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Ausgabe 11/2026

Berufliche Grundbildung

Berufliche Grundbildung bleibt erste Wahl

Gemäss Nahtstellenbarometer beenden fast 100'000 Jugendliche im Sommer 2026 die obligatorische Schulzeit. Davon verfügten Ende April 57% über eine Anschlusslösung. Dieser Wert liegt tiefer als in den Vorjahren (2025: 60%, 2024: 64%, 2023: 63%). Die berufliche Grundbildung bleibt der bevorzugte Bildungsweg: 63% ziehen eine Berufslehre in Betracht. Insgesamt werden 74'000 Lehrstellen mit Lehrbeginn 2026 angeboten (91% EFZ, 8% EBA, 1% unklar). 68% der Lehrstellen waren zum Erhebungszeitpunkt vergeben. Diese Werte liegen im langjährigen Durchschnitt. Das Nahtstellenbarometer zeigt auch: Schulabgänger/innen sehen die Lehre mehrheitlich positiv. 68% stimmen der Aussage zu, die berufliche Grundbildung sei eine Ausbildung mit Zukunft.
Medienmitteilung

Berufsreformen: ICT-Berufsbildung Schweiz fordert «Start-up-Modus»

Wie hält die Berufsbildung mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt? Indem sie wie Tech-Unternehmen agiert. Das fordert George Streit, Leiter Digitalisierung und Innovation bei ICT-Berufsbildung Schweiz, in der Netzwoche. Streit ruft die Berufsbildung dazu auf, bei Berufsreformen vom Verwaltungs- in den Start-up-Modus überzugehen: schneller starten, früher testen, im Betrieb lernen, mutig nachjustieren. Heute würden Berufsbilder im Fünfjahresmodus revidiert. In dieser Zeit habe sich die Technologie bereits zweimal neu erfunden. Berufsentwicklung müsse zum kontinuierlichen Prozess werden, indem ein agiles Projektteam den Kurs laufend am Markt kalibriere.

EHB-Impuls: Wie steht es um das Image der Berufsbildung?

Die Schweizer Berufsbildung geniesst international einen ausgezeichneten Ruf. Doch: Wie wird sie im Inland wahrgenommen – von Jugendlichen und Eltern, Wirtschaft und Gesellschaft? Dieser Frage geht eine Abendveranstaltung der EHB nach (Bern, 31. August 2026, 18 bis 20 Uhr). Nach dem Impulsreferat «Berufsbildung und Imageprobleme: eine lange Geschichte» steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Die vier Teilnehmenden gehen der Frage nach, was es braucht, damit die Berufsbildung als starker und zukunftsfähiger Bildungsweg wahrgenommen wird.
Weitere Informationen

Tagung zum bilingualen Unterricht: Dokumentation

190 Teilnehmende diskutierten an der vierten Nationalen Bili-Tagung vom 6. Mai 2026 die Zukunft des bilingualen Unterrichts in der beruflichen Grundbildung. In seinem Inputreferat ordnete François Grin, Experte für Sprachpolitik an der Universität Genf, die Rolle und den Wert von Fremdsprachenkompetenzen in der Berufsbildung ein. Simone Ries, Leiterin des bili-Studiengangs an der PH Luzern, thematisierte die neuen Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von KI im bilingualen Unterricht ergeben. Sie machte deutlich, dass der Fremdsprachenunterricht durch KI nicht hinfällig wird, da Lernende nach wie vor in der Lage sein müssen, in beruflichen Situationen zu kommunizieren. Der Fremdsprachenunterricht muss allerdings besser verankert werden, damit er wirksam sein kann. Schliesslich wurden mehrere Beispiele von Best Practices, so etwa Mobilitätsprojekte von Movetia und Projekte an Berufsbildungseinrichtungen in den Kantonen Basel, Genf, Luzern und Zürich vorgestellt. Die Tagungsunterlagen sind online verfügbar.

Berufliche Grundbildung: Anhörung

Die folgende Verordnung (ohne Titeländerung) über die berufliche Grundbildung wurde zur Anhörung publiziert:

  • Koch/Köchin EFZ

Die entsprechenden Dokumente stehen auf der Website des SBFI zur Verfügung.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwurf

Der Entwurf folgender Prüfungsordnung (ohne Titeländerung) wurde beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 9. Juni 2026):

  • Fachmann/-frau öffentliche Verwaltung (BP)

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigung

Folgende Prüfungsordnung wurde vom SBFI genehmigt:

Die Prüfungsordnung wird im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Mittelschulen und Hochschulen

Förderung der psychischen Gesundheit an Mittelschulen

Angesichts zunehmender psychischer Belastungen bei jungen Menschen gewinnt die Förderung des Wohlbefindens im Schulalltag an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat die Fachagentur ZEM CES eine Publikation erstellt. Diese zeigt auf, wie es um die psychische Gesundheit von Jugendlichen in der Schweiz steht. Ausserdem präsentiert die Publikation Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus Kantonen und Schulen, insbesondere bezüglich des Unterrichts zur Förderung der psychischen Gesundheit an Mittelschulen. Auf einer neuen Themenseite sind Ressourcen zur Umsetzung konkreter Initiativen zugänglich.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Nationale Fachtagung zum Thema KI: Unterlagen sind online

Die Schweizerische Konferenz für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SK BSLB) hat am 2. Juni 2026 gemeinsam mit dem SDBB an der Expo Bern die nationale Fachtagung der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung durchgeführt. Unter dem Titel «Das Potenzial der KI erkennen und professionell handeln» bot die Tagung den 260 Teilnehmenden eine Plattform, um Haltungen, Einstellungen und Perspektiven im Umgang mit KI zu reflektieren, zu diskutieren und neue Impulse für die Praxis zu erhalten. Die Tagungsunterlagen sind auf der SDBB-Website einsehbar.

Fachtagung zum Studium der Landschaftsarchitektur

Unter dem Titel «Landschaftsarchitektur – Studium, Berufsbild, Arbeitsmarkt» lädt die AGAB, die Vereinigung der Fachleute für Beratung und Information im Mittel- und Hochschulbereich, am 8. September 2026 zu einer Fachtagung an der Fachhochschule OST in Rapperswil-Jona ein. Es werden die Studiengänge «Landschaftsarchitektur» und «Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung» vorgestellt. Geboten werden zudem eine Führung durch den Campus und Einblicke in die Forschung.
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Die falsche Berufswahl beginnt mit einer falschen Selbsteinschätzung

Warum wählen junge Menschen Berufe, die nicht zu ihren Fähigkeiten passen? Diese Frage hat eine Studie der Universität Bern anhand von Kompetenztests und Selbsteinschätzungen von 25'000 Jugendlichen in der Schweiz untersucht. Das Resultat: Wer seine Fähigkeiten falsch einschätzt, entwickelt häufiger Berufswünsche, die nicht zu den tatsächlichen Kompetenzen passen. Rückmeldungen zu den Kompetenzen helfen einigen Jugendlichen, viele halten jedoch an ihren ursprünglichen Berufswünschen fest. Die Studie zeigt zudem, dass eine Diskrepanz zwischen den Anforderungen eines Berufs und den vorhandenen Fähigkeiten das Risiko eines Lehrabbruchs deutlich erhöht. Die Daten für die Studie stammen von der Gateway Solutions AG.
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ZH: Neuer Chef für das Amt für Jugend und Berufsberatung

Marco Camus wird per 1. Dezember 2026 neuer Chef des Amtes für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich. Er tritt die Nachfolge von André Woodtli an, der nach 19 Jahren in den Ruhestand tritt. Marco Camus verfügt über ein Lehrdiplom für die Sekundarstufe I, einen Master in Sonder- und Heilpädagogik, eine Schulleiterausbildung sowie einen Master in Public Management. Nach seiner Tätigkeit als Sekundarlehrer übernahm er diverse Leitungsfunktionen, zuletzt als Direktor der Asyl-Organisation Zürich. 
Medienmitteilung

Arbeitsmarkt

Wiedereinstieg: Unterstützungsangebote bekannter machen

Für die Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg nach einer Erwerbspause gibt es in der Schweiz gute Angebote. Für einen erfolgreichen Wiedereinstieg von Frauen mit Kindern sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen und ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuung entscheidend. Fehlende Aus- oder Weiterbildung steht meist nicht im Vordergrund. Für Personen mit Qualifizierungsbedarf bestehen bereits verschiedene Unterstützungsangebote – diese sollten aber noch gezielter genutzt und Informationen dazu besser zugänglich gemacht werden. Zu diesen Schlüssen kommt ein Bericht zur Förderung der Aus- und Weiterbildung, den der Bundesrat am 5. Juni 2026 verabschiedet hat.
Medienmitteilung

Mentoring-Programm für Migrantinnen

Das Mentoring-Programm «Mira-Kompass» unterstützt qualifizierte Frauen mit Migrationserfahrung dabei, ihre berufliche, gesellschaftliche und politische Teilhabe in der Schweiz zu stärken. Während des zehnmonatigen Programms werden die Teilnehmerinnen dabei begleitet, den Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt zu finden. Ein zentraler Bestandteil ist die persönliche Standortbestimmung. Ergänzt wird diese durch den Austausch in der Gruppe sowie den Aufbau von Netzwerken. SRF berichtete am 14. Juni 2026 über das Programm.

Migrationsbericht 2025

Im Jahr 2025 sind 165'386 in die Schweiz eingewandert, 82'659 Personen haben das Land verlassen. Wichtigster Grund für die Einwanderung war die Erwerbstätigkeit. 95% der Einwanderer/innen stammen aus einem EU- oder EFTA-Land. Es wurden fast 6600 Arbeitsbewilligungen an Personen aus Drittstaaten oder aus dem Vereinigten Königreich ausgestellt. Gut die Hälfte dieser Fachkräfte sind in der Informatik, in der Unternehmensberatung, in der Chemie- und Pharmaindustrie oder in der Forschung tätig. Wie bereits in den Vorjahren wurde das vom Bundesrat bewilligte Kontingent für Personen ausserhalb des EU-/EFTA-Raums nicht ausgeschöpft. 25'781 Personen stellten im Jahr 2025 ein Asylgesuch in der Schweiz. Das sind 15% weniger als 2023. Die Anzahl der Personen mit Schutzstatus S blieb stabil. Ihre Erwerbstätigenquote stieg von 29,5% im Dezember 2024 auf 36,0% im Dezember 2025. Dies ist dem Migrationsbericht 2025 zu entnehmen.

Überall, wo ein Bildschirm leuchtet, verändert KI die Arbeit

Von drei Millionen untersuchten Jobs in der Schweiz weisen 28% der Profile eine hohe KI-Exposition auf. Dies zeigt eine Analyse von 86 Berufen in 16 Berufsfeldern durch die Denkfabrik «einstAIn». Während in den Berufsfeldern Administration und Verwaltung sowie Finanzen und Recht fast alle der untersuchten Berufe eine hohe KI-Exposition aufweisen, sind die Berufsfelder Handwerk und Bau sowie die Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe gering betroffen. Ein Dashboard zeigt die KI-Exposition der untersuchten Berufsfelder auf. Die grösste Herausforderung für den Arbeitsmarkt ist gemäss Medienmitteilung nicht die Technologie selbst, sondern die Geschwindigkeit, mit der neue Kompetenzen aufgebaut werden müssen. Die Denkfabrik «einstAIn» ist eine Initiative des Vereins «Angestellte Schweiz» und der Kuble AG.

ZH: Aufstieg durch Arbeit ist möglich

Kinder aus einkommensschwachen Familien verdienen als Erwachsene durchschnittlich 1596 Franken mehr als ihre Eltern. Sie steigen damit ins gesellschaftliche Mittelfeld auf. Zu diesem Schluss kommt der Chancenmonitor Zürich der Universität Zürich. «Die Chancen am Arbeitsmarkt bilden ein wichtiges Gegenstück zum Bildungssystem, das Kinder früh und stark nach Herkunft sortiert», sagte die Co-Autorin Tabea Palmtag dem Tagesanzeiger. Allerdings sind die Chancen auf einen sozialen Aufstieg je nach Gemeinde und Quartier ungleich verteilt. Das Bild im Kanton Zürich ähnelt jenem in der gesamten Schweiz.

Verschiedenes

Validierung von Bildungsleistungen gefeiert

Das Validierungsverfahren eröffnet erfahrenen Berufsleuten die Möglichkeit, auch im Erwachsenenalter einen formalen Berufsabschluss zu erwerben. Dabei werden ihre Handlungskompetenzen und beruflichen Erfahrungen in mehreren Dossiers umfassend dokumentiert. Fachpersonen begleiten die Teilnehmenden durch diesen Prozess. Die Doppelbelastung durch Beruf und Privatleben macht den Weg anspruchsvoll – es erfordert ein hohes Mass an Ausdauer und Selbstdisziplin, um so das EFZ zu erlangen. Um diese besondere Leistung zu würdigen, haben die BIZ des Kantons Bern am 5. Juni 2026 eine Abschlussfeier für alle Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2025 aus der ganzen Deutschschweiz organisiert.
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Sek-II-Quote: Erhebliche regionale und lokale Unterschiede

Die Abschlussquote der 25-Jährigen auf Sekundarstufe II lag bei der Kohorte, die zwischen 2010 und 2014 15 Jahre alt war, bei 91,7%. Die Daten des BFS zeigen jedoch erhebliche regionale Unterschiede. Städte liegen unter dem Schnitt (Genf 82%, Lausanne 84%, Basel 86%, Zürich 88%), ländliche Gebiete mehrheitlich darüber (untere Surselva oder Region Raron/Goms 96%, Appenzell Ausserrhoden 98%). Zoomt man bei den Städten in einzelne Quartiere, zeigen sich auch dort starke Abweichungen. In Zürich reicht die Spanne von 80% (Langstrasse) bis 96% (Fluntern). Das BFS begründet dies mit Unterschieden in den sozialen Strukturen, dem Anteil fremdsprachiger Jugendlicher und den Einkommensverhältnissen. Starke Unterschiede gibt es auch bei der Maturitätsquote – insbesondere zwischen Deutsch- und Westschweiz sowie zwischen Stadt und Land.
Medienmitteilung

FR: Themen-Dashboards online

Auf dem Freiburger Portal opendata.fr sind thematische Dashboards zu finden. Die in Form von Grafiken und Kennzahlen aufbereiteten Informationen umfassen die wichtigsten statistischen Indikatoren für die Jahre 2024/2025 in neun Bereichen, darunter Bildung sowie Wirtschaft und Finanzen. Sie präsentieren die zeitliche Entwicklung der Indikatoren und vergleichen sie mit Zahlen auf nationaler Ebene. Links führen zu Rohdaten und vertieften thematischen Analysen. Das Dashboard «Bildung» etwa enthält Informationen zur Anzahl der Bildungsabschlüsse und zu den Personen in Ausbildung. Das Dashboard «Wirtschaft und Finanzen» liefert Informationen zur Beschäftigung und zur Arbeitslosenquote.
Medienmitteilung

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