Newsletter vom 06.12.2017

Aktuelle Meldungen vom 06.12.2017

Berufliche Grundbildung

Hörsystemakustiker/in EFZ

Die Notwendigkeit der Korrektur des üK-Leistungsziels 1.2.3. ergab sich während des ersten Jahrs der Implementierung der beruflichen Grundbildung Hörsystemakustiker/in EFZ. Die Änderung des Bildungsplans ist am 21. November 2017 genehmigt worden und tritt sofort für alle Lernenden in Kraft. Der angepasste Bildungsplan wird im Dezember 2017 auf der Internetseite des Vereins Bildung Hörsystemakustik VBHA und im Berufsverzeichnis des SBFI aufgeschaltet.

BFS: Personen in Ausbildung 2017

In seiner Publikation "Personen in Ausbildung" (Ausgabe 2017) gibt das BFS an, dass im Schuljahr 2015/2016 rund 365'000 Schüler/innen eine Berufsausbildung auf der Sekundarstufe II absolvierten: 62,5% machten eine berufliche Grundbildung, davon 42% Frauen. 94% der Lernenden durchliefen ein Programm, das zu einem EFZ führt, die übrigen Lernenden wählten eine EBA-Ausbildung. Während dieser Periode umfasste das duale Modell 90% der Lernenden, während die übrigen 10% eine vollschulische Ausbildung absolvierten. Am häufigsten wurden folgende drei Ausbildungsfelder gewählt: Wirtschaft und Verwaltung (19%), Gross- und Einzelhandel (12%), sowie Baugewerbe, Hoch- und Tiefbau (8%).

BFS: Öffentliche Bildungsausgaben 2015

Im Jahr 2015 investierten Bund, Kantone und Gemeinden 36,7 Milliarden Franken in die Bildung. Dies entspricht 17,2% der gesamten öffentlichen Ausgaben und 5,6% des BIP. Der Teil der beruflichen Grundbildung betrug 9,6% der von allen öffentlichen Einrichtungen investierten Summe. Die Zahlen stammen vom BFS.

Digitale Kompetenzen in der beruflichen Grundbildung

Das Departement Informatik der Hochschule Luzern hat für rund 290 Berufsbilder die notwendigen digitalen Kompetenzen identifiziert und stellt diese der Berufsbildungswelt auf der interaktiven Plattform berufsbildungdigital.ch zur Verfügung. Die Plattform bietet zudem die Möglichkeit, sich über die Digitalisierung in der Berufsbildung zu informieren und auszutauschen.

Digitalisierung, Berufsbildung und Arbeitsmarkt

Am ersten Digitaltag Schweiz stellte sich insbesondere die Frage nach der Definition der digitalen Bildungspolitik und den anstehenden Herausforderungen für die Berufslehre. Bestimmte Argumente stellen auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Vordergrund. Die zwei von Avenir Suisse publizierten Artikel geben zusätzliche Informationen. Der erste Artikel ist auf die Auswirkung der Digitalisierung bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze fokussiert, der zweite auf die Anpassungen in der beruflichen Grundbildung:
- Drei Gründe für technologischen Optimismus
- Anpassungen braucht es auch in der Lehre

Treffen des IFFP zum Thema Diversität: Dokumentation

Am 16. November 2017 hat das IFFP (EHB Westschweiz) in Freiburg eine regionale Tagung zum Erfahrungsaustausch und zu Überlegungen zum Thema "Diversité des pratiques, diversité des normes" (Vielfalt der Vorgehensweisen, Vielfalt der Normen) organisiert. Die Teilnehmenden haben Fragen im Zusammenhang mit der Hilfestellung und Begleitung Lernender EBA behandelt, die einer pädagogischen oder psychosozialen Unterstützung bedürfen, um ihre berufliche Grundbildung erfolgreich abzuschliessen. Die französischsprachige Dokumentation (Programm, Präsentationen und Video) ist online verfügbar.

Vielfältiges zur Berufsbildung in der Bauwirtschaft

Die Verbandszeitschrift "Schweizer Bauwirtschaft" enthält in der Ausgabe 12/2017 zahlreiche Artikel zur Berufsbildung: Ehrung von drei vorbildlichen Berufsbildnern, Unterrichtsformen für Mauer/innen an der Berufsfachschule Zug, eine Steinmetzin und ein Maurer an den WorldSkills, der Zukunftstag auf einer Baustelle und ein Bericht darüber, wie zwei Baumeisterinnen sich bei den Diplomprüfungen auszeichneten.

EBBK Kurznachrichten vom Oktober 2017

An ihrer Sitzung vom 26. Oktober 2017 haben die Mitglieder der Eidgenössischen Berufsbildungskommission (EBBK) im Hinblick auf die Umsetzung des Leitbilds insbesondere zwei Themen diskutiert: Leitlinie "bedarfsgerechte Kompetenzen" sowie Fonds zugunsten der Ausbildung von Migranten/-innen im Rahmen der Integrationsagenda, die zwischen Bund und Kantonen vereinbart wurde.

Deutschland: Zwei Auszeichnungen für Berufsbildungsforschung

Mit dem "Friedrich-Edding-Preis" für Berufsbildungsforschung werden alle zwei Jahre herausragende Dissertationen – in diesem Jahr zwei – ausgezeichnet, die sich mit aktuellen Fragen der Berufsbildung beschäftigen. Nadine Bernhard untersucht den Einfluss europäischer Bildungsprozesse auf die Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung und reflektiert soziale Bildungsungleichheiten, die sich zwischen diesen Bildungssystemen auftun. Viola Deutscher beschäftigt mit der Frage, über welche Kompetenzen Kaufleute verfügen müssen und wie sie diese während ihrer Ausbildung entwickeln.

Europa: Rollentausch der Berufsbildung

Das Cedefop hat den ersten Teil einer Studie publiziert, die den Wechsel der Rolle und Art der Berufsbildung analysiert. Diese erste Veröffentlichung (in Englisch) befasst sich mit dem Konzept der Berufsbildung: Wie ist sie auf nationaler Ebene definiert? Hat sich diese Definition zwischen 1995 und 2015 weiterentwickelt? Die künftigen Publikationen werden Themen behandeln wie äussere Einflussfaktoren für die Berufsbildung, Rolle der Berufsbildung auf der Sekundarstufe II und dem Tertiärsektor, Berufsbildung hinsichtlich des lebenslangen Lernens sowie alternative Wege ihrer Weiterentwicklung.

Europa: Die Berufsbildung in der öffentlichen Wahrnehmung

Das Cedefop hat eine Meinungsumfrage (in Englisch) zur Berufsbildung publiziert. Mehr als 35'000 Europäer/innen wurden zum Image der Berufsbildung in ihrem Land befragt. In Litauen, Schweden und Finnland kannten 91% der Teilnehmenden die Berufsbildung, in Zypern oder Malta hingegen weniger als 50%. Die Berufsbildung wird oft als Bildungsweg zweiter Wahl gesehen: Aufzuzeigen, dass sie den Erwerb adäquater Kompetenzen ermöglicht, um sich dauerhaft im Arbeitsmarkt einzugliedern, stärkt ihr Image.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

SBFI-Herbstagung: Berufsbildung macht Karriere(n)

Zwei Drittel aller Jugendlichen in der Schweiz steigen über eine berufliche Grundbildung ins Erwerbsleben ein und legen damit den Grundstein für eine Berufskarriere. Im Zeitalter des lebenslangen Lernens sind die Möglichkeiten einer erfolgreichen Laufbahn für Berufsleute zunehmend wichtig. In der dynamischen Berufswelt stehen den Berufsleuten alle Bildungswege offen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, welche Karrierechancen die Berufsbildung bietet.
Tagungsunterlagen

Klarere Positionierung der höheren Fachschulen

Die revidierte Verordnung über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen (MiVo-HF) ist seit 1. November 2017 in Kraft. Damit werden die Bildungsangebote der höheren Fachschulen klarer positioniert. Insbesondere wird durch eine stärkere Arbeitsmarktorientierung das Profil der Bildungsangebote geschärft. Dies geht aus einem Bericht in den SBFI-News vom November 2017 hervor (Seite 6-7). Der Schweizerische Verband der dipl. HF (ODEC) beklagt in seinem Bulletin vom Dezember 2017 (Seite 5-6), dass das SBFI die acht Bereiche gestrichen hat, obwohl sich eine Mehrheit der Stellungnehmenden dafür ausgesprochen habe. Ausserdem fordert der ODEC, dass der Begriff "Höhere Fachschule" auf Gesetzesstufe verankert wird und dadurch geschützt werden kann.

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI den Entwurf der Änderung der Prüfungsordnung über die Berufsprüfung Sozialbegleiter/in mit eidgenössischem Fachausweis eingereicht.
Bundesblatt vom 5. Dezember 2017

Erwachsenbildung für alle, auch für solche ohne Qualifikation

Die Qualifikation Erwachsener ist ein zentraler Faktor für die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In der Reihe der "Journées spéciales", die zweimal jährlich vom EHB im Westschweizer Bildungszentrum der Baubranche durchgeführt werden, wurde von verschiedenen Seiten beleuchtet, wie Personen ohne Qualifikation in das Berufsbildungssystem beruflich und sozial integriert werden können. Vorgestellt und diskutiert wurden: die Bedürfnisse der Arbeitgeber und konkrete Massnahmen in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Facility Management; kantonale Massnahmen am Beispiel Waadt; gewerkschaftliche Anliegen und von der Unia initiierte Weiterbildungsprojekte. Schliesslich stellte der Direktor einer Berufsbildungsinstitution in Wien die österreichischen Lösungsansätze vor.
Tagungsdokumentation

Deutschland: Prämierte Industrie 4.0-Projekte

"Berufliche Aus- und Weiterbildung für die digitalisierte Arbeitswelt" lautete das Thema des Wettbewerbs um den "Hermann-Schmidt-Preis". Den Hauptpreis bekam "Excellence Initiative Industrie 4.0": Lernende der berufsbildenden Schulen Osnabrück realisierten in interdisziplinärer Teamarbeit wesentliche Prinzipen des Produktionsprozesses einer Smart Factory. Sonderpreise erhielten die Lernplattform "azubi:web", "eE4home" (intelligente Energieverteilung) und die Digitalisierung im Ausbildungsberuf Geomatiker/in.
Siehe auch: Rückblick auf die Fachkonferenz zu Berufsbildung 4.0 / Chancen der Digitalisierung zur Stärkung der beruflichen Bildung nutzen.

Mittelschulen und Hochschulen

BFS: Bericht über die Studien- und Lebensbedingungen an Hochschulen

Ungefähr 26'000 Studierende an Hochschulen wurden im Frühjahrssemester 2016 zu ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage befragt. Die durch das BFS durchgeführte Erhebung liefert aktuelle Informationen zur sozialen Herkunft der Studierenden, zur Studienfinanzierung und -förderung, zur Erwerbstätigkeit und zum Zeitbudget während des Studiums, zur Gesundheit sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Studium. Der Bericht gibt ebenfalls Informationen zum Übertritt vom Bachelor zum Master, zur Studienwahl und zur Mobilität.

EPFL: E-Learning für einen neuen akademischen Diplomtypus

Die Onlineschule EPFL Extension School bietet mehrere Programme an, damit Studierende ihre Kompetenzen im Bereich der neuen Technologien ohne vorgängige Studien entwickeln können. Sie gibt ein "Certificate of Open Studies (COS)" ab, ein neuer akademischer Diplomtypus. Alle Teilnehmenden werden eingebunden und profitieren via Videokonferenz einmal pro Woche von einer persönlichen Schulung. Um das COS zu erhalten, müssen alle Kursarbeiten und das Schlussprojekt mit Erfolg absolviert werden. Für die Kurse müssen während eines Jahres mindestens fünf bis zehn Stunden wöchentlich investiert werden. Die Kosten belaufen sich auf 300 bis 490 Franken pro Monat. Die Einschreibung für das erste Programm ist jetzt möglich.
Weitere Informationen (in Französisch)

Ja zu Erasmus+

Nach dem Ständerat hat nun auch der Nationalrat entschieden, die Übergangslösung für die Förderung der Mobilität der Studierenden für 2018 bis 2020 zu finanzieren. Gleichzeitig hat er einer Motion zugestimmt, die vom Bundesrat verlangt, die Verhandlungen für eine Vollassoziierung unverzüglich aufzunehmen.

Beratung

Ratgeber für die Berufs- und Studienwahl von Umweltberufen

Mit einem multimedialen Ratgeber will die OdA Umwelt Jugendliche und ihre Eltern bei der Berufs- und Studienwahl in der Umweltwirtschaft unterstützen. Texte und Statistiken umreissen Hintergründe und Zusammenhänge, Grafiken illustrieren die Aus- und Weiterbildungslandschaft und Bilder und Videos geben einen Einblick in den Berufsalltag von Menschen, die in der Umweltwirtschaft arbeiten.

Stories über Laufbahnen auf whatchado.com

Videostories, Unternehmen und Berufsbilder: Für die Website whatchado.com wurden in verschiedenen Ländern mehr als 6000 Menschen interviewt, die über ihre Berufe erzählen. 17 der Interviews wurden anlässlich der Euroguidance Fachtagung 2017 mit Bildungs- und Berufsberater/-innen geführt.

Buch: Kompetenzerfassung im Beratungsfeld Bildung, Beruf und Beschäftigung

Die Autorinnen und Autoren des Buchs "Kompetenzerfassung im Beratungsfeld Bildung, Beruf und Beschäftigung" führen in die theoretischen Grundlagen der Beratungskompetenz ein und stellen empirisch validierte Instrumente vor, die die Beratenden im Selbststudium bearbeiten können. Über einen Code im Buch erhalten die Lesenden Zugang zu Arbeits- und Analysewerkzeugen zur Professionalisierung ihrer Beratungstätigkeit.

NZZ-Beilage Bildung

Die Beilage der "NZZ am Sonntag" vom 26. November 2017 entwirft ein Bild verschiedener möglicher Entwicklungen und Tendenzen sowie Mängel und Chancen im Bereich der Bildung – vor dem Hintergrund der Digitalisierung, Ökonomisierung und Akademisierung. Einige Artikel sind online verfügbar.

Zukunftsstudie Bankfachspezialisten 2030

Die Prognosen und Spekulationen über die Auswirkungen der Digitalisierung und Industrialisierung auf die Bankbranche gehen weit auseinander: Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Bankdienstleistungsprozesse auf die Mitarbeitenden in klassischen bankfachlichen Tätigkeiten? Wie wirken sich die Veränderungen auf Berufsprofile aus? Das Institut für Wealth & Asset Management der ZHAW School of Management and Law hat diese Fragen im Auftrag des Zürcher Bankenverbandes und mit Praxisvertretern in einer explorativen Studie bearbeitet.

VD: Die autonome Rolle der Pflegenden im Gesetz verankert

Der Waadtländer Grosse Rat hat einen neuen Gesetzesartikel verabschiedet, der den "infirmiers praticiens spécialisés" (IPS) in der erweiterten Pflegepraxis die Kompetenz zugesteht, gewisse medizinische Verantwortung wie das Verschreiben von Medikamenten, Untersuchungen sowie weitere Handlungen zu übernehmen, die bis anhin den Ärzten vorbehalten waren. Die IPS sind Expertinnen und Experten, Inhaber/innen eines entsprechenden Masters. Laut der Waadtländer Sektion des Schweizer Berufsverbands für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner geht es nicht darum, Ärzte zu ersetzen, sondern um die Zusammenarbeit in einem klar definierten Rahmen. Die Berufsverbände werden für die Durchführungsverordnung konsultiert.

Arbeitsmarkt

Sind Arbeiten auf Probe honorarpflichtig?

In gewissen Betrieben ist es üblich, Bewerber/innen zum Probearbeiten einzuladen. Dabei wird die Eignung des Bewerbers für eine bestimmte Stelle im Betrieb praktisch getestet. Das ist grundsätzlich zulässig, wie ein Fachbeitrag von Swissmem zeigt. Ob Arbeit auf Probe zu entgelten ist, sei aber umstritten. Das Arbeitsgericht Zürich gehe beispielsweise davon aus, dass Probearbeiten in der Regel unentgeltlich erfolgen. Dies sei aber nur dann der Fall, wenn die Parteien für den Probeeinsatz die Unentgeltlichkeit vereinbart haben. Liege keine entsprechende Vereinbarung vor, werde Entgeltlichkeit vermutet.

Schweizer Arbeitnehmende sind verunsichert

Die Arbeitsbedingungen in der Schweiz sind bezüglich Motivation, Sicherheit und Gesundheit auch im Jahr 2017 gut. Dies zeigt das jüngste Barometer Gute Arbeit, das von der Berner Fachhochschule und Travail.Suisse herausgegeben wird. Kritisch wird kommentiert, dass rund die Hälfte aller Arbeitnehmenden zu wenig in der Weiterbildungstätigkeit gefördert werde. Insbesondere tiefer qualifizierte Arbeitnehmende drohten im Zuge der Digitalisierung die Arbeitsmarktfähigkeit zu verlieren. Ebenso werde die mittelfristige Arbeitsplatzsicherheit deutlich schlechter wahrgenommen als 2015.

Jedes Jahr über 1% mehr Lohn

Von 2012 bis 2016 lag die durchschnittliche jährliche Reallohnentwicklung für die Arbeitnehmenden bei +1,2%. Dies ist den Arbeitsmarktindikatoren 2017 des BFS zu entnehmen. Die Schweiz belegt mit einem jährlichen mittleren Bruttolohn von 71'694 Euro im europäischen Vergleich den ersten Platz. So sind die Löhne in der Schweiz 1,7 Mal höher als die Löhne in Deutschland und Österreich, 1,9 Mal höher als in Frankreich und 2,1 Mal höher als in Italien. Aber diese Vergleiche hinken, da sie die Konsumentenpreise nicht berücksichtigen. Eine Umrechnung in den Kaufkraftstandard zeigt, dass die in der Schweiz bezahlten Löhne 1,2 Mal höher als in Deutschland und in Österreich und 1,4 Mal höher als in Frankreich und in Italien sind.

Familienzulagen für arbeitslose Mütter

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 22. November 2017 die Vernehmlassung zur Revision des Familienzulagengesetzes eröffnet. Neu sollen auch arbeitslose Mütter, die eine Mutterschaftsentschädigung beziehen, Anrecht auf Familienzulagen haben. Angepasst werden auch die Voraussetzungen für den Bezug von Ausbildungszulagen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 15. März 2018.
Medienmitteilung

Empfehlungen für die Erhöhung des Frauenanteils in den Verwaltungsräten

"Mehr Frauen in Verwaltungsräte – 10 erprobte Tipps für die Praxis": Unter diesem Titel hat der Schweizerische Arbeitgeberverband einen Aktionsplan publiziert, um den Frauenanteil in den Verwaltungsräten systematisch zu erhöhen. Der Plan folgt auf den Verhaltenskodex (Code of Conduct, 2016) für Personalberatungsfirmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Verwaltungsräten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband will die Präsenz der Frauen in den Verwaltungsräten der 150 grössten Schweizer Unternehmen bis 2021 erhöhen. In der Ausgabe 6/2017 (erscheint am 8. Dezember 2017) publiziert die Zeitschrift PANORAMA einen Artikel über Frauen in Führungspositionen.

Digitalisierung: Unternehmen müssen sich neu erfinden

Rund 41% der Schweizer Unternehmen schätzen, dass ihre Tätigkeit durch die Digitalisierung stark oder sehr stark beeinflusst wird und sich umfassende Veränderungen für ihr Geschäftsmodell ergeben. Dies geht aus einer Studie der UBS hervor, für die 2500 Firmen befragt wurden. 44% von ihnen planen, ihre Ausgaben in diesem Bereich in den kommenden fünf Jahren zu erhöhen. Die Digitalisierung und der demographische Wandel würden grosse strukturelle Veränderungen und eine Verschiebung der Arbeitsplätze zwischen den Branchen mit sich bringen, so die Studie; dieser Prozess habe bereits begonnen.

Berufliche Integration

Die neue Stellenmeldepflicht verzögert sich

Schweizer Firmen werden voraussichtlich erst Mitte 2018 verpflichtet sein, offene Stellen zu melden; dies meldete die NZZ am 21. November 2017 unter Berufung auf Boris Zürcher, SECO. Der Bundesrat dürfte im Dezember entsprechende Beschlüsse fällen. Von der neuen Regel sind unter anderem Werkzeugmaschinisten, Metallbauzeichnerinnen, Servicepersonal und Berufe der Uhrenindustrie betroffen. Auch der Schwellenwert für die Arbeitslosenquote, ab der unbesetzte Stellen gemeldet werden müssen, liege zunächst auf 8%; die Schwelle von 5% soll erst ab 2020 gelten. Um die grosse Zahl von Dossiers bewältigen zu können, rechne das SECO mit 270 zusätzlichen Vollzeitstellen.

Viele Personalverantwortliche finden Anschreiben wenig aussagekräftig

Verzichten Bewerber/innen auf das Anschreiben, haben sie durchaus Aussicht auf Erfolg. Fast die Hälfte der Personalentscheider/innen (46%) berücksichtigt Bewerbungen auch ohne Anschreiben, wie eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt. Befragt wurden 200 Manager in der Schweiz. Von den Befragten, die auf Anschreiben verzichten können, kritisiert knapp die Hälfte deren mangelnde Aussagekraft. 40% halten Bewerbungsanschreiben für sehr subjektiv. Jeder dritte Befragte vermisst ergänzende Details zum Lebenslauf. Fast jeder Fünfte hat keine Zeit, das Anschreiben zu lesen.

Motivationssemester: Zwei von drei Teilnehmenden haben danach eine Lösung

Die jährliche Auswertung der Umfrage bei den Motivationssemestern (SEMO) ergibt für das Programmjahr 2016/2017 weitgehend das Bild des Vorjahres. So blieb die Zahl der SEMO bei 76. Daran haben 5563 Personen teilgenommen (2615 Jahresplätze), wovon 61% männlich waren. 4320 Teilnehmende (78%) wurden von den RAV bzw. von der Arbeitslosenversicherung zugewiesen. 53% der Teilnehmenden haben nachher eine berufliche Ausbildung und 15% ein Praktikum oder eine Arbeit angetreten, 32% fanden keine Lösung.

VD: Positive Evaluation des Pilotprojekts berufliche Eingliederung

Im Jahr 2015 lancierte der Kanton Waadt ein Pilotprojekt zur Förderung der beruflichen Eingliederung der Sozialhilfeempfänger/innen, indem er eine Struktur schuf, die am gleichen Ort die Kompetenzen und Instrumente der RAV und der Sozialdienste vereinigte. Der Betreuungsaufwand durch die Personalberater/innen war dabei höher als üblich. Eine Forschungsequipe der Universität Lausanne hat das Dispositiv evaluiert und positive Resultate präsentiert. Der Bericht zeigt, dass die Nutzer/innen dieses Projekts öfter eine Stellen fanden, und dass die Kosten tiefer lagen. Die Ausgabe 1/2018 der Zeitschrift PANORAMA wird mit einem Interview mit Professor Giuliano Bonoli, der die Evaluation geleitet hat, auf das Thema zurückkommen.
Medienmitteilung