Newsletter vom 13.02.2019

Aktuelle Meldungen vom 13.02.2019

Berufliche Grundbildung

Warnung vor gefälschten Diplomen

Es ist ein Fall bekannt, wonach sich eine Person mit einem gefälschten Diplom beworben hat. Eine Webseite stellt Vorlagen und Ausfüllmasken zur Verfügung. Da diese vom Ausland aus operiert, sind die Aussichten auf eine erfolgreiche rechtliche Verfolgung beschränkt. Wichtig zu wissen ist, dass die vom SDBB ausgestellten Diplome (EFZ-, EBA- und BM-Zeugnisse) auf ein Papier mit einem speziellen Wasserzeichen gedruckt werden. Das Recht, dieses Wasserzeichen zu benutzen, liegt weltweit ausschliesslich beim SDBB. Zudem erfolgen die Bestellungen nur von kantonalen Stellen und die Auslieferung ist mit einer Reihe von Beschränkungen abgesichert.

BFS: Szenarien 2018–2027 für die Sekundarstufe II

Laut den neuen Szenarien für das Bildungssystem des BFS sollte sich 2019 die Anzahl der Lernenden und Schüler/innen im ersten Jahr der Sekundarstufe II stabilisieren, um ab 2020 für die restlichen Jahre des nächsten Jahrzehnts wieder anzusteigen (+11% bis 2027). Die Zahl der EFZ und EBA (68'900 im Jahr 2017) dürfte bis 2022 um 3% abnehmen und dann bis 2027 um 6% steigen (70'700 Abschlüsse). Die Zahl der Berufsmaturitätszeugnisse (14'300 im Jahr 2017) dürfte bis 2024 stabil sein, dann bis 2027 um 4% zunehmen.

Seilbahnberufe EFZ und EBA: Anhörung

Das SBFI unterbreitet die Entwürfe der revidierten Verordnungen über die berufliche Grundbildung und Bildungspläne für die Berufe Seilbahn-Mechatroniker/in EFZ und Seilbahner/in EBA zur Stellungnahme. Anhörungsfrist: 1. April 2019. Die Unterlagen können hier heruntergeladen werden.

SBV: Masterplan Berufsbildung 2030 gestartet

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hat den Start des Masterplans "SBV Berufsbildung 2030" genehmigt. Das Projekt des SBV hat offiziell begonnen. Es hat zum Ziel, die Berufsbildung im Bauhauptgewerbe zu modernisieren, damit die Branche künftig über genügend und gut ausgebildete Mitarbeiter/innen verfügt. Dazu ist der SBV aufgerufen, für gut ausgebildete Fachkräfte auf allen Ebenen zu sorgen und für alle Funktionsstufen und Alterskategorien berufliche Grund- und Weiterbildungskurse zu entwickeln.

Swissmem: Rückblick auf die Berufsbildungstage

Traditionsgemäss finden die Berufsbildungstage von Swissmem im November in der Deutschschweiz und im Januar des folgenden Jahres in der Westschweiz statt. Die Tagung in der Deutschschweiz galt dem Thema Kommunikation, das aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtetet wurde. Die Tagung in der Westschweiz war der Digitalisierung in der Berufsbildung gewidmet.

Bäckereien-Confiserien: Praktisches Qualifikationsverfahren im Gefängnis

Bäcker-Confiseurmeister und Chefexperte Joël Mérigonde begibt sich seit 2017 in die Vollzugsanstalt La Brenaz in Puplinge (GE), um bei den Häftlingen das praktische Qualifikationsverfahren im Bereich Bäckerei-Confiserie durchzuführen. Sechzehn der 165 Häftlinge bereiten sich auf ein EBA im modularen Bildungssystem vor. Für jedes erfolgreich absolvierte Modul erhalten die Kandidaten ein offizielles Zertifikat des kantonalen Berufsbildungsamts, ohne Hinweis auf die Ausbildung im Strafvollzug. Über die Arbeit des Experten berichtet die Zeitschrift "panissimo".

ICT: Befragung zum Lehrbeginn

2018 haben 2600 Lernende eine Lehre als Informatiker/in, Mediamatiker/in oder ICT-Fachfrau/-Fachmann begonnen. Drei Monate nach Lehrbeginn sind 96% sehr zufrieden mit ihrer Berufswahl. Die nationale Befragung zum Berufswahlentscheid und zur Lehrstellensuche wurde von ICT-Berufsbildung Schweiz durchgeführt.
Detailergebnisse
Medienmitteilung

BE: Integrationskraft der Berufsbildung

Die Ausgabe 1/2019 des "Berufsbildungsbrief" des Kantons Bern ist der beruflichen Integration Jugendlicher gewidmet, dies mit den folgenden Beiträgen: Brückenangebote, Vorlehre Integration, soziale Herausforderungen bei der beruflichen Bildung Lernender aus anderen Kulturen sowie Fachkundige individuelle Begleitung. Die ebenfalls vom Kanton Bern herausgegebene Zeitschrift "Education" (Ausgabe 5/2018) veröffentlicht das Porträt eines 24-jährigen Eritreers. Er ist einer der ersten, die eine einjährige Vorlehre Integration absolvieren (Seiten 39–40).

Deutschland: Lernportal zur Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt

Das Lern- und Prüfungsportal GEORG des Westermann Verlags qualifiziert Auszubildende für die digitalisierte Arbeitswelt. Durch seine spezielle Mediendidaktik ermöglicht das Portal selbstgesteuertes, adaptives und interaktives Lernen. Es werden laufend Ausbildungsinhalte zu weiteren Lehrberufen ergänzt.

Cedefop: Europäischer Kompetenzenindex

Der vom Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) erarbeitete europäische Kompetenzenindex (ESI) ist ein Instrument, das erstmals das Verständnis und die Analyse der Leistungsfähigkeit von Kompetenzsystemen in den EU-Mitgliedstaaten und im Vergleich zwischen den EU-Mitgliedstaaten ermöglicht. Der Index basiert auf Indikatoren von Datensätzen, die sich für diesen Zweck als relevant erwiesen haben, zum Beispiel im Rahmen der PISA-Studien. Der ESI fasst in einem einzigen Messwert die komplexe Realität der Leistungen eines Landes in allen Bereichen zusammen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

BFS: Bericht zur demografischen Entwicklung und zur Bildung

Der Bundesrat hat den Bericht über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Bildungsbereich verabschiedet. Ab jetzt bis 2037 wird die Zahl der Tertiärabschlüsse um 500'000 zunehmen, während die Zahl der Abschlüsse auf den anderen Bildungsstufen stabil bleiben wird. Diese Entwicklung deckt sich mit der erwarteten Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Auch auf der Ebene der Bildungsfelder entspricht das künftige Fachkräfteangebot der Nachfrage.
Medienmitteilung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe für die folgenden Prüfungsordnungen eingereicht: Berufsprüfung Wanderleiter/in mit eidgenössischem Fachausweis sowie höhere Fachprüfung für Diplomierter Marketingleiter/Diplomierte Marketingleiterin, Diplomierter Verkaufsleiter/Diplomierte Verkaufsleiterin (Vertiefungsrichtung Verkaufsleitung oder Key-Account-Management) und Diplomierter Sozialversicherungs-Experte/Diplomierte Sozialversicherungs-Expertin.
Bundesblatt vom 5. Februar und 12. Februar 2019

ODEC: Analyse der BFS-Erhebung

Der Schweizerische Verband der dipl. HF (ODEC) hat die interessantesten Angaben zu den HF-Studierenden aus der Erhebung zur höheren Berufsbildung des BFS zusammengefasst:
- Durchschnittsalter: 28 Jahre (in bestimmten Berufen breite Streuung)
- Migrationshintergrund: 24% (Gesamtbevölkerung: 38%)
- Prüfungserfolg: 95% (Vergleichswerte: eidg. Fachausweis: 77%, eidg. Diplom: 72%)
- Sprache: Deutsch: 82%, Französisch: 14%, Italienisch: 4%
In der Zusammenfassung der ODEC finden sich zudem Angaben zu den folgenden Themen: Grösse der Bildungsfelder HF, Teilzeitstudien, Zeitaufwand, Gründe für die Studienwahl, Bildungsprofil der Eltern.

SGB fordert Grund- und Weiterbildung für alle

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat die Situation in der Berufsbildung analysiert. Nach wie vor sei der Anteil von Personen mit einer Grundausbildung auf Sekundarstufe II ungenügend. Hier müssten Benachteiligungen – insbesondere finanzielle Hürden – abgebaut und spezifische Unterstützungsmassnahmen für die Betroffenen ausgebaut werden. Die Analyse umfasst folgende Zielgruppen:
- Erwachsene ohne Berufsqualifikation
- Personen mit Migrationshintergrund
- Frauen
Analyse und Forderungen

Österreich: Radiopreise der Erwachsenenbildung

Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs hat die Radiopreise der Erwachsenenbildung 2019 verliehen. Damit wird die Kulturtechnik Zuhören gefördert. Einem in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzten Medium wird die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, und dem Bildungswert von hervorragenden Radiosendungen wird Rechnung getragen.

Mittelschulen und Hochschulen

Schweizer Hochschulen für Flüchtlinge schwer zugänglich

Der Studienzugang für Asylsuchende variiert von einem Kanton zum anderen beträchtlich. Dies zeigt eine Studie des Nationalen Forschungsschwerpunkts "On the move". Die Ergebnisse sind in einer Broschüre zusammengefasst. Unter den Hindernissen, die die Schweizer Hochschulen für geflüchtete Studierende schwer zugänglich machen, bezeichnet die Umfrage die Anerkennung früherer Leistungen und Diplome, die Finanzierung des Studiums und das zu geringe Angebot von geeigneten Sprachkursen. Laut den Autorinnen und Autoren wäre es angesichts des Bedarfs an hoch qualifizierten Fachkräften sinnvoll, jene Menschen mit dem nötigen Potenzial auszubilden, die sich bereits im Land befinden und voraussichtlich auch hier bleiben werden.

FHNW: Master in Wirtschaftspsychologie

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) bietet ab Herbst 2019 im Studiengang Master of Science in Angewandter Psychologie neben der Studienrichtung Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie auch die Studienrichtung Wirtschaftspsychologie an. Zugelassen sind prioritär Bachelor-Absolvierende in Psychologie einer Fachhochschule oder einer universitären Hochschule.

ETHZ: Doktorandenkurse zur Konfliktvermeidung

Die ETH Zürich will gemäss der NZZ am Sonntag für Doktoranden und Doktorandinnen ein- bis zweitägige Kurse einführen, in denen ihnen ihre Rechte und Pflichten vermittelt werden und die sie in die Kultur der ETH einführen sollen. Diese Kurse sollen der Konfliktvermeidung zwischen Doktoranden und Professoren dienen. Auch für Professoren sind entsprechende obligatorische Kurse geplant. An einem zweitägigen Symposium wurde zudem thematisiert, was eine gute Betreuung von Doktorierenden ausmacht und welche Faktoren das Verhältnis zwischen Betreuenden und Doktorierenden definieren.

BS: Pläne zur Schaffung einer Fakultät für Pharmazie

Die Universität Basel will eine eigene Fakultät für Pharmazie schaffen. Dies geht gemäss Schweiz am Wochenende aus einem vertraulichen Bericht des Rektorats hervor. Durch die Gründung einer entsprechenden Fakultät will man dem wichtigsten Wirtschaftszweig der Region Rechnung tragen. Um das Budget nicht zu belasten, plant die Universität, die neue Fakultät hauptsächlich mit privaten Mitteln aufzubauen. Die Pläne sorgen in der Politik für Kritik.

FR: Master in Medizin

Ab Herbst 2019 bietet die Universität Freiburg aufbauend auf dem Bachelor in Medizin auch einen Master in Medizin an. Schwerpunkte des Studienprogramms bilden die Bereiche Allgemein- und Hausarztmedizin, die Entwicklung von professionellem Verhalten und die Vermittlung einer bedarfsorientierten und bevölkerungsnahen Medizin mit gesellschaftlicher Verantwortung. Die Anzahl der Studienplätze ist auf 40 beschränkt, das Studium dauert drei Jahre. Die Studienplätze werden prioritär an Bewerbende vergeben, die an der Universität Freiburg den Bachelor of Medicine in Humanmedizin abgeschlossen haben.

ZH: Übertritt ins Gymnasium

Wer im Kanton Zürich ins Gymnasium will, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Diese ist in allen Kantonsschulen identisch. Wie eine Datenanalyse zeigt, sind die Prüflinge in einzelnen Gymnasien deutlich erfolgreicher als in anderen. Grund für die Unterschiede sind laut Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, die jeweiligen Einzugsgebiete (Tagesanzeiger vom 28. Januar 2019). Dass die Erfolgsquoten auf willkürliche Aufnahmeverfahren der Schulen zurückzuführen seien, stellen Fachleute und Rektoren in Abrede.

ZH: Weiterentwicklung Master Schulische Heilpädagogik

Der Mangel an schulischen Heilpädagoginnen und -pädagogen ist gross. Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik setzt deshalb auf eine Weiterentwicklung des Masterstudiums im Herbst 2020. Vorgesehen sind eine Flexibilisierung des Studiums und erweiterte Möglichkeiten, vor und nach dem Studium Module zu absolvieren.

Deutschland: Dimensionen studentischer Vielfalt

Wie heterogen ist die Gruppe der Studierenden in Deutschland? In sieben Beiträgen arbeiten Autorinnen und Autoren Forschungsfragen der 21. Sozialerhebung zur Vielfalt der studentischen Lebensbedingungen und Lebensweisen auf. Der Themenkanon reicht von Gesundheitsbeeinträchtigungen über die Heterogenität Studierender in berufsbegleitenden Studiengängen bis zu Auslandsstudium, Freizeitverhalten, Studienabbruch und der finanziellen Situation Studierender. Die empirischen Befunde wurden vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung in Hannover erstellt, der Download über wbv Media ist kostenlos.

Beratung

SDBB Verlag: Editionsprogramm 2019

Das Editionsprogramm des SDBB Verlags im Bereich Medien BSLB ist online: Nebst dem courant normal (Berufsinformationsfaltblätter, Berufswahlmagazine, Chancen- und Perspektivenhefte, Berufsfenster, Berufsfelder, Berufswahlzeitschrift "Sprungbrett") stehen im deutschsprachigen Programm die Aktualisierung der Medien "Der andere Berufseinstieg" und "Die erste Stelle nach dem Studium" im Mittelpunkt.

Fachverband ffbb: Weiterbildungen

Der Fachverband freischaffender Berufsberaterinnen und Berufsberater (ffbb) bietet 2019 Seminare zu den folgenden Themen an:
- Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung der Zukunft
- Mehr Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit im Berufsleben
- Bilder zur Laufbahngestaltung (Arbeitsinstrument)
- NST (Neigungs-Struktur-Test)
Weitere Informationen

Modell zur Darstellung von Lebensverläufen

Ein neues theoretisches Modell ermöglicht es, die Lebensverläufe zusammenfassend und systematisch darzustellen und zu analysieren. Das Modell wird in der Form eines Würfels vorgestellt, dessen Achsen der Zeit, den Lebensbereichen und den Auswertungsebenen entsprechen. In diesen drei Dimensionen laufen die Entwicklungs-, Verhaltens- und Sozialprozesse ab, welche die Gesamtheit des Lebensverlaufs darstellen. Das Modell wird in einem Artikel (in Englisch) beschrieben.
Weitere Informationen

Ein Netzwerk für die Stressforschung

Um die Stressforschung in der Schweiz zu fördern, haben die Professoren Dominique de Quervain von der Universität Basel und Carmen Sandi von der EPFL stressnetwork.ch gegründet – ein Netzwerk von über 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Schweizer Universitäten, die in der Stressforschung arbeiten. "Wir planen auch eine Reihe von Aktivitäten, um wichtige Entwicklungen in der Stressforschung und -bewältigung der Öffentlichkeit zu vermitteln", sagt Carmen Sandi.

Deutschland: Grundkompetenzen und formale Qualifikation

Im IAB-Forum, dem Online-Magazin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, ist ein Beitrag zum Thema "Grundkompetenzen – nicht nur eine Frage der formalen Qualifikation" erschienen. Dort heisst es: "Ein substanzieller Anteil an formal Geringqualifizierten weist überdurchschnittlich hohe Kompetenzwerte etwa in den Bereichen Lesen sowie Informations- und Kommunikationstechnologie auf. Tatsächlich scheinen Grundkompetenzen keineswegs nur mit formalen Qualifikationen, sondern auch mit anderen Faktoren zusammenzuhängen."

Arbeitsmarkt

Stellenmeldepflicht: Jedes vierte Unternehmen eingeschränkt

Rund 24% der Schweizer Unternehmen sehen sich bei der Rekrutierung durch die Stellenmeldepflicht beeinträchtigt, fast 40% sind durch Einschränkungen oder administrative Mehrbelastung stark betroffen. Dies zeigt eine Umfrage unter 650 Geschäftsführenden und Personalverantwortlichen, die für swissstaffing und den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) durchgeführt wurde. Die Romandie ist besonders betroffen: 72% der Genfer und 60% der Waadtländer Unternehmen sind durch die Meldepflicht beeinträchtigt. Laut swissstaffing und SGV ist die Wartefrist in Sektoren, bei denen Vakanzen rasch besetzt werden sollten, problematisch, und die Qualität der Kandidatenvorschläge ist oft ungenügend. Deshalb sind die beiden Vereinigungen gegen die vorgesehene Ausdehnung der Meldepflicht auf Berufe mit einer Arbeitslosenquote von über 5% (vorgesehene Änderung für 2020).

BFS: Lohnungleichheiten bei Frauen und Männern bestehen weiter

Im Jahr 2016 verdienten die Frauen im privaten Sektor durchschnittlich 19,6% weniger als ihre männlichen Kollegen (2012 waren es 21,3% und 2014 19,5%). Rund zwei Drittel (62,7%) der Vollzeitstellen mit weniger als 4000 Franken Bruttolohn pro Monat waren von Frauen besetzt. Laut BFS resultierte ein Teil der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern aus personenbezogenen Faktoren (Bildungsniveau, Alter, Anzahl Dienstjahre), aus der ausgeübten Funktion und aus dem Tätigkeitsfeld. Dagegen blieben 42,9% der Unterschiede unerklärt, sie entsprachen durchschnittlich 657 Franken pro Monat. Im öffentlichen Sektor war es etwas besser, der Lohnunterschied 2016 lag durchschnittlich bei 16,7%, der unerklärte Anteil bei 34,8% beziehungsweise 522 Franken pro Monat.

Warum Selbstständige oft scheitern

In einer Studie liess die Beratungsfirma Vermögenszentrum VZ untersuchen, warum Jungfirmen scheitern. Ergebnis: der hohe Stress, der tiefe Lohn und die persönliche Haftung. Betroffen davon sind hauptsächlich Einzelfirmen, die ohnehin über 50% aller Firmengründungen ausmachen. "Viele Firmengründer sind zu optimistisch, was die Kundengewinnung angeht", kommentiert VZ-Geschäftsführer Simon Tellenbach.

Interview mit dem SKOS-Co-Präsidenten Felix Wolffers

Der Co-Präsident der SKOS, Felix Wolffers, tritt in drei Monaten zurück. In einem längeren Interview mit der "Zeit" nimmt er noch einmal dezidiert Stellung zum aktuellen Diskurs zur Sozialhilfe: "Die Diskussion wird faktenfrei geführt", beklagt sich Wolffers. Er kommentiert damit Forderungen nach einer 30%-Kürzung der Sozialhilfe, wie sie in gewissen Kantonen gestellt werden – eine Schande, wie Wolffers formuliert. Er ortet ein politisches Versagen insbesondere der Mitteparteien und fordert ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes zur Entlastung der einzelnen Gemeinden.

VS: Jobcafés für Frauen

Ab dem 13. März 2019 organisiert das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie im Wallis sogenannte "Jobcafés". Die monatlichen Treffen für Frauen ermöglichen eine Stärkung des Selbstvertrauens, eine Aufwertung der beruflich und privat angeeigneten Kompetenzen, den Auf- und Ausbau eines Netzwerks, die ersten Schritte in die Selbstständigkeit zu wagen, die Spielregeln in der Arbeitswelt zu verstehen und das Gleichgewicht zwischen Privat- und Berufsleben zu finden. Die Jobcafés werden von Coaches von Pacte geleitet, einer Lausanner Stiftung, die diese Cafés 2009 kreiert hat. Seither haben in der Westschweiz 900 Frauen daran teilgenommen.
Medienmitteilung

IAO: Vision für die Zukunft der Arbeit

Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) begeht im Jahr 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum. Auf der Festwebseite (in Englisch oder Französisch) lassen sich Geschichte und Aufgaben der Organisation sowie die geplanten Veranstaltungen nachverfolgen. Die IAO präsentierte zudem einen Bericht zur Zukunft der Arbeit. Angesichts der technischen, klimatischen und demografischen Herausforderungen schlägt der Bericht eine am Menschen orientierte Agenda vor, die den Zugang zu einer menschenwürdigen Arbeit fördert. Dazu empfiehlt er zum Beispiel eine Garantie bezüglich der Arbeitsbedingungen, den Sozialschutz oder das Recht auf lebenslanges Lernen. In einem Artikel der "Tribune de Genève" wirft man dem Bericht der IAO vor, gut die Hälfte der Arbeitenden in der Welt vergessen zu haben, indem nur die bezahlte Arbeit berücksichtigt wird.
Medienmitteilung (in Französisch oder Englisch)

Berufliche Integration

Neue Bewerbungsoption für "latent Stellensuchende"

Die auf IT- respektive Kommunikationsberufe spezialisierten Jobplattformen ictjobs.ch und medienjobs.ch bieten neuerdings auch "latent Stellensuchenden" die Möglichkeit, sich für eine offene Stelle zu bewerben. Mit der neuen Funktion "Bewerben mittels Profillink" können sich Personen auch ohne klassische Bewerbungsunterlagen bewerben, indem sie auf ihre Internetpräsenz verweisen. Die Firma erhält in einem solchen Fall eine E-Mail mit den Kontaktdaten sowie dem QualiProfil, dem Xing-Profil oder dem LinkedIn-Profil der interessierten Person. Gemäss Umfragen sind rund 40% aller berufstätigen Personen durchaus offen für neue berufliche Herausforderungen.

Masterarbeit: Berufliche Wiedereingliederung ab 50

Eine an der Universität Lausanne verfasste Masterarbeit beschäftigt sich mit der beruflichen Wiedereingliederung von arbeitslosen Personen ab 50 Jahren. Sie zeigt die Schwierigkeiten auf, die die Betroffenen bei der Arbeitssuche haben. Unter anderem sind sie bei potenziellen Arbeitgebern mit negativen Vorurteilen bezüglich ihres Alters konfrontiert. Die Studie macht Empfehlungen an die Politik, schlägt aber auch Handlungsoptionen für ältere Arbeitssuchende sowie Arbeitgeber vor.

Dissertation: Auswirkungen der IV-Reformen auf die Wiedereingliederung

Im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre hat die IV die Anzahl der neuen Renten halbiert. Damit will die Versicherung den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt fördern und einen Transfer der Kosten zur Sozialhilfe vermeiden. In ihrer Dissertation untersucht Fabienne Rotzetter die Auswirkungen der restriktiveren Praxis. Die Forscherin zeigt auf, dass gerade eine Rente zur Stabilisierung der Gesundheit und Erhöhung der Erwerbsfähigkeit beitragen kann. Sie fasst ihre Ergebnisse in der Ausgabe 4/2018 der der SKOS-Zeitschrift "ZESO" zusammen.
Weitere Informationen

ZH: Freiwilligkeit in der beruflichen und sozialen Integration bewährt sich

Die Stadt Zürich setzt eine neue Strategie zur beruflichen und sozialen Integration von Sozialhilfebeziehenden um (vgl. Ausgabe 6/2017 der Zeitschrift PANORAMA). Die erste Bilanz fällt sechs Monate nach dem Praxisstart positiv aus: Trotz Freiwilligkeit ist die Auslastung in den Beschäftigungsprogrammen weiterhin hoch; zudem schätzen die Sozialarbeitenden den gezielteren Ressourceneinsatz sowie die Stärkung der Beratungs- und Motivationsarbeit. Rund zwei Drittel der Personen sind aufgrund ihres Qualifikationsniveaus und ihres beruflichen Lebenslaufs allerdings als arbeitsmarktfern einzustufen. Bei ihnen steht derzeit die soziale Integration via Beschäftigung im Teillohn oder in der gemeinnützigen Arbeit im Vordergrund. Kern der neuen Strategie ist ein Paradigmenwechsel von der Sanktionierung hin zu Befähigung und Motivation der Betroffenen. Für eine eigentliche Wirkungsanalyse ist es allerdings noch zu früh.

Verschiedenes

Educa.ch: Datenschutz und Bericht "Trends Shaping Education"

Educa.ch kündigt in der Ausgabe 1/2019 ihres Newsletters das neue Online-Dossier zum Datenschutz an, das die gesetzlichen Grundlagen sowie Links und praktische Anleitungen für den Unterricht enthält. Ein Link zur Föderation von Identitätsdiensten führt zu allen Informationen zum Projekt FIDES. Dort finden sich vor allem Anwendungsbeispiele der digitalen Identität. Der Newsletter enthält auch einen Link zum Bericht "Trends Shaping Education" der OECD, der die wichtigsten wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Tendenzen untersucht, die Auswirkungen auf die Zukunft der Bildung haben.