Newsletter vom 21.06.2017

Aktuelle Meldungen vom 21.06.2017

Berufliche Grundbildung

Der Lehrstellenmarkt ist stabil

Wie in den Vorjahren präsentiert sich der Lehrstellenmarkt im April 2017 weitgehend stabil. Während das Lehrstellenangebot im Vergleich zu 2016 gleich geblieben ist, haben sowohl die Lehrstellennachfrage als auch die Anzahl Jugendlicher vor der Ausbildungswahl zugenommen. Das zeigen die Hochrechnungen des jüngsten Lehrstellenbarometers des SBFI.
Medienmitteilung des SBFI
Stellungnahme des SGB

Berufliche Grundbildung für Erwachsene: Weiteres Vorgehen

Das SBFI hat die Resultate der beiden Anhörungen evaluiert, einerseits zum überarbeiteten Leitfaden "Validierung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung", andererseits zum neuen Handbuch "Berufliche Grundbildung für Erwachsene". Die Rückmeldungen sind grundsätzlich positiv. Um den eingegangenen Reaktionen Rechnung zu tragen, wird das SBFI den Leitfaden Validierung breiter ausrichten. Die Überarbeitung des Leitfadens ist für das 2. Semester 2017 geplant und wird 2018 im Rahmen einer Anhörung erneut zur Konsultation vorgelegt. In der Zwischenzeit bleibt der alte Leitfaden gültig.
Rundschreiben des SBFI

Postulat: Mehr Schnupperlehrstellen in den MINT-Berufen

Ein im November 2015 eingereichtes Postulat ersucht den Bundesrat, dem Parlament einen Bericht über die Schnupperangebote in den MINT-Bereichen vorzulegen und mögliche Methoden zur Erhöhung ihrer Anzahl aufzuzeigen. In seiner Antwort vom 26. August 2015 weist der Bundesrat darauf hin, dass die Überzeugungsarbeit zugunsten der verschiedenen Berufe den Branchenverbänden obliege. Er führt auch aus, dass ein Eingriff des Staates in diesem Bereich kontraproduktiv wäre und der Bereitschaft der Firmen, Lernende auszubilden, schade. Nachdem der Bundesrat die Ablehnung des Postulats beantragte, hat es der Nationalrat nun am 15. Juni 2017 angenommen.
Antwort des Bundesrats

Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Die bilaterale Bildungszusammenarbeit mit Indien (realisiert durch Skillsonics in Zusammenarbeit mit EHB und Swissmem) soll die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen in diesem Land stärken und angehenden indischen Fachkräften eine Berufsausbildung mit hohem Arbeitsmarktbezug ermöglichen (siehe SBFI-News 5/2017, S. 10-11). Im Rahmen der 2. Nationalen Stakeholdertagung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit, die am 14. September 2017 in Biel stattfindet, werden zahlreiche Akteure über ihre Prioritäten, ihre Ausrichtung und ihre Perspektiven informieren (siehe SBFI-News 5/2017, S. 6).

Schuhreparateur/in EBA: Aufhebung der Verordnung

Wegen fehlenden Interesses an der beruflichen Grundbildung Schuhreparateur/in EBA beantragt der Verband Fuss & Schuh dem SBFI die Aufhebung der Bildungsverordnung vom 1. Oktober 2010 auf den 1. Januar 2018. Ohne gegenteilige Rückmeldung der Bildungspartner bis am 14. Juli 2017 hebt das SBFI die Verordnung auf. Die Unterlagen können hier heruntergeladen werden.

SDBB-Merkblattreihe "Rechtsgrundlagen für die Praxis der Berufsbildung"

Die Merkblattreihe "Rechtsgrundlagen für die Praxis der Berufsbildung" beinhaltet eine übersichtliche und verständliche Darstellung der komplexen rechtlichen Verhältnisse im Bereich der Berufsbildung. Die Reihe ist gegenüber den übrigen SDBB-Merkblättern umfangreicher und basiert auf dem Taschenbuch "Rechtsgrundlagen für die Praxis der Berufsbildung" von Franz Dommann. Der Inhalt ist nun überarbeitet, ergänzt und in die drei folgenden Merkblätter aufgeteilt worden: Der Lehrvertrag und der Einzelarbeitsvertrag / Das Berufsbildungsrecht / Das öffentliche Arbeitsrecht und das kollektive Arbeitsvertragsrecht. Die Merkblätter werden vom SDBB in Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen, Fachgremien, dem SBFI oder dem SECO erarbeitet und laufend aktualisiert.

Zeitschrift Folio: Sport und Berufslehre

Die Ausgabe 03/2017 der Zeitschrift Folio thematisiert den gesetzlich verankerten Sportunterricht, das heisst konkret, was die eine Lektion Sport pro Schultag bedeutet. Die Sportlehrer/innen sind mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen bei den Lernenden konfrontiert: solche, für die die 45 Minuten sehr anstrengend sind und solche, die sich als aktive Sportler/innen unterfordert fühlen. Thema sind auch die Sporthoffnungen in Spezialklassen und Beispiele von Spitzensportlern, die eine Berufslehre absolvieren.

Zeitschrift der PHZH: Schwerpunkt Berufsbildung

Im Magazin Akzente 2/2017 zum Schwerpunkt Berufsbildung thematisiert die Pädagogische Hochschule Zürich das Lernen für die Berufe von morgen. Ein Forschungsbeitrag beleuchtet, wie der Übergang in den Beruf gelingt. Der Leiter Berufsbildung des Technologiekonzerns Bühler AG – mit aktuell 600 Lernenden – wird interviewt. Eine Reportage führt in die Hotelfachschule Belvoirpark, wo Manfred Pfiffner von der PHZH als Experte Unterrichtsbesuche macht.

Leitfaden für die Moblilität von Lernenden

2016 wurde der Leitfaden zur Lernendenmobilität "Interkultureller Austausch in der Berufslehre – So klappt's!" publiziert. Neu ist die Publikation von Intermundo auch in Französisch erhältlich. Mit Erfahrungsberichten, Informationen und Downloads wird der Leitfaden künftig auch interessierten Lernenden und Betrieben in der Westschweiz bei der Umsetzung von Austauschprojekten eine Hilfe sein. Der Dachverband Intermundo hat zudem mit dem SQS-Zertifikat ein Instrument für die Qualitätssicherung im Jugendaustausch geschaffen.

IDES: Übersicht kantonale Brückenangebote 2017/2018

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK hat das Dossier "Brückenangebote in den Kantonen" für das Schuljahr 2017/2018 aktualisiert. Dieses enthält einen Überblick über schulische, kombinierte und integrative Brückenangebote in den Kantonen sowie weitere Informationen, zum Beispiel zu den Kosten der Angebote.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im Juni 2017

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 6/2017

Deutschland: Studienabbrecher beginnen häufig eine Berufsausbildung

In Deutschland brechen 29% der Studierenden ihr Studium ab (32% an Universitäten, 27% an Fachhochschulen). Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule sind 43% der Studienabbrecher/innen in eine Berufsausbildung eingestiegen, 31% sind erwerbstätig. Das Bundesministerium BMBF hat Massnahmen ergriffen, um einerseits das Berufsorientierungsprogramm in der Schule auszubauen und andererseits die Rahmenbedingungen sowohl für ein erfolgreiches Studium als auch für den Übergang in eine duale Berufsausbildung im Falle eines Studienabbruchs zu verbessern.

Deutschland: Anerkennung von ausländischen Abschlüssen

Mit dem Anerkennungsgesetz wurde in Deutschland im Jahr 2012 erstmals ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf die Prüfung ausländischer Qualifikationen – unabhängig vom Status und von der Staatsangehörigkeit – verankert. Mit dem Gesetz wollte man die Integration in den Arbeitsmarkt erhöhen, qualifikationsadäquate Beschäftigung verbessern und die gesteuerte Zuwanderung stärken. Eine unabhängige Evaluation kommt nun fünf Jahre nach der Einführung zum Ergebnis, dass diese Ansprüche eingelöst werden und die Massnahmen sich auszahlen.

Deutschland: Zur Zukunft der Berufsbildung

Ausgehend von Kernelementen des dualen Systems werden in BWP 3/2017 (Zeitschrift Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis) Entwicklungsperspektiven für die Berufsbildung aufgezeigt, um die zentrale Säule der Fachkräftequalifizierung in Deutschland zukunftsfest zu machen. Die Redaktorinnen und Redaktoren fragen sich, ob das duale Modell angesichts rückläufiger Ausbildungszahlen und einer zunehmenden Konkurrenz durch akademische Bildungsgänge schwächelt.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Bundesaufsicht über die eidg. Prüfungen

Jährlich legen rund 23'500 Personen eine eidg. Berufs- oder höhere Fachprüfung ab. Die gesetzliche Aufsichtsfunktion des SBFI beinhaltet die Stichprobenkontrolle von Prüfungssessionen sowie den Kontakt und den fachlichen Austausch mit den Trägern der Prüfungen. In den vom Bund genehmigten Prüfungsordnungen sind Inhalt, Ablauf und Bestehensregeln festgelegt. SBFI-News 5/2017 beschreibt die Kontrolle und Kontaktpflege des Bundes und enthält ein Interview mit der stellvertretenden Leiterin HBB, Ramona Nobs. Ebenso wird das laufende Geschäftsjahr des SBFI mit einem Rück- und Ausblick beleuchtet.

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI Entwürfe von Prüfungsordnungen zu den folgenden Berufsprüfungen eingereicht: HR-Fachmann/Fachfrau, Fachrichtungen Betriebliches Human Resource Management, resp. Öffentliche Personalvermittlung und -beratung resp. Private Personalvermittlung und -verleih; Kosmetiker/in Fachrichtung Medizinische Kosmetik resp. Vitalkosmetik; Naildesigner/in; Visagist/in; Derma-Pigmentologe/Pigmentologin; Spezialist/in für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz; Medizinischer Masseur/Medizinische Masseurin; Techniker/in in Finanzmarktoperationen; Vermögensberater/in; Kaminfeger-Vorarbeiter/in, je mit eidgenössischem Fachausweis. Dazu kommen die Entwürfe zur höheren Fachprüfung für ICT Security Expert sowie Tierphysiotherapeut/in, beide mit eidgenössischem Diplom.
Bundesblatt vom 7. Juni, 13. Juni und 20. Juni 2017

Titel im internationalen Vergleich

Die Globalisierung der Wirtschaft und ihr Ruf nach der Vergleichbarkeit der Diplome stellt für das einzigartige Teilsystem Höhere Berufsbildung der Schweiz eine Herausforderung dar. Ursula Renold von der Konjunkturforschungsstelle KOF skizziert in der Juni-Ausgabe des ODEC-Bulletins des Schweizerischen Verbandes der dipl. HF mögliche Lösungen. Im gleichen Heft wird der dritte Teil der Studie zum HF-Profil publiziert.

SVEB: Publikation zur Weiterbildung in der Schweiz

Der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) hat die zweite überarbeitete Auflage des Ratgebers von Regula Schräder-Naef zur Weiterbildung in der Schweiz publiziert. Der ausschliesslich in Deutsch verfasste Ratgeber gibt Hinweise, um die passende Nachhol- und Weiterbildung auf dem unüberschaubaren Markt zu finden.

LU: Magazin für Höhere Berufsbildung

Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern hat im Juni 2017 zum zweiten Mal ein Magazin für die Höhere Berufsbildung (HBB) lanciert: das HBB-Upgrade 2017. Das Magazin ist auch in einer digitalen Version erhältlich. Es konnte dank der Inserate der HBB-Schulen im Kanton Luzern realisiert werden. Ziel des Magazins ist es, die Bevölkerung über die Vorteile der HBB aufzuklären. In der aktuellen Ausgabe liegt der Fokus auf der neuen Subjektfinanzierung, die ab 2018 vom Bund eingeführt werden soll.

Österreich: Bildungsstatistik der Aus- und Weiterbildung

Fast 200'000 Teilnehmende absolvierten 2016 an den österreichischen Berufsförderungsinstituten rund 17'000 Aus- und Weiterbildungen mit fast 2,4 Mio. Unterrichtseinheiten. In der breiten Angebotspalette wurden Zuwächse in den Sparten Sprachen und Technologien, Rückgänge bei vermittlungsunterstützenden Massnahmen verzeichnet. Herausforderungen stellen die Migration und die Digitalisierung dar.
Weitere Informationen

Mittelschulen und Hochschulen

Medizinstudium: Das Selektionsverfahren wird weitergeführt

Das Selektionsverfahren für das Medizinstudium wird nach 2019 in seiner heutigen Form weitergeführt. Dieser Entscheid basiert auf dem Bericht des Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrats, der beauftragt war, die Angemessenheit des Eignungstests zu überprüfen. Der Bericht kommt zum Schluss, dass der aktuelle Test es erlaube, die Fähigkeiten zur Aufnahme eines Medizinstudiums erfolgreich zu beurteilen. Der Hochschulrat unterstützt auch die Empfehlungen des ständigen Ausschusses für Fragen der Hochschulmedizin: die Chancengleichheit zwischen den drei Sprachgruppen und der Qualität der Testorganisationen zu stärken sowie die Qualität des Selektionsverfahrens bezogen auf das ganze Studium zu beurteilen.
Medienmitteilung

Erasmus+ bis 2020 ohne Vollteilnahme der Schweiz

Der Bundesrat strebt bis 2020 keine Vollteilnahme der Schweiz an Erasmus+ an, weil der Aufwand dafür zu hoch sei. Er will sich in künftigen Gesprächen auf die Frage einer Assoziierung der Schweiz an das Nachfolgeprogramm zu Erasmus+ ab 2021 zu konzentrieren.
Interpellation mit Antwort des Bundesrates

BE: Ohne Lehrdiplom schulische Heilpädagogik studieren

Wer in Bern schulische Heilpädagogik studieren will, braucht als Vorbedingung künftig kein Lehrdiplom für Regelklassen mehr. Das Berner Kantonsparlament hat einer Änderung des Gesetzes über die deutschsprachige Pädagogische Hochschule zugestimmt. Neu werden auch Inhaber eines Diploms in Logopädie oder Psychomotorik oder eines Bachelorabschlusses in einem verwandten Studienbereich zugelassen.

FR: Informatik als Wissenschaft an Gymnasien

Im Kanton Freiburg wird sich der Lehrplan des Fachs Informatik/Bürokommunikation für das erste Gymnasialjahr zum Unterricht der Informatik als Fach mit wissenschaftlicher Ausrichtung entwickeln. Das obligatorische Fach wird zwei Wochenstunden umfassen und ab Schuljahresbeginn 2018/2019 eingeführt. Es soll die Kompetenzen und die Studierfähigkeit der Schüler/innen stärken. Das Projekt ist Teil des vom Staatsrat am 9. Mai 2017 angenommenen kantonalen Konzepts für die Integration von Medien, Bildern und Informations- und Kommunikationstechnologien.
Medienmitteilung

Beratung

Fragebogen zu den Karriere-Ressourcen

Ein neuer Fragebogen des Forschungsteams von Prof. Andreas Hirschi von der Universität Bern dient der Standortbestimmung von Berufstätigen. Mit 42 Fragen werden persönliche Ressourcen erfasst, die eine selbstbestimmte und erfolgreiche Laufbahn fördern (sogenannte Karriere-Ressourcen). Der Fragebogen kann in Deutsch oder Englisch kostenlos auf einer Website durchgeführt werden. Dort stehen auch ergänzende Materialien als Downloads zur Verfügung.

Beschäftigte brauchen ein höheres Qualifikationsniveau

Die Bedeutung von Bürojobs oder handwerklichen Berufen nimmt in den Industrieländern ab. Wie die NZZ berichtet, sinkt laut einer Studie der OECD der Anteil an Arbeitsstellen, für die ein mittleres Qualifikationsniveau erforderlich ist. Zeitgleich sei der Anteil an Arbeitsplätzen, die hohe und tiefe Qualifikationen erfordern, angestiegen. Haupttreiber sei der Strukturwandel.

Befragung Ostschweizer Jugendlicher

Eine Arbeit, die Spass macht, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hohe Arbeitsplatzsicherheit und die Möglichkeit, Verantwortung im Beruf zu übernehmen: Das wollen gemäss einer Studie der PH St. Gallen Ostschweizer Jugendliche. Die Ergebnisse wurden im St.Galler Tagblatt veröffentlicht. Obwohl für 90 Prozent der Jugendlichen das Internet die beliebteste Freizeitgestaltung ist, wollen nur fünf Prozent der Jugendlichen künftig in der Informations- und Kommunikationstechnik arbeiten.

TI: Projekt "Cité des métiers"

Das Tessiner Departement für Bildung, Kultur und Sport plant eine "Cité des métiers", um in einem einzigen Zentrum alle Dienste zu vereinen, die sich mit der Berufs- und Laufbahnberatung befassen. Das Projekt, das bereits in den Leitlinien 2012-2015 des Staatsrats enthalten war, aber aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt wurde, könnte 2018 starten, wie ein Artikel in "La Regione" darlegt. Gegenwärtig verfügt nur der Kanton Genf über eine Cité des métiers.

Österreich: Zukunftsfeld Bildung- und Berufsberatung

Die Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarkt und entsprechende Handlungsmöglichkeiten der Bildungs- und Berufsberatung präsentiert der Tagungsband zur 4. Fachtagung "Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung" in Österreich. Die Beiträge sind den folgenden vier Schwerpunkten zugeordnet: Was prägt den Berufsalltag der Beratenden und wie gehen sie damit um? Welche Herausforderungen bringt die Migration? Wie kann die Professionstheorie der Bildungs- und Berufsberatung differenziert und weiterentwickelt werden? Wie lassen sich Potenziale und Ressourcen erkennen und ausbauen? Das Buch kann in einer Printversion bestellt oder kostenlos als Download gelesen werden.

Arbeitsmarkt

KOF: Digitalisierung kostete bisher insgesamt keine Arbeitsplätze

Im Zeitraum von 2013 bis 2015 haben die Unternehmen in der Schweiz ihren Personalstamm aufgrund der Digitalisierung kaum verändert. Verändert haben sich hingegen die Qualifikationsanforderungen: Die Firmen verzeichneten insbesondere eine Zunahme von Absolventen/-innen von Fachhochschulen und Höheren Fachschulen und von Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich bei 1180 Schweizer Unternehmen hervor.

Deutschland: Viele Verfahren zur Führungskräfte-Auswahl ungeeignet

Bei der Auswahl von Führungskräften setzen Firmen zahlreiche Verfahren ein, um zukünftig zu erwartende Leistungen zu ermitteln. Eine Hamburger Personalberatungsfirma hat in einer Umfrage mehr als 100 Unternehmen zum Einsatz von Diagnose-Tools bei der Führungskräfteauswahl befragt. Das Ergebnis: Oft fehlt eine klare Anforderungsanalyse mit definierten Kompetenzen und Potenzialen. Auch sei ein Teil der eingesetzten Testverfahren aus wissenschaftlicher Sicht längst überholt. Auch die Sichtung der Bewerbungsunterlagen erfolge unsystematisch – zu 80 Prozent erfahrungsbasiert, ohne vorher festgelegte, verbindliche Kriterien zu beachten.

Berufliche Integration

Flüchtlinge lernen Web-Programmierung

Die Vereinigung Project Integration bietet in Genf Flüchtlingen eine Ausbildung zur Web-Programmierung an, welche zum Erwerb eines Zertifikats und wenn möglich zu einem bezahlten Praktikum in einer Firma führt. Die Ausbildung ist gratis und richtet sich an Personen mit guten Sprachkenntnissen in Französisch oder Englisch. Die Kurse werden ehrenamtlich von Berufsleuten erteilt. Ein Kurs für Informatikanfänger/innen ist ebenfalls vorgesehen. Project Integration plant, diese Ausbildung auch in Lausanne anzubieten (weitere Informationen in Französisch unter diesem Link). Ähnliche Projekte wurden vom Verein Powercoders in Bern und Zürich gestartet.

Telefonberatung im Bereich Alphabetisierung

Die Stiftung für Alphabetisierung und Grundbildung Schweiz hat eine kostenlose Helpline lanciert, das Alfatelefon. Es richtet sich an Personen mit oder ohne Migrationshintergrund, die nicht über ausreichende Kenntnisse einer unserer Landessprachen verfügen, ein schulisches Nachholbedürfnis aufweisen oder eine unvollständige oder nicht allgemein anerkannte Berufsausbildung haben. Die Interessierten werden auf Bildungsinstitutionen oder Fachstellen in der Region, Lernangebote, Kurskosten sowie Finanzierungsmöglichkeiten hingewiesen. 2018 soll das Angebot auch im Tessin und in der Romandie eingeführt werden.

Zeitschrift "Soziale Sicherheit" zur 7. IV-Revision

Die 7. IV-Revision zielt unter anderem darauf, die berufliche Integration von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung zu verbessern. Der Bundesrat verabschiedete am 15. Februar 2017 die entsprechende Botschaft und überwies sie ans Parlament. Die Zeitschrift "Soziale Sicherheit" beschreibt in Ausgabe 2/2017 die verschiedenen Aspekte der Revision. So wird das Ziel erläutert, dass jungen Erwachsenen und psychisch erkrankten Versicherten nur dann eine Rente zugesprochen wird, wenn ihr Eingliederungspotenzial – auch medizinisch – abschliessend ausgeschöpft worden ist und die Eingliederung aus gesundheitlichen Gründen zum Abklärungszeitpunkt unmöglich ist.

Compasso: Neues Arztzeugnis in Entwicklung

Der Verein Compasso setzt sich dafür ein, dass sich Unternehmen freiwillig für die Eingliederung von Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung engagieren. Er zählt 68 Organisationen und Arbeitgeber von über 350'000 Mitarbeitenden. Derzeit entwickeln Arbeitgeber und Ärzte gemeinsam ein einheitliches, ressourcenorientiertes Arztzeugnis und dazugehörige Arbeitsplatzbeschreibungen. Ausserdem soll mit einer Modellvereinbarung die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Taggeldversicherungen und Pensionskassen in der Frühinterventionsphase optimiert werden.

SKOS: Dossier über die Arbeit der Sozialhilfe

Wie soll auf die gestiegenen Anforderungen und die immer umfangreicheren Aufgaben in der Sozialhilfe reagiert werden? Die Ausgabe 2/2017 von ZESO, der Zeitschrift für Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS), widmet der Arbeit der sozialen Dienste einen Beitrag. Sie präsentiert auch eine Studie über die Wirkung der Integrationsprogramme sowie ein Interview mit Jean-Michel Bonvin, Soziologe an der Universität Genf. Dieser Experte begrüsst die Ausbildungs- und Aktivierungsprogramme, fordert aber auch Massnahmen vom Arbeitsmarkt.

VS: Motion für eine Krankentaggeldversicherung

Der Walliser Staatsrat hat eine Motion angenommen, die die Schaffung einer kantonalen Krankentaggeldversicherung für Arbeitslose beantragt, um zu verhindern, dass im Krankheitsfall Sozialhilfe beansprucht wird, weil die Leistungen der Arbeitslosenversicherung nach 30 Tagen eingestellt werden. Gemäss einem Artikel der Zeitung "Le Nouvelliste" wird der Staatsrat den Antrag und die Kosten analysieren, die eine solche Versicherung nach sich zieht.

Verschiedenes

Österreich: Schulqualität und Gesundheit

Um die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten nachhaltig zu fördern, sollten Gesundheitsförderung und Prävention mit Schulentwicklung zusammengeführt werden. Eine kostenlose Broschüre "Schulqualität und Gesundheit" aus Österreich bietet Anregungen für die Umsetzung in der schulischen Praxis.