Newsletter vom 22.03.2017

Aktuelle Meldungen vom 22.03.2017

Berufliche Grundbildung

Verbundpartnertagung: Strategie Berufsbildung 2030

Am 16./17. März 2017 fand in Bern die alljährliche Verbundpartnertagung statt. Die 160 Teilnehmer/innen von Bund, Kantonen, Schulen und OdAs setzten sich während den eineinhalb Tagen intensiv mit der "Strategie Berufsbildung 2030" auseinander. Aus verschiedenen Gruppenarbeiten resultierten Entwürfe einer Vision und Entwürfe strategischer Leitlinien. Diese Arbeiten fliessen nun in die nächste Etappe des mehrjährigen Prozesses ein, die Konsensfindung.
Tagungsunterlagen und Resultate der Verbundpartnertagung

Projekt "Vereinfachen der Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung"

Das im Rahmen des Projekts erarbeitete Dokument "Bausteine und Eckwerte zum QV mit Abschlussprüfung" wird nicht veröffentlicht. Das SBFI und die Verbundpartner sind sich einig, dass das Dokument alleine als Zwischenergebnis betrachtet werden kann, dass jedoch für das Gesamtprojekt aus einer systemischen Sicht heraus ambitioniertere Ziele zu verfolgen sind. Die Verbundpartner werden sich vor Sommer 2017 nochmals zu einem Workshop treffen und das weitere Vorgehen festlegen.

Enterprize für Carosserieverband

Der Enterprize zeichnet unternehmerische Leistungen in der Berufsbildung aus und wurde in diesem Jahr erstmals gemeinsam von der SVC Stiftung für das Unternehmertum und dem EHB unter dem Patronat von Bundesrat Schneider-Ammann und des Arbeitgeberverbands vergeben. Mit dem Enterprize 2017 wurde der Schweizerische Carrosserieverband für sein Projekt "Top Ausbildungsbetrieb" ausgezeichnet. Das Projekt packt den Fachkräftemangel im Handwerk an der Wurzel, indem es die Qualität der beruflichen Grundbildung verbessert. Weitere Preise erhielten die Stiftung go tec Schaffhausen und das Universitätsspital Zürich.

Anhörung zum Handbuch Berufliche Grundbildung für Erwachsene

Der Entwurf des Handbuchs wurde verbundpartnerschaftlich im Rahmen des Projektes "Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene" des SBFI erstellt. Es ist ein Nachschlagewerk, das den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung von erwachsenengerechten Berufsbildungsangeboten und Qualifikationsverfahren wie auch für die Anrechnung von bereits erworbenen Kompetenzen erläutert. Im Handbuch werden die drei Elemente Bildung, Zulassung und Qualifikationsverfahren beschrieben. Die Anhörung zum Entwurf ist bis am 15. Mai 2017 befristet.

Gewebegestalter/in EFZ: Anhörung

Im Rahmen einer Anhörung hat das SBFI die Änderungen der Verordnung über die berufliche Grundbildung und des Bildungsplans für den Beruf Gewebegestalter/in EFZ zur Stellungnahme unterbreitet. Anhörungsfrist: 26. April 2017. Die Dokumente können von der Internetseite des SBFI heruntergeladen werden.

Detailhandelsberufe: Änderung der Verordnungen

Im Rahmen einer Anhörung hat das SBFI folgende Entwürfe zur Stellungnahme unterbreitet: Verordnungen über die berufliche Grundbildung und Bildungspläne für die Berufe Detailhandelsfachfrau/fachmann EFZ und Detailhandelsassistent/in EBA. Anhörungsfrist: 15. Juni 2017. Die Unterlagen können von der Internetseite des SBFI heruntergeladen werden.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im März 2017

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 3/2017

SKBF: Forschungsprojekte im Bereich Berufsbildung

Der Newsletter "Information Bildungsforschung" der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung heisst neu "SKBF-Magazin". Dieses enthält Informationen über die neusten Publikationen der schweizerischen Bildungsforschung. Im aktuellen Magazin finden sich sechs Projekte, welche die Berufsbildung oder die Weiterbildung thematisieren:
- Projekt "Politische Bildung auf der Sekundarstufe II: eine Bilanz"
- Projekt "Der Lernbericht: ein Mittel zur Reflexion über berufliche Erfahrungen und die Entwicklung von Kompetenzen zur Selbststeuerung"
- Projekt "Nationale Auswertung des Case Management Berufsbildung"
- Projekt "Schule oder Berufsbildung? Übergänge in die nachobligatorische Bildung aus subjektiver und geschlechtsspezifischer Sicht"
- Projekt "Möglichkeiten und Grenzen von Nachholbildung"
- Projekt "Weiterbildungsförderung im Kanton Bern"

Magazin und Kongress zum Zehnjährigen des EHB

Die erste Ausgabe des Magazins "skilled" behandelt das Thema Kreativität. Das Magazin informiert zweimal jährlich über das Tun des EHB und beleuchtet Tendenzen der Berufsbildung in der Schweiz und international. Mit dem dreisprachigen Magazin soll das Netzwerk in der Berufsbildungsszene gestärkt werden. Die zweite Ausgabe erscheint im November 2017. An der Jubiläumstagung CREATIVET des EHB am 14. März 2017 äusserten sich nationale und internationale Persönlichkeiten aus Forschung, Wirtschaft und Politik zum Thema Kreativität im Umfeld von Digitalisierung und Industrie 4.0.

Gute Kompetenzen der Kaufleute in der MEM-Branche im internationalen Vergleich

Im Rahmen einer von Swissmem zusammen mit der Universität Zürich durchgeführten Studie wurden die Kompetenzen von kaufmännischen Lernenden in der Maschinen-, Elektro- und Metallbranche am Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kompetenzen der angehenden Kaufleute in der Schweiz in vielen Bereichen höher sind als diejenigen der Industriekaufleute in Deutschland.
Medienmitteilung und Praxisbericht

Erweiterte SBBK gegründet

Am 8. März 2017 fand die Gründungsversammlung der erweiterten SBBK statt. Drei Fachkonferenzen – die Schweiz. Berufsbildungsämterkonferenz (SBBK), die Schweiz. Konferenz der Leiter/innen der Berufs- und Studienberatung (KBSB) und die Interkantonale Konferenz der Weiterbildung (IKW) – erhalten mit einem neuen Statut für ihre Zusammenarbeit eine gemeinsame Grundlage. Sie werden aber auch künftig ihre eigenständigen Tagungen durchführen. Das neue Statut überträgt die operative Aufsicht über das SDBB der SBBK.

Lehrvertragsauflösungen: Projekte am EHB und in Zürich

Auf Basis der Publikation "Gemeinsam zum Erfolg" wurde am EHB ein Modell zur Erhaltung der Lehrverhältnisse erarbeitet, das drei Elemente verbindet: Passung zwischen Person und Ausbildungsanforderungen, die individuelle Lernförderung und -beratung und die Lernortkooperation.
Das "Projekt Lehrabbruch" des Bäcker-Confiseurmeister-Verbands und des MBA Zürich unterstützt Lernende während der Ausbildung, indem erfahrene Berufsleute sich in schwierigen Situationen für die betroffenen Jugendlichen einsetzen.
Schulblatt Kanton Zürich, Seiten 34-35

Deutschland: Medienkompetenz in der Berufsbildung

Ein Forschungsprojekt des deutschen Bundesinstitutes für Berufsbildung BIBB beschäftigt sich ausführlich mit der Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsbildung. Heute wird von den Lernenden erwartet, dass sie Medien zur Kommunikation einsetzen. In vielen Bereichen des beruflichen Lebens sind die Beschäftigten zudem mit technischen Neuerungen und kürzer werdenden Innovationszyklen konfrontiert. Sie sollen künftig Innovationen in ihrem Beruf erkennen, den Lernbedarf ableiten und selbstständig den Lernprozess gestalten können. Ausserdem wird erwartet, dass rechtliche, ethische und wirtschaftliche Grundlagen bei der Mediennutzung berücksichtigt werden.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe von Prüfungsordnungen eingereicht, einerseits über die Berufsprüfung Gärtner/in, Fachrichtung Produktion resp. Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau sowie Finanzplaner/in, je mit eidgenössischem Fachausweis, andererseits über die höhere Fachprüfung für KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom.
Bundesblatt vom 14. März und 21. März 2017

EU: Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen

Der Referenzrahmen "Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen" definiert acht Schlüsselkompetenzen als Voraussetzung für persönliche Entfaltung, den sozialen Zusammenhalt und die Beschäftigungsfähigkeit. Es sind dies u.a. die Muttersprache, die Fremdsprache, mathematische Kompetenz, Computer-Kompetenz, Lern- und Sozialkompetenz oder auch unternehmerische Kompetenz. Die Europäische Kommission hat eine Konsultation zur Überarbeitung der Schlüsselkompetenzen eröffnet.

Mittelschulen und Hochschulen

Strategien für die Lehrerbildung

Die Kammer der pädagogischen Hochschulen von swissuniversities hat anfangs Februar 2017 die "Strategie 2017-2020" und die "Definition der Merkmale des Hochschultypus PH" verabschiedet. Gemäss der NZZ am Sonntag vom 12. März 2017 arbeiten die Rektoren/-innen der pädagogischen Hochschulen an einem Strategiepapier, in dem es um einen Ausbau der Bachelor-Studiengänge für Lehrpersonen der Vorschul- und Primarstufe zu einem Masterstudium von viereinhalb bis fünf Jahren Dauer geht. Das Strategie-Papier zum Primarlehrer-Master soll im Herbst 2017 verabschiedet werden.

Neue Aktionspläne für die Chancengleichheit an den Hochschulen

Das neue Bundesprogramm 2017-2020 "Chancengleichheit und Hochschulentwicklung" ist angelaufen. 27 Hochschulen (UNI, ETH, FH und PH) haben Aktionspläne entwickelt, um Frauen den Zutritt zu Professuren zu erleichtern, die Chancengleichheit in der beruflichen Laufbahn zu gewährleisten, das Arbeitsumfeld zu verbessern und die Diskriminierung zu bekämpfen. Am 3. März 2017 haben swissuniversities und die Universität Genf eine Präsentation der neuen Aktionspläne der Schweizer Hochschulen organisiert. Eine Broschüre listet die Aktionen jeder Institution auf.

EPFL: Doktorandenprogramm zur Unternehmerlaufbahn

Die EPFL (ETH Lausanne) hat ein neues Programm mit dem Titel "EPFLinnovators" lanciert, um ihren Doktorierenden zu helfen, Unternehmer/innen zu werden und in der Industrie Karriere zu machen. 36 Doktorierende werden zur Teilnahme ausgewählt. Das Programm setzt sich aus Zusatzkursen und einem von sechs Monaten auf zwei Jahre verlängerten Praktikum in einem nicht akademischen Umfeld zusammen. Es erlaubt den Doktorierenden, ihre wissenschaftlichen und unternehmerischen Kompetenzen zu entwickeln. Zu Beginn des Kurses (Französisch/Englisch) können die Teilnehmenden von einer konkreten Unterstützung durch die EPFL für den Aufbau eines Start-ups profitieren (Infrastruktur, Zugang zu Investoren, persönliche Betreuung).

LU: Drei betriebswirtschaftliche Vertiefungen auf Masterstufe

An der Universität Luzern werden ab 2019 drei betriebswirtschaftliche Vertiefungen auf der Masterstufe angeboten: Politische Ökonomie, Gesundheitsökonomie und -management sowie die Unternehmerschule. Letztere wird von der wirtschaftswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Fakultät gemeinsam getragen und soll es ermöglichen, theoretisches Wissen in der Praxis zu erproben. Die Studierenden sollen zur Führung von kleinen und mittleren Unternehmen befähigt werden und damit ein Bedürfnis der hiesigen Wirtschaft abdecken.

Beratung

Berufsberatung.ch: Neuerungen

Auf berufsberatung.ch wurden diverse Optimierungen der Aus- und Weiterbildungsdatenbank vorgenommen, die Informationen zu den Sprachdiplomen ausgebaut, myBerufswahl durch den Berufswahl-Pass erweitert sowie diverse Verbesserungen und Korrekturen aufgeschaltet.
Weitere Informationen: www.berufsberatung.ch/news

Webtool für Coachingprozesse

Das Webtool KOMPRA hat zum Ziel, eine ziel- und kompetenzorientierte und kontinuierliche Begleitung von Coachingprozessen ermöglichen. Das Tool eignet sich für Bildungsinstitutionen, Schulen und Unternehmen. Es wurde an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen mit Unterstützung des SBFI und des Bundesamts für Sport entwickelt.

SDBB: Berufsfeldertest 22 easy-d auf der OTP

Auf der Online-Test-Plattform OTP des SDBB ist neu der "Berufsfeldertest 22 easy-d" von D. Jungo und R. Zihlmann verfügbar. Es handelt sich um eine vereinfachte Form des BFT22-J. Der "Berufsfeldertest 22 easy-d" eignet sich für Schüler/innen und Erwachsene mit geringen Sprachkenntnissen für eine erste Orientierung in der Berufswelt. Für die Theorie hinter dem Verfahren kann das Manual der BFT22-J konsultiert werden.

Pocketguide "Beruf und Kind"

Mit dem Pocketguide "Beruf & Kind" veröffentlicht der Kaufmännische Verband Zürich die achte Ausgabe seiner Ratgeberreihe. Neben arbeitsrechtlichen Aspekten thematisiert das Büchlein Fragen rund um Wiedereinstieg, Betreuungsformen und Arbeitsmodelle, die (werdende) Eltern beschäftigen. Der Pocketguide kostet zehn Franken und kann auf kfmv-zuerich.ch bestellt werden.

VD: Neues Gesetz für die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Die Entwicklung der Beratungsaufgaben machte eine komplette Neugestaltung des Gesetzes über die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des Kantons Waadt notwendig. Der vom Staatsrat verabschiedete Gesetzesentwurf zeigt die Entwicklung der Leistungen auf: Ausgehend von einem Basisinformations- und Unterstützungsangebot spielt die Beratung heute eine wichtige Rolle bei Eingliederungsmassnahmen für Jugendliche mit Problemen und beim Erwerb von Berufsabschlüssen für Erwachsene. Der Gesetzesentwurf muss vom Grossrat genehmigt werden.
Medienmitteilung (in Französisch)

ZH: Neue Direktorin des Laufbahnzentrums bestimmt

Der Stadtrat von Zürich hat Michèle Rosenheck zur Direktorin des Laufbahnzentrums der Stadt Zürich ernannt. Die 49-Jährige studierte an der Universität Zürich Wirtschaftswissenschaften und ist derzeit Geschäftsleitungsmitglied der KV Zürich Business School. Zuvor war sie beim Kaufmännischen Verband Schweiz als Mitglied der Geschäftsleitung für nationale Bildungspolitik verantwortlich. Vor ihrer Tätigkeit für den KV war sie Lehr- und Forschungsbeauftragte an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Sie tritt ihre Stelle im August 2017 an.
Medienmitteilung

Österreich: Praxishandbuch "Eltern und Berufsberatung"

Das Praxishandbuch "Eltern und Berufsberatung" stellt Methoden zur Unterstützung des Beratungsprozesses Eltern – Kind – Berater/in vor. Im Hauptteil des Buches werden zu unterschiedlichen Beratungssituationen Methoden und Ansätze ausführlich und strukturiert beschrieben. Eine Sammlung von Arbeitsblättern rundet das Praxishandbuch ab. Das Praxishandbuch kann auf der Website des österreichischen Forschungsnetzwerks kostenlos heruntergeladen werden.

Österreich: Online-Magazin blickt hinter die Kulissen der Bildungsberatung

Die Ausgabe 2/2016 des österreichischen Online-Magazins "Bildungsberatung im Fokus" trägt den Titel "Was leitet die Praxis". In verschiedenen Beiträgen wird diskutiert, unter welchen Grundbedingungen Bildungsberatung erfolgt. Der internationale Diskurs zu einer Theorie der Bildungsberatung wird ebenso aufgezeigt wie der Einfluss von Institutionen auf das beraterische Handeln.

Arbeitsmarkt

BFS: Wachstumsstarke Unternehmen

Das BFS hat erstmalig Daten zu den wachstumsstarken Unternehmen publiziert, d.h. zu Unternehmen, die über drei Jahre hinweg ein durchschnittliches jährliches Beschäftigungswachstum von mehr als 10 Prozent aufweisen. Mit dieser neuen Statistik kann die Entwicklungsdynamik der Unternehmen in der Schweiz näher beleuchtet werden. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Schweiz 2014 insgesamt 4594 wachstumsstarke Unternehmen zählte; sie trugen zwischen 2011 und 2014 zur Schaffung von 88'000 neuen Stellen bei. Der Anteil wachstumsstarker Unternehmen ist in den Kantonen JU, GE, BS, AR überdurchschnittlich hoch und in den Kantonen SH, GL, VS, GR überdurchschnittlich tief.

BFS: Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern nehmen weiter ab

Im Jahr 2014 nahmen Frauen rund zwei von drei Arbeitsstellen ein, bei denen der monatliche Bruttolohn für eine Vollzeitstelle weniger als 4000 Franken beträgt. Gemäss der Lohnstrukturerhebung des BFS gehen im privaten Sektor die Lohnungleichheiten zwischen den Geschlechtern weiterhin schrittweise zurück. Betrugen sie im Jahr 2010 insgesamt 23,6 Prozent, waren es 2014 noch 19,5 Prozent. Im privaten Sektor blieben 39,1 Prozent der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern unerklärt.

Mehrere Organisationen engagieren sich für den Vaterschaftsurlaub

IKEA Schweiz hat angekündigt, ab dem 1. September 2017 einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von bis zu zwei Monaten zu gewähren. Mit dieser Massnahme konkretisiert das Unternehmen sein Engagement in der Schweizer Organisation Advance, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Frauenanteil in den Management-Teams von Schweizer Unternehmen zu erhöhen. Im letzten Jahr lancierte Travail.Suisse eine Volksinitiative für einen Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen. Laut einer Zwischenbilanz des Dachverbands sind bis Februar 2017 bereits 80'000 Unterschriften gesammelt worden. Aktuell steht gemäss Obligationenrecht den Vätern lediglich ein freier Tag zu. Allerdings gewähren gewisse öffentliche oder private Arbeitgeber mehr, so die Stadt Bern, die seit September 2016 vier Wochen anbietet.

Lohnbuch Schweiz 2017 erschienen

Das Lohnbuch Schweiz 2017 des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit gibt einen umfassenden Überblick zu orts-, berufs- und branchenüblichen Löhnen sowie Mindestlöhnen in der Schweiz. Das Lohnbuch kostet 65 Franken. Es ist auch in elektronischer Form, als Web-Applikation sowie für Android-Tablets und iPads erhältlich.

Berufliche Integration

Revision des Beschaffungsrechts

Der Bundesrat hat am 15. Februar 2017 die Botschaft zur Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) verabschiedet. Ein Hauptziel der Revision ist die Harmonisierung der Beschaffungsordnungen von Bund und Kantonen. Der Verband Arbeitsintegration Schweiz hat in diesem Zusammenhang vor einiger Zeit das Positionspapier "Ausschreibungsverfahren bei AMM" erarbeitet. Der Vorstand von Arbeitsintegration Schweiz will sich eingehend mit der Botschaft zur Totalrevision des BöB befassen.

Schlussbericht zur Zusammenarbeit von ALV und Sozialhilfe

Im Rahmen des SECO-Projektes "Zusammenarbeit ALV und Sozialhilfe – konkrete Kooperationsvorhaben" wurden die Grundvoraussetzungen für eine optimierte Zusammenarbeit zwischen ALV und Sozialhilfe in Arbeitsgruppen diskutiert und in Grundlagendokumenten festgehalten. Der Schlussbericht ist nun publiziert worden; er vereint die Berichte der Arbeitsgruppen zur Arbeitsmarktfähigkeit, zum Finanzierungsmodell und zur Rahmenvereinbarung.

Artias: Sammlung von Entscheiden des Bundesgerichts zu Sozialversicherungen

Artias, die Konferenz für Sozialhilfe Westschweiz und Tessin, präsentiert eine Zusammenfassung von Entscheiden des Bundesgerichts im Bereich Sozialversicherungen 2016. Das Dokument (in Französisch) ermöglicht den Sozialhilfefachleuten eine bessere Sicht auf die Entwicklung der Rechtsprechung in diesem Bereich und ein besseres Verständnis für das Funktionieren der Sozialversicherungen.

Die Kantone fordern höhere Bundesbeiträge für die Flüchtlingsintegration

Aus Sicht der Kantone muss sich der Bund stärker an den Kosten der Flüchtlingsintegration beteiligen. Die heute einmalig ausbezahlte Integrationspauschale von 6000 Franken pro Person deckt nicht einmal die Kosten für die Sprachkurse. Die Kantone schätzen, dass pro Person rund 18'000 Franken erforderlich sind, um gezielter zum Erwerb einer Landessprache zu motivieren und Möglichkeiten einer Schul- oder Berufsbildung zu entwickeln, hauptsächlich für Brückenangebote und die berufliche Eingliederung. Gemäss Erhebungen im Jahr 2016 ist mit Aufwendungen von 21'600 pro Person und Jahr zu rechnen.
Medienmitteilung

Veranstaltung: Transkulturelle Kompetenz in der Arbeitsintegration

Kulturelle Vielfalt prägt den Alltag im Bereich der Arbeitsintegration. Durch unterschiedliche Werte und Normen kann es zu Irritationen und Missverständnissen kommen. Der Verband Arbeitsintegration Schweiz führt dazu eine Tagung mit Sibylle Ganz-Koechlin durch. Sie findet am Dienstag, 2. Mai 2017 in Olten statt.

Verschiedenes

Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik: Barrierefreier Zugang zur Bildung

Die deutsch- und französischsprachigen Ausgaben (3/2017 und 1/2017) der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik befassen sich mit der Umsetzung der UNO Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK). Die Autoren/-innen beschreiben die Diskriminationshürden, welchen Menschen mit Behinderung täglich ausgesetzt sind, die Auswirkungen der UNO-BRK auf das Schweizer Bildungssystem und die Anforderungen an dieses in Form der Barrierenfreiheit.