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Ausgabe 19/2025

Berufliche Grundbildung

SwissSkills 2029 finden in St. Gallen statt

Der Stiftungsrat von SwissSkills hat den Austragungsort für die nationalen Berufsmeisterschaften 2029 festgelegt: Diese werden erstmals in St. Gallen stattfinden. Dem Entscheid ging ein Bieterverfahren voraus. Im selben Zeitraum finden die EuroSkills in Genf statt. Dies ermöglicht es Jugendlichen aus der ganzen Schweiz, einen der beiden Anlässe mit kurzer Anreise zu erleben.
Medienmitteilung

SDBB: Erklärvideos zur Berufsbildung

Berufsbildung einfach erklärt – unter diesem Motto hat das SDBB auf berufsbildung.ch neun Erklärvideos veröffentlicht. Sie richten sich an Berufsbildner/innen, Lernende sowie weitere an der Berufsbildung interessierte Personen. Die Videos beleuchten in vier Sprachen (D/F/I/E) die Themen «Ausbildungsqualität», «Berufsabschluss für Erwachsene», «Berufsbildner/in werden», «Berufsbildung in der Schweiz», «Berufliche Grundbildung», «Lehrbetrieb werden», «Lernende auswählen», «Nachteilsausgleich» und «Schnupperlehre». Für die rätoromanische Sprachgemeinschaft gibt es untertitelte Versionen. Alle Videos sind auf berufsbildung.ch beim jeweiligen Thema hinterlegt. Sie können auch über eine YouTube-Playlist aufgerufen werden. Weitere Erklärvideos sind in Planung.

EDK: Reporting zum Stand der Berufsbildungsprojekte

Die Plenarversammlung der EDK wurde am 31. Oktober 2025 über den Stand der kantonalen Berufsbildungsprojekte informiert und hat entsprechende Beschlüsse gefasst. Für 2026 hat sie ein Budget von 600'000 Franken freigegeben. 500'000 Franken davon sind für die sieben Projekte der Initiative Berufsbildung 2030 unter der Federführung der Kantone reserviert. Dazu zählen die Umsetzung der revidierten Verordnung zum allgemeinbildenden Unterricht ab 2026, die Umsetzung des Projekts Berufsmaturität 2030 – namentlich die Förderung der BM1 – sowie das bildungspolitische Ziel einer Abschlussquote von 95% auf der Sekundarstufe II. Zum 95%-Ziel findet im März 2026 eine Tagung statt. Einen Überblick zum Stand aller Projekte, zu den eingestellten Mitteln und zu den Beschlüssen bietet ein mehrseitiges Dokument.

Floristin erntet Blumen für ihre LinkedIn-Posts

Sina Simmendinger (24) ist Floristin aus Leidenschaft. Diese bringt sie auf LinkedIn zum Ausdruck – und sorgt damit für viel Aufmerksamkeit. So erhielt der Post mit dem Titel «Ich habe nicht studiert, ich habe nur eine Ausbildung gemacht» über 7000 Likes, wurde rund 600-mal kommentiert und 100-mal repostet. Der Titel steht exemplarisch für das Anliegen der jungen Floristin: Handwerkliche Berufe verdienen mehr Sichtbarkeit und Anerkennung. In einem weiteren Post schreibt sie: «Wir müssen die Begeisterung, die wir für unser Handwerk empfinden, nach aussen tragen und zeigen, wie erfüllend und bedeutend dieser Beruf sein kann.» Diesen Herbst hat Sina Simmendinger die Weiterbildung zur Floristin mit eidgenössischem Fachausweis abgeschlossen. Das Weiterbildungszentrum Luzern porträtiert sie in einem Blogbeitrag.

Jugendsession fordert attraktivere Berufsbildung

Die Eidgenössische Jugendsession fand vom 6. bis 9. November 2025 in Bern statt und versammelte 200 Teilnehmende im Alter von 14 bis 21 Jahren aus der ganzen Schweiz. Die Teilnehmenden fordern den Bundesrat unter anderem auf, Massnahmen zu ergreifen, um die Berufsbildung attraktiver zu gestalten. Dazu sei eine pädagogische Begleitung notwendig, die den Herausforderungen für die Lernenden während ihrer Ausbildung entspricht. Auch eine Anpassung der aktuellen Ferienzeiten der Lernenden soll geprüft werden, um eine angemessene Erholung und die Attraktivität der Lehre gegenüber anderen Ausbildungsmöglichkeiten zu gewährleisten.
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Berufliche Grundbildung: Erlasse

Das SBFI kommuniziert folgende Erlasse:

Deutschland: Ein Drittel der Lehrstellen bleibt unbesetzt

2024 konnten in Deutschland 35% (260'000) der ausgeschriebenen Lehrstellen nicht besetzt werden. Das meldet der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd). Zum Vergleich: In der Schweiz blieben letztes Jahr 14% der Lehrstellen unbesetzt. Der iwd nennt drei Gründe für die geringe Nachfrage: Erstens sind aufgrund der demografischen Entwicklung weniger Jugendliche auf Lehrstellensuche. Zweitens hält der Trend zum Studium an – 2000 studierten 33% eines Jahrgangs, 2023 bereits 57%. Drittens ziehen immer mehr Jugendliche ohne Abitur den direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt einer Ausbildung vor. Viele Betriebe reagieren, indem sie leistungsschwächere Jugendliche einstellen und gezielt fördern. Dabei wünschen sie sich mehr externe Unterstützung – vor und während der Ausbildung.
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Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Entwürfe

Die Entwürfe folgender Prüfungsordnungen (ohne Titeländerungen) wurden beim SBFI eingereicht (siehe Bundesblatt vom 7. November, 11. November und 12. November 2025):

  • Fachmann/-frau Langzeitpflege und -betreuung (BP)

  • Spezialist/in für Tanksicherheit (BP)

  • Lebensmitteltechnologe/-login (HFP)

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigungen

Folgende Prüfungsordnungen (ohne Titeländerungen) wurden vom SBFI genehmigt:

  • Logistikfachmann/-frau (BP)

  • Spezialist/in öffentlicher Verkehr (BP)

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet.

Mittelschulen und Hochschulen

Stipendien europäischer Hochschulen

Das SBFI vergibt für das akademische Jahr 2026/2027 vier Stipendien für Master II am Collège d’Europe in Brügge (Belgien) und Natolin (Polen) sowie drei Stipendien für Doktoratsprogramme am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz (Italien). Die Bewerbungsfenster schliessen Mitte Januar 2026.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

SDBB-Weiterbildungsprogramm 2026 und neues Selbstevaluationstool

Das SDBB-Weiterbildungsprogramm 2026 für die Fachpersonen der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung ist veröffentlicht worden (Flyer). Zusätzlich wurde ein Selbstevaluationstool zum Qualifikationsprofil BSLB aufgeschaltet. Dieses erlaubt es den Beratungspersonen, ihre persönlichen Kompetenzen einzuschätzen und ihre Weiterbildungen dementsprechend zu planen. Das Weiterbildungsprogramm enthält rund 40 Angebote in Deutsch und rund 20 Angebote in Französisch. Dazu gehört auch eine nationale Fachtagung mit dem Titel «Das Potenzial der KI erkennen und professionell handeln», die am 2. Juni 2026 in Bern stattfinden wird. Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen finden sich auf weiterbildung.sdbb.ch, wo man sich auch anmelden kann. Der Anmeldeschluss ist am 31. Dezember 2025.

Global Careers Month

Die «Inter-Agency Career Guidance Working Group» (IAG CGWG) organisiert im November 2025 den zweiten Global Careers Month. In diesem Zeitraum werden globale, nationale und regionale Online-Veranstaltungen durchgeführt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von qualitativ hochwertiger Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) zu fördern, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und innovative Ansätze vorzustellen. Materialien, Präsentationen und Aufzeichnungen sind anschliessend auf den Websites von Cedefop und Epale zugänglich. Eine Broschüre erläutert das gemeinsame Verständnis der beteiligten Institutionen darüber, warum die Politik in die BSLB investieren sollte, welche Vorteile BSLB bietet und welche Merkmale eine qualitativ hochwertige Beratung aufweist.

Zwei Studien zu Bildungs- und Arbeitsmarktentscheidungen prämiert

Bund und Kantone haben den Schweizer Preis für Bildungsforschung 2025 an Benita Combet (Universität Bern) sowie an Patrick McDonald (ETH Zürich) und Maïlys Korber (Bundesamt für Sozialversicherungen) vergeben. Die beiden ausgezeichneten Arbeiten beleuchten, wie Präferenzen individuelle Bildungs- bzw. Arbeitsmarktentscheidungen prägen. Benita Combet untersuchte, warum Männer und Frauen unterschiedliche Studienfächer wählen. Ihre Studie zeigt: Frauen meiden vor allem Fächer, die analytisches, technisches oder wettbewerbsorientiertes Denken erfordern. Unterschiede bei Gehalt oder Prestige spielen dagegen kaum eine Rolle. Patrick McDonald und Maïlys Korber analysierten, wie Unternehmen Bewerbende mit beruflicher oder allgemeiner Ausbildung bewerten. Ihr Befund zeigt, dass Arbeitgeber Bewerbende mit einer Berufsausbildung bevorzugen, insbesondere für Berufe auf der Tertiärstufe.
Medienmitteilung

Studie zu erwerbsbezogener Bildung und Behinderung

Wie finden Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Platz in der erwerbsbezogenen Bildung und in der Arbeitswelt? Dieser Frage geht eine Studie von Nina Wenger (Universität Zürich) nach. Auf der Grundlage von Interviews mit Erwerbstätigen mit Beeinträchtigungen werden individuelle Strategien und institutionelle Hürden aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass Menschen mit Behinderungen die Teilnahme an erwerbsbezogener Bildung nur dann schaffen, wenn sie die relevanten Strukturen und Prozesse kennen. Die Autorin bezeichnet dies als «Kenntnis der Spielregeln». Der Erwerb dieser Kenntnisse ist jedoch sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis von Teilnahme.

Arbeitsmarkt

KOF: Beschäftigungsindikator 4/2025

Erstmals seit drei Jahren deutet der Beschäftigungsindikator der KOF wieder auf eine leichte Aufhellung der Beschäftigungsaussichten hin. Im vierten Quartal 2025 steigt der Indikator gegenüber dem Vorquartal trotz Zollschock. Die Unternehmen bewerten sowohl den aktuellen als auch den zukünftigen Personalbestand positiver als im Vorquartal. Obwohl es erstmals wieder etwas mehr Firmen gibt, die einen Stellenaufbau erwarten, als Firmen, die einen Abbau planen, bleibt die Erholung auf dem Arbeitsmarkt verhalten. Im verarbeitenden Gewerbe haben sich die Beschäftigungsaussichten gegenüber dem Vorquartal etwas verbessert, bleiben jedoch deutlich im negativen Bereich. Auch im Handel bleiben die Beschäftigungsaussichten negativ. Im Baugewerbe und bei den übrigen Dienstleistungen hat sich die Lage leicht verbessert.
Medienmitteilung

Schweizerische Arbeitskräfteerhebung im 3. Quartal 2025

Im 3. Quartal 2025 stieg die Erwerbstätigenzahl in der Schweiz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 0,4%. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen stieg um 0,8%, jene der erwerbstätigen Männer blieb unverändert. Während die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen stieg (+1,6%), ging jene der schweizerischen Erwerbstätigen zurück (-0,3%). Die Zahl der Kurzaufenthalter/innen nahm stark ab (-5,8%). Die Erwerbslosenquote lag bei 5,1% und damit höher als im Vorjahresquartal (4,7%). Ein Anstieg der Erwerbslosenquote war sowohl bei den Personen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II (von 3,8% auf 5,0%) als auch bei Personen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe (von 3,9% auf 4,2%) zu beobachten. Bei den Personen ohne nachobligatorische Ausbildung ging sie hingegen zurück (von 9,9% auf 8,2%). Die mediane Dauer der Erwerbslosigkeit verkürzte sich von 213 auf 192 Tage. Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des BFS hervor.
Medienmitteilung

Schwieriger Berufseinstieg für Hochschulabgänger/innen

Junge Berufseinsteiger/innen mit einem Hochschulabschluss haben es zurzeit schwer, einen Job zu finden. Auf eine Stelle gibt es innerhalb weniger Stunden oft Hunderte Bewerbende. Dies berichtet die Basler Zeitung. Besonders betroffen seien IT und Banken. Künstliche Intelligenz ersetze einfachere Tätigkeiten, die früher von Einsteigern und Einsteigerinnen übernommen wurden. Im Artikel äussern sich Fachleute der Hochschule St. Gallen, der KOF und von Adecco. Zudem berichten ein BWL-Absolvent und eine Informatikerin über ihre Jobsuche und die gefundenen Anschlusslösungen.

Arbeitsangebot in den Wirtschaftsbranchen

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich tiefgreifend verändert, insbesondere aufgrund der Tertiarisierung der Wirtschaft, der Alterung der Bevölkerung und der Entwicklung der Arbeitsbedingungen. Eine Publikation des BFS beschreibt die Verteilung des Arbeitsangebots in den Wirtschaftsbranchen und deren Entwicklung über einen Zeitraum von 30 Jahren (1994 bis 2024), aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Nationalität und Alter der Beschäftigten. Sie beleuchtet wichtige Merkmale der Erwerbstätigkeit wie Teilzeitarbeit, Erwerbsstatus, Arbeit auf Abruf, Vertragsdauer und Heimarbeit. Ergänzende grafische Darstellungen sind auf der Website des BFS verfügbar.

KI in der öffentlichen Arbeitsvermittlung

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in die öffentliche Arbeitsvermittlung – auch wenn der Einsatz in der Schweiz noch am Anfang steht. Dies berichtet das Amt für Arbeit des Kantons Zürich auf LinkedIn. Das Arbeitsamt Schaffhausen beispielsweise setzt auf den mehrsprachigen Chatbot JANA zur Informationssuche rund um den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosenversicherung. Im Kanton Zürich unterstützt ein KI-Tool die Arbeitslosenkasse bei der Plausibilisierung des versicherten Verdienstes. Und das SECO entwickelt ein System zur effizienteren und effektiveren Vermittlung zwischen Stellensuchenden und offenen Stellen. Ausserdem entstehen Kursangebote, welche die Stellensuchenden auf KI-geprägte Bewerbungs- und Rekrutierungsprozesse vorbereiten. Die Teilnehmenden lernen zum Beispiel, wie sie KI-Tools zur Verbesserung ihrer Bewerbungsunterlagen nutzen können, oder wie sie mit Applicant-Tracking-Systemen (ATS) umgehen können.

Verschiedenes

Studie zur Wahrnehmung der MINT-Berufe

MINT-Berufe geniessen ein hohes Ansehen in der Bevölkerung, werden aber zugleich mit hohen Anforderungen, männerdominierten Strukturen und wenig attraktiven, stereotypen Vorstellungen vom Berufsalltag assoziiert, beispielsweise mit dem Fehlen von Teamarbeit. Zu diesem Schluss kommt das MINT-Stimmungsbarometer, das 2025 zum ersten Mal erhoben wurde. In den kommenden Jahren soll mit dem Barometer die Wahrnehmung der MINT-Berufe regelmässig erfasst werden, um daraus passende Massnahmen zur MINT-Förderung ableiten zu können. Die Studie wurde von gfs.bern im Auftrag der ETH durchgeführt und durch die Hirschmann-Stiftung finanziert.

EDK: Klára Sokol wird neue Generalsekretärin

Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben an ihrer Jahresversammlung vom 31. Oktober 2025 Klára Sokol zur Generalsekretärin der EDK gewählt. Sie übernimmt die Funktion am 1. März 2026. Klára Sokol hat an der Universität Bern Geschichte, Russisch und Slavische Philologie studiert. Sie verfügt über einen Abschluss als Gymnasiallehrerin, einen Master of Science in Berufsbildung sowie über eine grosse pädagogische und bildungspolitische Erfahrung. Aktuell ist sie Direktorin der Stiftung éducation21. Klára Sokol folgt auf Susanne Hardmeier, welche die EDK per Ende 2025 verlässt.
Medienmitteilung

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Inserate

PH Luzern: Forum Weiterbildung und Dienstleistungen am 4. Februar 2026

Eine Infoveranstaltung mit Workshops für Interessierte. Im neuen Format präsentieren Ihnen die Verantwortlichen des Leistungsbereichs Weiterbildung und Dienstleistungen am Mittwoch, 4. Februar 2026 ab 16.00 Uhr die Weiterbildungsstudiengänge, das Kursangebot und die Dienstleistungspalette. Lassen Sie sich von praxisnahen Inputs inspirieren und knüpfen Sie in ungezwungener Atmosphäre neue Kontakte. Workshops zu verschiedenen Themen können kostenlos gebucht werden. Wir freuen uns auf Sie!
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