Newsletter vom 11.10.2017

Aktuelle Meldungen vom 11.10.2017

Berufliche Grundbildung

SBFI-Tagung "Berufsabschluss für Erwachsene": Unterlagen verfügbar

Am 27. September 2017 hat das SBFI in Bern eine Tagung zum Berufsabschluss für Erwachsene durchgeführt. Gut 170 Fachleute tauschten sich in Workshops über ihre Erfahrungen sowie über Chancen und Herausforderungen in der Praxis aus. An der Tagung wurden das neue Handbuch "Berufliche Grundbildung für Erwachsene" des SBFI und zwei Studien zum Thema vorgestellt: aus Sicht von Arbeitgebenden und aus Sicht von betroffenen Erwachsenen. Eine Zusammenfassung der beiden Studien findet sich in Ausgabe 5/2017 der Zeitschrift PANORAMA (erscheint am 20. Oktober 2017).

SBFI-Herbsttagung der Berufsbildung

Am Dienstag, 28. November 2017 findet in Bern die SBFI-Herbsttagung der Berufsbildung statt. Das Tagungsthema lautet "Berufsbildung macht Karriere(n)". Das Programm wie auch weitere Informationen sind auf der Website der Tagung verfügbar. Die Anmeldung erfolgt online – Anmeldeschluss ist am 10. November 2017.

EBMK: Protokoll der Sitzung vom 8. Juni 2017

Die Eidg. Berufsmaturitätskommission EBMK behandelte an der Sitzung vom 8. Juni 2017 die Anrechnung der Fremdsprachendiplome, den Zeitpunkt der Erstellung der IDPA in schulisch organisierten Grundbildungen, die Anerkennungsverfahren und die Stärkung der Berufsmaturität. An den eidgenössischen Prüfungen haben 283 Kandidatinnen und Kandidaten teilgenommen.

Schuhberufe: Bildungsverordnungen erlassen

Das SBFI hat die revidierten Verordnungen für die Berufe Schuhmacher/in EFZ und Orthopädieschuhmacher/in EFZ erlassen. Die revidierten Bestimmungen treten am 1. Januar 2018 in Kraft. Die gedruckten Versionen werden demnächst beim BBL erhältlich sein. Die elektronischen Versionen können auf der Website des SBFI abgerufen werden.

Uhrenberufe: Anhörung

Im Rahmen der Revision der Bildungsverordnungen und -pläne für die Berufe Polisseuse/Polisseur EBA und Oberflächenveredler/in Uhren und Schmuck EFZ unterbreitet das SBFI die Entwürfe bis 30. November 2017 zur Stellungnahme. Die Dokumente können über die Website des SBFI heruntergeladen werden.

Zweite französische und italienische Auflage der "Dokumentation Berufsbildung"

Die französische und die italienische Fassung der "Dokumentation Berufsbildung" wurden aktualisiert. Neben grundlegenden Informationen zu rund 150 Themen enthält dieses Arbeitsinstrument 200 Abbildungen. Es richtet sich an alle Personen, die über die Berufsbildung informieren. Die Grafiken können übernommen und in PowerPoint-Präsentationen eingefügt werden. Die Abbildungen in Kapitel 7 entsprechen den Grafiken in der Broschüre "Berufsbildung in der Schweiz – Fakten und Zahlen", die vom SBFI herausgegeben und jährlich aktualisiert wird. Die deutsche Ausgabe wurde 2016 auf den neuesten Stand gebracht.

EHB: neuer stellvertretender Direktor

Jean-Pierre Perdrizat wurde zum stellvertretenden Direktor des EHB sowie zum Regionalleiter Lausanne ernannt. Er tritt die Nachfolge von Alexandre Etienne an, der die Leitung der Berufsfachschule Soziales-Gesundheit des Kantons Freiburg übernommen hat. Jean-Pierre Perdrizat leitet seit 2010 das Zentrum für Berufsentwicklung am EHB; er behält diese Aufgabe bei.
Medienmitteilung

BFS: Bildungsinstitutionen 2017

Laut dem BFS bestanden zu Beginn des Schuljahres 2015 in der Schweiz 10'568 Bildungsinstitutionen (über alle Bildungsstufen hinweg). 2,9% der Institutionen vermitteln eine berufliche Grundbildung, 2,1% eine allgemeinbildende Ausbildung (Gymnasien, FMS) und 2,8% eine höhere Berufsbildung. In der lateinischen Schweiz ist der Anteil der Berufsschulen mit vollschulischer Ausbildung höher als in der Deutschschweiz.

FaGe: Berufs- und Bildungsverläufe

Ein Viertel der Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) bleibt dem Beruf langfristig treu. Die grosse Mehrheit zieht es weiter auf die Tertiärstufe im Gesundheitsbereich. Diese Resultate haben das Schweizerische Observatorium für die Berufsbildung OBS EHB und die Nationale Dachorganisation der Gesundheitsberufe OdASanté veröffentlicht. Die Ergebnisse zu den Berufslaufbahnen von FaGe stammen aus einer nationalen Laufbahnstudie, für die 2000 FaGe befragt wurden, die ihre Ausbildung 2011 abgeschlossen haben.

Firma Bühler: Systematische Auslandsaufenthalte der Lernenden

Seit 2008 haben 136 Lernende mehrere Monate ihrer Berufslehre an einem Bühler-Standort ausserhalb der Schweiz verbracht, so in China, Indien, Südafrika, Brasilien, Grossbritannien, Deutschland oder den USA. Diese Auslandseinsätze bereiten die Lernenden auf das internationale Arbeitsumfeld bei Bühler vor. In Kombination mit dem Fernunterrichtskonzept "Class Unlimited" ist diese Ausbildung weltweit einzigartig.

Die Schweiz ist Europameister an den Agrolympics

Anlässlich der Europea Agrolympics Meisterschaft hat eine Auswahl von vier Lernenden Landwirt/in EFZ der Westschweizer Schulen (BE/JU, NE, VD, VS) im deutschen Burgstädt den Sieg unter 25 europäischen Ländern errungen. Das Hauptziel von Europea ist der Erfahrungsaustausch unter den landwirtschaftlichen Bildungszentren in allen Sektoren der grünen Berufe auf europäischer Ebene.
Medienmitteilung

GE: Publikation zum Wirken von Raymond Uldry

Am 25. September 2017 wurde die Handelsmittelschule Raymond-Uldry eingeweiht. Sie ist nach dem ehemaligen Lehrer und Schulinspektor benannt, der von 1956 bis 1976 Direktor des Genfer Berufsbildungsamts war und zahlreiche Einrichtungen für benachteiligte Jugendliche gegründet hat. In einem 2010 erschienenen Buch wird die Persönlichkeit von Raymond Uldry (1911-2012) gewürdigt.

Deutschland: Hilfestellung bei der Publikation von Fachtexten

Die Broschüre "Wissenschaftliches Publizieren in Zeitschriften der Berufsbildungsforschung" des BIBB richtet sich an alle Personen der Berufsbildungsforschung und -praxis, die in Fachzeitschriften Beiträge veröffentlichen. Behandelt werden die Grundlagen des wissenschaftlichen Publizierens sowie Entwicklungen und Rahmenbedingungen wie Urheberrecht oder Open Access. Nach einer Einführung in den Zeitschriftenmarkt im Umfeld der Berufsbildungsforschung werden die wichtigsten Zeitschriften und deren Profile aufgeführt. Ziel der Broschüre ist es, die Berufsbildungscommunity beim Publizieren von Beiträgen in Fachzeitschriften zu unterstützen und die Sichtbarkeit der Berufsbildung zu verbessern.

Deutschland: Datenreport zur Berufsbildung

Der BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017 steht online zur Verfügung. Die umfassenden Daten und Analysen des BIBB behandeln zahlreiche Fragen rund um die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Themen sind: Entwicklung der Ausbildungsplatzangebote und -nachfrage, Anzahl Jugendliche in der dualen Berufsausbildung und in anderen Bildungssektoren, Menschen ohne berufliche Qualifizierung, Integration von Flüchtlingen in Berufsbildung und Arbeitsmarkt. Zudem enthält der Bericht Ausführungen dazu, welche künftigen Entwicklungen zum Fachkräfteengpass sich in Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen zeigen.
Medienmitteilung

Italien-Österreich: Berufsbildungsabkommen

Aufgrund eines 1999 zwischen Österreich und der autonomen Republik Bozen geschlossenen Berufsbildungsabkommens sind 77 österreichische und Südtiroler Lehrabschlussprüfungen automatisch wechselseitig anerkannt. 2016 und 2017 wurden umfangreiche Vergleiche gemacht und u. a. auch Meisterprüfungen miteinbezogen. Auf dieser Grundlage wurde eine Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen. Diese beinhaltet die Anerkennung von insgesamt 130 Lehrabschlussprüfungszeugnissen, davon 53 neue bzw. neu geordnete Lehrberufe und 32 Meisterprüfungen.

Österreich: Informationsbroschüre mit allen Lehrberufen

In der Broschüre "Lehrberufe in Österreich – Ausbildungen mit Zukunft" werden alle Lehrberufe vorgestellt, die in Österreich erlernt werden können. Neben kurzen Beschreibungen zu den Lehrberufen (inkl. Lehrlingszahlen) enthält die Broschüre Hinweise und Informationen rund um die Ausbildung wie auch zur Berufswahl und Lehrstellensuche.
Weitere Informationen zur Berufsbildung in Österreich

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Revision der Mindestvorschriften an höheren Fachschulen

Der Bund hat die Verordnung über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen MiVo-HF per 1. November 2017 umfassend revidiert. Die Bildungsangebote der höheren Fachschulen werden aufgewertet und auf der tertiären Bildungsstufe klarer positioniert. Durch eine stärkere Arbeitsmarktorientierung wird das Profil der Bildungsangebote geschärft. Zudem trägt die Revision zur Qualitätssicherung bei und vereinfacht die administrativen Verfahren. Sie leistet damit einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe von Prüfungsordnungen über die Berufsprüfung Fachfrau/-mann für Entsorgungsanlagen mit eidgenössischem Fachausweis, über die höhere Fachprüfung für Betriebsleiter/in Zweiradbranche mit eidgenössischem Diplom (Fachrichtung Fahrrad, Fachrichtung Motorrad) sowie über die höhere Fachprüfung für Packaging Manager/in mit eidgenössischem Diplom eingereicht.
Bundesblatt vom 26. September und 10. Oktober 2017

Prüfungsordnung: Aufhebung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben entschieden, die Prüfungsordnung über die höhere Fachprüfung Geschäftsführer/in mit eidgenössischem Diplom vom 10. September 2008 per 31. Oktober 2017 aufzuheben.
Bundesblatt vom 26. September 2017

SVEB: Studie zur Nachholbildung

Der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB hat die Resultate seiner Studie "Betriebe als Chancengeber" vorgestellt. Demnach verfügen 14% der Schweizer Erwerbsbevölkerung über keinen Berufsabschluss. 69% dieser Gruppe gehen aber einer festen Arbeit nach. Gemäss Studie kann diese Gruppe am ehesten erreicht und für einen verspäteten Berufsabschluss gewonnen werden.
Weitere Informationen

Mittelschulen und Hochschulen

Erhöhung der Studiengebühren an den ETH

Der ETH-Rat entscheidet über die Studiengebühren an den beiden ETH; er hat nun eine Erhöhung für die ETH Zürich und die ETH Lausanne in die Vernehmlassung geschickt. Die Studiengebühren sollen ab Herbst 2019 stufenweise über zwei Jahre um insgesamt CHF 500 jährlich ansteigen und ab dem Herbstsemester 2020/2021 bei CHF 1660 im Jahr liegen. Bei den anderen Schweizer Universitäten liegen die Gebühren zwischen CHF 1000 und 4000 im Jahr.

FH-Master im Überblick

Einen Überblick über sämtliche Masterstudiengänge und Weiterbildungsmaster an Fachhochschulen mit Zusatzinformationen zu Aufnahmebedingungen, Sprache, Studiendauer, Kosten etc. führt der nationale Dachverband FH Schweiz auf seiner Website auf. Die Datenbank wird viermal jährlich aktualisiert.

Buch: Das Gymnasium im Spiegel seiner Lehrpläne

Die Lehrpläne müssten homogener, die Anforderungen vergleichbarer, die Prüfungen gerechter werden, fordert der Bildungswissenschaftler Peter Bonati in seinem Buch. Im Fokus seiner Verbesserungsvorschläge stehen das Maturitätsanerkennungsreglement und der Rahmenlehrplan: Studierfähigkeit und Allgemeinbildung sollten neu umschrieben, die Anforderungen eindeutiger auf den Zugang zu den Universitäten ausgerichtet und die Rahmenlehrpläne modernisiert werden, fordert der Autor.

BE: Pharmazie wird zum Vollstudium

An der Universität Bern wird nebst den 100 zusätzlichen Plätzen pro Jahrgang in der Humanmedizin nach Möglichkeit schon per Herbstsemester 2019 auch das Pharmazie-Studium ausgebaut: von einem zweijährigen Grundstudium zum forschungsorientierten Vollstudium mit Bachelor und Master für rund 50 Studienanfänger/innen pro Jahr.

FR: Neue universitäre Studiengänge

Ab dem Studienjahr 2017 bietet die Universität Freiburg vier neue Studiengänge an. Auf der Bachelorstufe hat sie einen Studiengang in Zweisprachigkeit und Kulturkontakt sowie ein Studium in Wirtschafts- und Rechtswissenschaften eingeführt. In Zusammenarbeit mit der PH Luzern wurde ein Masterstudiengang in Geschichtsdidaktik entwickelt. Das neue Masternebenprogramm "Islam und Gesellschaft" will dazu beitragen, Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten.
Medienmitteilung

Beratung

Rätoromanische Informationen auf berufsberatung.ch

Auf dem Portal der schweizerischen Berufsberatung stehen neu Informationen in Rätoromanisch zur Verfügung. Nebst den Beschreibungen der Berufe der Grundbildung mit Abschluss EFZ und EBA finden Interessierte Tipps zur Schnupperlehre sowie verschiedene Merkblätter rund um das schweizerische Bildungssystem und die erste Berufswahl. Die Inhalte sind zu finden über die Webadresse cussegliaziun.ch oder über den Direktlink berufsberatung.ch/rumantsch.

Fragebogen "Berufswahlanalyse" für Jugendliche

Gateway hat eine kostenlose Berufswahlanalyse für Jugendliche aufgeschaltet. Der Fragebogen fragt nach Interessen und Fähigkeiten, zeigt an, welche drei Berufsfelder am meisten gewählt wurden und schlägt offene Lehrstellen in diesen Bereichen vor. Der fünfzehnminütige Test zeigt gemäss den Erstellern der Website ein wissenschaftlich fundiertes individuelles Berufsfelderprofil.

Kurznachrichten der KBSB

Die Schweizerische Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB) hat die Analyse der Schul- und Berufsorientierung in der obligatorischen Schule abgeschlossen. Der Schlussbericht ist auf der KBSB Website einsehbar. Die EDK hat Empfehlungen zum Teilprojekt 4 "Studien- und Laufbahnberatung" erlassen. Um herauszufinden, wie die Empfehlungen aus der Sicht der KBSB-Mitglieder in ihren Kantonen umgesetzt werden, lanciert die Geschäftsstelle der KBSB eine Umfrage. Die EDK hat zuhanden des SBFI eine Rückmeldung zur Vernehmlassung zu den strategischen Leitlinien und der Vision Berufsbildung 2030 erarbeitet. Darin sind Stellungnahmen der Fachkonferenzen und des KBSB Vorstands miteingeflossen. Die Erweiterung des SCQ-Tools mit Aspekten von EFQM konnte abgeschlossen werden.

Studie zur Laufbahnentwicklung in Organisationen

In den Unternehmen bestehen grösstenteils noch klassische Laufbahnpfade wie die Führungs-, Fach- und Projektleiterkarriere. Zunehmend wird jedoch versucht, interne Übergänge flexibler zu gestalten und die Anforderungen pro Laufbahnstufe klarer zu definieren. Eine explorative Studie des Instituts für Angewandte Psychologie Zürich gibt mit 19 Interviews mit Fach- und Führungskräften aus dem HR-Umfeld Einblicke in die Unternehmensperspektive, schreibt HR Today.

Deutschland: Zu wenig auf die Jobs von morgen vorbereitet?

"Jobs von morgen! Schule von gestern. Ein Fehler im System?" – unter diesem Titel beleuchtet die dritte McDonald's-Ausbildungsstudie die Situation und die Selbstwahrnehmung junger Menschen in Deutschland. Die vom Institut IfD Allensbach durchgeführte repräsentative Umfrage unter 15- bis 24-Jährigen lässt einen grossen Optimismus in Bezug auf die eigenen Chancen und Möglichkeiten erkennen. Gleichzeitig kritisiert eine Mehrzahl der jungen Erwachsenen, dass die Schule sie nur unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet habe.

Arbeitsmarkt

SECO hat neuen Newsletter lanciert

Das SECO hat Anfang September 2017 einen neuen, vierteljährlich erscheinenden Newsletter lanciert, in dem es über die aktuellen Entwicklungen rund um die Arbeitslosenversicherung informiert – insbesondere über die Bestrebungen, die ALV-Dienstleistungen und -Prozesse verstärkt elektronisch zu unterstützen. Die erste Ausgabe gibt einen Überblick über die Projekte "ASALfutur", "AVAM-Modernisierung" und "eALV", über die auch die Zeitschrift PANORAMA in ihrer Dezemberausgabe (6/2017) berichten wird.

BFS: Bericht zur Arbeitslosigkeit in der Schweiz 2016

Die mittlere Arbeitslosenquote lag 2016 bei 3,3% (Vorjahr: 3,2%). Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl betrug dabei 149'317 Personen (+6507). Dies ist die Hauptaussage des über 100 Seiten starken Berichtes des BFS zur Arbeitslosigkeit in der Schweiz 2016. Er weist eine Vielzahl von differenzierten Auswertungen auf (regional, sektoriell, soziologisch). So fällt bei der Jugendarbeitslosigkeit auf, dass die 20- bis 24-Jährigen mit einer Arbeitslosenquote von 4,0% zu den am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffenen Altersklassen gehören, die der 15- bis 19-Jährigen mit 2,3% aber zu den am wenigsten betroffenen.

Graubünden und Innerschweiz mit höchstem Fachkräftebedarf

Die Ausgabe 2017 des B,S,S. Fachkräfteindexes ist erschienen. Er zeigt, dass die Branche "Information und Kommunikation" am meisten Fachkräfte nachfragt; ihr Anteil am Total der Erwerbstätigen beträgt allerdings bescheidene 3,5%. Die grossen Branchen "Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren" sowie "Gesundheit und Sozialwesen" weisen ebenso einen gegenüber 2010 gestiegenen Fachkräftebedarf aus. Von den Kantonen kämpfen Graubünden und die Innerschweiz am stärksten mit einem Fachkräftemangel.

Studie der WTO: Auswirkungen der vierten industriellen Revolution

Gemäss einer Studie der WTO (Welthandelsorganisation) steigert die vierte industrielle Revolution die wirtschaftliche Effizienz weltweit und verbessert den Lebensstandard. Wie in einem Artikel von "Le Temps" berichtet wird, räumen die Autoren des jüngsten World Trade Report aber auch ein, dass der technologische Fortschritt und die Öffnung der Märkte auch negative Auswirkungen haben können. Die Diskrepanz zwischen den neuen Kompetenzen, die von der globalen Wirtschaft verlangt werden, und den tatsächlichen, bisher erworbenen Kompetenzen vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein sehr grosses Problem. Laut Bericht besteht die zentrale Herausforderung darin, dass die Erwerbstätigen in der Lage sein müssen, von den Branchen mit rückläufiger Entwicklung zu den zukunftsträchtigen Wachstumssektoren zu wechseln.

Kolloquium zum Thema Job- und Topsharing

Die neuen Arbeitsformen stehen im Zentrum des zweiten internationalen Kolloquiums zum Thema Job- und Topsharing. Im Rahmen von Vorträgen und Workshops wird das Thema Arbeitsteilung unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet: die Entwicklung der Methoden, die Aktivitäten von "Slashers" (Personen, die gleichzeitig mehrere berufliche Tätigkeiten ausüben), die Veränderungen im beruflichen Umfeld und die Vorteile dieses Arbeitsmodells für Angestellte und Arbeitgeber. Dieses Kolloquium wird vom Verein PTO (Part Time Optimierung) am 6. November 2017 in Basel veranstaltet.

Deutschland: Wie Firmen neue Mitarbeitende finden

Die meisten Stellen (29%) werden über eigene Mitarbeiter oder persönliche Kontakte vergeben; an zweiter Stelle liegen Kontakte zur Bundesagentur für Arbeit und deren Jobbörse. Dies zeigt eine repräsentative Erhebung des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Soziale Medien spielen eine nur sehr geringfügige Rolle: Selbst bei der Altersgruppe der unter 25-Jährigen liegt ihr Anteil an erfolgreichen Stellenbesetzungen nur bei 2%. Die Untersuchung zeigt auch, dass unterschiedliche Medien für unterschiedliche Bewerbergruppen verwendet werden.

Berufliche Integration

Definitionen von Supported Employment und Supported Education

Der Vorstand des Verbandes Supported Employment Schweiz (SES) hat ein Dokument verabschiedet, in dem er sein Verständnis von Supported Employment (SE) und Supported Education (SEd) formuliert. Dabei wurden die relevantesten Aspekte zu SE/SEd herausgearbeitet. Eine wichtige Rolle spielen grundlegende Werte wie Selbstbestimmung, Empowerment, Individualität, Flexibilität und Barrierefreiheit. Mit dem Papier möchte der SES-Vorstand gegenüber den Mitgliedern, aber auch gegenüber Sozialversicherern, Arbeitgebenden und weiteren Beteiligten Klarheit schaffen.

Arbeitsintegration Schweiz: Erkenntnisse aus Tagung "Arbeitsmarkt 4.0"

In seinem Newsletter vom September kommt der nationale Dachverband Arbeitsintegration Schweiz auf die Erkenntnisse aus der Fachtagung zurück, die er im Juni 2017 zum Thema Arbeitsmarkt 4.0 veranstaltet hatte: Angesichts der Herausforderungen, welche die Digitalisierung für die Kompetenzen und das lebenslange Lernen zur Folge hat, kann die Verantwortung nicht nur dem Individuum übertragen werden. Es braucht vielmehr ein Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit die Organisationen der Arbeitsintegration ihre Angebote an die neuen Realitäten im Arbeitsmarkt anpassen können, müssen sie den neuen Arbeitsformen und deren Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung Rechnung tragen. Die Präsentationen der Fachtagung können auf der Website von Arbeitsintegration Schweiz heruntergeladen werden. Im Newsletter wird auch die Gründung der neuen Regionalgruppe Arbeitsintegration Tessin bekanntgegeben.

Zeitschrift "Behinderung und Politik": Assistenz am Arbeitsplatz wenig etabliert

Wer infolge seiner Behinderung bei der Arbeit Hilfe braucht, hat das Recht auf Assistenz – ein gutes Mittel, um der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen im Bereich der Arbeit entgegenzuwirken. Tatsächlich aber haben nur sehr wenige Menschen mit Behinderungen eine solche Assistenz. Der administrative Aufwand ist gross und der Lohn zu gering für qualifizierte Assistentinnen und Assistenten. Dies zeigt ein Schwerpunkt der Zeitschrift "Behinderung und Politik". Darin wird auch der Kanton Bern porträtiert, der mit der Subjektfinanzierung neue Wege geht.

BE: Arbeitsgruppe sucht Lösungen für bessere Arbeitsintegration

Sozialhilfebeziehende, anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene möglichst rasch und langfristig in den Arbeitsmarkt integrieren: Dieses Ziel verfolgt der Regierungsrat des Kantons Bern. Damit wirksame Massnahmen zur Arbeitsintegration umgesetzt werden können, will Regierungsrat Pierre Alain Schnegg die Wirtschaft stärker einbeziehen. Er hat eine breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, der auch Vertreter/innen der Wirtschaft angehören.

Verschiedenes

Die EDK stellt sich gegen die Budgetkürzungen des Bundes

Der Vorstand der EDK erwartet vom Bund, dass er auf die geplanten Kürzungen von 3% im Bildungsbereich verzichtet. Ab 2018 sieht der Bund vor, seine Beiträge an die kantonalen Universitäten, die Fachhochschulen, die Berufsbildung und die Ausbildungsbeiträge jährlich um 64 Millionen Franken zu kürzen. Die EDK verlangt, dass die Mittel, die das Parlament im September 2016 gesprochen hat, im damals vorgesehenen Umfang bereitgestellt werden.
Medienmitteilung