Newsletter vom 25.04.2018

Aktuelle Meldungen vom 25.04.2018

Berufliche Grundbildung

Parlamentarische Vorstösse aus der Frühlingssession 2018

Während der Frühlingssession des Bundesparlaments im März 2018 wurden folgende Vorstösse zur Berufsbildung eingereicht:
- Weiterbildungsoffensive "Digitalisierung" für ältere bildungsferne Arbeitnehmende (Motion 18.3219)
- Höhere Fachschulen stärken (Motion 18.3240)
- Formale Weiterbildung im Tertiärbereich vermehrt auf ältere und erfahrene Erwachsene ausrichten (Motion 18.3359)
- Milizarbeit, auch im Parlament, valorisieren (Postulat 18.3347)
- Digitalisierung – Die berufliche Grundbildung an die Anforderungen der Unternehmen anpassen (Interpellation 18.3298)
- Duale Bildung, Beratung der Lernenden: Lücken am Horizont? (Postulat 18.3275)

BFS: Was auf den Abschluss mit EFZ folgt

85% der Absolventinnen und Absolventen einer Ausbildung mit EFZ haben spätestens drei Monate nach Abschluss eine Erstbeschäftigung. 46% bleiben im Lehrbetrieb. 19% sind im Zeitraum von zweieinhalb Jahren nach dem Erwerb des EFZ mindestens einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Erwerbs- und Ausbildungsperioden überlappen sich häufig. Dies sind einige Ergebnisse einer Studie des BFS über die Verläufe der 89'000 Absolventinnen und Absolventen der Sekundarstufe II von 2012 bis Ende 2015.

Restaurantberufe EFZ und EBA: Anhörung

Das SBFI unterbreitet die Entwürfe der Totalrevision der Bildungsverordnungen und Bildungspläne für die Berufe Restaurantfachfrau/fachmann EFZ und Restaurantangestellte/r EBA zur Vernehmlassung. Anhörungsfrist: 30. Juni 2018. Die Dokumente können hier heruntergeladen werden.

SBFI News: Reorganisation der eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfung

Die SBFI News vom April 2018 befassen sich insbesondere mit der Reorganisation der eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfung. Dank dieser Prüfung ist es möglich, eine Berufsmaturität unabhängig vom Besuch eines anerkannten Bildungsgangs zu erlangen. Ab 2019 werden Richtlinien und Musterprüfungen die Stoffpläne ersetzen. Zudem werden die Prüfungen vom SBFI organisiert. Zu den anderen Themen der SBFI News gehören die Resultate der Verbundpartnertagung zur Berufsbildung 2018.

EHB: Jahresbericht zum Zehnten

Der Bundesrat hat den Geschäftsbericht 2017 des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) genehmigt. Das EHB feierte 2017 sein 10-Jahr-Jubiläum. 2017 absolvierten über 15'000 Personen eine Aus- oder Weiterbildung. Das EHB war an 42 Forschungsprojekten beteiligt und begleitete im Auftrag von OdA Berufsreformen und -revisionen. Das EHB nahm zwölf internationale Mandate in elf verschiedenen Ländern wahr und empfing 43 ausländische Delegationen.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im April 2018

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 4/2018
Siehe insbesondere die Antwort der Urner Regierung auf eine Interpellation bezüglich der beruflichen Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen.

Lebensmittelwirtschaft: Käserinnen-Lehrgang in Oman

Im Oman gibt es einen im ganzen arabischen Raum beliebten Halbhartkäse. Die gewerbliche Käseherstellung aber steckt noch in den Anfängen. Es sind vor allem Frauen, die sich in der Käseherstellung engagieren. Ein Schweizer Käserlehrmeister und seine Frau haben während eines Monats den dortigen Frauen das Käsen beigebracht. Darüber berichtet Foodaktuell.ch. Der vollständige Artikel ist in der Zeitschrift Alimenta vom 18. April 2018 erschienen (französisch).

BE: Vorbereitendes Angebot für Erwachsene mit Berufsziel FaGe

Unter der Federführung des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Bern haben vier Berufsfachschulen und die OdA Gesundheit Bern ein neues Angebot "Grundkompetenzen FaGe E" konzipiert. Das Angebot ist auf Erwachsene ausgerichtet, die für eine Ausbildung zur/zum FaGe EFZ in Frage kommen, sich jedoch in ihren sprachlichen, mathematischen und/oder Informatik-Kenntnissen verbessern müssen, um eine Lehrstelle zu erhalten. Ebenfalls können Erwachsene daran teilnehmen, die den Abschluss FaGe EFZ über die Nachholbildung (Art. 32) oder das Validierungsverfahren (Art. 31) anstreben. Die ersten Module starten im Oktober 2018.

BL: Reorganisation der nachobligatorischen Bildungsstufen

Innerhalb der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion werden das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (AfBB), die Dienststelle Gymnasien sowie der Stab Hochschulen zu einer neuen Dienststelle zusammengeführt. Die neue Dienststelle Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen nimmt den Betrieb per 1. Juli 2018 auf. Der Regierungsrat hat Doris Fellenstein, bisherige Leiterin des Stabs Hochschulen, zur Leiterin der neuen Dienststelle gewählt. Heinz Mohler leitet neu die Hauptabteilung Berufsbildung und Berufsberatung. Der bisherige Amtsleiter AfBB, Hanspeter Hauenstein, geht in Pension.
Medienmitteilung

JU: Neue Verantwortliche für die Berufs- und Allgemeinbildung

Die jurassische Regierung hat Cindy Kottelat zur Verantwortlichen für die Berufs- und Allgemeinbildung ernannt. Sie übernimmt ihre Funktionen im Berufsbildungsamt (Service de la formation des niveaux secondaire II et tertiaire) ab Mai 2018. Sie folgt auf Jean-Luc Portmann, der in Pension geht. Die 33-jährige Cindy Kottelat ist Inhaberin eines Bachelors als Primarlehrerin und eines Lehrdiploms für Allgemeinbildung. Gegenwärtig schliesst sie den dreisprachigen Master of Science in Berufsbildung ab. Ihre Masterarbeit thematisiert den Informatikeinsatz im Unterricht. Gleichzeitig unterrichtet sie an der gewerblichen Abteilung des jurassischen Berufsbildungszentrums, wo sie auch Branchenverantwortliche ist.
Medienmitteilung (in Französisch)

NE: Schaffung eines Lehrbetriebs-Netzwerks

Angeregt durch die Erfahrungen des Freiburger Lehrbetriebsverbunds (fribap) ist das Netzwerk der Neuenburger Lehrbetriebe (REN) geschaffen worden, um KMU zur Ausbildung von Lernenden zu ermuntern. Das Netzwerk entlastet sie von administrativem Aufwand und erlaubt ihnen, sich auf das Vermitteln von Know-How zu konzentrieren.

OW: Erster ABU-Abschluss im modularen Ausbildungsgang

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Obwalden bietet seit dem Schuljahr 2016/17 einen modularisierten Ausbildungsgang "Allgemeinbildender Unterricht (ABU) für Erwachsene" für Personen aus der ganzen Schweiz an. Den Rahmenbedingungen von Erwerbstätigen wird mit einer Kombination von Selbststudium, Präsenz- und Onlineunterricht Rechnung getragen. Nun hat die erste Absolventin die Allgemeinbildung erfolgreich abgeschlossen.

SG: IT-Bildungsoffensive

Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen legt dem Kantonsrat eine Vorlage zur IT-Bildungsoffensive vor. Diese betrifft unter anderem auch die Berufsbildung: Eine digitale Plattform soll die Akteure der Berufsbildung – Betriebe, Schulen und Branchen­verbände – zusammenführen und lernortübergreifende Ausbildungen ermöglichen. Die Bevölkerung soll im Februar 2019 über die Vorlage abstimmen. Somit könnten die Massnahmen ab 2019 wirken.

Deutschland: Berufsbildungsbericht 2018

In nur wenigen Jahren haben sich die bildungspolitischen Herausforderungen in Deutschland gravierend verändert: Dominierten vor einigen Jahren die Stichworte Ausbildungsplatzmangel, fehlende Ausbildungsreife und Übergänge, sind es heute die Themen Lernendenmangel, Passungsprobleme und Berufsorientierung. Insbesondere Ausbildungsstellen in typischen "Hauptschüler-Berufen" sind von Besetzungsproblemen betroffen, zumal sich Bewerberinnen mit höheren Schulabschlüssen immer noch schwertun, neben den Wunsch- Alternativlösungen zu akzeptieren.
Berufsbildungsbericht 2018 der Bundesregierung
BIBB-Datenreport 2018 zum Berufsbildungsbericht

Österreich: Zweiter Lehrlingsmonitor

Zum zweiten Mal haben die Arbeiterkammer und der Österreichische Gewerkschaftsbund die Lehrlinge zu ihren Arbeits- und Lernbedingungen befragt. Dazu wurde eine bundesweite Online-Befragung von Lernenden im letzten Lehrjahr durchgeführt. Es wurden 6024 gültige Fragebögen ausgewertet. Einer Kurzzusammenfassung kann entnommen werden, welche Lehrberufe von den Lehrlingen am besten und welche am schlechtesten bewertet werden, wie sie die Ausbildungsqualität und das Arbeitsklima empfinden und wie sie ihre berufliche Zukunft einschätzen.
Lehrlingsmonitor 2017/2018

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständige Organisation der Arbeitswelt hat dem SBFI den Entwurf der Änderung über die Berufsprüfung für Sportartenlehrer/in (Fachrichtungen Mountainbike und Triathlon) mit eidgenössischem Fachausweis eingereicht.
Bundesblatt vom 17. April 2018

Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben: Bericht zur Kampagne "Einfach besser!

In Zusammenarbeit mit zehn Partnerkantonen haben der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben und die Interkantonale Konferenz für Weiterbildung im Herbst 2017 die schweizweite Pilotkampagne "Einfach besser!" zur Förderung der Grundkompetenzen lanciert. Dank dieser Kampagne wurde die Thematik der Grundkompetenzen zum ersten Mal schweizweit angesprochen. Der Abschlussbericht der Pilotphase zeigt auch für das Jahr 2018 die Wünschbarkeit der Fortführung der Kampagne. Dies sei besonders wichtig, weil eine stetige, kommunikative Wiederholung für einen langfristigen Effekt auf die Zunahme von Kursanmeldungen notwendig sei.

Teilnahme der Schweiz an der nächsten PIAAC-Runde

Das SBFI hat angekündigt, dass die Schweiz an der nächsten Runde des Programms für die internationale Untersuchung der Kompetenzen Erwachsener (PIAAC) der OECD teilnehmen kann. Der Start ist 2021. Die Evaluation ist ein Pendant zur PISA-Studie, konzentriert sich jedoch auf die Erwachsenen und ihre Grundkompetenzen in den verschiedenen beteiligten Ländern. Der Schweizerische Verband für Weiterbildung, der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben sowie der Verband der Schweizerischen Volkshochschulen begrüssen diesen Entscheid in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Mittelschulen und Hochschulen

Bioinformatik entdecken

Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat das Schweizer Bioinformatik-Institut (SIB) mehrere Projekte gestartet, um das Anwendungsgebiet und die Berufe der Bioinformatik bekannt zu machen. Diese an die breite Öffentlichkeit gerichteten Projekte erstrecken sich über das ganze Jahr 2018. Sie enthalten unter anderem einen Film über die schweizerische Bioinformatik, eine Web-Serie zum Einblick in das Leben und die Herausforderungen eines Bioinformatikers und ein Smartphone-Spiel.
Weitere Informationen (in Französisch oder Englisch)

TI: Was Jugendliche über Digitalisierung und Bildung denken

Schülerinnen und Schüler der Handelsmittelschule befürworten, dass in der Schule die wichtigsten Computerprogramme und ein kritischer Umgang mit dem Internet vermittelt werden. Gegenüber einer zu starken Integration von Computern, Tablets und Smartphones in den Unterricht sind sie skeptisch eingestellt. Ausserdem finden sie, dass in die Weiterbildung von Lehrkräften investiert werden müsse. Das sind einige Ergebnisse einer Debatte im Jugendparlament von Bellinzona vom März 2018.
Medienmitteilung

Beratung

Berufswahl-Portfolio überarbeitet

Das Berufswahl-Portfolio des S&B Institut wurde überarbeitet. Neu sind Vergleichsmöglichkeiten mit im Lehrplan 21 geforderten Kompetenzen sowie das Kapitel "Vergleich Ich – Beruf". Dieses behandelt die vertiefte Informationsbeschaffung zu zwei bis drei Berufen und vergleicht sie mit persönlichen Kompetenzen. Komplett überarbeitet wurde das Kapitel zum Bewerbungsprozess.

Kostenbeteiligung für Laufbahnberatungen

Seit 2005 erheben einige Kantone der Deutschschweiz eine Kostenbeteiligung für Laufbahnberatungen. Anfang 2018 hat auch der Kanton Zug eine solche einführt. Für neunzigminütige Erstgespräche wird eine Pauschale von 150 Franken verrechnet. Die Vollkosten pro Stunde betragen 200 Franken (inklusive Mehrwertsteuer), der Kanton übernimmt also die Hälfte. Die Gebühren für Laufbahnberatungen variieren zwischen kostenlos (zum Beispiel BL), einer Pauschale von 65 Franken (SG) und 180 Franken (AG). Je nach Kanton gelten sie ab 20 oder ab 25 Jahren. Erwachsene mit geringem Einkommen oder ohne Erstausbildung sind meist von den Kosten befreit.
Medienmitteilung Kanton Zug

Weiterbildungen zu Trauma, Migration und Beratung

Eine Website des Schweizerischen Roten Kreuzes informiert über Weiterbildungen und Veranstaltungen in den Bereichen Trauma, Migration und professionelle Begleitung. Sie erklärt zudem Entstehung und Auswirkungen eines Traumas und beschreibt Belastungen und Schrecken während der Migration. Interessierte finden verschiedene Institutionen und ihre Projekte für geflüchtete Menschen. Die Website entstand im Rahmen des Nationalen Programms Migration und Gesundheit und wurde durch das Bundesamt für Gesundheit finanziell unterstützt.

Fördern Computerspiele berufsrelevante Kompetenzen?

Medizinstudierende, die als Jugendliche viel Zeit mit Action-Videogames verbracht haben, haben einen Vorsprung: Sie operieren schneller und machen weniger Fehler. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die im Magazin Horizonte vorgestellt wurde. Weitere Studien weisen darauf hin, dass Gamen Jugendliche dabei unterstützt, die Skills von morgen zu erwerben, und dass das Spielen von Videogames die kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflussen kann. In den USA schreiben gemäss der Autorin einige Stellenbewerbende Führungserfahrungen, die sie in Computerspielen erworbenen haben, in den Lebenslauf.

Neue Karriere-Modelle

Neue Karriere-Modelle gibt es erst wenige, obwohl man sich in den Arbeitsprozessen zunehmend flexibel und agil aufstellen müsse, berichtet die Zeitschrift Managerseminare in ihrer Ausgabe vom 23. März 2018. Neue Modelle würden vor allem in Unternehmen wie Trivago gefunden. Nach deren Konzept kann jeder Mitarbeitende zwischen verschiedenen Rollen und Funktionen wechseln – was aber die Unsicherheit betreffend der Zukunft nicht mindere. Um für den Markt attraktiv zu bleiben, könne man sich mittels sozialen Netzwerken einen Ruf als Experte auch ausserhalb des Betriebs aufbauen.

ZH: Angebote für Migrantinnen und Migranten

Im Herbst 2017 startete im Kanton Zürich das vierjährige Pilotprogramm Integrationsvorlehre. Diese bereitet anerkannte Flüchtlinge auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vor. Für das Aufnahmeverfahren sind die kantonalen Berufsinformationszentren (biz) und das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich zuständig. Diese Institutionen bieten auch sogenannte Integras-Angebote für migrierte Menschen an. 2017 wurden 12 Informationsveranstaltungen in 8 verschiedenen Fremdsprachen mit 320 Teilnehmenden durchgeführt. 57 Deutschkurs-Klassen besuchten ein Berufsinformationszentrum. In 352 Einzelberatungen (2,4% aller Einzelberatungen) standen Fragen zur Integration im Vordergrund.

Arbeitsmarkt

Ein Zwölftel der Arbeitnehmenden hat befristeten Arbeitsvertrag

2017 waren 8,0% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem befristeten Arbeitsverhältnis angestellt, gegenüber 6,7% im Jahr 2010. Nahezu ein Viertel der Arbeitnehmenden zwischen 15 und 24 Jahren (22,7%) hatte einen solchen Arbeitsvertrag, ein Grossteil davon waren Praktikumsverträge (40,9%). Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung hervor.
Medienmitteilung

Jeder fünfte Jugendliche ist nach der Lehre zeitweise arbeitslos

Manche Jugendliche haben nach einer Berufslehre mit Fähigkeitszeugnis (EFZ) Mühe, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. 19% sind innerhalb der ersten 30 Monate nach Abschluss mindestens einmal als arbeitslos registriert. Dies ist insbesondere im Tessin (38%) und in der Romandie (28%) der Fall. Meistens handelt es sich dabei um kurzfristige Arbeitslosigkeit (insgesamt maximal sechs Monate). Dies geht aus einer Studie des BFS hervor. Die registrierte Arbeitslosigkeit widerspiegelt nur teilweise die Situation der Personen mit EFZ, denn einige erwerbslose Jugendliche verzichten darauf, sich arbeitslos zu melden.

Deutschland: Arbeitsmarkteffekte der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat kaum Auswirkungen auf das Gesamtniveau der Beschäftigung in Deutschland, führt aber zu grösseren Verschiebungen von Arbeitsplätzen zwischen Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus. Das zeigt eine Szenarioanalyse, die eine im Jahr 2035 vollständig digitalisierte Arbeitswelt (Wirtschaft 4.0) mit einer Welt vergleicht, in der sich der technische Fortschritt am bisherigen Entwicklungspfad orientiert.

Berufliche Integration

Einführung der Stellenmeldepflicht

Ab dem 1. Juli 2018 sind die Arbeitgeber verpflichtet, den RAV alle offenen Stellen in den Berufsarten zu melden, deren Arbeitslosenquote von 8% aufweist (5% ab dem 1. Januar 2020). Die Einführung dieser Regelung beruht auf den Entscheiden des Parlaments und des Bundesrats zur Umsetzung der "Volksinitiative gegen Masseneinwanderung". Der Gesamtprozess wird vom SECO gesteuert und von den Kantonen angepasst und umgesetzt. Ausgabe 2/2018 der Zeitschrift PANORAMA (erschienen am 20. April 2018) widmet diesem Thema ein Dossier von vier Seiten.

RAV: Einführung der Suche nach "Skills"

Das bestehende AVAM-Matching wird erweitert: Ab Juli 2018 besteht die Möglichkeit, Stellensuchende nach berufsspezifischen Fähigkeiten und Fachkenntnissen (Skills) zu suchen. Skills stellen einen zentralen Erfolgsfaktor für die RAV dar und erlauben das effiziente Zusammenführen von offenen Stellen und Stellensuchenden im AVAM. Das SECO unterstützt RAV und Kantone bei der Umsetzung. Dies ist der Ausgabe 3/2018 des SECO-Newsletters "Strategische Projekte und Vorhaben" zu entnehmen.

Gestiegene Wirkung der öffentlichen Arbeitsvermittlung

Die Wirkung der öffentlichen Arbeitsvermittlung verbesserte sich zwischen 2003 und 2016, wie eine Studie zeigt. So sank die durchschnittliche Taggeldbezugsdauer um 4,5% (rund 8 Tage, Einsparung im Jahr 2017 von rund 250 Mio. Franken). Ebenso konnte die Quote der Langzeitarbeitslosigkeit um 3,3 Prozentpunkte reduziert werden (Rückgang: 11%). Hingegen blieb das Aussteuerungsrisiko unverändert. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Wirkung vor allem bei Stellensuchenden mit mittleren Bezugsdauern verbessert hat. Ein Bericht zur Studie findet sich auch in der Zeitschrift Volkswirtschaft.

Qualitätssicherung in der Arbeitsintegration

Eine Arbeitsgruppe des Verbandes "Supported Employment Schweiz" (SES) hat ein Instrument entwickelt, mit dem Organisationen der Arbeitsintegration die eigenen Dienstleistungen überprüfen und weiterentwickeln können. Es enthält Fragen zu wichtigen Qualitätsaspekten von Supported Employment oder Supported Education, die mit internationalen Standards und wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterlegt sind. SES entwickelt auch Weiterbildungen zu diesen Themen.

Schlüsselrolle der Gemeinden bei der Arbeitsintegration von Flüchtlingen

Den Gemeinden kommt bei der Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen eine wichtige Rolle zu. Dies betonte Reto Lindegger, Direktor des Schweizerischen Gemeindeverbands, in einem Referat an der Veranstaltung "Dialog Asyl- und Flüchtlingspolitik" im Kanton Luzern. "Letztlich spielt es keine Rolle, wer wann zuständig ist. Am Schluss zählt für alle Beteiligten nur, wie viele Personen sich aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich von der Sozialhilfe ablösen konnten." Regierungspräsident Guido Graf unterstrich die Rolle der Gemeinden bei der Suche nach Arbeits- oder Praktikumsstellen vor Ort. "Klopfen Sie beim Gewerbe an und ermuntern Sie sie, eine Anstellung von Flüchtlingen in Betracht zu ziehen."

Jugendliche in der Sozialhilfe: Bessere Koordination nötig

2016 waren in der Schweiz 41'500 Personen zwischen 15 und 25 Jahren auf Sozialhilfe angewiesen. Das höchste Sozialhilferisiko haben Junge ohne Ausbildung. In den Kantonen und Städten gibt es zwar schon heute eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten, aber sie sind schlecht koordiniert. Das zeigt eine neue Studie. Gefordert seien vorab die Kantone. Die Autorinnen schlagen die Schaffung von kantonalen Triagestellen nach dem Vorbild des Kantons Bern vor. Lücken im Angebot ortet die Studie bei Gruppen wie jungen Müttern oder Flüchtlingen. Die Zeitschrift PANORAMA berichtet in ihrer Ausgabe vom Juni 2018 ausführlich über die Studie.

Verschiedenes

SDBB: Jahresbericht 2017

Der Jahresbericht 2017 des Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SDBB), das auch diesen Newsletter herausgibt, ist erschienen. Der Bericht bietet auf drei Seiten einen groben Überblick über die Aktivitäten, das Personal und die Finanzierung des SDBB.