Ausgabe 04 | 2013

Fokus

Die andere Karriere

Immer mehr Menschen verzichten auf eine anspruchsvolle Führungskarriere voller Stress und Arbeitsdruck. Stattdessen suchen sie den Ausstieg aus der beschleunigten Arbeitswelt. Mit flexiblen Arbeitszeiten oder Fachkarrieren versuchen sie, Beruf und Privatleben besser zu vereinen.

Editorial: Wie viel ist genug?

Das westliche Gesellschaftsmodell beruht auf dem Zwang zu ständigem Wachstum. Arbeitsplätze, Staatsaufgaben, Sozialversicherungen – all dies lässt sich mit einer kontinuierlichen Steigerung des Bruttoinlandproduktes viel leichter finanzieren.

Moderne Karrierewege

Die Wünsche des Personals und die Strukturen der Unternehmen haben sich verändert. Daher stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, neben Führungskarrieren auch Fach-, Projekt- oder Patchwork-Karrieren zu ermöglichen.

Nicht mehr Chef sein wollen

Wer nicht mehr führen will, muss entweder krank werden, den Arbeitgeber wechseln oder bis zur Pensionierung warten. Die Unternehmen täten gut daran, andere Möglichkeiten zu fördern.

Flexible Arbeitszeiten erhöhen Motivation

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein Grundbedürfnis. Trotzdem sind flexible Arbeitszeiten für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden nach wie vor eine Herausforderung.

Karriereverzicht als Akt der Befreiung

Die Beschleunigung bestimmt immer stärker die Arbeitsbedingungen, sogar unser ganzes Leben. Der Verzicht auf eine Topkarriere lässt sich deshalb als Versuch bezeichnen, ein Stück Zeitautonomie zurückzugewinnen.

«Entfremdung reicht weit über die Arbeitswelt hinaus»

Immer mehr Menschen entziehen sich dem Druck der Arbeitswelt, indem sie auf eine Karriere verzichten. Kollektive Formen des Widerstands seien kaum feststellbar, erklärt der Bildungsberater und Publizist Franz Hochstrasser, ehemaliger Leiter der FH Soziale Arbeit in Basel.

Die Lehre, die unbekannte Alternative

Nur wenige Jugendliche wechseln vom allgemeinbildenden auf den berufsbildenden Weg. Für jene, die es tun, kann es ein befreiender Schritt sein. Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern einer seltenen Spezies.

Berufsbildung

Risiken erkennen und Hilfe anbieten

Das europäische Projekt PraeLAB will Lehrabbrüche verhindern. Zentrales Element ist ein Diagnosetool mit Schulung, um das Risiko einer Lehrvertragsauflösung früh zu erkennen.

Ein Tool für den Lernort Betrieb

Mit der Verfügbarkeit im Internet wird die Planung und die Erstellung der Lerndokumentation erleichtert. Diese hilft, die Fortschritte der Lernenden genauer zu messen.

Hohe Anforderungen im Alltag

Den ersten Absolventinnen und Absolventen der Gesundheitsstudiengänge an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist der Berufseinstieg gut gelungen, auch wenn sie am Arbeitsplatz mit hohen Anforderungen konfrontiert sind.

Teamwork am Spitalbett

Wenn sich Ärzte und Pflegefachpersonen verstehen und optimal ergänzen, profitieren die Patienten. Das Berner Bildungszentrum Pflege und die Universität Bern bieten deshalb ein Wahlpraktikum zur interprofessionellen Zusammenarbeit an.

Berufsberatung

Noch geht kaum einer hin

Die «ch Stiftung» unterstützt Auslandsaufenthalte von Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterinnen und -beratern sowohl organisatorisch als auch finanziell. Bisher haben aber nur wenige dieses Angebot in Anspruch genommen.

Der richtige Mix aus Kompetenzen und Persönlichkeit

Die Ausbildungsverantwortlichen achten bei der Auswahl von Berufslernenden in erster Linie auf ihren persönlichen Eindruck. Wenn sie sich entscheiden müssen, bevorzugen sie berufspraktische Kompetenzen, aber auch Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Westschweizer Schulen setzen auf externe Lernkontrollen

Das Vorhaben, für alle Schülerinnen und Schüler in der Romandie standardisierte Lernkontrollen einzuführen, wirft Fragen auf. Vergleichsstudien in europäischen Ländern und der Schweiz sollen die Grundlage für deren Ausgestaltung schaffen.

Die Komplexität von standardisierten Tests

Nach der Einführung des Westschweizer Lehrplans «Plan d’études romand» (PER) sollen demnächst die «épreuves romandes» an den Schulen Einzug halten. Anne Soussi hat die Lernstandserhebungen verschiedener Länder untersucht und formuliert Empfehlungen.

Arbeitsmarkt

Wie Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht bleiben

Die Schweiz hat die starken Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt dank ihrem Berufsbildungssystem und der Zuwanderung gut gemeistert. Objektive Indikatoren sollen aufzeigen, wie es um den Fachkräftebedarf in verschiedenen Berufsfeldern steht.

Kein Gewöhnungseffekt

Arbeitslose richten sich – entgegen einer weit verbreiteten Annahme – nicht in ihrem Leben ohne Stelle ein. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie.

Erwerbsarbeit wird unsicherer

Die einseitige Abhängigkeit von rigoros liberalisierten Arbeitsmärkten schafft neue Unsicherheiten. Die einen verfügen über gesicherte, gut bezahlte Stellen, die andern arbeiten unter prekären, schlecht honorierten Bedingungen. Sie erleben die Schattenseiten der Flexibilität.

Glosse

Grosstierfachmann/-fachfrau EFZ

Die einen freuen sich über die Rückkehr von Wolf, Bär und Gänsegeier, während die anderen beim blossen Gedanken an diese Tiere den Karabiner durchladen. Das führt zu durchaus ernsthaften Schwierigkeiten: Gerissene Nutztiere, illegale Abschüsse, Vertiefung des Stadt-Land-Grabens.

Nächste Ausgabe

Nr. 3 | 2018
Generationen

Im nächsten Heft: Christian Scholz (Deutschland) führt in das Generationenkonzept ein. Isabelle Méténier (Frankreich) stellt den Einsatz von Genogrammen in der Berufsberatung vor. Und Tania Saba (Kanada) erklärt im Interview, wie sich die arbeitsbezogenen Werte zwischen den Generationen unterscheiden.