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Ausgabe 15/2026

Berufliche Grundbildung

Berufsabschluss für Erwachsene: Er lohnt sich – auch finanziell

Pro Jahr schliessen rund 11'000 Erwachsene ab 25 Jahren eine Ausbildung auf Sekundarstufe II ab (84% EFZ, 14% EBA, 2% andere). Das entspricht rund 12% aller Abschlüsse auf dieser Stufe. Ein solcher Abschluss begünstigt die Arbeitsmarktintegration und erhöht die Chancen auf mehr Einkommen. Das zeigt eine Auswertung des BFS. In der erfassten Kohorte (Abschluss 2018) stieg der Anteil der Erwerbstätigen innerhalb des zehnjährigen Beobachtungszeitraums (2013 bis 2023) von 60% auf 80%. Gleichzeitig sank der Anteil der Personen, die weder erwerbstätig noch in Ausbildung waren, von 20% auf 11%. Positiv entwickelte sich auch das Bruttoeinkommen: Es stieg um fast 50% auf durchschnittlich 5200 Franken pro Monat.
Medienmitteilung

EHB-Magazin zum Thema «Berufe»

Die Ausgabe 2/2026 des EHB-Magazins «skilled» stellt die Grundsatzfrage: Was ist ein Beruf? Die Antwort: mehr als eine Berufung. Der Beruf beeinflusst das Selbstwertgefühl, das Einkommen und die gesellschaftliche Stellung. Damit ist er zentral für unsere Identität. Und was beeinflusst die Berufswahl? Zum Beispiel der Wohnort und das Geschlecht. Zudem gilt: Viele Berufe verändern sich rasant – meist infolge technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Solchen Aspekten und Wechselwirkungen geht das Magazin nach. Einen weiteren Schwerpunkt bildet eine Studie zur Gesundheit von Lernenden. Sie zeigt: Geschlechtstypische Normen wie Risikobereitschaft oder Fürsorglichkeit fördern gesundheitsschädigendes Verhalten. Die Studie empfiehlt, entsprechende Berufskulturen zu hinterfragen.

Umgang im Lehrbetrieb: Lernende erwarten Wertschätzung

«Darum meiden immer mehr Junge die Berufslehre»: Unter diesem Titel thematisieren die Tamedia-Zeitungen (kostenpflichtig) den problematischen Umgang mit Lernenden. Gemäss einer Studie aus dem Jahr 2025 würden 44% der Lernenden ihren Lehrbetrieb nur teils oder gar nicht weiterempfehlen. Hauptgründe: zu hohe Leistungsanforderungen (29,5%), unfreundliche, aggressive Mitarbeitende (16%), viel Kritik, fehlende Wertschätzung (15,8%). Ein Bumerang für Lehrbetriebe und stärker betroffene Branchen: Sie haben Mühe, Lernende zu finden, oder verlieren die Fachkräfte nach der Lehre. Erste Berufsverbände reagieren und bilden Berufsbildende gezielt weiter. Genau hier setzt auch der neue Förderschwerpunkt «Betriebliche Bildung» des SBFI an, über den Panorama in Ausgabe 14/2026 berichtet hat. Gemäss der erwähnten Studie sind ein gutes Arbeitsklima und Wertschätzung entscheidend für den Lernerfolg.

BL/BS: Bikantonales Netzwerk Schule und Wirtschaft

Wie gewinnen wir genügend Fachkräfte? Wie begleiten wir Jugendliche erfolgreich auf dem Weg in die Berufsbildung? Und wie reagieren wir auf die Veränderungen in der Arbeitswelt? Solche Fragen wollen die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt künftig gemeinsam angehen. Anfang September 2026 fand daher das erste Treffen «Netzwerk Schule und Wirtschaft beider Basel» statt. Das Netzwerk will den Erfahrungs- und Ideenaustausch zwischen Verantwortlichen aus Schulen, Lehrbetrieben, Organisationen der Arbeitswelt, Wirtschaft und Verwaltung fördern. Es soll mithelfen, die Berufsbildung im Bildungsraum Basel zukunftsfähig zu gestalten.
Medienmitteilung

LU: Gastro-Verband schult Lernende im Umgang mit Stress

Noch in der Lehre und bereits unter Druck: Das kennen viele Jugendliche, wie eine Studie zur psychischen Gesundheit von Lernenden zeigt. In der Gastronomie gehört hoher Leistungsdruck zum Berufsalltag. Der Branchenverband GastroLuzern reagiert und schult Lernende im Umgang mit Stress. Am ersten Schulungstag waren rund 200 junge Berufsleute anwesend – etwa ein Drittel aller Gastronomie-Lernenden im Kanton. In Workshops lernten sie Strategien zur Stressbewältigung, Konfliktlösung und Selbstfürsorge kennen. Der Verband verfolgt damit zwei Ziele: Er will einen Beitrag zur psychischen Gesundheit der Lernenden leisten und zugleich mehr Fachkräfte in der Branche halten. Tele1 war vor Ort und sprach mit Lernenden und einem Verbandsvertreter.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

HBB: Durch koordinierte Kommunikation sichtbarer machen

Wie macht man die höhere Berufsbildung (HBB) durch Kommunikation sichtbarer? Ein Bericht, den das SBFI in Auftrag gegeben hat, identifiziert die folgenden vier Handlungsfelder: Erstens soll das SBFI Kernbotschaften definieren und mit den Akteuren der HBB einen Gesamtauftritt prüfen. Zweitens sollen Berufsleute durch Botschaften wie «Praxisnähe» und «gute Verdienstmöglichkeiten» angesprochen werden. Ausserdem soll die Akzeptanz der HBB bei den Betrieben erhöht werden. Drittens soll die bisher heterogene Kommunikation der diversen Akteure besser koordiniert werden. Und viertens soll das SBFI Kennzahlen aufbereiten, um die HBB besser zu positionieren. Das SBFI wird mit den Verbundpartnern Massnahmen prüfen und diese im ersten Quartal 2027 konkretisieren.

Förderung von Grundkompetenzen: Leitfaden und Webinar

Die Nationale Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) hat den Praxisleitfaden «Qualität in der Förderung von Grundkompetenzen» publiziert. Er richtet sich an staatliche Stellen und private Institutionen, welche Grundkompetenzen von Erwachsenen fördern. Der Leitfaden schafft ein gemeinsames Qualitätsverständnis. Er basiert auf den fünf Qualitätsdimensionen Kommunikation, Vernetzung, Durchlässigkeit, Bedürfnisorientierung sowie Beratung und Begleitung. Zahlreiche Praxisbeispiele helfen dabei, Massnahmen umzusetzen. Wie der Leitfaden angewendet werden kann, erläutert die IIZ in einem Webinar. Es findet am 2. November 2026 von 11.30 bis 12.30 Uhr statt.

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwurf

Der Entwurf folgender Prüfungsordnung (ohne Titeländerung) wurde beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 8. September 2026):

  • Versicherungsfachmann/-frau (BP)

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Statistik der abgeschlossenen Berufslehren 2025

Die Statistik der im Jahr 2025 abgeschlossenen beruflichen Grundbildungen wurde auf berufsberatung.ch aufgeschaltet. Die am häufigsten erlangten EFZ-Abschlüsse sind dieselben wie im Vorjahr: Kaufmann/-frau Profil E (8962 Abschlüsse), Fachmann/-frau Gesundheit (4932 Abschlüsse) und Fachmann/-frau Betreuung (4192 Abschlüsse). Etwa jeder zehnte Abschluss der beruflichen Grundbildung ist ein EBA‑Abschluss. Spitzenreiter sind weiterhin Assistent/in Gesundheit und Soziales (1161 Abschlüsse) und Detailhandelsassistent/in (829 Abschlüsse). Die Daten können nach Ausbildungstyp, Beruf, Geschlecht und Kanton gefiltert und mit den vorhergehenden vier Jahren verglichen werden.

Dokumentarfilm: Gelingt sozial benachteiligten Jugendlichen das Gymnasium?

Vor zehn Jahren hat der Dokumentarfilmer Yusuf Yeşilöz eine Gruppe von Jugendlichen des Zürcher Förderprogramms ChagALL begleitet. Die Schüler/innen stammten aus sozial benachteiligten Familien mit Migrationshintergrund und hatten ein Ziel – die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium zu bestehen. Der Film «Der Kraftakt 1» erzählte in Porträts von den Träumen der Jugendlichen und ihrem Willen, diese trotz vieler Hindernisse zu realisieren. Nun gibt es eine Fortsetzung: Der neue Doku-Film «Der Kraftakt 2 – zehn Jahre danach» zeigt, wie es den Jugendlichen seither sozial und beruflich ergangen ist. Haben sie ihre Träume verwirklicht? Wie steht es heute um ChagALL und die Bildungsgerechtigkeit in der Schweiz?

Pädiatrie: Mehr Konsultationen zu schulischen Belastungen

Jede fünfte Konsultation bei Pädiaterinnen und Pädiatern dreht sich um Belastungen, die mit der Schule zusammenhängen. Dies geht aus einer Umfrage hervor. Fast 90% der befragten Pädiater/innen nehmen eine Zunahme von Schulproblemen wahr. In der Oberstufe (7. bis 9. Klasse) zeigt sich ein deutlich breiteres und schwereres Belastungsprofil als bei jüngeren Kindern. Die häufigsten Symptome sind: Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten (90%), Müdigkeit/Apathie (85%) und Kopfschmerzen (84%). Psychische Belastungen wie depressive Verstimmung, Mediensucht und Mobbing treten in diesem Alter stark hervor.

Arbeitsmarkt

ICT: Löhne steigen nur noch bei Spezialfunktionen

Nach den deutlichen Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren wächst der Gesamtmedian der Saläre in der ICT-Branche 2026 nur noch um 0,2% und liegt bei rund 130'000 Franken. Während früher die Löhne auf breiter Basis wuchsen, legen aktuell vor allem Spezialistinnen und Spezialisten zu. Besonders gefragt sind solche mit Kompetenzen rund um KI, Cloud, Cybersecurity und Daten. Das zeigt die ICT-Salärstudie 2026. Weiteres Ergebnis: Die Fachkarriere hat die Führungskarriere überholt: Ein Senior Expert verdient durchschnittlich rund 178'000 Franken und liegt damit über dem Lohn im mittleren Management (156'000 Franken).
Medienmitteilung

Mehr Kulturunternehmen, aber weniger Beschäftigte

Gemäss dem BFS wurde im Jahr 2024 mit fast 70'000 Kulturunternehmen in der Schweiz ein neuer Höchstwert erreicht – dies entspricht 27% mehr als im ersten Statistikjahr 2011. Die Zunahme der Anzahl Kulturunternehmen zwischen 2023 und 2024 war vor allem in den Kreativbereichen Audiovision und Multimedia (+6,5%) sowie Werbung (+6,3%) markant. Im Kunsthandwerk ging die Anzahl Unternehmen leicht zurück (-0,6%), während sie im Bereich Buch und Presse deutlich abfiel (-3,1%). Gleichzeitig ging die Anzahl der Beschäftigten im Kultursektor im Jahr 2024 erstmals seit dem Jahr 2020 zurück auf 241'025 Beschäftigte (-0,9% gegenüber dem Vorjahr). Auch der Anteil des Kultursektors an allen Beschäftigten verringerte sich von 4,7% im Jahr 2011 auf 4,2% im Jahr 2024. Kulturunternehmen werden immer kleiner: Zählte ein Kulturunternehmen 2011 im Schnitt 4,1 Beschäftigte, waren es 2024 noch 3,5.
Medienmitteilung

Podcast: Integration von Menschen in die Arbeitswelt

Das Institut für Arbeitsagogik behandelt in einem Podcast Themen und Herausforderungen rund um die Integration von Menschen in die Arbeitswelt. In der Folge vom August 2026 geht es darum, wie berufliche Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt anerkannt werden. Susanne Teismann von HEKS MosaiQ Zürich berichtet über den Weg zur Diplomanerkennung und den Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt.

Verschiedenes

TBBK: Sitzungsbericht vom September 2026

Die TBBK hat sich im Rahmen der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung» mit der Kommunikation zur höheren Berufsbildung und mit der Überprüfung der Regulierungen, mit denen Lehrbetriebe konfrontiert sind, befasst. Weiter hat sie ihren Dialog mit dem Präsidium der Kammer Fachhochschulen von swissuniversities weitergeführt und dabei auf der Basis des Bildungsberichts 2026 Herausforderungen und Chancen diskutiert. Zudem hat sie sich mit den verschiedenen Nachweisen zur Bescheinigung erworbener Kompetenzen auseinandergesetzt.
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Sekundarstufe II: Wie Lehrpersonen die Chancengerechtigkeit beeinflussen

Wie gehen Lehrpersonen der Sekundarstufe II mit migrations- und geschlechterbezogenen Ungleichheiten um und beeinflussen dadurch Bildungswege? 66 Interviews mit Lehrpersonen an Gymnasien und Berufsfachschulen in der Nordwestschweiz (BS, BL, SO) mit anschliessenden Gruppendiskussionen zeigen folgendes: Lehrpersonen erklären Unterschiede im schulischen Erfolg hauptsächlich mit Leistungsbereitschaft, Deutschkompetenzen oder familiärer Unterstützung. Migrations-, geschlechts- und schichtbezogene strukturelle Benachteiligungen nehmen sie kaum in den Blick. Die Studie zeigt, dass Lehrpersonen stark die individuelle Verantwortung betonen. Dadurch erscheint die Schule als neutraler Ort, obwohl bestehende Ungleichheiten fortwirken und reproduziert werden.
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PISA 2025: Schweiz stark – aber mit abnehmender Tendenz

Die PISA-Studie testet in 91 Ländern (darunter 38 aus der OECD) zentrale Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen. Die Erhebung 2025 zeigt: Die Schweiz liegt in allen Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt. In Naturwissenschaften erreicht sie 501 (OECD 482), in Mathematik 499 (OECD 463) und in Lesen 470 (OECD 461) Punkte. Im erstmals erhobenen modellbasierten Problemlösen waren es 520 Punkte (OECD 500). Es gibt jedoch einen Dämpfer: Während die Schweiz ihr Leistungsniveau in Naturwissenschaften seit 2015 halten konnte, sank es in Mathematik von 521 auf 499 und in Lesen von 492 auf 470 Punkte. Ausserdem erreichen sozial benachteiligte Schüler/innen signifikant schlechtere Leistungen als privilegierte Schüler/innen. Die Tendenz zu rückläufigen Resultaten und die sozialen Unterschiede zeigen sich auch im OECD-Durchschnitt.
Medienmitteilung

Digitale Kluft: Bundesrat will Massnahmen weiterentwickeln

Der Bundesrat hat den Bericht «Die digitale Kluft in der Schweiz» als Antwort auf ein Postulat verabschiedet. Er zeigt: Digitale Ausgrenzung erfahren primär Personen ab 60 Jahren, mit tiefem Bildungsniveau, in prekärer finanzieller Lage oder in unqualifizierter Tätigkeit sowie Frauen und Angehörige der ersten Migrationsgeneration. Die Schweiz verfügt gemäss Bericht über ein etabliertes System, um dem entgegenzuwirken. Es basiert auf zwei Ansätzen: Der erste beinhaltet Aus- und Weiterbildungsmassnahmen für Nutzer/innen, der zweite fokussiert auf die Barrierefreiheit der digitalen Angebote. Der Bundesrat will diese Massnahmen weiterentwickeln und deren Reichweite steigern. Neue Massnahmen und zusätzliche Mittel sind nicht geplant.

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