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Ausgabe 01/2021

Berufliche Grundbildung

Temporäre Ersatzformate für die betriebliche Bildung

Die Task Force "Perspektive Berufslehre" hat über temporäre Ersatzformate für die betriebliche Bildung informiert. Sie verweist dabei auf eine SBBK-Empfehlung betreffend Erreichung der Bildungsziele für das Schuljahr 2020/2021. Diese ruft die Kantone dazu auf, sich gegenüber alternativen Ausbildungsformen offen zu zeigen. Solche Formen sind etwa der Einsatz von üK-Zentren, um die betriebliche Ausbildung sicherzustellen, praktische Intensivkurse oder überkantonale Kooperationen. Die Task Force hat Beispiele auf ihrer Website publiziert.

Evaluation der Kampagne berufsbildungplus.ch

Das SBFI hat econcept beauftragt, die Kampagne berufsbildungplus.ch in ihrer Phase 2015-2019 zu evaluieren. Zweck der Evaluation war es, die Kampagne hinsichtlich Ausgestaltung und Wirkungen zu prüfen sowie Lehren für eine mögliche Nachfolgekampagne ab 2022 zu gewinnen. Die Kampagne wird insgesamt als relevant, qualitativ hochstehend und glaubwürdig beurteilt; die Sichtbarkeit bei den Zielgruppen könnte aber noch verbessert werden. Die Kommunikationsmittel fanden schweizweit grösstenteils positive Beachtung. Dies geht aus dem Schlussbericht hervor.

Berufliche Grundbildung: Erlasse

Das SBFI hat die folgenden Erlasse kommuniziert:

Asyl: Keine erzwungenen Lehrabbrüche

Lernende, die während ihrer Ausbildung einen negativen Asylentscheid erhalten, sollten ihre bereits begonnene berufliche Grundbildung in der Schweiz beenden können. Das hat der Nationalrat am 16. Dezember 2020 beschlossen. Er kommt damit einer Petition mit dem Titel "Eine Lehre - Eine Zukunft" nach. Das Anliegen formuliert hatte die Staatspolitische Kommission des Nationalrats. Sie stört sich an Lehrabbrüchen nach langen Asylverfahren. Allerdings sollten ab Februar 2021 keine altrechtlichen Fälle mehr hängig sein. Fortan sollten alle Asylverfahren innert 140 Tagen rechtskräftig entschieden werden, was Härtefälle ausschliessen soll.
Medienmitteilung

Berufsbildung im Sozialbereich: Statistiken

SavoirSocial hat einige Statistiken zur Berufsbildung im Sozialbereich grafisch aufbereitet. Sie zeigen etwa, dass schweizweit fast 3000 Betriebe Fachmänner/-frauen Betreuung (FaBe) ausbilden. Im Durchschnitt beschäftigt jeder Lehrbetrieb 3,3 FaBe-Lernende (2017, neuere Zahlen sind nicht verfügbar). Weitere Grafiken zeigen die Anzahl Lehrverhältnisse in der beruflichen Grundbildung und die Anzahl Abschlüsse in der höheren Berufsbildung (bis 2019).

SO: Teilzeitlehre in der Verwaltung

Eine Vollzeitlehre ist für Alleinerziehende aus Zeitgründen oft nicht möglich. Der Kanton Solothurn hat daher eine Teilzeit-Lehrstelle Kauffrau/Kaufmann EFZ oder Büroassistentin/Büroassistent EBA eingerichtet, die ab August 2021 beim Amt für soziale Sicherheit absolviert werden kann. Während die Berufsschul- und üK-Zeit die gleiche bleibt, wird die betriebliche Präsenz reduziert. Ein Coach begleitet die lernende Person. Solche Teilzeitlehren kennt man bisher nur über vereinzelte Initiativen, etwa die Stiftung Chance oder Amie in Basel, sowie im Rahmen der Talentförderung (Sport oder Musik).
Medienmitteilung

VD: Bericht zum Berufsabschluss für Erwachsene

Die Universität Lausanne hat die Verfahren zum Berufsabschluss für Erwachsene (BAE) im Kanton Waadt einer Evaluation unterzogen. In Auftrag gegeben hatte die Studie die zuständige kantonale Behörde mit dem Ziel, das Angebot auszubauen und dessen Qualität zu optimieren. Der Evaluationsbericht stellt die Erfahrungen von Kandidatinnen und Kandidaten vor, beleuchtet die Erfolgsfaktoren und macht Verbesserungsvorschläge für die Verfahren. Die meisten befragten Kandidaten, Kandidatinnen und Verantwortlichen zeigten sich mit den Leistungen im Zusammenhang mit dem BAE zwar zufrieden, dennoch waren sie sich einig, dass die Effizienz der Verfahren durch eine Optimierung gewisser Aspekte (Zulassung, Kurse, Abschluss) gesteigert werden könnte.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

BFS: Hohe Zufriedenheit mit der höheren Berufsbildung

Wenn sie erneut wählen könnten, würden etwa 90% der Kandidierenden eines Bildungsabschlusses in der höheren Berufsbildung die gleiche Ausbildung machen. Dies zeigt eine Untersuchung des BFS. Sie thematisiert auch Struktur, Kosten und Finanzierung der Ausbildung. Im Durchschnitt wird fast die Hälfte der Kosten von den Kandidierenden selbst getragen. Die wichtigste externe Unterstützung kommt vom Arbeitgeber, der zwischen 23% (HF) und 41% (eidg. Diplom) der Ausbildungskosten übernimmt. Dieses Engagement ist geringer, wenn Bundesbeiträge bezogen werden. Ob deswegen die Bundesbeiträge die Arbeitgeberfinanzierung verdrängen, beantwortet die Untersuchung nicht abschliessend.

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigungen

Folgende Prüfungsordnungen wurden vom SBFI genehmigt:

  • Tontechniker/in (BP)

  • Gärtnermeister/in (HFP)

  • Komplementärtherapeut/in (HFP)

Die Prüfungsordnungen werden im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet.

Mittelschulen und Hochschulen

Grundlagendokument zur Hochschulweiterbildung

Swissuniversities hat das Grundlagendokument "Eckwerte Hochschulweiterbildung" herausgegeben. Das Dokument hält einheitliche Rahmenvorschriften für die Weiterbildungsangebote aller Hochschultypen fest. Es zieht Bilanz zur Situation und erläutert die Hauptmerkmale der verschiedenen Weiterbildungsformate, insbesondere der unterschiedlichen Abschlüsse und ihres Gegenwerts in Form von ECTS-Credits. Vorbereitungskurse auf Prüfungen der höheren Berufsbildung können zu einem kleinen Teil an die Weiterbildungsabschlüsse angerechnet werden, den Anteil legt jede Hochschule selbst fest.
Weitere Informationen

Studium und Behinderung: Merkblätter

Menschen mit Behinderungen sollen ein Studium ohne Barrieren und Diskriminierung absolvieren können. Das hochschulübergreifende Netzwerk "Studium und Behinderung Schweiz" bietet auf swissuniability.ch Informationen für Lehrende und Studierende. Für Lehrende sind Merkblätter zur inklusionssensiblen Hochschullehre aufgeschaltet.

FFHS: Bachelor Betriebsökonomie, neue Vertiefungen

Die Fernfachhochschule Schweiz FFHS bietet ab Herbst 2021 im Bachelor of Science in Business Administration zwei neue Vertiefungsrichtungen an. Bei der Vertiefung Digital Business steht die digitale Transformation im Zentrum. Die Studierenden lernen digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und neue Technologien richtig einzusetzen. Die Vertiefung Leadership and Sustainability behandelt Führung und Nachhaltigkeitsmanagement. Die Studierenden beschäftigen sich mit Führungsethik und der nachhaltigen Ausrichtung von Unternehmen.

BL: Master FH in Virtual Design and Construction

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW plant ab Herbst 2021 am neu geschaffenen Institut Digitales Bauen in Muttenz einen deutsch-/englischsprachigen Studiengang "Master of Science in Virtual Design and Construction". Das Studium vermittelt praktische und theoretische Grundlagen des digitalen Bauens, dazugehörige Prozesse und Organisationsformen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Chancen. Je nach Modulwahl können die Studierenden eine Vertiefung Informationsmodellierung und -management oder Zusammenarbeit und Prozessgestaltung erlangen. Absolventinnen und Absolventen wirken bei der digitalen Bauprojektabwicklung mit, unterstützen die Unternehmensführung in der Implementierung von Zusammenarbeitsformen und beim Entwickeln einer Unternehmenskultur zur Förderung der Digitalisierung. Voraussetzung zur Zulassung ist ein Bachelor- oder ein gleichwertiger Abschluss in einem baunahen Fachgebiet sowie eine bestandene Eignungsabklärung.

VS: Bachelor FH in Bildender Kunst, Vertiefung "Klang"

Ab September 2021 bietet die Schule für Gestaltung und Hochschule für Kunst Wallis (EDHEA) im Rahmen ihres Bachelorstudiengangs in Bildender Kunst neu die Fachrichtung "Klang" an. Das Programm dieser Vertiefungsrichtung bietet Studierenden einen praktischen und theoretischen Zugang zu experimentellen Forschungsansätzen. Es richtet sich an Studierende, die sich vertieft mit Hörpraktiken und Klangstudien auf der Grundlage der Bildenden Kunst und in Verbindung mit zeitgenössischer Forschung zur internationalen Kunstszene beschäftigen möchten.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Berufserkundung trotz Corona

Aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 kann der Berufswahlprozess 2021 nicht überall im gewohnten Rahmen stattfinden. Wo Schnupperlehren oder Informationsveranstaltungen in direktem Kontakt nicht möglich sind, helfen verschiedene Ersatzmassnahmen wie virtuelle Berufserkundungen oder Lehrstellenbörsen weiter. Die Task Force "Perspektive Berufslehre" ruft alle Beteiligten auf, das vielfältige Angebot zu nutzen. Eine Übersicht findet sich auf berufsberatung.ch.
Medienmitteilung

Psychische Belastung in der zweiten Covid-19-Welle

Eine Umfrage der Universität Basel zur psychischen Belastung in der zweiten Covid-19-Welle zeigt, dass der psychische Stress deutlich zugenommen hat. Der Anteil Personen mit schweren depressiven Symptomen betrug während des Lockdowns im April 2020 rund 9% und stieg im November 2020 auf 18%. Besonders stark betroffen sind junge Menschen und Personen, die durch die Pandemie finanzielle Einbussen erfahren. Ferner ist die Romandie stärker betroffen als die übrige Schweiz.

OdASanté mit erweiterter Website

OdASanté hat ihre Website neu konzipiert. Nun findet man hier neben verbands- und bildungspolitischen Informationen auch detaillierte Auskünfte über die Gesundheitsberufe (gesundheitsberufe.ch), Werkzeuge für die Gestaltung des Bildungsalltags und Informationen über die eidgenössischen Prüfungen (epsante.ch).

GE: Auswirkungen der Coronakrise auf die vorberufliche Ausbildung

Für einen Grossteil der Jugendlichen, die beim Eintritt in eine Ausbildung der Sekundarstufe II und mit dem Verbleib in einer solchen Mühe bekunden, war die coronabedingte Schulschliessung vom Frühling 2020 ein zusätzliches Hindernis. Einige konnten trotzdem eine Lehre beginnen, wie eine Studie der Dienststelle Bildungsforschung des Kantons Genf zeigt. Diese befasste sich mit der Situation von Jugendlichen, die sich in verschiedenen Genfer Bildungseinrichtungen auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vorbereiteten. Die Forschenden befragten Fachpersonen sowie Schüler/innen und analysierten anschliessend die Berufswahl und die Übergänge zu Beginn des Schuljahres 2020/2021. Ziel der Studie war es, die Erfahrungen sowie das Krisenmanagement in diesen Einrichtungen zu dokumentieren und die Auswirkungen von Schulschliessungen auf schulisch besonders gefährdete Jugendliche zu antizipieren. Der Studienbericht auf Französisch enthält eine Zusammenfassung auf Deutsch.
Medienmitteilung

Arbeitsmarkt

Nachfrage nach IT-Kenntnissen 1990-2019

2019 verlangten 44% der offenen Stellen IT-Kenntnisse, zu Beginn der 1990er-Jahre war dies nur selten der Fall. Dies zeigt eine Auswertung von mehreren zehntausend Stelleninseraten der letzten 30 Jahre durch den Stellenmarkt-Monitor Schweiz. Die Berufe unterscheiden sich stark darin, welche Typen von IT-Kenntnissen, in welchem Masse und zu welchen Zeitpunkten nachgefragt werden. Wenn Betriebe ausserhalb des Informatikbereichs IT-Kenntnisse verlangen, zahlen sie dafür auch zusätzlichen Lohn, solange der nachgefragte Typ von IT-Kenntnissen für einen Beruf neu und noch nicht Bestandteil des beruflichen Qualifikationsprofils ist.

Abbau von Stellen bei den Banken 2011-2019

2019 beschäftigten die Banken Angestellte im Umfang von 89'531 Vollzeitstellen; 2011 waren es gemäss den Zahlen der Schweizerischen Nationalbank fast 20'000 Stellen mehr gewesen. Dieser Abbau des Arbeitsfeldes Bank bildet Thema eines Beitrags in der NZZ. Hauptverursacher der Entwicklung sind die Grossbanken und die Auslandbanken, von denen viele die Schweiz verlassen haben, während die Raiffeisen- und Kantonalbanken ihren Stellenetat seit 2009 ganz leicht ausgebaut haben. Die Entwicklung dürfte sich fortsetzen: Die Branche brauche künftig noch mehr Informatikerinnen und noch weniger Schaltermitarbeiter. Besonders im Backoffice dürften Jobs wegfallen: Die HR-Chefs rechnen damit, dass jede vierte Stelle im Backoffice und über 10% der Stellen im Retail-Geschäft, in der Vermögensverwaltung und im Firmenkundengeschäft wegfallen.

Arbeitsmarktfähig bleiben in der ICT-Branche

Die ICT-Branche ist stark vom Transformationsprozess im Arbeitsmarkt betroffen. Ein zentrales Mittel, um mit den sich ständig ändernden Anforderungen umzugehen, ist die berufsorientierte Weiterbildung. Eine Regelung in den Arbeitsverträgen zu Weiterbildungsmöglichkeiten wirkt sich positiv aus. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag der Gewerkschaft syndicom untersucht hat, wie Beschäftigte in der ICT-Branche arbeitsmarktfähig bleiben können.

Digitalisierung: Massnahmen der SBB für Mitarbeitende

Tausende Mitarbeitende der SBB erleben durch die Digitalisierung starke Veränderungen ihrer Arbeit. Um sie zu bewältigen, verfügt das Unternehmen über viele Instrumente – etwa den "Boxenstopp" (Beitrag auf knoten-maschen.ch) oder den "Digi-Check". Eine wichtige Rolle fällt auch dem Arbeitsmarktcenter (AMC) als Auffangeinrichtung innerhalb der SBB zu. Ein Beitrag der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" beschreibt diese Anstrengungen. Er kommt zum Schluss, dass das Unternehmen seine Mitarbeitenden gut auf eine Arbeitsrealität vorbereite, die von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit geprägt sei.

ZH: Neuer Indikator zur Situation auf dem Arbeitsmarkt

Basierend auf der Abfrage von verschiedenen Google-Suchbegriffen wie zum Beispiel "RAV", "arbeitslos" oder "Arbeitslosengeld" hat das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit einen Arbeitsmarkt-Index für den Kanton Zürich erstellt. Der Index gibt Anhaltspunkte darüber, ob die Menschen ihre Stelle verloren haben oder ob sie mit einer Entlassung rechnen. Er korreliert stark mit der Zahl der Stellensuchenden. Nach einem markanten Anstieg solcher Suchabfragen im März 2020 gingen diese in den Folgemonaten wieder deutlich zurück und sind seit Sommer 2020 relativ stabil.
Medienmitteilung

Verschiedenes

Studien zur sozialen Mobilität

Das Schweizer Bildungssystem wird gerne dafür kritisiert, dass der Bildungsstand der Kinder stark durch den Bildungsstand ihrer Eltern geprägt wird. Kurzfristige Betrachtungen von einer Generation zur nächsten erweisen sich aber für die Beurteilung der sozialen Mobilität als trügerisch, beschreiben Forschende der Universität Luzern in einem Artikel in der NZZ. Eine Analyse über mehrere Generationen zeigt, dass der Einfluss der Grosseltern auf den Erfolg der gegenwärtigen Generation sich bereits um die Hälfte verwässert, während für die Urgrosseltern gar keine statistisch zuverlässige Abhängigkeit mehr besteht.

IDES: Parlamentarische Dokumentation 12/2020

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK hat die Ausgabe 12/2020 der Liste "Parlamentarische Dokumentation" publiziert. Sie enthält die bildungspolitischen Vorstösse und Geschäfte, die im Bundesparlament und in den Kantonsparlamenten aktuell behandelt werden. Die älteren Listen sind im Archiv zugänglich.

BE: Neue Vorsteherin des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes

18 Jahre war Theo Ninck Vorsteher des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes des Kantons Bern, nun wird er im August 2021 frühzeitig pensioniert. Seine Nachfolge tritt Barbara Gisi an, die seit 2013 Direktorin des Schweizer Tourismus-Verbands war. Barbara Gisi ist in Olten aufgewachsen und hat 1997 an der Universität Basel mit einem Lizenziat in Jurisprudenz abgeschlossen. Es folgten Weiterbildungen in den Bereichen Betriebswirtschaft, Personalführung und politischer Kommunikation.
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Inserate

Panorama: Archiv

Das Archiv der älteren Newsletter (bis und mit 2020) und der Zeitschrift Panorama, die per Ende 2020 eingestellt wurde, ist auf Edudoc verfügbar: