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Ausgabe 05/2026

Berufliche Grundbildung

95%-Ziel: Fachtagung der SBBK und des SBFI

Die SBBK und das SBFI laden am 5. Mai 2026 zu einer Fachtagung in Bern ein. Im Fokus steht das bildungspolitische Ziel, dass 95% der 25‑Jährigen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen sollen. Aktuell liegt die nationale Abschlussquote bei rund 90%. Die Tagung bietet Raum, die Ergebnisse des Bildungsberichts Schweiz 2026 zu vertiefen, die Herausforderungen für späteingereiste junge Erwachsene zu beleuchten und Erfolgsfaktoren zur Steigerung der Abschlussquoten zu diskutieren. In elf Workshops werden Praxisbeispiele präsentiert und aktuelle Fragestellungen diskutiert.
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95%-Ziel: Im Fokus von Avenir Suisse

Seit Jahren verfehlt die Schweiz das bildungspolitische Ziel, wonach 95% aller jungen Erwachsenen eine Lehre oder eine Mittelschule abschliessen sollen. Avenir Suisse will sich dieses Themas vertieft annehmen. In einem ersten Beitrag wird darauf hingewiesen, dass Kantone mit hoher Berufsbildungsquote dem Ziel näher kommen als solche mit hoher Maturaquote – selbst unter Berücksichtigung unterschiedlich hoher Migrationsanteile. Die Berufsbildung könnte also einen Schlüssel darstellen, um die Abschlussquote zu erhöhen, schreibt Avenir Suisse. Entscheidend sei, dass Jugendlichen und ihren Eltern die zahlreichen Möglichkeiten nach der obligatorischen Schulzeit besser vermittelt werden – auch die Lohnaussichten der verschiedenen Pfade. Neben traditionellen Beratungsangeboten böten neuere Ansätze wie Schnuppertage für Eltern interessante Chancen.

EHB-Tagung: Hat Covid die Berufsbildung verändert?

War die Pandemie ein Katalysator für nachhaltige Veränderungen in der Berufsbildung? Forschende der EHB und der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW haben die kurz- und die langfristigen Folgen der Covid-19-Pandemie für die Berufsbildung untersucht. Am 19. Juni 2026 präsentieren sie in Zollikofen ihre Erkenntnisse. Im Zentrum stehen Innovationen, die über die Pandemie hinaus wirken – etwa digitale Lernformate, flexible Ausbildungsmodelle oder Massnahmen zu Gesundheit und Wohlbefinden der Lernenden. Die Tagung umfasst kurze Referate und eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen Lernenden, Berufsbildenden und Fachpersonen. Die Teilnahme ist kostenlos, die Tagungsinhalte werden auf Deutsch und Französisch präsentiert.
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Schweizer Berufsbildnerkurs für Angestellte aus den USA geplant

Seit Jahren exportieren Firmen wie Bühler, Stadler Rail oder ABB die Berufsbildung in die USA, um Lernende auszubilden. Aus Not: In den USA fehlen qualifizierte Industriefachkräfte. Solche braucht es aber, soll den USA die Reindustrialisierung gelingen. Deshalb gilt die Berufsbildung – nebst Milliardeninvestitionen – als Trumpf im Zolldeal mit den USA. Nun starten Bühler und Swissmem die Initiative «US-Train the Trainer» (US-Ausbildung für Ausbildner/innen): 20 bis 30 Mitarbeitende aus der Tech-Branche reisen in die Schweiz und erwerben in einer vierwöchigen Ausbildung ein Diplom als Berufsbildner/in. Anschliessend werden sie während eineinhalb Jahren gecoacht. Das berichten die Tamedia-Zeitungen (kostenpflichtig).

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Dualstark: Neuer Auftritt, erweitertes Angebot

Die Konferenz der Berufs- und höheren Fachprüfungen Dualstark hat einen neuen Markenauftritt. Er soll Dualstark gegenüber Bildungspartnern, Politik und Verwaltung sichtbarer machen und der Organisation zu mehr politischer Schlagkraft verhelfen. Dualstark hat zudem eine Arbeitsgruppe zum Umgang mit neuen Prüfungsformaten, der zunehmenden Digitalisierung und den bestehenden organisatorischen und infrastrukturellen Herausforderungen eingesetzt. Sie soll praxisnahe Instrumente für Prüfungsverantwortliche entwickeln. Um den Erfahrungsaustausch innerhalb der höheren Berufsbildung zu fördern, bietet Dualstark neu das Webinar-Format «Lunch&Learn» an. Es widmet sich Themen wie Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Governance oder Finanzmanagement.
Medienmitteilung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwurf

Der Entwurf folgender Prüfungsordnung (ohne Titeländerung) wurde beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 20. Februar 2026):

  • Fachmann/-frau öffentliche Verwaltung (BP)

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigungen

Folgende Prüfungsordnungen wurden vom SBFI genehmigt:

  • Fahrlehrer/in (BP) (INFObildung&beruf)

  • Multimedia Content Creator (BP) (INFObildung&beruf)

  • Reifenfachmann/-frau (BP)

  • Schneesportlehrer/in (BP)

  • Spezialist/in für Tanksicherheit (BP)

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Mittelschulen und Hochschulen

LU: Matura mit Profil Zirkus

Die Kantonsschule Schüpfheim (LU) bietet ab August 2026 als erste Schule in der Deutschschweiz das Profil Zirkus an. Jugendliche mit Erfahrung in Akrobatik, Schauspiel oder Geräteturnen können in fünf Jahren eine Matura absolvieren und sich gleichzeitig professionell in der Zirkuskunst ausbilden. Der Lehrplan kombiniert klassische Maturafächer am Vormittag mit einem künstlerisch-sportlichen Programm am Nachmittag. Ein solches Angebot gab es bisher nur im Kanton Waadt.

ZH: Mehr Studienplätze für Medizin

Ab 2030 sollen an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich neu 700 Studienplätze für Humanmedizin pro Jahr zur Verfügung stehen. Aktuell sind es 430. Auch das Curriculum soll angepasst werden: Das Studium soll praxisnäher werden und zeitgemässe Instrumente nutzen, etwa eine Simulationsklinik. Mit dem Ausbau soll dem akuten Ärztemangel und der Abhängigkeit von ausländischem Fachpersonal entgegen gewirkt werden – derzeit stammen über 40% der in der Schweiz praktizierenden Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland. Dies berichtet SRF.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Anrechnung der militärischen Ausbildung an zivile Aus- und Weiterbildungen

Verschiedene Hochschulen rechnen für den Bachelor und Master militärische Ausbildungen in Form von ECTS-Punkten an. Auch kann der Militärdienst an ein Vorstudienpraktikum angerechnet werden. Die Website der Schweizer Armee listet für sämtliche Hochschulen und weitere Bildungsinstitutionen die Art und den Umfang der Anrechnungen auf. Als erste Fachhochschule anerkennt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) die militärische Kaderlaufbahn als Arbeitswelterfahrung für Personen mit einer gymnasialen Matura.
Medienmitteilung

ZG: Kampagne sensibilisiert für Wandel im Arbeitsmarkt

Die Kampagne «Mein Plus» des Kantons Zug sensibilisiert Arbeitnehmende für die Veränderungen im Arbeitsmarkt infolge von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Sie ermutigt dazu, diese Entwicklungen als Chance für die eigene berufliche Weiterentwicklung zu nutzen. Erarbeitet wurde die Kampagne vom Amt für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Berufsberatung Zug (BIZ). Unter mein-plus.ch finden sich Erfolgsgeschichten von Menschen, die ihren beruflichen Werdegang aktiv gestalten, ein Podcast zum Thema der Digitalisierung in der Arbeitswelt, ein Check zur Selbsteinschätzung der Arbeitsmarktfähigkeit sowie Hinweise zu möglichen nächsten Schritten.
Medienmitteilung

Arbeitsmarkt

Beschäftigungsbarometer im 4. Quartal 2025

Im 4. Quartal 2025 ist die Gesamtbeschäftigung (Anzahl Stellen ohne Landwirtschaft) in der Schweiz im Jahresvergleich um 0,2% angestiegen. Während die Beschäftigung im zweiten Sektor um 0,1% abnahm, hat sie im tertiären Sektor um 0,2% zugenommen. Die Unternehmen meldeten im 4. Quartal 2025 insgesamt 86'000 offene Stellen, das sind 4,3% weniger als ein Jahr zuvor. Die Schwierigkeiten, Fachpersonen zu rekrutieren, haben sich gegenüber dem Vorquartal wenig verändert. Die Beschäftigungsaussichten sind leicht optimistisch: Der Anteil der Unternehmen, die kurzfristig eine Erhöhung der Belegschaft planen, lag im 4. Quartal 2025 bei 10,1% (9,8% im Vorquartal) der Gesamtbeschäftigung, und der Anteil jener, die einen Abbau beabsichtigen, bei 5,2% (5,4% im Vorquartal). Dies geht aus den Zahlen des BFS hervor.
Medienmitteilung

KOF: Demografischer Wandel als Hauptfaktor für den Arbeitskräftemangel

Eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF zeigt, dass Ökonominnen und Ökonomen den demografischen Wandel als Hauptfaktor für den Arbeitskräftemangel in der Schweiz einschätzen: Die neu in den Arbeitsmarkt eintretende Generation kann die aus dem Arbeitsmarkt ausscheidende Generation nicht vollständig ersetzen. Als weitere Faktoren für den Arbeitskräftemangel sehen die von der KOF Befragten das Missverhältnis der Qualifikationen und einen unzureichenden Zugang zu ausländischen Arbeitskräften. Als zentrale politische Handlungsfelder wurden eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen sowie die Förderung der beruflichen Weiterbildung genannt.
Medienmitteilung

Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern wächst

Gemäss dem «PwC Women in Work Index 2026» beträgt der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern in der Schweiz 17,4%. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 17,2% ist er sogar leicht gestiegen. Damit liegt die Schweiz deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 12,4%. Zwar ist die Erwerbsquote der Frauen leicht gestiegen (von 80,4% auf 80,8%), der Anteil von Frauen in Vollzeitbeschäftigung hingegen gesunken (von 60,7% auf 59,2%). Auf die anhaltende Lohnungleichheit macht der Equal Pay Day aufmerksam. Er fand am 13. Februar 2026 statt – bis zu diesem Datum arbeiteten Frauen «gratis» verglichen mit Männern.

Plattform für Praktika im Bereich Psychologie

Auf der Plattform psychjob.ch sind Stellen im Bereich Psychologie ausgeschrieben. Neu ist im Februar 2026 PsyPRA dazugekommen, eine Praktikumsbörse für Psychologie-Studierende und Praktikumsanbieter. Sie ist für beide Seiten kostenlos und in den schon vorhandenen Stellenmarkt PsychJOB integriert. Die Plattform will einen Zugang zu psychologischen Praktika an einem Ort bündeln und so einfacher gestalten. PsyPRA ist eine Kooperation des Hogrefe Verlags, des Dachverbands für Psychologiestudierende (PsyCH-Students) und von Sina Heger (psychologieunddenn).

Verschiedenes

ZH: Mit neuer Bildungsstrategie gegen Armut

15% aller Winterhurer/innen zwischen 20 und 64 Jahren haben weder einen Lehrabschluss noch eine Maturität – und damit ein erhöhtes Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen und von Armut betroffen zu sein. Dieser Anteil ist relativ hoch. Nun reagiert die Stadt mit einer neuen Bildungsstrategie. Sie umfasst drei Schritte. Erstens: Die Zielgruppen sollen über niederschwellige Informationen und Multiplikatoren wie Sozialdienste besser erreicht werden. Zweitens: Der Bildungsbedarf soll individuell abgeklärt und die betreffenden Personen sollen bei der Wahl des Bildungsangebots beraten werden. Drittens: Die betreffenden Personen sollen auf ihrem Bildungsweg begleitet und durch Arbeitsmarktstipendien für fachliche Weiterbildungen, Umschulungen oder Kurse in Grundkompetenzen unterstützt werden.

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Inserate

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