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Ausgabe 08/2026

Berufliche Grundbildung

Frauen in technischen Berufen: EHB sucht Best-Practice-Beispiele

Welche Massnahmen wirken der Untervertretung junger Frauen in technischen Berufen erfolgreich entgegen? Das will die EHB mit der Studie «Die Integration junger Frauen in männerdominierte Berufe» herausfinden. Die EHB sucht daher Best-Practice-Beispiele aus Lehrbetrieben und Berufsfachschulen – insbesondere Beispiele erfolgreicher Rekrutierungsmassnahmen und Förderprogramme. Gemäss Auskunft der Projektleitung liegt ein besonderer Fokus bei den EFZ-Berufen Automobilmechatroniker/in, Schreiner/in, Informatiker/in und Logistiker/in. Es werden auch Interviewpartner/innen aus den genannten Branchen gesucht, die ihre Erfahrungen teilen möchten.
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Nationaler Austauschpreis 2026: Bewerbungsphase läuft

Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe wird der Nationale Austauschpreis im Bereich Berufsbildung zum zweiten Mal ausgeschrieben, dies auf Initiative der Oertli-Stiftung und organisiert durch Movetia. 2026 werden primär Projekte mit nachhaltiger Wirkung ausgezeichnet sowie Projekte, die einfach reproduzierbar sind. Die Preissumme beträgt 30'000 Franken und kann auf maximal drei Preisträger verteilt werden. Bewerben können sich Institutionen und Unternehmen, die sich schweizweit für den Austausch von Lernenden engagieren. Die Bewerbungsfrist endet am 20. August, die Preisverleihung findet am 17. November im Rahmen der nationalen Austauschwoche statt.
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Nachhaltigkeit in der Berufsbildung verankern

Der Bund misst der Bildung eine zentrale Rolle bei der Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele bei. Durch ihre Nähe zur Wirtschaft und zum Arbeitsmarkt ist die Berufsbildung besonders gefordert. Ein EHB-Fokusbericht zeigt, welche Wechselwirkungen in der Berufsbildung zwischen den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, wirtschaftlich) bestehen und welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben. Ein Beispiel: Grüne Berufe müssen so ausgestaltet werden, dass sie bei Jugendlichen nicht «nur» Interesse wecken, sondern ihnen auch gute wirtschaftliche Perspektiven sowie Karrieremöglichkeiten bieten. Die Verbundpartner sind aufgerufen, im Rahmen der Berufsentwicklungsprozesse entsprechende Zielkonflikte zu identifizieren, ihnen entgegenzuwirken und so die Nachhaltigkeit in allen Berufen zu verankern.

KV-Lehre: Kann sie im Zeitalter von KI bestehen?

Jeder digitale Innovationssprung weckt Zweifel, ob kaufmännische Berufe eine Zukunft haben. Das war bei der Einführung der EDV (Elektronische Datenverarbeitung) so und ist heute bei KI nicht anders. Sascha M. Burkhalter, CEO des Kaufmännischen Verbands Schweiz (kfmv), bleibt gelassen. Junge Leute sollen sich von Begriffen wie Digitalisierung oder KI nicht einschüchtern lassen. Wo sich Berufe verändern – so Burkhalter im kfmv-Blog – werde gute Bildung noch wichtiger. Die reformierte kaufmännische Grundbildung bereite gut auf den technologischen Wandel vor, indem sie Kompetenzen wie selbstgesteuertes Lernen und den Umgang mit digitalen Tools vermittle. Von den Lernenden erwartet er Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, lebenslang zu lernen.

Berufliche Grundbildung: Anhörung

Die folgenden Verordnungen (ohne Titeländerungen) über die berufliche Grundbildung wurden zur Anhörung publiziert:

  • Detailhandelsassistent/in EBA, Detailhandelsfachmann/-frau EFZ*

Die entsprechenden Dokumente stehen auf der Website des SBFI zur Verfügung. 

* Die Entwürfe der Änderungserlasse der Verordnungen EBA und EFZ enthalten die Ausbildungs- und Prüfungsbranche «Living & Style». Diese neue, stärker generalistisch ausgerichtete Branche ergänzt die bestehenden 22 Ausbildungs- und Prüfungsbranchen, die inhaltlich unverändert bleiben.

BS: Lehrstellenbericht 2025 zeigt Licht und Schatten

Der neue Lehrstellenbericht des Kantons Basel-Stadt zeigt: Die Abschlussquote auf Sekundarstufe II ist seit 2021 um 2,1% auf 87,5% gestiegen. Sie liegt aber nach wie vor unter dem schweizerischen Durchschnitt (90,2%) und dem bildungspolitischen Ziel (95%). Zur Abschlussquote des Kantons Basel-Stadt trägt die Berufsbildung 41,7% bei, was weit unter dem Landesdurchschnitt liegt (60,1%). Hier dürfte gemäss nationalem Bildungsbericht 2026 eine Ursache für die tiefe Abschlussquote liegen. Gleichzeitig gibt es in Basel-Stadt immer mehr Jugendliche mit komplexem Unterstützungsbedarf. Positiv ist hingegen, dass die Zahl der Lehrvertragsabschlüsse um 3,9% gestiegen ist und wieder auf Vor-Corona-Niveau liegt. Eine EHB-Studie soll zeigen, wie die Ausbildungsbereitschaft weiter erhöht werden kann. Ergebnisse werden Mitte 2026 vorliegen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigung

Folgende Prüfungsordnung wurde vom SBFI genehmigt:

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Mittelschulen und Hochschulen

Fachhochschulen: Wie stärken sie ihr Profil gegenüber den Universitäten?

Fachhochschulen (FH) zeichnen sich gegenüber Universitäten durch Praxisbezug und anwendungsorientierte Forschung aus. Doch dieses Profil steht unter Druck, warnt Daniel Schönmann im Gespräch mit dem Schweizerischen Wissenschaftsrat. Schönmann leitet das Amt für Hochschulen des Kantons Bern. Eine grosse Herausforderung sieht er im Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. FH-Forschung sei strukturell auf die technisch-industrielle KMU-Wirtschaft ausgerichtet. Heute werde sie aber vermehrt vom Dienstleistungssektor nachgefragt. Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse müsse daher ihre Instrumente entsprechend weiterentwickeln. Weiter fordert er Massnahmen gegen die zunehmende Akademisierung des FH-Personals.

Berufsaussichten von Doktorierenden

Zwischen 2010 und 2024 stieg die Zahl der Doktorierenden an den Schweizer Hochschulen um 29%. Dieser Anstieg lässt sich nahezu vollständig auf die Zunahme der Doktorierenden in den MINT-Fächern sowie in der Medizin zurückführen. Personen mit einem Doktorat weisen auf dem Arbeitsmarkt im Durchschnitt eine niedrigere Arbeitslosenquote und ein höheres Einkommen auf als Personen mit einem Bachelor- oder Masterabschluss. Zudem haben sie fünf Jahre nach dem Abschluss häufiger Führungspositionen. Die meisten Personen mit Doktortitel arbeiten nach dem Erwerb ihres Titels ausserhalb der akademischen Welt, die Mehrheit in einer Funktion, für die ein abgeschlossenes Doktorat erforderlich ist. Zu diesen Schlüssen kommt eine Analyse des Schweizerischen Wissenschaftsrats im Auftrag der Schweizerischen Hochschulkonferenz.
Medienmitteilung

TI: Bachelor FH in Nachhaltigkeit und systemischem Wandel

Die Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) plant für Herbst 2027 an den Standorten Mendrisio und Manno einen italienisch-/englischsprachigen Studiengang «Bachelor of Science in Sostenibilità e transizione sistemica». Er thematisiert ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen. Die Studierenden entwickeln Lösungen, die auf das Wohlbefinden der Bevölkerung, soziale Inklusion und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen fokussieren.
Medienmitteilung

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Neue Plattform mit Studienwahl-Test

Studyamo ist eine neue internationale Plattform zur Studienorientierung. Neben Beschreibungen von Studienrichtungen und Berufen bietet die Plattform einen Studienwahl-Test. Dieser erfasst anhand von 58 Fragen berufliche und studienbezogene Interessen. Das Testresultat ist ein individuelles Ranking von 143 Studienrichtungen. Der Test basiert auf dem RIASEC-Modell von John L. Holland. Er ist kostenlos, erfordert keine Registrierung und ist in 13 Sprachen verfügbar. Studyamo ist eine Plattform der plus Media GmbH in Wien. Bildungsanbieter können auf der Plattform Werbung schalten.
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WWF-Studienratgeber neu als interaktives Online-Tool

Die Schweizer Hochschulen bieten ein breites Spektrum an Studiengängen an, die sich mit nachhaltiger Entwicklung und verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen befassen. Wer im Kontext des Klimawandels Lösungen mitgestalten möchte, kann mit einem Bachelor-, Master- oder Weiterbildungsstudium gezielt Wissen aufbauen. WWF Schweiz bietet einen Studienratgeber an, der rund 150 Programme vorstellt. Dieser ist neu als interaktives Online-Tool verfügbar, in dem Programme nach Fachgebiet, Abschluss, Standort oder Sprache gefiltert werden können.

FHNW: Netzwerkveranstaltungen für Fachleute der Laufbahnberatung

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW organisiert im Jahr 2026 drei Netzwerkveranstaltungen für Laufbahnberater/innen und Berufsleute aus angrenzenden Fachgebieten. An den Veranstaltungen werden neue Ansätze und aktuelle Fragen aus der Wissenschaft und den Praxisfeldern der Laufbahnberatung aufgegriffen. Die erste Veranstaltung findet am 1. Juni 2026 in Olten statt und beleuchtet, was «gute» beziehungsweise «erfolgreiche» Beratung heute ausmacht. Im Herbst folgen die beiden Veranstaltungen «Zielgruppenspezifische Beratung» und «KI in der Beratung – Werkzeug, Störfaktor oder Gamechanger?».
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Arbeitsmarkt

Stellenmarkt-Monitor im 1. Quartal 2026

Der Schweizer Stellenmarkt hat sich im 1. Quartal 2026 leicht stabilisiert; die Zahl der offenen Stellen ist gegenüber dem Vorquartal um 0,7% gestiegen. Das geht aus dem «Adecco Group Swiss Job Market-Index» des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich hervor. Die Analyse der zwischen 2015 und 2026 erschienenen Stelleninserate zeigt zudem, dass die Nachfrage nach überfachlichen Fähigkeiten wie Teamarbeit, selbstständigem Arbeiten und analytischem Denken deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Die Daten liefern keine Hinweise darauf, dass KI der direkte Treiber dieser Entwicklung ist, vielmehr ist sie Ausdruck eines breiten strukturellen Wandels. Die Berufsgruppen «Hochschulberufe Soziales» sowie «Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel» weisen den stärksten Anstieg der Nachfrage nach überfachlichen Fähigkeiten auf.
Medienmitteilung

Lohnentwicklung 2025

Im Jahr 2025 sind die Nominallöhne gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 1,8% gestiegen. Unter Einbezug der Jahresteuerung von 0,2% ergibt sich damit eine Erhöhung der Reallöhne von durchschnittlich 1,6%. Zwischen den Branchen bestehen grosse Unterschiede, die Bandbreite reicht von +0,2% bis +3,1%. Im Dienstleistungssektor nahmen die Nominallöhne mit durchschnittlich 1,9% etwas stärker zu als im Industriesektor (+1,5%). Die stärkste Zunahme wurde in der öffentlichen Verwaltung (+3,3%) verzeichnet. Die Nominallöhne der Frauen erhöhten sich im Jahr 2025 durchschnittlich um 2,3%, jene der Männer um 1,5%. Dies geht aus dem Schweizerischen Lohnindex des BFS hervor.
Medienmitteilung

Lücken im digitalen Wissen bei Stellensuchenden

Digitale Kompetenzen gewinnen in nahezu allen Berufen an Bedeutung – nicht nur in Büro- und Technikberufen, sondern auch im Handwerk. In einer Online-Befragung von rund 2500 Stellensuchenden zeigt sich, dass Frauen und ältere Stellensuchende ihre digitalen Kompetenzen im Durchschnitt deutlich schlechter einschätzen als Männer und jüngere Stellensuchende. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass rund ein Fünftel der Stellensuchenden mangelnde digitale Basiskompetenzen aufweist (gemessen an der bisherigen Tätigkeit, der Ausbildung und der Berufserfahrung). Bei den fortgeschrittenen Kompetenzen ist es sogar fast ein Drittel. Diese Ergebnisse stammen aus einer Studie, die im Swiss Journal of Economics and Statistics veröffentlicht und im Magazin Die Volkswirtschaft vorgestellt wurde.

Arbeitskräftemangel: Bundesrat verabschiedet Bericht

Der Bundesrat hat den Bericht «Ursachen und Auswirkungen von Arbeitskräftemangel» verabschiedet. Dieser zeigt auf, wie der Arbeitskräftemangel durch die Konjunktur und den demografischen Wandel begünstigt wird. Für die Unternehmen ist er mit Herausforderungen wie steigenden Kosten und Rekrutierungsschwierigkeiten verbunden, setzt aber zugleich Anreize für höhere Effizienz und bessere Arbeitsbedingungen. Für Arbeitnehmende verbessert der Mangel die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Laufende Massnahmen zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen zu verbessern und das Erwerbspotenzial weiter zu fördern, etwa durch Verbesserungen in der Arbeitsvermittlung. Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht der Bundesrat derzeit nicht.
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Ärztestatistik 2025: 43% haben im Ausland studiert

Im Jahr 2025 waren in der Schweiz 5% mehr Ärztinnen und Ärzte berufstätig als im Vorjahr. Das geht aus der FMH-Ärztestatistik hervor. Die positive Entwicklung hält jedoch nicht Schritt mit der demografischen Entwicklung und dem steigenden Bedarf an medizinischen Leistungen. Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte beträgt 50 Jahre und ein Viertel ist 60 Jahre alt oder älter. Damit rückt eine grosse Pensionierungswelle näher. Gleichzeitig werden in der Schweiz zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet: 43% der in der Schweiz berufstätigen Ärztinnen und Ärzte haben ihr Medizinstudium im Ausland absolviert. Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland sind überproportional in Spezialdisziplinen weitergebildet und arbeiten seltener in der Grundversorgung als inländische Ärztinnen und Ärzte.
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Verschiedenes

Berufliche Erfüllung: In Pflege und Baugewerbe besonders ausgeprägt

In welchen Branchen empfinden die Erwerbstätigen ihre Arbeit als besonders erfüllend? Eine Befragung von Sotomo bei rund 4300 Erwerbstätigen zeigt: Berufliche Erfüllung ist bei den Erwerbstätigen in der Pflege und dem Baugewerbe am höchsten, in der Administration und der Industrie am tiefsten. Der Sinn der Arbeit ist für fast alle Beschäftigten in der Pflege im Arbeitsalltag sehr präsent: Acht von zehn sind überzeugt, etwas Positives zu bewirken – ein Wert, den auch Beschäftigte in Bildung und Sozialer Arbeit erreichen. Im Handwerk und Baugewerbe wurzelt Erfüllung in der Sichtbarkeit des Geleisteten, ausserdem sind Autonomie und Verantwortung im Baugewerbe besonders ausgeprägt. Auftraggeber der Studie waren die Verbände Artiset, Spitex Schweiz und OdASanté.

Jugendbarometer 2025

Für die junge Generation zwischen 16 und 30 Jahren gewinnen Gesundheit, mentale Stabilität und ein verlässliches Umfeld an Bedeutung, während klassische Ambitionen wie Karriere und Rebellion an Relevanz verlieren. In der Arbeitswelt sind ein guter Chef, ein respektvolles Arbeitsumfeld, sinnstiftende Aufgaben und ein fairer Lohn die wichtigsten Anliegen. Die jungen Menschen wünschen sich einen Job, der gut mit dem Familienleben vereinbar ist und bei dem sie sich persönlich entfalten können. Das sind Ergebnisse des Jugendbarometers 2025 von gfs.bern, wofür rund 1000 Personen dieser Generation befragt wurden. Die Studie knüpft an die Reihe des früheren CS Jugendbarometers an.
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