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Ausgabe 03/2026

Berufliche Grundbildung

SDBB: Neue Orientierungshilfe für Berufsbildner/innen

Mit dem neuen Ablaufplan der Lehrzeit will das SDBB die Berufsbildner/innen während der gesamten beruflichen Grundbildung unterstützen – von der Vorbereitung des Lehrverhältnisses bis zum Lehrabschluss. Der Ablaufplan zeigt zentrale Aufgaben, Termine, Empfehlungen sowie wichtige Dokumente. Er kann kantons- und berufsübergreifend eingesetzt werden, unter anderem in den Kursen für Berufsbildner/innen. Der Ablaufplan ist als gedrucktes Poster und als PDF in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar, als PDF gibt es ihn zusätzlich auch in Englisch und Rätoromanisch. Weitere Informationen finden sich unter berufsbildung.ch/ablaufplan. Im Interview mit dem Berufsbildungsbrief des Kantons Bern erläutert der Projektleiter die Hintergründe.

Lehrstellenquote: Grosse Unterschiede zwischen Kantonen und Branchen

Das BFS hat die Zahlen zur Lehrstellenquote aktualisiert. Die Quote gibt das Verhältnis der Anzahl Lernenden zur Anzahl Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) an. 2023 lag die Quote bei 4,2%, 2012 bei 4,9%. Der Rückgang ist primär eine Folge davon, dass die Zahl der Beschäftigten deutlich angestiegen ist. Aber auch die Zahl der Lernenden war leicht rückläufig. Gross sind die Unterschiede zwischen den Kantonen: Die tiefste Quote verzeichnet Genf mit 1,6%, die höchste Uri mit 6,8%. Auch zwischen den Wirtschaftssektoren zeigen sich Unterschiede: Im Primärsektor (Land- und Forstwirtschaft) sind 3,7% der Beschäftigten Lernende, im Sekundärsektor (Industrie und Gewerbe) 5,2% und im Tertiärsektor (Dienstleistungen) 3,8%. Die höchste Lehrstellenquote weist die Baubranche mit 7,3% auf, die tiefste die Branche «Kunst, Unterhaltung und Erholung» mit 1,4%.

EHB-Impuls: Podium zur Attraktivität der Berufsbildung

Was macht die Berufsbildung attraktiv? Dieser Frage geht die Veranstaltung EHB-Impuls am 23. März 2026 (18 bis 20 Uhr) in Bern nach. Das Impulsreferat hält Thomas Ruoss (EHB). Danach diskutieren auf dem Podium Dani Duttweiler (SBFI), Reto Kohli (Swatch Group), Sonja Morgenegg-Marti (gibb Berufsfachschule Bern), Daniel Preckel (Kanton Luzern) und Thomas Schumacher (Swissmem). Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich ebenfalls einzubringen. Die Veranstaltung wird vor dem Hintergrund des Projekts «Attraktivität der Berufsbildung» durchgeführt, das 2025 vom SBFI lanciert wurde. Das SBFI will damit die Reflexion anregen und die Verbundpartner in ihrem Engagement unterstützen. Im November 2025 hat das nationale Spitzentreffen der Berufsbildung eine Roadmap mit Massnahmen zum Thema «Attraktivität der Berufsbildung» verabschiedet.

Berufliche Grundbildung: Erlass

Das SBFI kommuniziert folgenden Erlass:

AG: Psychische Gesundheit von Lernenden: Wie reagiert die Praxis?

Die 2025 veröffentlichte Studie zur psychischen Gesundheit von Lernenden sorgt weiter für Gesprächsstoff. Zwar fühlen sich 80% der Jugendlichen in ihrer Lehre gut bis sehr gut, 61% erleben jedoch psychische Belastungen. Entsprechend fordern die Gewerkschaften acht Wochen Ferien. Wie reagieren die Ausbildungspartner auf die Studie und auf die Forderung nach mehr Ferien? Die Aargauer Zeitung hat beim Aargauischen Gewerbeverband (AGV), beim kantonalen Bildungsdepartement und bei libs Industrielle Berufslehren Schweiz (1300 Lernende) nachgefragt. Alle drei Institutionen sehen das Problem. Sie setzen unter anderem auf ein gutes Betriebsklima und die gezielte Schulung der Berufsbildenden. Während der Kanton und der AGV mehr Ferien ablehnen, gewährt libs den Lernenden bereits heute 6 bis 7 Wochen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwürfe

Die Entwürfe folgender Prüfungsordnungen wurden beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 3. Februar 2026):

  • Fachmann/-frau für Rehatechnik (BP)

  • Fachmann/-frau Natur und Umwelt (BP) (INFObildung&beruf)

  • Experte/Expertin in biomedizinischer Analytik und Labormanagement (HFP)

Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigungen

Folgende Prüfungsordnungen (ohne Titeländerungen) wurden vom SBFI genehmigt:

  • Chefmonteur/in Heizung (BP)

  • Chefmonteur/in Lüftung (BP)

  • Fachmann/-frau Langzeitpflege und -betreuung (BP)

  • Projektleiter/in Gebäudetechnik (BP)

  • Heizungsmeister/in (HFP)

  • Lebensmitteltechnologe/-login (HFP)

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet.

Mittelschulen und Hochschulen

Pädagogische Hochschulen: Angebote für Lehrpersonen mit Fluchterfahrung

Fünf Pädagogische Hochschulen der Deutschschweiz entwickeln Angebote für Lehrpersonen mit Fluchthintergrund. Die Angebote sollen es den Betroffenen erleichtern, ihr ausländisches Diplom anerkennen zu lassen oder ein EDK-anerkanntes Diplom zu erwerben. Dabei werden sowohl die im Ausland erworbenen Ausbildungen und Berufserfahrungen berücksichtigt als auch Unterstützungsangebote und ein Brückenangebot geschaffen – insbesondere in den Bereichen Deutschkenntnisse, Praxiserfahrung im schweizerischen Schulalltag und Wissen über das Schweizer Bildungssystem. Der Pilotdurchgang soll ab Herbst 2026 starten. Danach ist geplant, die Angebote in den regulären Betrieb der beteiligten Hochschulen zu überführen sowie auf andere Sprachregionen und weitere Personen mit ausländischem Lehrdiplom auszuweiten.
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LU: Universität sistiert den Studiengang Religionspädagogik

Im Herbstsemester 2026 wird am Religionspädagogischen Institut der Universität Luzern kein neuer Diplomstudiengang in Religionspädagogik starten. Auch der darauf aufbauende Bachelor Religionspädagogik wird vorläufig sistiert. Grund dafür ist eine Neuausrichtung des Studiengangs. Eine neue Trägerschaft muss die Ausbildung übernehmen, weil die Zulassungsbedingungen zum Studiengang im Rahmen übergeordneter Akkreditierungsprozesse angepasst werden müssen. Angehende Religionslehrer/innen müssen zukünftig eine gymnasiale Matura vorweisen, aktuell sind auch Personen ohne Matura zugelassen. Ziel ist es, ab dem Herbstsemester 2027 wieder ein Ausbildungsangebot in Religionspädagogik anzubieten.
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Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Das regionale Lehrstellenangebot beeinflusst die Berufswahl

Die meisten Jugendlichen suchen eine Lehrstelle, die von ihrem Wohnort aus in maximal einer Stunde erreichbar ist. Da das Lehrstellenangebot die lokale Wirtschaftsstruktur abbildet, hat der Wohnort Einfluss auf die Berufswahl. Während Jugendliche aus Olten (SO) theoretisch aus 227 Berufen auswählen können, stehen Jugendlichen in Brusio (GR) nur deren 18 zur Verfügung. Zudem können bestimmte Berufe wie Seilbahnmechatroniker/in oder Winzer/in nur in gewissen Regionen erlernt werden. Immerhin: Rund 95% der Jugendlichen haben Zugang zu über 100 der insgesamt rund 250 Lehrberufe. Nur knapp 1% der Jugendlichen stehen im Suchraum weniger als 50 Berufe zur Auswahl. Dies zeigt eine Studie der EHB. Im Interview mit dem «Einsteiger» beleuchtet einer der Autoren die Hintergründe.

viamia: Monitoringbericht und Weiterführung durch die Kantone

Der Bund hat von 2021 bis Ende 2025 die Entwicklung und Implementierung des kostenlosen Angebots zur beruflichen Standortbestimmung viamia subventioniert. Ein Monitoringbericht gibt Auskunft über das Kundenprofil und die Beratungsleistungen der Kantone. Der Bericht zeigt, dass von 2022 bis 2025 in der ganzen Schweiz fast 32'000 Personen von viamia profitiert haben und die Kundenzufriedenheit sehr hoch war. 2026 wird gemäss Auskunft der EDK viamia in 25 Kantonen weitergeführt. Diese Kantone übernehmen die Verantwortung für die Finanzierung und die Durchführung. Sie führen das Angebot eigenständig, nach gemeinsamen Standards und unter dem Label viamia weiter. Auf viamia.ch können die Adressen und Angebote der einzelnen Kantone eingesehen werden.

Website zum Konzept der Laufbahngestaltungskompetenzen

Die Schweizerische Konferenz für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SK BSLB) hat eine Website zum Konzept der Laufbahngestaltungskompetenzen (LGK) lanciert: Auf lgk-cgc.ch erfahren Fachleute aus dem Bildungsbereich sowie Entscheidungsträger/innen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, was das Konzept der LGK beinhaltet und welche gesellschaftliche Relevanz es aufweist. Ausserdem weist die Website auf praktische Umsetzungen hin: In Schottland etwa wurden LGK ab 2014 systematisch in den Lehrplan integriert – von der Vorschule bis zum Ende der Schulzeit. Und in der Schweiz hat die Vereinigung der Fachleute für Beratung und Information im Mittel- und Hochschulbereich (AGAB) eine praxisorientierte Handreichung zur Förderung der LGK bei Gymnasiastinnen und Gymnasiasten erarbeitet.

SDBB: Printmedien als Download verfügbar

Das SDBB bietet im Bereich der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung über 600 Printmedien an. Diese kommen insbesondere in den kantonalen BIZ zum Einsatz. Die meisten Medien richten sich an die breite Öffentlichkeit. Seit Januar 2026 können alle Interessierten im Webshop des SDBB wählen, ob sie ein Medienprodukt als kostenpflichtige Printversion bestellen oder es als PDF-Dokument kostenlos herunterladen. Gemäss Copyright-Hinweis ist das Hochladen ganzer oder teilweiser PDF-Dokumente auf externe Plattformen untersagt, Verlinkungen hingegen sind möglich.

Online-Plattform mit KI-gestützter Bildungsberatung

Die Plattform edufind.ch macht Bildungsangebote zugänglich. Neben der klassischen Filtersuche (nach Thema, Abschluss, Region usw.), gibt es eine KI-Suche, bei der basierend auf persönlichen Angaben Empfehlungen zu Aus- und Weiterbildungen gegeben werden. Zudem können die Nutzenden einem Chatbot Fragen rund um die Bildungsplanung oder Karriereentwicklung stellen. Verantwortlich für die Plattform ist die Schweizer Firma findable AG, die daten- und KI-gestützte Weblösungen entwickelt. Die Daten auf edufind.ch stammen von den Websites der Bildungsanbieter, die gegen Bezahlung ihre Sichtbarkeit verbessern können.

BE: Inklusive Berufsbildungsmesse

Im September 2025 fand in Burgdorf (BE) erstmals die Inklusive Berufsbildungsmesse (IBBM) statt, die rund 700 Besucher/innen anzog. Die nächste IBBM findet vom 8. bis 10. September statt. Die Veranstaltung bietet eine Plattform zur Berufs- und Ausbildungsorientierung im zweiten Arbeitsmarkt und richtet sich an Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung, insbesondere an Schüler/innen heilpädagogischer Schulen, IV-Klientinnen und -klienten in der Berufswahlphase, an deren Bezugspersonen sowie an Fachstellen. Aufgrund der positiven Resonanz wird die IBBM 2026 einen Tag länger dauern und an einem neuen Ort stattfinden (Markthalle Burgdorf). Die Idee zur IBBM entstand am SAZ Burgdorf, einer Ausbildungs- und Integrationsinstitution für Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Weitere Informationen

BE: Career Center der PH nimmt Betrieb auf

Das Career Center der Pädagogischen Hochschule Bern bietet Dienstleistungen und Beratungsangebote rund um Laufbahngestaltung und Weiterbildungsplanung an. Es richtet sich an Lehrpersonen sowie weiteres Schulpersonal des Kantons Bern und lädt dazu ein, den eigenen beruflichen Standort zu reflektieren, neue berufliche Perspektiven zu entdecken und die eigene Laufbahn aktiv weiterzuentwickeln. Das Career Center nimmt im Februar 2026 seinen Betrieb auf. Am 1. April findet der erste Treffpunkt Laufbahngestaltung statt. Dieser bietet Einblicke in verschiedene Berufsbiografien, stellt Erkenntnisse aus der Laufbahnforschung vor und präsentiert Angebote des Career Centers.

Arbeitsmarkt

KOF: Beschäftigungsindikator 1/2026

Der Beschäftigungsindikator der KOF steigt im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal leicht und liegt damit wieder über seinem langjährigen Durchschnitt. Mit dem aktuellen Anstieg setzt sich die Erholung des Indikators nun das zweite Quartal in Folge fort. Das Urteil zum aktuellen Beschäftigungsbestand verbessert sich leicht, die Beschäftigungserwartungen für die kommenden drei Monate steigen stärker. Das Branchenbild bleibt uneinheitlich: Im Grosshandel, im Detailhandel und im verarbeitenden Gewerbe bleibt der Beschäftigungsindikator im negativen Bereich. Im Baugewerbe setzt sich die positive Entwicklung fort, der Indikator steigt und erreicht damit den höchsten Stand seit über zwei Jahren.
Medienmitteilung

Stellenmarkt-Monitor im 4. Quartal 2025

Die Zahl der offenen Stellen nahm im 4. Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal leicht zu (+1,8%); gegenüber dem Vorjahresquartal betrug die Zunahme 2,4%. Eine leichte Stabilisierung des Arbeitsmarktes zeichnet sich ab. Dies zeigt der «Adecco Group Swiss Job Market-Index» des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich. Die Zahl der offenen Stellen ging im Jahr 2025 verglichen mit dem Vorjahr in der Mehrheit der Berufsgruppen zurück; besonders stark war der Rückgang in den Berufsgruppen «Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel» (-20%) und «Hochschulberufe Informatik» (-18%). Die Berufsgruppe «Hochschulberufe Gesundheit» hingegen verzeichnete einen Zuwachs an offenen Stellen um 10%. Der Rückgang der offenen Stellen im Jahr 2025 war in den meisten Grossregionen zu beobachten, am stärksten in den Grossregionen Zürich und Nordwestschweiz.
Medienmitteilung

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Aktualisiertes Informationsmaterial

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und das Staatssekretariat für Wirtschaft haben ihr Informationsmaterial zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aktualisiert. Die Unterlagen erläutern die verschiedenen Formen sexueller Belästigung, die geltenden Rechtsgrundlagen, die Präventionsgrundsätze sowie mögliche Vorgehensweisen bei Fällen von sexueller Belästigung. Erhältlich sind eine Broschüre und eine Checkliste für Arbeitgebende sowie eine Broschüre und ein Flyer für Arbeitnehmende.
Medienmitteilung

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