Newsletter vom 24.08.2016

Aktuelle Meldungen vom 24.08.2016

Berufliche Grundbildung

Anhörung zu den Bausteinen und Eckwerten zum QV

Im Dezember 2015 hat die Eidgenössische Berufsbildungskommission (EBBK) eine Anpassung für das Projekt "Vereinfachen der Qualifikationsverfahren in der beruflichen Grundbildung" beschlossen. Das im Rahmen dieses Projekts erarbeitete Dokument "Bausteine und Eckwerte zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung" wird in einer Anhörung via EBBK-Mitglieder den Verbundpartnern zur Stellungnahme unterbreitet. Die Frist für Rückmeldungen ist der 15. November 2016, die Ergebnisse werden der EBBK im Dezember 2016 vorgelegt.

Informationsmaterial zu gefährlichen Arbeiten

Die Jugendschutzverordnung (ArGV 5, Art. 4) wurde im Juni 2014 angepasst. Insbesondere in den folgenden Dokumenten des SDBB wurden die neuen Bestimmungen berücksichtigt:
- QualiCarte zur Beurteilung der Qualität in der betrieblichen Ausbildung
- Lehrplan für den 40-Stunden-Kurs für Berufsbildner/innen
- Drei Grafiken in der Dokumentation Berufsbildung (Kapitel 3.3.4) für den Einsatz an Vorträgen.
Weitere Informationen über die Umsetzung der revidierten Jugendschutzverordnung sind auf der Website des SBBK aufgeschaltet.

Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ: Bildungsverordnung erlassen

Das SBFI hat die Verordnung über die berufliche Grundbildung für den Beruf Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ erlassen. Sie tritt am 1. Januar 2017 in Kraft und ersetzt die Bildungsverordnung vom 13. November 2008. Die gedruckten Versionen sind in einigen Wochen beim BBL erhältlich und stehen im Berufsverzeichnis zur Verfügung. Der Bildungsplan wird im August 2016 auf der Internetseite der OdASanté aufgeschaltet.
Rundschreiben des SBFI

Kauffrau/Kaufmann EFZ: Aktualisierter Bildungsplan für die schulisch organisierte Grundbildung

Das SBFI hat die Anpassung des Bildungsplans erlassen, um den neu in Kraft gesetzten Dokumenten Rechnung zu tragen, einerseits dem Leistungszielkatalog für zusätzliche, allgemeinbildende Fächer (SOG+), andererseits der Empfehlung 10 "Rahmenbedingungen zum Langzeitpraktikum in der schulisch organisierten Grundbildung (SOG)". Der am 1. Juli 2016 in Kraft getretene geänderte Bildungsplan steht im Berufsverzeichnis zur Verfügung.
Rundschreiben des SBFI

Berufliche Grundbildungen des Detailhandels: Anerkennung von Branchen

Das SBFI hat die neuen sowie die revidierten Leistungsziele für die Ausbildungs- und Prüfungsbranche "Öffentlicher Verkehr" genehmigt. Sie gelten für den Lehrbeginn ab 1. August 2017. Die Dokumente werden im August 2016 auf der Internetseite von Bildung Detailhandel Schweiz (BDS) aufgeschaltet.
Aufgrund von Rückmeldungen der Verbände Suissemusic und BDS hat das SBFI entschieden, die Anerkennung der Ausbildungs- und Prüfungsbranche "Ton-Bildträger und Musikalien" aufzuheben. Die aktualisierte Liste der Branchen im Detailhandel ist im Berufsverzeichnis aufgeführt.
Rundschreiben des SBFI "Öffentlicher Verkehr"
Rundschreiben des SBFI "Ton-Bildträger und Musikalien"

Oberflächenbeschichter/in EFZ: Teilrevision des Bildungsplans

Das SBFI hat die Änderung des Bildungsplans im Teil C (überbetriebliche Kurse) auf Antrag der zuständigen Organisation der Arbeitswelt genehmigt. Dabei handelt es sich um eine Optimierung der Verteilung der üK-Inhalte des zweiten und dritten Lehrjahrs. Das Total der üK-Tage bleibt unverändert. Die Änderung tritt per 1. Oktober 2016 in Kraft. Die Bildungspläne werden im September 2016 auf der Internetseite der Schweizer Stiftung für Oberflächentechnik aufgeschaltet.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im August 2016

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 8/2016

Dritte überarbeitete Auflage der Dokumentation Berufsbildung

Die Dokumentation Berufsbildung DokuBB enthält Basisinformationen zu etwa 150 Themen der Berufsbildung mit 200 professionell gestalteten Grafiken. Sie dient als Werkzeug für alle, die über die Berufsbildung informieren oder referieren. Die Grafiken sind zur einfachen Weiterverwendung in Powerpoint vorbereitet und können in bestehende Vorträge integriert werden. Das Kapitel 7, identisch mit allen Grafiken der SBFI-Publikation "Berufsbildung in der Schweiz, Zahlen und Fakten", liefert jährlich die aktuellsten Informationen. Die französische und italienische Version werden bis Ende 2016 analog der deutschen Version aktualisiert und aufgeschaltet, wobei diese beiden Sprachversionen bereits 2014 überarbeitet wurden.

SDBB: Informationsdienstleistungen für die Berufsbildung

Der Flyer "Informationsdienstleistungen für die Berufsbildung" des SDBB gibt einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Angebote und Aktivitäten im Bereich Medien und Berufsbildung. Der in den drei Amtssprachen verfasste Flyer richtet sich in erster Linie an Mitarbeitende in der Berufsbildung, insbesondere der Berufsbildungsämter. Er ist elektronisch unter der Rubrik info.berufsbildung.ch verfügbar oder gedruckt gratis via berufsbildung@sdbb.ch zu bestellen.

Studie zur Einstellung der Bevölkerung: Allgemeinbildung vs. Berufsbildung

Das Swiss Leading House on the Economics Education hat im Sommer 2015 Schweizer/innen nach ihren Meinungen zu ausgewählten Themen des Schweizer Bildungswesens befragt, so unter anderem nach ihrer Meinung zur Maturitätsquote, zu ihren Bildungspräferenzen für die eigenen Kinder und zur optimalen Anzahl Studierender an den Universitäten. Im SKBF Staff Paper 18 werden die Ergebnisse dargelegt. Die Auswertung zeigt, dass Schweizer/innen – auch für ihre eigenen Kinder – immer noch deutlich zur Berufsbildung hin tendieren.

Innovationspreis für Projekte mit internationaler Ausstrahlung

Mit dem zum ersten Mal lancierten FoBBIZ-Preis 2017 werden besondere Erfahrungen oder Ergebnisse ausgezeichnet, die in ihrer Wirkung die Berufsbildung im internationalen Kontext weiter bringen. Bewerben kann sich, wer in der Berufsbildung eine besondere Innovation realisiert oder eine Reform im Berufsbildungssystem mitgeprägt hat. Eingabetermin ist der 31. Oktober 2016. Zu gewinnen sind ein Hauptpreis von 5000 Franken und ein zweiter Preis von 3000 Franken.
Informationen

Folio zum Thema Vertiefungsarbeit VA

Die Ausgabe 04/2016 der Zeitschrift Folio behandelt die Vertiefungsarbeit (VA) aus verschiedenen Blickwinkeln: Fünf Personen schauen auf ihre VA zurück, die sie vor zwei bis zehn Jahren verfasst haben. Ein Koch organisierte ohne materielle Ressourcen, dafür mit Engagement einen Brunch für 100 Asylbewerber/innen. In Interviews mit zwei Professoren der PH Zürich äussert sich Manfred Pfiffner zu den Voraussetzungen für eine gelungene VA und Christoph Städeli weitet den Horizont, indem er das selbstständige Arbeiten in der Ausbildung von Berufsfachschullehrerinnen und -lehrern durchsetzen will.

Dritte TV-Serie zur Berufslehre

In der Sendereihe Mini Lehr + ich hat Fernsehen SRF fünf Lernende porträtiert, die sich in einer besonderen Konstellation befinden: Die Strassenbauerin Katja und der Kinderbetreuer Basil lernen einen für ihr Geschlecht untypischen Beruf. Elena macht bei ihrem Onkel eine Kochlehre und Plattenleger Florian bei seinem Vater. Fünfte im Bund ist Nina, Tiermedizinische Praxisassistentin. Nicht repräsentativ für die Realität der Berufsbildung insgesamt ist, dass alle fünf die Berufslehre mit einem überdurchschnittlich guten Resultat "hammermässig" abschliessen und sich ihnen herausragende Karrierechancen (Übernahme des Lehrbetriebs, Universitätsstudium) eröffnen.

Online-Publikation "La formazione professionale in Svizzera"

Das Buch "Die Berufsbildung in der Schweiz" von Emil Wettstein, Evi Schmid und Philipp Gonon ist jetzt in Italienisch online erhältlich, in einer unter Gianni Ghisla übersetzten Version, ergänzt mit der Entstehungsgeschichte der Berufsbildung im Tessin, geschildert von drei ihrer Protagonisten. Die französische und englische Ausgaben sind in Vorbereitung.

Deutschland: Netzwerk für Ausbilder/innen

Das Internetportal foraus.de des Bundesinstitutes für Berufsbildung BIBB bietet nach einem Relaunch Ausbildern vielfältige Informationen und Workshops: So wird im Lernzentrum "Kompetenzwerkstatt" eine handlungsorientierte, lernortübergreifende Ausbildung präsentiert und über Anwenderworkshops zur Nutzung digitaler Medien im Ausbildungsalltag angeregt. Das Portal richtet sich an haupt- und nebenberufliche Ausbilder und Ausbildungsleiterinnen im Bereich der betrieblichen, überbetrieblichen und ausserbetrieblichen Aus- und Weiterbildung.

Deutschland: Inklusion in der Berufsbildung

Im Editiorial von Ausgabe 30 des Newsletters bwp@ zum Thema Inklusion in der beruflichen Bildung steht: "Insgesamt besteht ein grosser Diskussions-, Forschungs- und Entwicklungsbedarf im Hinblick auf eine berufs- und wirtschaftspädagogische Klärung der Kategorie Inklusion und die Gestaltung der unterschiedlichen Handlungspraxen bzw. -felder in der beruflichen Bildung." Die Situation in der Schweiz ist im Bericht "Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung in der Berufsbildung" ausführlich beschrieben.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe der Prüfungsordnung eingereicht, einerseits über die Berufsprüfung Automatikfachmann/-fachfrau, Prozessfachmann/-fachfrau, Technischer Kaufmann/Technische Kauffrau, Teamleiter/in in sozialen und sozialmedizinischen Institutionen, Gleisbau-Polier/in, Grundbau-Polier/in, Strassenbau-Polier/in sowie Strassenunterhalts-Polier/in, je mit eidgenössischem Fachausweis, andererseits über die Höhere Fachprüfung Diplomierter Institutionsleiter/Diplomierte Institutionsleiterin im sozialen und sozialmedizinischen Bereich sowie KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom.
Bundesblatt vom 16. August 2016

Deutscher Bericht zur höheren Berufsbildung in der Schweiz

Der von Andreas Kuhn für die Konrad-Adenauer-Stiftung verfasste Bericht über die höhere Berufsbildung in der Schweiz stellt eine Sachgrundlage für die politische Diskussion zur höheren Berufsbildung in Deutschland dar. Folgende Aspekte stehen im Fokus: Übersicht über die Titel und die Positionierung der Titel im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt, Konstituierung der höheren Berufsbildung in der heutigen Form, Kennzahlen, Herausforderungen und bildungspolitische Entwicklungen im Kontext der höheren Berufsbildung.

Curaviva: Neue Ausbildung Gemeindeanimator/in HF

19 Studierende haben anfangs August ihre Ausbildung in Gemeindeanimation an der neu gegründeten höheren Fachschule Curaviva hfg in Luzern gestartet. Gemeindeanimatorinnen und Gemeindeanimatoren HF arbeiten in Kultur-, Gemeinschafts- und Seniorenzentren, in Quartier- oder Jugendtreffs, in Präventions-, Asyl- und Arbeitslosenprojekten oder in der ausserschulischen Bildungsarbeit. Der Studiengang wird alle zwei Jahre angeboten.

Studie der OECD über die Grundkompetenzen Erwachsener

Mit dem Titel "Skills Matter: Further Results from the Survey of Adult Skills" hat die OECD die Resultate einer Umfrage über die Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse und den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien publiziert. Der Bericht (in Englisch) umfasst die Resultate aus 24 Ländern und Regionen, die schon am ersten Teil der Umfrage 2011-2012 teilgenommen haben, und neun zusätzlichen Ländern der zweiten Runde 2014-2015. Die Schweiz zählt nicht dazu.

Österreich: Absolventenbefragung zur Meisterprüfung

Als Folge der Meisterprüfung steigen Absolventen/-innen, die ihr fachliches Fundament durch eine berufliche Grundausbildung und eine jahrelange betriebliche Praxis erworben haben, sehr häufig in höhere Positionen mit mehr Leitungs- und Entscheidungsbefugnissen auf. Viele von ihnen machen sich aber auch durch Neugründungen bzw. Betriebsübernahmen selbstständig. Die empirische Studie "Die Meisterprüfung in Österreich" zeigt damit, dass die Meisterqualifikation ihrer Zielsetzung durchaus gerecht wird. Zudem lässt sie die Einordnung dieses Abschlusses auf Niveau 6 des NQR berechtigt erscheinen.

Mittelschulen und Hochschulen

Powerpoint-Präsentation über die FH

Swissuniversities hat eine Powerpoint-Präsentation (in Englisch) über die Schweizer Fachhochschulen erstellt. Die Seiten können an Informationsanlässen, Workshops und anderen öffentlichen Veranstaltungen genutzt werden. Die Präsentation "Meet the Swiss Universities of Applied Sciences and Arts" richtet sich an alle Fachleute, die über das Studium an den FH in der Schweiz oder im Ausland orientieren.
Weitere Informationen

BE: Gymnasialklasse für jugendliche Flüchtlinge

Wie die NZZ am Sonntag in ihrer Ausgabe vom 14. August 2016 schreibt, schafft der Kanton Bern für schulisch starke junge Flüchtlinge ein neues Angebot. Ab dem beginnenden Schuljahr gibt es im Bieler Berufsbildungszentrum eine neue Gymnasialklasse für Migrantinnen und Migranten. Dort sollen die Jugendlichen möglichst schnell Deutsch lernen und fit fürs Gymnasium gemacht werden. Das Angebot ist in dieser Form in der Deutschschweiz einmalig.

FR/JU: Bilinguale Maturitäten

In Freiburg ist es als Premiere in der Schweiz künftig möglich, einen zweisprachigen Fachmaturitätsausweis zu erwerben. Die Ausbildung steht Studierenden der Fachmittelschule offen, die kürzlich ihren Fachmittelschulausweis in den Berufsfeldern Soziales und Gesundheit erhalten haben. Der Kanton Jura berichtet über den Erfolg der neuen zweisprachigen gymnasialen Maturität mit einer Bestehensquote von 100%. Die Promotionsbestimmungen und der Abschluss der gymnasialen Maturität sind auf den Schuljahresbeginn hin geändert worden, im Hinblick auf die Stärkung der Grunddisziplinen (Erstsprache, Zweitsprache, Mathematik und Schwerpunktfach).

GE: Neue berufsorientierte universitäre Masterstudiengänge

Die "Geneva Business School of Economics & Management" der Universität Genf lanciert das Projekt "bridge the gap", das Studierende an die Praxis heranführen will, indem es ihnen eine akademische Berufsbildung auf hohem Niveau anbietet. In einem Interview in der Tageszeitung "Agefi" erläutert die Dekanin der Fakultät, Maria-Pia Victoria-Feser, die Neuheiten dieses Projekts. Ein Master in Commodity Trading ermöglicht ab Studienbeginn 2017 eine duale Ausbildung mit einem akademischen und einem beruflichen Teil. Ein Master in Business Analytics (eine Verbindung von Management und Statistik) wird ebenfalls 2017 starten.

SG/GR: Neues Bachelor-Studium Architektur in St. Gallen und Chur

Im September 2017 startet das Bachelor-Studium in Architektur in St. Gallen und Chur. Besondere Merkmale sollen die praktische Tätigkeit in der Architekturwerkstatt werden, die Möglichkeit jahrgangsübergreifender Projekte und eine enge Verknüpfung der Ausbildung mit der Praxis. Es werden sowohl berufsbegleitende als auch vollzeitliche Studiengänge angeboten.

Beratung

Studienaktie.org ist neu Educa Swiss

Die im Oktober 2015 gegründete Schweizerische Stiftung für Bildungsförderung und -finanzierung, Educa Swiss, setzt seit April 2016 die Arbeit von Studienaktie.org fort. Das Ziel ist weiterhin, Menschen mit einem konkreten Bildungsvorhaben eine Finanzierungsberatung und bei Bedarf erfolgsabhängig verzinste Darlehen von Privatpersonen anzubieten.

Deutschland: Onlineportal für Studienzweifler

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein Onlineportal für Studienzweifler in Deutschland aufgeschaltet. Das Portal informiert Studierende, die an ihrem Studium zweifeln, über Wege und Hilfsangebote, wie sie ihr Hochschulstudium dennoch erfolgreich abschliessen könnten. Gleichzeitig werden Karrierechancen bei einem Wechsel in die berufliche Bildung aufgezeigt. In den FAQs werden Informationen zu den Themen Studienumstieg, Studienausstieg und Wechsel in die berufliche Bildung gebündelt.

Arbeitsmarkt

BFS: Arbeitsmarktindikatoren 2016 publiziert

Das BFS hat die Arbeitsmarktindikatoren 2016 publiziert. Im ersten Teil werden die Resultate der Periode 2010 bis 2016 kommentiert. Es folgen die Definitionen der wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren sowie ein Kapitel, in welchem die methodischen Aspekte der verschiedenen statistischen Quellen erläutert werden. Am Schluss der Publikation werden die detaillierten Resultate der verschiedenen Arbeitsmarktstatistiken in Form von mehreren Tabellen präsentiert.

Mehr Sonntagsarbeit in der Landwirtschaft erlaubt

Die bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für Betriebe in der landwirtschaftlichen Verarbeitung wird ausgedehnt. Das hat der Bundesrat beschlossen. Die neue Sonderbestimmung soll auf Betriebe für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte angewandt werden Der neue Artikel 12 Absatz 2bis ArGV 2 ermöglicht die Erhöhung der bewilligungsfreien Sonntagsarbeit, indem die arbeitsfreien Sonntage von bisher 26 auf 12 reduziert werden. Neu kann die wöchentliche Ruhezeit zudem alternativ mit einmal 47 aufeinanderfolgenden Stunden oder mit zweimal 35 aufeinanderfolgenden Stunden gewährt werden.
Medienmitteilung

Artias: Dossier zur Taggeldversicherung

Artias, die Konferenz für Sozialhilfe Westschweiz und Tessin, hat sich mit der Versicherungsdeckung des Lohnausfalls bei Krankheit beschäftigt. Sie hat die Schwächen eines Systems aufgezeigt, in dem eine Sozialversicherung, das KVG, neben einer privaten, nicht obligatorischen Versicherung, der Taggeldversicherung im Krankheitsfall, existiert. Wegen ungenügenden Versicherungsschutzes sind nicht arbeitsfähige Lohnbezüger/innen in gewissen Fällen gezwungen, Sozialhilfe oder Unterstützung durch die Invalidenversicherung anzufordern.
Dossier (in Französisch)

Wechselkursschwankungen treffen Tief- und Mittelqualifizierte

Eine neue Forschungsarbeit von Boris Kaiser (B,S,S.) und Michael Siegenthaler (KOF ETH Zürich) untersucht, wie sich Schwankungen der Wechselkurse auf die Beschäftigungsstruktur von Schweizer Industrieunternehmen auswirken. Die Resultate zeigen, dass bei einer Aufwertung vor allem tief- und mittelqualifizierte Jobs abgebaut werden, weil sie stärker von Auslagerungen ins Ausland oder Automatisierungen betroffen sind. Im Gegensatz dazu kann die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften sogar zunehmen. Eine Kurzfassung wurde im Juni 2016 im "LSE Business Review" veröffentlicht (in Englisch).

Die Wirtschaftslage lenkt die Zuwanderung

Die Zuwanderung in die Schweiz hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich verändert. Eine Analyse von Sarah Bouchiba-Schaer und Bernhard Weber (SECO) in der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" zeigt, dass nach der Wirtschaftskrise 2009 die Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa an Bedeutung zunahm, während jene aus Nord- und Westeuropa abnahm. Die wachsende Zuwanderung aus dem Osten ist auf die Personenfreizügigkeit gegenüber diesen Ländern ab 2006 zurückzuführen. Auf das durchschnittliche formale Ausbildungsniveau hatte die Verschiebung eher geringe Auswirkungen. Der Anteil an Personen ohne nachobligatorische Ausbildung stieg von 14 auf 17 Prozent.

VD: Videos zur Erklärung der Arbeitslosenversicherung

Mit Videos erklärt das Waadtländer Arbeitsamt seit Kurzem die Funktion der Arbeitslosenversicherung (ALV). Es hat drei Filme zur ALV (Grundinformationen, Rolle und Leistungen der RAV, Optimierung der Stellensuche) ins Internet gestellt. Hinzu kommen vier Videos zur Entschädigung, insbesondere zu den Voraussetzungen zur Gewährung der Zulage, zur Berechnung des Betrags, der Bezugsdauer, der Indikation und der einzureichenden Dokumente zur Gesuchstellung.

Deutschland: Mindestlohn hat kaum negative Auswirkungen auf Beschäftigung

In Deutschland wurde 2015 der Mindestlohn eingeführt. Er beträgt 8.5 Euro. Eine Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass der Mindestlohn – entgegen der Behauptungen vieler Kreise – kaum nennenswerte Beschäftigungsverluste verursacht hat. Im Rahmen des IAB-Betriebspanels wurden betroffene Betriebe im Herbst 2015 gefragt, wie sie auf die Einführung des Mindestlohns reagiert haben. Neben Änderungen im Einstellungs- und Entlassungsverhalten wurden unter anderem Anpassungen in der Arbeitszeit, im Einsatz flexibler Beschäftigungsformen sowie bei Absatzpreisen und Investitionen untersucht.

Berufliche Integration

Masseneinwanderungsinitiative: Vorrang via RAV?

Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative geht in die heisse Phase. Der kleinste gemeinsame Nenner scheint gefunden: Arbeitgeber sollen offene Stellen zuerst den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden müssen. Während einer bestimmten Frist, zum Beispiel während zweier Wochen, wäre eine Stellenausschreibung nur für am RAV gemeldete Personen sichtbar. "Das RAV ist die Drehscheibe, die am besten Bescheid weiss über den Arbeitsmarkt", sagte der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri gemäss HR Today gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Meldepflicht soll nur für jene Berufe, Branchen und Regionen gelten, in welchen es besonders grosse Probleme gibt.

BFS: Sozialhilfestatistik im Asylbereich 2015

Das BFS hat die gesamtschweizerischen Ergebnisse 2015 der Sozialhilfestatistik im Asylbereich (eAsyl) veröffentlicht. Per 30. Juni 2015 haben nahezu 24'000 Personen im Asylbereich Sozialleistungen erhalten, davon 57% Asylbewerbende und 43% vorläufig aufgenommene Personen, die sich seit höchstens sieben Jahren in der Schweiz aufhalten. Für 94% aller Sozialhilfeempfänger/innen war dies das einzige Auskommen. Das BFS legt in seinem Bericht dar, dass die Sozialhilfebezüger/innen im Durchschnitt etwas mehr als 1000 Franken pro Monat erhalten.

Sozialplanpflicht: "Ein Papiertiger"

Seit 2014 gilt für Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten, die in einer Frist von 30 Tagen mehr als 30 Mitarbeitende entlassen, die Pflicht, einen Sozialplan auszuarbeiten. Sie sei ein Papiertiger, sagen Arbeitsrechtler gemäss einem Bericht in Ausgabe 3/2016 der Zeitschrift Apunto (Angestellte Schweiz). Sie betreffe gerade mal ein Prozent der Betriebe, die ohnehin meist fortschrittlich geführt seien. Die Hürde sei darum auf 100 Angestellte zu senken. Zudem greife die Sozialplanpflicht in gewissen Fällen von Massenentlassungen nicht.