Newsletter vom 12.06.2019

Aktuelle Meldungen vom 12.06.2019

Berufliche Grundbildung

SKBF: Forschungsprojekte im Bereich Berufsbildung und Weiterbildung

Das Magazin der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) erscheint fünfmal jährlich und enthält Informationen über die neusten Publikationen der schweizerischen Bildungsforschung. In der Ausgabe 2/2019 finden sich elf Projekte, welche die Berufsbildung oder die Weiterbildung thematisieren:
- Projekt "Von der Schule in den Beruf: Wege und Umwege in der nachobligatorischen Ausbildung (Zürcher Längsschnittstudie)"
- Projekt "Die Stärke von Geschlechternormen und geschlechtsstereotypische Ausbildungsaspirationen bei Jugendlichen"
- Projekt "Umsetzung der Ausbildungsaspirationen: Wahl der Sek-II-Ausbildung nach Abschluss der obligatorischen Schule"
- Projekt "Laufbahnstudie EBA: Junge Berufsleute fünf Jahre nach Ausbildungsabschluss"
- Projekt "Die ästhetische Dimension der Berufsbildung am Beispiel der Ausbildung von männlichen Landschaftsgärtnern im Lehrbetrieb"
- Projekt "Das Stellenangebot bestimmt den Berufseinstieg in der Schweiz: Ein Vergleich dualer und schulischer Berufsbildungen"
- Projekt "Die Glaubwürdigkeit der Lehrperson aus Sicht der Lernenden"
- Projekt "Wirtschafsbürgerliche Kompetenzen: technologiebasierter Test von kaufmännischen Lehrlingen in Deutschland und der Schweiz"
- Projekt "Genfer Regelungen zum Übertritt in die Sekundarstufe II – Profile und Orientierung der Schülerinnen und Schüler"
- Projekt "Situationale und individuelle Ressourcen zur Vorhersage von Lernmöglichkeiten und Laufbahnergebnissen in der beruflichen Grundbildung"
- Projekt "Digitalisierung in der Weiterbildung"

Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik: Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse

Das in der französischen Ausgabe 2/2019 der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik publizierte Dossier befasst sich mit den Lese-, Schreib- und Rechenkenntnissen, den Schlüsseln zur gesellschaftlichen Einbindung. Das Themenheft stellt vier Forschungsprojekte vor im Umfeld der Berufslehre und des Unterrichts von Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten von Personen allen Alters mit einer intellektuellen Beeinträchtigung.

BE: Berufsbildungsbrief 3/2019

Der Berufsbildungsbrief des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes des Kantons Bern vom Mai 2019 enthält Beiträge zu folgenden Themen:
- Stufenwechsel EFZ/EBA
- Kompetenzraster / Für einen erfolgreichen Einstieg in die Berufslehre
- Problematischer Umgang mit digitalen Medien
- SwissSkills 2020

SG: Studie zu den Lebenswelten von Berufslernenden

Eine Studie der Pädagogischen Hochschule St. Gallen untersucht Facetten der Lebenswelten von Lernenden in der beruflichen Grundbildung. Sie beschreibt und analysiert Aspekte wie Wertorientierungen, berufsbezogene Präferenzen, berufliche Belastungen, Herausforderungen und Sorgen, riskante Verhaltensweisen sowie die Zufriedenheit der Lernenden.
Erste Ergebnisse
Projektwebsite

VD: Verlängerung der Berufslehre für fremdsprachige Migrantinnen und Migranten

Manche junge Migrantinnen und Migranten haben ungenügende schulische und sprachliche Kenntnisse, um ihr erstes Lehrjahr erfolgreich zu beenden. Im Rahmen einer Integrationsvorlehre ermöglicht ihnen ein zusätzliches Jahr, den erforderlichen Bildungsstand zu erreichen, ihre Chancen auf eine erfolgreiche Ausbildung zu erhöhen und sich leichter in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Integrationsvorlehre wurde vom Bund als Pilotprogramm eingeführt. Der Kanton Waadt ist der erste, der sie für alle jungen Migrantinnen und Migranten anbietet (siehe Informationsblatt in Französisch). Rund 70 Waadtländer Lernende profitieren seit Schulbeginn 2018 von dieser Massnahme.
Weitere Informationen in Französisch: RTSinfo

Österreich: Nationaler Bildungsbericht 2018

Der österreichische Bildungsbericht 2018 ist die vierte Ausgabe in der Reihe der Bildungsberichte. 75 Expertinnen und Experten aus österreichischen und anderen europäischen Ländern haben Analysen, Fakten und Problemstellungen für eine bildungspolitische Diskussion aufbereitet. Band 1 trägt den Titel "Das Schulsystem im Spiegel von Daten und Indikatoren", Band 2 enthält "Fokussierte Analysen und Zukunftsperspektiven für das Bildungswesen".

Grossbritannien: Wie die Entwicklung der Berufsbildung fördern?

Die britische Nichtregierungsorganisation "Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce" (RSA) befasste sich mit der Berufsbildung in Shanghai, Russland, Singapur und in der Schweiz. Die Organisation will verstehen, wie Innovation in komplexe Bildungssysteme eingeführt werden kann. Der Bericht "Adopting global skills innovation for the UK" zeigt unter anderem, wie Innovation in der Schweiz institutionalisiert ist. Anhand dieser Beispiele suchen die Autoren Wege zur Entwicklung der Berufsbildung in Grossbritannien.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

SVEB: Anerkennung von Branchenzertifikaten auf dem Arbeitsmarkt

Der SVEB präsentierte eine Studie zur Anerkennung von Branchenzertifikaten auf dem Arbeitsmarkt. Gewisse Abschlüsse wie das Zertifikat "Pflegehelfer/in SRK" oder das vom Westschweizer Verband der Schreinermeister und Möbelfabrikanten ausgestellte Zertifikat "Fertigungsspezialist/in" haben keine staatliche Anerkennung. Oft wurden diese Zertifikate für bestimmte Herausforderungen ausgearbeitet, beispielsweise um dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt zu begegnen.
Medienmitteilung

GE: Die FFPC will Unternehmen bei der digitalen Wende unterstützen

Die Genfer "Fondation pour la formation professionnelle et continue (FFPC)", die teilweise durch die Arbeitgeber finanziert wird, will Berufsverbänden helfen, rechtzeitig auf die neuen Bildungsbedürfnisse in ihrer Branche zu reagieren. Sie spornt sie an, die Kompetenzen für die Mitarbeitenden zu ermitteln, die sie im Hinblick auf die Veränderungen in ihrem Beruf benötigen, um arbeitsmarktfähig zu bleiben. Die FFPC kann einen Teil der Kurse in diesem Bereich finanzieren.
Weitere Informationen

Europa: Journal für Erwachsenenbildungsforschung RELA

Das europäische Journal für Erwachsenenbildungsforschung RELA (European Journal for Research on the Education and Learning of Adults) erscheint seit 2009. Künftig kommen jährlich drei Ausgaben in englischer Sprache online heraus. Bei den Beiträgen in der Ausgabe zum Zehnjahres-Jubiläum geht es um Migration, Feminismus und Gender-Bewusstsein.

Mittelschulen und Hochschulen

EDK: Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität

Die EDK beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität. Der Bericht einer Steuergruppe nennt folgende fünf Handlungsfelder: Überprüfung und Weiterentwicklung des Maturitätsreglements und der Maturitätsverordnung; Überprüfung des Formats und Überarbeitung des Rahmenlehrplans aus dem Jahr 1994; Klärung der Umsetzung der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit; Weiterentwicklung der Lern- und Beurteilungskultur; Chancengerechtigkeit: Ausschöpfung des Bildungspotenzials. Bis Ende Juni 2019 können die in der Steuergruppe vertretenen Organisationen ihre Meinung zu diesem Bericht abgeben. In der Folge werden sich die EDK-Plenarversammlung und das SBFI zu den Vorschlägen äussern und Entscheide zum weiteren Vorgehen treffen.

Publikation der Kostenaufstellung der Ausbildung Humanmedizin

Die Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK) hat ihren Bericht zum Projekt "Erhebung der Kosten für Lehre und Forschung in Humanmedizin EKOH" publiziert. Er dient als Basis, um die Referenzkosten für die Ausbildung der Mediziner/innen festzulegen, das heisst, die Aufwendungen pro Student/in im Sinne des Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetzes. Der Bericht ermöglicht künftig nicht nur den Anteil der Universitätskosten, sondern auch denjenigen der Ausbildungsspitäler zu berücksichtigen. Dies war bis anhin nicht möglich. Damit verfügen die SHK und swissuniversities nun über die Referenzkosten für alle Fachbereichsgruppen (Kategorien SHIS) im Hinblick auf die Vorbereitung der BFI-Botschaft 2021–2024.
Medienmitteilung

Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften

Die Geistes- und Sozialwissenschaften können mit ihren Erkenntnissen einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen leisten. Um deren Potenziale besser zu nutzen, braucht es gezielte Förderung. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften hat Empfehlungen dazu herausgegeben.

Titelführung in der Schweiz

Der Titel "Doktor" ohne Zusatz beziehungsweise "Dr." ist nicht geschützt. Das Führen eines ausländischen Titels ist auf nationaler Ebene nicht geregelt. Swissuniversites empfiehlt daher, dass ausländische Titel, die von staatlich anerkannten Universitäten im Rahmen eines regulären Studien- und Forschungsprogramms verliehen worden sind, in der Originalform mit einem zusätzlichen Verweis auf die verleihende Universität getragen werden können. Die Entscheidung, ob und unter welchen Umständen darüber hinaus Abkürzungen (z.B. "Dr.") für den erworbenen Titel benutzt werden, liegt in der Verantwortung des Einzelnen.

Akademisches Manifest für den Frauenstreik

Angesichts der Unterrepräsentation und Diskriminierung, die sie an Schweizer Hochschulen erleiden, haben Wissenschaftlerinnen, hauptsächlich aus dem Mittelbau, ein akademisches Manifest für den Frauenstreik vom 14. Juni 2019 in der Schweiz lanciert. Das im Internet publizierte Manifest formuliert 20 Forderungen, darunter die  Lohngleichheit und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Anfang Juni 2019 wurde es dem SBFI übergeben. Eine der Mitautorinnen des Manifests äussert sich in einem Interview (in Französisch).

LU: Master in Computational Social Sciences

Die Universität Luzern lanciert auf Herbstsemester 2019 den Studiengang "Lucerne Master in Computational Social Sciences". Der englischsprachige Masterstudiengang kombiniert Sozialwissenschaften mit rechnergestützten Wissenschaften und befasst sich mit dem Einfluss der Digitalisierung auf Staaten, Ökonomien und Gesellschaften. Zugelassen sind Bachelorabsolventinnen und -absolventen of Arts und Science, die mindestens 60 ECTS in Computational Sciences, Wirtschaft, Recht, Philosophie, Politikwissenschaften oder Soziologie absolviert haben. Die Anmeldefrist wurde bis 31. August 2019 verlängert.

LU: Abnahme der Stipendien

Die Anzahl der Studierenden mit Stipendien im Kanton Luzern ist in den letzten Jahren von 1949 (2014) auf 1128 (2018) gesunken. Damit unterstützt der Kanton Luzern im gesamtschweizerischen Vergleich unterdurchschnittlich viele Studierende. Nun äussert sich Bildungsdirektor Reto Wyss in der Luzerner Zeitung: Das Ziel müsse es sein, das Niveau der ausbezahlten Stipendien wieder anzuheben.

NE: Zweiwöchiges Einstiegsseminar an der Universität

Um den Übergang vom Gymnasium an die Universität zu erleichtern, bietet die Universität Neuenburg erstmals ein zweiwöchiges Einstiegsseminar für neue Studierende an. Zur Reduktion von Studienabbrüchen fördert sie individualisiertes, selbst organisiertes Lernen. Dies sind Themen eines Interviews des Walliser Boten mit Kilian Stoffel, Rektor der Universität. Stoffel äussert sich zudem zu den Herausforderungen im tertiären Bildungsbereich und der Anzahl Frauen mit einer Professur.

SG: Begehrter St. Galler Joint Medical Master

106 Maturandinnen und Maturanden möchten ihr Bachelorstudium in Medizin ab September 2019 im "St. Galler Track" absolvieren und einen der 40 zur Verfügung stehenden Studienplätze des Joint Medical Master belegen. Voraussetzung ist, dass sie den Eignungstest für das Medizinstudium erfolgreich absolvieren. Der "St. Galler Track" konnte erstmals im Frühling 2017 als Studienprogramm gewählt werden, 86 gaben es als Programm erster Wahl an. 2017 betrug die Bestehensquote nur 20 Prozent, 2018 stieg sie auf 41 Prozent, womit die durchschnittliche schweizerische Bestehensquote um zwei Prozentpunkte übertroffen wurde.

Beratung

SDBB Verlag: Neue Heftreihe "AufKurs"

Der SDBB Verlag gibt unter dem Titel "AufKurs" eine neue Reihe von Laufbahnbroschüren heraus. Sie unterstützt Erwachsene bei der Karriereplanung. Jedes Heft bietet einen Überblick über ein Thema mit kurzen Informationstexten, Links und Porträtbeispielen. Die erste Publikation der Reihe trägt den Titel "Wie weiter nach der beruflichen Grundbildung?". Es werden die Möglichkeiten vorgestellt, die nach dem Erwerb eines EFZ oder EBA offenstehen. Die Broschüre ist im SDBB-Shop erhältlich.

Imageförderung für die Berufe in der Langzeitpflege

Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege hat der Bundesrat im Dezember 2016 entschieden, Massnahmen zur Imageförderung der Langzeitpflege zu unterstützen. Nun lancieren die Branchenorganisationen Curaviva Schweiz, Spitex Schweiz und OdASanté mit Unterstützung des SBFI die nationale Kampagne "Der wichtigste Job der Welt". Damit sollen Jugendliche und Erwachsene in der Berufswahl, Fachleute im Pflege- und Gesundheitsbereich sowie eine breitere Öffentlichkeit über Berufsabschlüsse und die Karrierechancen in der Langzeitpflege informiert werden. Hauptziel der Kampagne ist, die Zahl der Abschlüsse auf Tertiärstufe im Pflegebereich zu erhöhen.
Medienmitteilung der OdA Schweiz

Forum von FH Schweiz zum Thema Weiterbildung

Das 6. FH Schweiz Forum thematisiert Fragen rund um Weiterbildungen, die FH-Lohnstudie 2019, Veränderungen beruflicher Werdegänge aus theoretischer und praktischer Sicht, Generationenmanagement und Auszeit. Den Gruppenrunden folgt das Podium "Weiterbildung – der Schlüssel zu Erfolg und Zufriedenheit" mit Niklaus Brantschen, Zen-Meister, Martina Hirayama, Direktorin SBFI, und Jean-Marc Pivetau, Rektor ZHAW. Das Forum findet am 28. Juni 2019 um 17.30 Uhr in Zürich statt.
Anmeldung

Arbeitsmarkt

Arbeitsintegration: Keine Ausschreibungspflicht

Aufträge an Organisationen der Arbeitsintegration müssen auch künftig nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Dies hat der Ständerat beschlossen, der damit in der Differenzbereinigung dem Beschluss des Nationalrats folgt. Die Organisationen der Arbeitsintegration werden nun in Artikel 10 des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen als Ausnahme genannt. Die Kantone bleiben frei, ihre Beschaffungsstrategien entsprechend lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse zu definieren. Weil die Organisationen nicht dem ausländischen Wettbewerb ausgesetzt sind, wird das Risiko von Lohndumping und prekären Arbeitsverhältnissen minimiert, argumentierten Befürworter der Lösung unter anderem.

SECO: Anhaltende Bemühungen zum Schweizer Lohnschutz

Das SECO hat seine jüngsten Berichte zur Umsetzung der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr Schweiz – EU (FlaM Bericht 2018 mit dem statistischen Anhang) sowie zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA Bericht 2018) veröffentlicht. Die Berichte zeigen, dass die Kontrolldichte auf dem Arbeitsmarkt 2018 hoch blieb. Laut dem FlaM Bericht wurden 2018 173'000 Personen in mehr als 42'000 Unternehmen überprüft (7% der Schweizer Unternehmen und 35% der entsandten Arbeitnehmer/innen). In Bezug auf die Schweizer Unternehmen blieben die erhobenen Lohnunterbietungsquoten stabil (13%). Im Rahmen des BGSA wurden 2018 12'023 Betriebskontrollen (+0,4% im Vergleich zum Vorjahr) und 37'111 Personenkontrollen (+2,9%) durchgeführt.
Weitere Informationen

BFS: Hohe Anzahl geleistete Arbeitsstunden

2018 wurden in der Schweiz 7,891 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden lag durchschnittlich bei 41 Stunden und 8 Minuten. Die Anzahl der jährlichen Ferienwochen betrug 5,2 Wochen. Im EU28/EFTA-Ländervergleich, der einer anderen Methodik folgt, liegen Island und die Schweiz an der Spitze. Frankreich bildet mit 37 Stunden und 36 Minuten den Schluss der Rangliste. Diese Zahlen hat das BFS auf Basis der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung publiziert.

Digitalisierungseffekt: Neue Jobs in Schweizer Unternehmen

Eine 2017 publizierte Studie kam zum Schluss, die Automatisierung bedrohe 47% aller Arbeitsplätze in den USA. Eine neue Studie der KOF auf Basis einer Umfrage zu Digitalisierungsaktivitäten von Schweizer Firmen (2016) und dem Swiss Innovation Survey (2015) relativiert dieses Szenario. Sie zeigt: Investieren Schweizer Firmen in die Digitalisierung, steigt die Zahl der hoch qualifizierten Arbeitskräfte, während jene der gering Qualifizierten leicht abnimmt. Die Autoren warnen vor der Gefahr, dass die Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung zunehme. Es sei deshalb unerlässlich, gering und mittel qualifizierte Angestellte dabei zu unterstützen, Fähigkeiten zu erwerben, mit denen sie neue, im Zuge der Digitalisierung entstandene Aufgaben übernehmen können.

Studie: Kinderbetreuung und Teilnahme der Frauen am Arbeitsmarkt

Zur Kinderbetreuung unterbrechen Schweizer Frauen ihre berufliche Tätigkeit durchschnittlich während 9,2 Jahren, Frauen ohne Ausbildung während 12,1 Jahren und Frauen mit einem Tertiärabschluss während 6,7 Jahren. Letztere erleiden die grösste Lohneinbusse (bis eine halbe Million Franken während einer 25-jährigen Karriere). Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Neuenburg im Auftrag von Pro Familia (siehe deutsche Zusammenfassung). Laut dieser Studie würde sich bei einer 30-prozentigen Erhöhung des Angebots an Betreuungsplätzen (+18'000 Plätze) der Beschäftigungsgrad der Mütter um 70% erhöhen. Die Mehrkosten würden durch steuerliche Erlöse der erwerbstätigen Mütter kompensiert. Ihr Armutsrisiko und ihre finanzielle Abhängigkeit würden reduziert.
Weitere Informationen (in Französisch)

Berufliche Integration

Bundesrat befürwortet Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes

Der Bundesrat hat den Entwurf zur Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes verabschiedet und dem Parlament überwiesen. Um die Abläufe zu vereinfachen, soll künftig die Pflicht entfallen, bei Bezug von Kurzarbeits- oder Schlechtwetterentschädigung eine Zwischenbeschäftigung zu suchen oder anzunehmen. Ausserdem soll der administrative Aufwand reduziert werden. Gleichzeitig soll die Gesetzesrevision die Umsetzung der E-Government-Strategie im Bereich der Arbeitslosenversicherung ermöglichen. Das revidierte Gesetz soll 2021 in Kraft treten.
Medienmitteilung

IV: Zahlen und Fakten 2018

2018 hat die Zahl der laufenden IV-Renten um 0,5% auf 216'200 abgenommen. Die neu zugesprochenen Renten sind stabil geblieben (15'400 gegenüber 14'700 im Vorjahr). Dagegen profitierten immer mehr Personen von den beruflichen Eingliederungsmassnahmen (+7% zwischen 2017 und 2018). Seit 2009 hat sich ihre Zahl fast verdoppelt. Laut BSV spiegeln diese Zahlen die Neuausrichtung der IV von einer Renten- zu einer Eingliederungsversicherung. Mit der Annahme der neuen Gesetzesgrundlage für Sozialdedektive können im Rahmen der Bekämpfung des Versicherungsmissbrauchs die Observationen wieder aufgenommen werden.
Medienmitteilung

Erfolgreicher Start der Integrationsvorlehren für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene

Seit bald einem Jahr bietet die Schweizer Wirtschaft zusammen mit Kantonen und dem Bund das "Pilotprogramm Integrationsvorlehre" (INVOL) an. Es soll die berufliche Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen verbessern. Anlässlich eines Besuchs bei einem Lehrbetrieb würdigten Bundesrätin Karin Keller-Sutter und die Berner Regierungsrätin Christine Häsler die ersten Erfolge des vierjährigen Programms. Im ersten Jahr absolvieren rund 700 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in 18 Kantonen eine Integrationsvorlehre. Am Pilotprogramm beteiligen sich aktuell zwölf Branchen- und Berufsverbände.
Medienmitteilung