebene der institutionellen Kommunikation und Aussenbeziehungen im Bank- und Finanzwesen zu vermitteln. Das erste Studienjahr findet in Mailand statt, das zweite in Lugano. Der Unterricht wird in Englisch erteilt, einige der Kurse für Fortgeschrittene auch in Französisch und Deutsch.
Medienmitteilung

Beratung

Coronavirus: Studien zu Stress und Zufriedenheit

Eine Studie der Universität Zürich bei 600 Personen hat gezeigt, dass trotz Covid-19-Krise viele Erwerbstätige in der Schweiz und in Deutschland zufriedener als vorher sind, besser entspannen können und engagierter bei der Arbeit sind als letztes Jahr. Ausnahmen sind insbesondere Erwerbstätige, die zugleich kleine Kinder betreuen. Eine Umfrage der Universität Basel bei über 10'000 Personen aus der gesamten Schweiz hat hingegen ergeben, dass sich etwa die Hälfte der Befragten im Lockdown gestresster fühlt als vor der Krise. Die Ergebnisse waren unabhängig von Geschlecht, Alter, Religiosität oder Bildung. Unter anderem folgende Verhaltensweisen führten zu einem geringeren Stressanstieg: körperliche Betätigung, vermehrte Zuwendung zu einem Hobby, selten Corona-News konsumieren.

Statistik 2019 der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Die KBSB hat den Statistischen Jahresbericht 2019 der öffentlichen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung der Schweiz veröffentlicht. Die Ausgabe 2019 erscheint in einem neuen Design und mit überarbeiteten Inhalten. Die Kurzberatungen werden nun separat aufgeführt. 2019 waren es 66'600, 78,5% davon in den Schulen. Die Anzahl der längeren Beratungen und die Besuche in den Berufsinformationszentren und Infotheken sind seit zehn Jahren ziemlich stabil, mit einem leichten Rückgang in letzter Zeit. Die Anzahl Besuche des Portals berufsberatung.ch steigt kontinuierlich (+6,9% gegenüber 2018). Seit 2018 werden im Bericht auch "Good Practices" aus verschiedenen Kantonen vorgestellt.

Studie: Was wir in Zukunft können müssen

Die Zukunft scheint so ungewiss wie schon lange nicht mehr. Eltern und das Bildungswesen, welche Kinder und Jugendliche "fit für die Zukunft" machen sollen, sind damit besonders herausgefordert. Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) hat im Auftrag der Jacobs Foundation die neue Studie "Future Skills – Vier Szenarien für morgen und was wir dafür können müssen" erstellt. Die Studie zeigt, welche Fähigkeiten die nächste Generation braucht, um in möglichen Zukünften zu gedeihen. In einem Modell wird gezeigt, wie man die Fähigkeiten zur Zukunftsgestaltung einordnen kann und wie man diese Fähigkeiten erlernen kann. Das GDI lädt zur Online-Studienpräsentation vom 26. Mai 2020 ein. Eine Anmeldung ist erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

Arbeitsmarkt

Coronavirus: Beschäftigungsaussichten brechen ein

Wegen der COVID-​19-Pandemie haben sich die kurzfristigen Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt stark verschlechtert: Der KOF Beschäftigungsindikator fällt auf -19.9 Punkte. Gegenwärtig liegt der Beschäftigungsindikator tiefer als während des Höhepunkts der Finanz-​ und Wirtschaftskrise 2008/2009. Ausser der Versicherungsbranche sind alle Branchen vom Rückgang betroffen.
Medienmitteilung

Coronavirus: Kurzarbeit trifft vor allem Tieflohn-Branchen

Eine Auswertung des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zeigt, dass fast die Hälfte der von Kurzarbeit betroffenen Personen in den Branchen mit den tiefsten Löhnen arbeitet – Branchen wie Detailhandel und Gastronomie, die stark von der Corona-Krise betroffen sind. In den Branchen mit den höchsten Löhnen gebe es hingegen kaum Kurzarbeit. SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard fordert für die unteren Einkommen eine 100%-Lohnkompensation oder andere Massnahmen, zum Beispiel eine Reduktion der Krankenkassenprämien. Denn wenn von einem Lohn von 4000 Franken ein Fünftel wegfalle, seien die betroffenen Personen nicht mehr weit vom Existenzminimum entfernt.

Coronavirus: Die Grenzen von Homeoffice

Der Coronavirus-Lockdown hat zu einem Boom des Homeoffice geführt. So erledigt laut einer Sotomo-Umfrage im Auftrag der SRG derzeit fast ein Drittel der Beschäftigten ihre Arbeit ausschliesslich zuhause – weitere 20% teilweise. Dennoch ist das Potenzial von Homeoffice begrenzt, wie eine Untersuchung von Avenir Suisse zeigt. Fast 70% der Beschäftigten arbeiteten in Branchen, in denen Homeoffice gar nicht oder nur teilweise denkbar ist – Bereiche mit physischem Kontakt zu anderen Menschen, im Gastgewerbe oder im Gesundheits- und Sozialwesen. Aber auch im Baugewerbe oder in der Industrie bleibe Homeoffice eine Utopie.

Coronavirus/EU: Wirtschaftsprognosen für das Frühjahr 2020

Angesichts der Pandemie sagt die Europäische Kommission eine historische Rezession für 2020 und eine ungewisse Erholung voraus. Die Wirtschaft der EU dürfte 2020 um 7,5% schrumpfen und 2021 um 6% wachsen. Die Wachstumsprojektionen für die EU und den Euroraum wurden gegenüber der Herbstprognose 2019 um rund neun Prozentpunkte nach unten korrigiert. In der gesamten EU wird die Arbeitslosenquote voraussichtlich von 6,7% im Jahr 2019 auf 9% im Jahr 2020 ansteigen und dann im Jahr 2021 auf rund 8% sinken. Die Europäische Kommission betont, dass diese Prognosen mit einem höheren Grad an Unsicherheit behaftet sind als üblich.
Medienmitteilung

Leitfaden: Wie hält man Mitarbeitende im Betrieb?

In einer Studie der ETH Zürich und der Universität Bern wurden Arbeitnehmende aus verschiedenen Berufen und Branchen gefragt, worauf bei einer karriereförderlichen Arbeitsgestaltung geachtet werden sollte. Als ein wichtiges Ergebnis der Studie wurden acht Grundpfeiler identifiziert, die zu einem langfristigen Verbleib im Beruf beitragen. Diese Pfeiler bilden die Struktur des Leitfadens "Identifikation im Beruf durch Arbeitsgestaltung". Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen, die Arbeitnehmende langfristig für einen Verbleib in ihrem Beruf motivieren möchten.

Berufliche Integration

Coronavirus: Erste RAV sind wieder geöffnet

Die RAV und die kantonalen Arbeitslosenkassen der Kantone Bern, Glarus und Thurgau sind seit dem 11. Mai 2020 wieder geöffnet. Die Schalteröffnungen werden von den notwendigen Schutz- und Hygienemassnahmen begleitet. Die Stellensuchenden müssen die Anmeldeunterlagen weiterhin per E-Mail oder per Post einreichen. Das erste Beratungs- und Kontrollgespräch nach der Anmeldung beim RAV findet vorübergehend telefonisch und innerhalb von 30 Tagen nach der Anmeldung statt. Arbeitsbemühungen müssen weiterhin im Rahmen des Möglichen getätigt werden, aber im Moment nicht als Nachweis von Arbeitsbemühungen beim RAV eingereicht werden. Der Nachweis muss bis spätestens einen Monat nach Ausserkrafttreten der COVID-19-Verordnung 2 nachgereicht werden.

BSV-Studie: Jede 11. Person bezieht einmal im Leben Sozialhilfe

In der Schweiz beziehen pro Jahr rund 3% der ständigen Wohnbevölkerung Sozialhilfe. Wird jedoch eine längere Zeitperiode betrachtet, wächst die Zahl. Dies zeigt eine Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV). So bezogen zwischen 2011 bis 2017 6,1% zumindest einmal Sozialhilfe. Bei Alleinerziehenden steigt die Quote auf gut 26%, bei Einpersonenhaushalten auf 10%. Weiter wird in der Studie die Wahrscheinlichkeit eines Sozialhilfebezugs im Verlauf des Lebens geschätzt. Demzufolge beziehen zwischen 8,7% und 9,1% der 25- bis 63-jährigen in der Schweiz geborenen Menschen einmal in ihrem Erwerbsleben Sozialhilfe, das ist rund jede 11. Person. Bei der in der Schweiz geborenen ausländischen Bevölkerung liegt die Schätzung zwischen 15,2% und 17,2%.

Verschiedenes

SDBB: Jahresbericht 2019

Der Jahresbericht 2019 des SDBB ist erschienen. Der Bericht bietet einen Überblick über die Aktivitäten, das Personal und die Finanzierung des SDBB, das auch diesen Newsletter und die Zeitschrift PANORAMA herausgibt. Der Bericht ist online verfügbar.

Rahmenvertrag zwischen Educa und Google

Nach eineinhalb Jahren Verhandlungen zwischen Google und der Agentur Educa hat der Bund den Abschluss eines Rahmenvertrages mit Google bekanntgegeben. Wie bei Microsoft ist nun auch beim Google-Bildungspaket festgelegt, dass der Rechtsstandort in der Schweiz liegt, dass die Daten auf Servern in Europa gesichert sind und dass der Datenschutz eingehalten wird.