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Ausgabe 02/2021

Berufliche Grundbildung

Kurzarbeit neu auch für Lernende

Der Bundesrat hat am 20. Januar 2021 beschlossen, die Kurzarbeitsentschädigung (KAE) auf Lernende auszuweiten. Damit will er die von den Pandemiemassnahmen betroffenen Lehrbetriebe finanziell entlasten, damit sie Lernende nicht entlassen müssen, sondern diese weiter ausbilden können. KAE für Lernende erhalten die Betriebe nur, sofern die Fortsetzung der Ausbildung gewährleistet ist. Zudem wird der Anspruch auch auf Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen ausgeweitet. Die Anspruchserweiterung gilt ab Abrechnungsperiode Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021.
Medienmitteilung

Fernunterricht an den Berufsfachschulen

Der Kanton Aargau hat den Präsenzunterricht an Berufsfachschulen und Mittelschulen unterbunden. Der Schritt erfolgte aufgrund der Unsicherheiten über die Auswirkungen der neuen Virus-Mutationen. Vom Grundsatz des Fernunterrichts kann aber in einer Reihe von Fällen abgewichen werden, darunter bei Lernenden mit erhöhtem Unterstützungsbedarf (zum Beispiel in Attestklassen), bei überbetrieblichen Kursen oder bei der Durchführung von Leistungsnachweisen, die nicht im Fernunterricht erbracht werden können. Auch der Kanton Solothurn hat beschlossen, in den Kantons- und Berufsfachschulen auf Fernunterricht umstellen. Andere Kantone, darunter BE, BL, BS, LU, TG, VS und die Westschweizer Kantone, verzichten zumindest vorläufig auf die Umstellung auf Fernunterricht, was der Stellungnahme der EDK entspricht.

LehrstellenPuls: Corona beeinträchtigt Berufsbildung

7% der Lernenden waren im Dezember 2020 in begrenztem Umfang an ihrem Arbeitsplatz, 21% zumindest teilweise im Homeoffice. Dies zeigt die 9. Erhebungswelle von LehrstellenPuls. Diese und weitere Ergebnisse widerspiegeln die noch immer hohen Infektionszahlen. Die Quarantäne-Massnahmen stellen die Lehrbetriebe und Lernenden vor grosse Herausforderungen beim Aufholen von verpasstem Stoff im Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule. Weiterhin relativ geringe Auswirkungen hatten die hohen Corona-Fallzahlen auf das Lehrstellenangebot für 2021.

Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung: Orientierungshilfe

Nachhaltige Entwicklung ist für eine innovative, wettbewerbsfähige Wirtschaft wichtig: Kompetenzen in diesem Bereich sind gefragt. Um diese zu definieren, können die Trägerschaften der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung die "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" des SBFI einsetzen. Diese erklärt, was nachhaltige Entwicklung ist, und schlägt eine berufsspezifische Nachhaltigkeitsanalyse vor. Der Einsatz der Orientierungshilfe bei der Berufsentwicklung ist freiwillig.

Skillsnet.swiss: Die Plattform, die Berufsbildende vernetzt

Studien zeigen, dass Lehrpersonen ein hohes Bedürfnis haben, sich auszutauschen. Skillsnet ist eine neue Plattform dafür. Sie wurde vom EHB lanciert und vom Bund finanziell angeschoben. Die Plattform richtet sich an Berufsbildungsverantwortliche aller Lernorte. Den Kern bilden thematisch geordnete Foren (zum Thema Klassenführung, Unterrichtsplanung, Handlungskompetenzorientierung, bilingualer Unterricht, Blended Learning, Schulentwicklung usw.), denen registrierte Personen folgen können. Skillsnet bietet zudem Foren für anstehende Veranstaltungen und private Chats.

Ideenwettbewerb für unternehmerisches Handeln

Unternehmerisches Denken und Handeln kann an Berufsfachschulen erfolgreich gelernt werden. Dies zeigte ein mehrjähriges Forschungsprogramm der Universitäten St. Gallen und Freiburg, das zur Initiative "Unternehmerisches Denken und Handeln an Berufsfachschulen der Schweiz" führte. Nun lancieren die Verantwortlichen den Ideenwettbewerb MyIdea Challenge. Dabei soll ein 5-minütiges Pitchvideo mit einer Geschäftsidee erstellt werden. Teilnehmen können Lernende (Einzelpersonen oder Teams) in allen Landessprachen sowie in Englisch. Einsendeschluss ist der 12. Februar 2021. Es werden Preise zwischen 200 und 1000 Franken vergeben.

Berufliche Grundbildung: Anhörung

Die folgende Verordnung über die berufliche Grundbildung wurde zur Anhörung publiziert:

Die entsprechenden Dokumente stehen auf der Website des SBFI zur Verfügung. Für neue Verordnungen, solche mit Titel- oder Fachrichtungsänderungen oder mit Änderungen der Lehrdauer sowie für Aufhebungen von Verordnungen gibt es ein INFObildung&beruf.

AG: Portal für Lehrbetriebe

Lehrbetriebe schreiben seit vielen Jahren ihre offenen Lehrstellen und Schnupperlehrstellen auf dem Lehrstellennachweis (Lena) aus. Der Kanton Aargau hat diese Möglichkeit nun mit weiteren Online-Tools kombiniert, darunter die Möglichkeit, Lehrverträge digital zu erstellen oder sämtliche aktuellen Lehrverhältnisse anzuzeigen. Damit können eingeloggte Lehrbetriebe ihre Lehrstellen zentral und unkompliziert verwalten, schreibt die Behörde auf ihrer Website.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Vernehmlassungen

Die Entwürfe folgender Prüfungsordnungen wurden im Bundesblatt vom 19. Januar 2021 zur Vernehmlassung ausgeschrieben:

  • Chef/in Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in (BP)

  • Versicherungsfachmann/-frau (BP)

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigung

Folgende Prüfungsordnung wurde vom SBFI genehmigt:

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel gibt es ein INFObildung&beruf.

Mittelschulen und Hochschulen

FFHS: Bachelor in Ernährung und Gesundheit

Die Fernfachhochschule Schweiz FFHS plant ab Herbst 2021 einen neuen Studiengang "Bachelor of Science in Ernährung und Gesundheit". In den ersten vier Semestern erwerben die Studierenden umfassende Kenntnisse in Ernährungslehre, Anatomie und Physiologie. Die aufbauenden fünf Semester beinhalten Themen wie Lebensmittel, Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit sowie Welt- und Sporternährung. Absolventinnen und Absolventen arbeiten beispielsweise in der Gesundheitsförderung und Prävention, in der Produktentwicklung und Qualitätssicherung oder beraten Personen ohne ärztliche Überweisung in Sport-, Fitness- und Gesundheitszentren.

Angebote für Studienzweifler/innen organisieren

Das Buch "Studienabbrecher/innen als Zielgruppe der Beratung und Öffentlichkeitsarbeit" berichtet über das Projekt "Queraufstieg Berlin" und die Implementierung erfolgreicher Beratungsstrategien und -angebote. Der erste Teil des Buches behandelt den Aufbau eines Beratungsnetzwerks für Studierende mit Zweifeln und Abbruchsgedanken. Der zweite Teil beschreibt, wie Beratende geschult werden im Umgang mit Fragen zum Studienabbruch und zum Einstieg in eine alternative Ausbildung. Der dritte Teil thematisiert Frühwarnsysteme an Hochschulen. Das E-Book steht zum kostenlosen Download bereit.

Schlechte Chancen auf einen Hochschulabschluss

Diese drei Faktoren reduzieren die Chancen auf einen Hochschulabschluss: Migrationshintergrund, wenig Geld, Arbeiterfamilie. Paritteepan Premraj hat es trotzdem geschafft. Das Video "Schlechte Chancen, wenn die Herkunft den Bildungsweg bestimmt" weist auf Hürden des Schweizer Bildungssystems für Kinder aus bildungsfernen und fremdsprachigen Familien hin. Produziert hat es SRF-Forward, ein Team von jungen Journalistinnen und Journalisten.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

SDBB Verlag: Editionsprogramm 2021

Das Editionsprogramm des SDBB Verlags im Bereich Medien BSLB ist online: Nebst dem courant normal (Berufsinformationsfaltblätter, Chancen- und Perspektivenhefte, Berufsfenster, Berufsfelder, Berufswahlzeitschrift "Sprungbrett") werden dieses Jahr die Berufswahlmagazine komplett überarbeitet. Ausserdem wird das Buch "KV – Was nun?" neu aufgelegt.

CV-Booster des Verbandes Angestellte Schweiz

Der CV-Booster ist eine Software zur Einschätzung der eigenen Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt. Dazu wird der Lebenslauf auf der Website des Verbandes Angestellte Schweiz hochgeladen. Die Software erstellt ein persönliches Kompetenzprofil und macht Vorschläge, wie das CV verbessert werden kann. Ausserdem werden die Kompetenzen mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes verglichen. Daraus resultieren Vorschläge für Weiterbildungen und Jobs. Der CV-Booster steht ausschliesslich den Mitgliedern des Verbandes zur Verfügung, eine Mitgliedschaft kostet 150 Franken pro Jahr. Für die Nutzung des CV-Boosters wird neu auch ein Workshop angeboten. Ein weiterer Workshop des Verbands behandelt das Networking. Die Teilnehmenden lernen, wie sie systematisch und gezielt Beziehungen aufbauen und pflegen.

Unternehmenserfolg und ADHS

Studien deuten daraufhin, dass von ADHS betroffene Menschen eine Vorliebe für unternehmerische Tätigkeiten haben. Forschende der Universität St. Gallen haben Unternehmen hinsichtlich des Unternehmenserfolgs, ADHS-Symptomen der Unternehmerin oder des Unternehmers und deren Leidenschaften untersucht. 21% der befragten Personen wiesen eine ADHS-Symptomatik auf. Die Studie zeigt, dass ADHS alleine nicht über unternehmerischen Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Die Leidenschaften spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Es waren jene Unternehmer/innen am erfolgreichsten, die eine grosse Leidenschaft für das Gründen und Entwickeln einer Firma mitbringen, jedoch weniger positive Gefühle für das Erfinden haben.

Eintauchen in den Studienalltag

Wie können angehende Studierende sich aktuell – während Corona und Fernunterricht an den Universitäten – einen Einblick in das angestrebte Studienfach verschaffen? Auf der Website von swissuniversities ist aufgeführt, ob die Universitäten einen virtuellen Besuchstag (oder Ähnliches) anbieten. Auch Teilnahmen an Vorlesungen via Video-Konferenz sind möglich. Einen Überblick zu den Angeboten der Universitäten in der Deutschschweiz haben die Beratungsdienste Aargau zusammengestellt.

ZH: Direkteinstieg für Jugendliche mit Migrationshintergrund

Schulschwache Jugendliche mit Migrationshintergrund haben es schwerer, direkt in die Berufsbildung einzusteigen. Im Rahmen des Zürcher Projekts Non-Stop wurden 254 von ihnen bei der Lehrstellensuche und im ersten Lehrjahr vom Verein impulsis individuell begleitet. Eine Evaluation der PH Zürich zeigt nun: Diese berufsintegrativen Massnahmen sind wirksam und verglichen mit Brückenangeboten kostengünstig.

Arbeitsmarkt

Pandemie prägt Arbeitsmarkt im 2020

Die Arbeitsmarktentwicklung war im Jahr 2020 durch die Covid-19-Krise geprägt. Dank massivem Einsatz von Kurzarbeitsentschädigung konnten die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden sehr stark abgedämpft werden. Gemäss den Erhebungen des SECO resultierte im Jahresdurchschnitt 2020 eine Arbeitslosenquote von 3,1% (2019: 2,3%), die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl für 2020 liegt 36,3% höher als 2019. Die Jugendarbeitslosenquote (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich um 1,0 Prozentpunkte auf 3,2%, die Quote der älteren Arbeitnehmer/innen (50- bis 64-Jährige) um 0,7 Prozentpunkte auf 2,9%.
Medienmitteilung

Beschäftigungsbarometer des Arbeitgeberverbands

Mit einem erstmals publizierten Beschäftigungsbarometer analysiert der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) den Arbeitsmarkt auf Basis der KOF-Betriebsumfragen vertieft. Es zeigte sich, dass die Corona-Krise die Widerstandskraft vieler, aber nicht aller Unternehmen besonders herausfordert. So ist vom dramatischen Einbruch des Bruttoinlandprodukts im 2. Quartal 2020 – anders als bei den letzten Konjunkturabschwüngen – weniger die Industrie als der Dienstleistungssektor betroffen. Die überraschend gute Erholung der Wirtschaft, die sich im Verlauf des Sommers abzeichnete, hat sich im 4. Quartal in praktisch allen Branchen abgeschwächt. Die vom Bundesrat ausgeweiteten Leistungen für Härtefälle sowie das Instrument der Kurzarbeit sind für viele Unternehmen existenziell, so der SVA; sie könnten aber nur bei rascher Auszahlung eine grössere Konkurswelle verhindern. Das Beschäftigungsbarometer wird künftig halbjährlich publiziert.

Diskriminierung auf Jobplattformen

Die Wahrscheinlichkeit, dass ausländische Stellensuchende von Rekrutierenden kontaktiert werden, ist im Durchschnitt 6,5 Prozent geringer als bei Schweizerinnen und Schweizern mit ansonsten identischen Eigenschaften. Dies zeigt eine Studie der ETH mit Daten von Job-Room, der Vermittlungsplattform des SECO. Die Diskriminierung akzentuiert sich gegen Mittag und Abend – dann, wenn die Rekrutierenden die Lebensläufe schneller durchgehen. Ausserdem konnten die Forschenden zeigen, dass beide Geschlechter von Diskriminierung betroffen sind: Bei gleicher Qualifikation werden Frauen vor allem in typischen Männerberufen diskriminiert – Männer aber auch in typischen Frauenberufen.

Verschiedenes

Leitfaden zum Nachteilsausgleich

An den Schulen der Sekundarstufe II weiss man immer besser, wie man mit dem Nachteilsausgleich umgehen soll. Trotzdem bestehen auch Unsicherheiten. Das Projekt "Enhanced Inclusive Learning" hat Erfahrungen, Einstellungen und Umsetzungsmöglichkeiten erforscht; es präsentiert nun einen Leitfaden zur Umsetzung von inklusiver Didaktik und dem Nachteilsausgleich. Der Schlussbericht des Projekts und der Leitfaden sind auf der Projektwebsite zu finden.

Verlag SKV lanciert Ideenplattform inno:lab

Der Verlag SKV hat die Online-Plattform inno:lab lanciert, mit der Innovationen gefördert werden sollen. Auf der Plattform werden vom Verlag bereits angedachte Projekte aufgeführt, etwa ein Crashkurs zu digitalen Tools im Unterricht, die Einführung der Kanban-Methode an Schulen oder Praxistage in Unternehmen für Lehrpersonen. Wer sich für eine Mitarbeit an einem Projekt interessiert, kann sich über die Plattform anmelden. Es ist auch möglich, eigene Projekte einzureichen – und gemeinsam mit dem Verlag zu entwickeln.

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Inserate

Neues CAS-Programm "Coaching in der Arbeitsintegration"

Das CAS-Programm Coaching in der Arbeitsintegration vermittelt Grundkompetenzen für die Gestaltung und Führung eines individuellen Beratungsprozesses im Handlungsfeld Arbeitsintegration. Roter Faden ist ein pragmatisches, wirkungsorientiertes Verständnis von Coaching. Die nächste Durchführung startet am 27. Oktober 2021 an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW.