Newsletter vom 09.08.2017

Aktuelle Meldungen vom 09.08.2017

Berufliche Grundbildung

Konsultation zum Leitbild Berufsbildung

Mitte Juli 2017 hat das SBFI die Konsultation zum Leitbild Berufsbildung 2030 eröffnet. Das Leitbild besteht aus einer Vision, einer Mission und strategischen Leitlinien. Die Konsultationsunterlagen und weitere Informationen sind auf der Website des SBFI verfügbar; Stellungnahmen können bis am 29. September 2017 eingereicht werden. Nach der Verabschiedung des definitiven Leitbilds für die Berufsbildung 2030 werden die Verbundpartner gemeinsam Massnahmen entwickeln, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Tagung zum Berufsabschluss Erwachsener

Der Berufsabschluss Erwachsener rückt immer mehr ins Blickfeld der schweizerischen Berufsbildungspolitik. Am 27. September 2017 organisiert das SBFI eine Tagung mit dem Ziel, die in diesem Bereich beteiligten Akteure unter einem Dach zu vereinen. Das Tagungsprogramm strebt eine Bestandesaufnahme an und bietet Plattformen zu Erfahrungsaustausch und Networking. Präsentiert werden zwei thematische Studien und Auszüge aus dem neuen Handbuch "Berufliche Grundbildung für Erwachsene". Anmeldeschluss ist der 5. September 2017 (Einschreibung online).

Postulate: IV-Anlehre und Praktische Ausbildung nach INSOS

Als Antwort auf zwei Postulate hat der Bundesrat (BR) einen Bericht verabschiedet, der einen Überblick über IV-Anlehren und die Praktische Ausbildung bietet, die von der IV unterstützt werden. Der Bericht widerspiegelt auch die verstärkte Eingliederungsorientierung der IV.
Antwort des BR auf das Postulat Bulliard-Marbach (13.3626)
Antwort BR auf das Postulat Lohr (13.3615)

Lexikon der Berufsbildung: Smartphone-Button

Das SDBB hat für das Online-Lexikon einen Smartphone-Button gestalten lassen. Anstelle einer App kann das Lexikon einfach und schnell auf den Home-Bildschirmen (Display) als "Shortcut" hinterlegt und aufgerufen werden. Eine Anleitung für die manuelle Einrichtung wurde in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch auf der Subdomäne www.lex.berufsbildung.ch aufgeschaltet.

BFS: Bildungsstatistik 2016

Das BFS hat die Kennzahlen 2015/2016 der Schüler/innen und Studierenden aller Bildungsstufen aktualisiert. Für die berufliche Grundbildung ergab sich ein Total von 228'431 Personen in Ausbildung, inklusive jene, die eine Berufsmaturität während ihrer Lehre absolvieren (BM1). Die Zahl der Studierenden, die nach der Berufslehre eine Berufsmaturität absolvierten (BM2), belief sich auf 9'486. Ausserdem zählte man 6'849 Schüler/innen an allgemeinbildenden Schulen. Die Publikation des BFS gibt auch eine Gesamtübersicht über die 2015 erreichten Abschlüsse.

Carrosserieberufe: Erlass der Bildungsverordnungen

Das SBFI hat die revidierten Verordnungen über die berufliche Grundbildung und die Bildungspläne für Carrosserielackierer/in EFZ und Carrosseriespengler/in EFZ erlassen. Sie treten am 1. Januar 2018 in Kraft und ersetzen die Bildungsverordnungen Carrossier/in Lackiererei EFZ und Carrossier/in Spenglerei vom 31. März 2005. Die gedruckten Verordnungen werden in einigen Wochen beim Bundesamt für Bauten und Logistik erhältlich sein und im Berufsverzeichnis zur Verfügung stehen. Die revidierten Bildungspläne sind auf der Internetseite des Schweizerischen Carrosserieverbands VSCI aufgeschaltet.

Oberflächenbeschichter/in EFZ: Teilrevision des Bildungsplans

Das SBFI hat eine Änderung des Bildungsplans für den Beruf Oberflächenbeschichter/in EFZ erlassen. Sie tritt am 1. Oktober 2017 in Kraft. Die Handlungskompetenz "Fachzeichnen" wird aus dem Bildungsplan, Teil D, Qualifikationsverfahren – Berufskenntnisse, gestrichen. Die Eckwerte sind durch die Änderung nicht betroffen. Der angepasste Bildungsplan steht im Berufsverzeichnis und auf der Internetseite der Stiftung für Oberflächentechnologie SSO zur Verfügung.

Parlamentarische Vorstösse aus der Sommersession 2017

Während der Frühjahrssession des Bundesparlaments im Mai/Juni 2017 wurden folgende Vorstösse zur Berufsbildung eingereicht:
- Stärkung der Informatikausbildung in der Schweiz (Interpellation 17.3533)
- Eine "Taskforce" schaffen zur Unterstützung, Beratung und Förderung des Berufsbildungssystems im Ausland (Postulat 17.3506)
- Chancengerechtigkeit: Welchen Einfluss hat das Schulsystem? (Postulat 17.3500)
- Lehrstellenüberschuss für die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen nutzen (Interpellation 17.3490)
- Berücksichtigung des Aufwandes der Digitalisierung in der BFI-Botschaft (Interpellation 17.3488)
- Schnellstmögliche Assoziierung der Schweiz an "Erasmus+" (Motion 17.3416)

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im Juli 2017

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 7/2017

Bildung im Gesundheitsbereich: Statistik 2014-2016

2016 haben die Abschlüsse in der beruflichen Grundbildung Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFT und Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA gegenüber dem Vorjahr um 5% respektive um 19,8% zugenommen. Laut OdASanté bleibt die Lage auf der Tertiärstufe A und B in etwa stabil.

Lernende führen einen Swisscom-Shop eigenverantwortlich

Die Swisscom-Filiale in Düdingen FR ist seit drei Jahren ein Junior-Shop, der von Lernenden geführt wird. Hier tragen sie für ihr Tun die volle Verantwortung und haben Funktionen, die sie in ihren angestammten Läden nicht übernehmen können. Bei den Kunden gibt es solche, die skeptisch sind. Einen guten Eindruck hingegen hat die erfahrenste Shopleiterin der Swisscom bei einem Besuch des Junior-Shops erhalten.

Kantonale Berufsbildungsfonds 2016

Verschiedene Kantone haben Berichte über die Aktivitäten ihrer Berufsbildungsfonds im Jahr 2016 publiziert:
Jura: 828'000 CHF wurden für die regulären Massnahmen, 46'000 CHF für spezielle Projekt verteilt.
Waadt: Die kantonale Stiftung setzt die Mittel auch für die höhere Berufsbildung ein.
Zürich: Über 10'000 überwiegend kleine und mittlere Lehrbetriebe erhielten eine ausserordentliche Ausbildungszulage.

Deutschland: Zwölf Lehrberufe modernisiert

Im Ausbildungsjahr 2017/2018 treten in Deutschland die folgenden zwölf modernisierten Ausbildungsordnungen in Kraft: Automobilkaufmann/-frau, Biologielaborant/in, Biologiemodellmacher/in, Bürsten- und Pinselmacher/in, Fleischer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Klavier- und Cembalobauer/in, Luftverkehrskaufmann/-frau, Schuhfertiger/in, Servicekaufmann/-frau im Luftverkehr, Verfahrenstechnologe/-technologin Mühlen- und Getreidewirtschaft, Verkäufer/in.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe von Prüfungsordnungen zu folgenden Berufsprüfungen eingereicht: Archäologischer Grabungstechniker/Archäologische Grabungstechnikerin, Marketingfachmann/-fachfrau, Verkaufsfachmann/-fachfrau sowie Oberflächenbeschichter/in, je mit eidgenössischem Diplom. Dazu kommen die Entwürfe zur höheren Fachprüfung Naturheilpraktiker/in mit eidgenössischem Diplom in den Fachrichtungen Ayurveda-Medizin, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin TCM, Traditionelle Europäische Medizin TEN sowie Kaminfegermeister/in.
Bundesblatt vom 4. Juli, 11. Juli, 18. Juli, 3. August und 8. August 2017

Aufhebung von Prüfungsordnungen

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben entschieden, die Prüfungsordnungen über die höhere Fachprüfung für Wagnermeister/in und Diplomierter Buchrestaurator/Diplomierte Buchrestauratorin per 30. September 2017 aufzuheben.
Bundesblatt vom 27. Juni und 8. August 2017

BE/NE: HF-Bildung im Pflegebereich für die Neuenburger/innen

Der Neuenburger Staatsrat gestattet die Pflegeausbildung auf der Stufe der höheren Berufsbildung im Kanton Bern. Er schlägt damit eine Bresche in das Monopol der Fachhochschule Gesundheit (HE-Arc santé), die wie alle anderen Kantone der Romandie eine Ausbildung auf Fachhochschulstufe anbietet. Ab 2018 können Neuenburger die HF-Bildung im Centre de formation professionnelle Berne francophone (ceff) in Saint-Imier berufsbegleitend absolvieren.
Medienmitteilungen der Kantone Bern und Neuenburg

Mittelschulen und Hochschulen

FHNW: Start des Assessments für Lehramts-Studierende

Ab diesem Herbst müssen Lehramts-Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ein eintägiges Assessment-Verfahren bestehen, um die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule absolvieren zu dürfen. Am Assessment kann erst nach Bezahlung der Anmeldegebühr und nach einem provisorischen Zulassungsentscheid teilgenommen werden. Das Assessment wird vor Studienbeginn oder im Verlauf des ersten Studiensemesters absolviert. Das erfolgreiche Bestehen ist Zulassungsbedingung für das erste Praktikum. Das Verfahren wird an der FHNW bereits seit längerem für die Beurteilung von Quereinsteigenden in den Lehrerberuf angewandt.

BFS: Abschlüsse der Schweizer Hochschulen 2016

Im Jahr 2016 haben die universitären Hochschulen 14'319 Bachelordiplome, 13'852 Masterdiplome und 3'936 Doktorate ausgestellt. Die Fachhochschulen (ohne Lehrerausbildung) haben 12'866 Bachelordiplome und 2'723 Masterdiplome abgegeben. Die Pädagogischen Hochschulen haben 3'374 Bachelordiplome, 1'249 Masterdiplome und 1'024 PH-Diplome verteilt. Detaillierte Daten für die drei Hochschultypen sind auf der Internetseite des BFS abrufbar.

EDK: Neues Berechnungssystem für die interkantonale Universitätsvereinbarung

Gegenwärtig bezahlen Kantone gemäss interkantonaler Universitätsvereinbarung für ihre Studierenden an einer ausserkantonalen Universität dem entsprechenden Kanton einen jährlichen Beitrag. Gewisse Kantone profitieren von Rabatten von 5 oder 10% für erhöhte Wanderungsverluste, weil zahlreiche Diplomierte nicht in ihren Herkunftskanton zurückkehren. Die Revision der Vereinbarung sieht eine Änderung des Berechnungssystems der Tarife vor: Die Beiträge sollen künftig auf Basis der effektiven Kosten berechnet und die Rabatte abgeschafft werden. Der Text der neuen Vereinbarung geht in Vernehmlassung, die bis zum 31. Januar 2018 dauert.
Medienmitteilung

LU: Frauen zieht es an die Universität

Fast 70% der Absolvierenden eines Bachelorstudiums an der Uni Luzern waren im letzten Jahr weiblich, schreibt die Luzerner Zeitung. Damit belege die Uni Luzern beim Frauenanteil schweizweit den ersten Platz. An der Hochschule Luzern liegt der Frauenanteil bei 40%, an der Pädagogischen Hochschule Luzern bei 85%.

Deutschland: Studie zu Drop-outs von Studierenden

Unbewältigte Leistungsanforderungen, fehlende Identifikation mit dem Studienfach und ein ausgeprägter Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit: Neben äusseren Bedingungsfaktoren führen diese drei Motivlagen bei 61% der Studienabbrechenden zur Exmatrikulation. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) klärt den Umfang von Studienabbruchquoten in Deutschland und untersucht Motive und Ursachen des Studienabbruchs sowie den beruflichen Verbleib und die Zukunftspläne von Studienabbrechenden.

Österreich: Neue Rahmenbedingungen für Universitäten und Studierende

Seit 2010 laufen im österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Entwicklungsarbeiten zur Universitätsfinanzierung. Begleitmassnahmen wie die Erhöhung der Studienförderung zur Verbesserung der sozialen Lage wurden bereits umgesetzt. Nun sollen die Universitäten unter anderem die Möglichkeit erhalten, Eignungsverfahren einzuführen und Kapazitätsgrenzen festzulegen. Die Begutachtung eines entsprechenden Gesetzesvorschlags mit dem Entwurf für das neue Finanzierungsmodell ist gestartet.

Beratung

Austauschorganisationen suchen Gastfamilien

Dem Dachverband Intermundo gehören zehn Jugendaustausch-Anbieter an. Für die Organisationen wird es immer schwieriger, Familien für Austauschschüler/innen in der Schweiz zu finden, berichtet der Tagesanzeiger vom 29. Juli 2017. Die grösste Organisation im gemeinnützigen Jugendaustausch, die AFS Schweiz, hat erstmals 500 Adressen von potenziellen Gastfamilien gekauft, um diese für einen Austausch zu gewinnen. Vor 15 Jahren habe ein Drittel der Familien, die ein eigenes Kind in die Ferne schickten, auch eines aufgenommen, heute seien es noch 15%, wird AFS-Geschäftsleiter Luc Estapé zitiert.

Berufliche Träume von Erwachsenen

Mehr als zwei Drittel der Deutschschweizer/innen würden gerne ihre aktuelle Stelle gegen den Traumjob tauschen, wenn Alter und Ausbildung keine Rolle spielten. Als Gründe dafür werden mehr Spass, eine sinnvolle Tätigkeit, geistige Herausforderung und die Verwirklichung eines Kindheitstraums genannt. Zuoberst in der Traumjob-Hitliste stehen bei Frauen Tierpflegerin, Ärztin und Psychologin, bei Männern Profisportler, Pilot und Anwalt. Dies sind einige Ergebnisse einer repräsentativen Studie, welche XING in Auftrag gegeben hat.

AG: Studienabschluss mit Schulden

Aargauer Studierende sollen Stipendien künftig zu einem Drittel der Stipendiensumme als Kredit aufnehmen. Nach Ausbildungsende wird das Darlehen verzinst und muss zurückbezahlt werden. Dieses Splittingmodell will das Aargauer Kantonsparlament einführen, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Ähnliche Modelle kennen die Kantone Bern, Luzern, Thurgau und Uri; im Kanton Aargau wären 1200 Studierende betroffen. Der Regierungsrat stellt sich für die zweite Lesung des Stipendiengesetzes hinter den Vorschlag des Grossen Rates.

Arbeitsmarkt

Digitalisierung – eine Literaturstudie zu den Effekten in der Schweiz

Eine Literaturstudie der KOF der ETH Zürich zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Schweiz zeigt, dass zumindest längerfristig positive Effekte zu erwarten sind. Kurzfristig profitieren am ehesten Unternehmen, die Digitalisierungstechnologien selbst entwickeln. In Bezug auf die Beschäftigung ist eine Veränderung der Qualifikationsanforderungen zu erwarten. Je nachdem, wie schnell und effektiv Unternehmen, öffentliche Institutionen und Beschäftigte auf diese veränderten Anforderungen reagieren, wird die Beschäftigungsentwicklung in der Schweiz insgesamt positiv oder negativ ausfallen.

Observatoriumsbericht: Personenfreizügigkeit hat Strukturwandel begünstigt

Das Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA) mit der EU ist seit 15 Jahren in Kraft. Die arbeitsmarktgetriebene Zuwanderung hat dabei ein starkes bildungsintensives Beschäftigungswachstum ermöglicht. Dies hat den Strukturwandel hin zu einer zunehmenden Spezialisierung der Schweizer Wirtschaft auf Aktivitäten mit hoher Wertschöpfung begünstigt. Nach wie vor lassen sich kaum direkte negative Auswirkungen der Zuwanderung auf Löhne und Beschäftigung der ansässigen Bevölkerung nachweisen. Mühe bei der Erwerbsintegration bekunden jedoch vor allem Zuwandernde aus Drittstaaten. Dies zeigt ein Bericht des Observatoriums zum FZA.

BFS: Zunehmende Beteiligung der Frauen an bezahlter Arbeit

Im Vergleich zu 2010 wenden Frauen eine Stunde mehr pro Woche für bezahlte Arbeit auf, Männer setzen 1,7 Stunden mehr für Hausarbeit- und Familie ein. Frauen leisten pro Woche 28,1 Stunden Haus- und Familienarbeit, 16,6 Stunden bezahlte Arbeit und 2,0 Stunden Freiwilligenarbeit, Männer hingegen 27,3 Stunden Erwerbsarbeit, 17,9 Stunden Haus- und Familienarbeit und 1,6 Stunden Freiwilligenarbeit. Im Jahr 2016 hat die Gesamtzahl der Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 1,4% zugenommen. Die Angaben basieren auf den Statistiken des BFS "Unbezahlte Arbeit 2016" und "2016: Zunahme der Anzahl Arbeitsstunden" im Zusammenhang mit der schweizerischen Arbeitskräfteerhebung.

Rechtsprechung nach dem Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann

Ein im Juni 2017 erschienener Forschungsbericht hat 200 Gerichtsentscheide analysiert, die gestützt auf das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann ergangen sind. Lohnungleichheit und diskriminierende Entlassungen bilden die meistgenannten Motive der Diskriminierung. Fast ein Drittel der Fälle beruht auf Schwangerschaft und Mutterschaft. Oft finden Entlassungen nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub statt. Die Studie lässt keinen Rückschluss zu, ob sich die Problematik zugespitzt ha, oder ob die Frauen ihre Rechte besser kennen. Der Forschungsbericht kann heruntergeladen oder gratis beim Eidgenössischen Büro für Gleichstellung bestellt werden.
Medienmitteilung

Arbeitszeiten: Wer selbst entscheidet, leistet mehr

Beschäftigte, die weitgehende Kontrolle über ihre Arbeitsstunden haben, arbeiten mehr als Angestellte mit festen Arbeitszeiten – nach Abzug aller anderen Faktoren pro Woche 80 Minuten. Dies zeigt eine Studie der Universität Basel. Selbstbestimmung scheint für viele Arbeitnehmende ein starkes intrinsisches Motivationsinstrument zu sein. Flexible Arbeitszeitmodelle sind zudem wesentlich kostengünstigere Personalinstrumente als finanzielle Leistungsanreize. Die Angestellten ihrerseits sparen Zeit und Geld, da oft lange Arbeitswege wegfallen.

Berufliche Integration

SEM: Neue Website für kantonale Integrationsprogramme

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat eine Plattform eingerichtet, die alle Informationen über kantonale Integrationsprogramme im Migrationsbereich zusammenführt. Sie erklärt Ziele und Funktionen der Förderungsbereiche (Information, Beratung, Diskriminierung, Sprache und Bildung, Arbeitsmarktfähigkeit etc.). Die Website kip-pic.ch liefert auch zahlreiche Beispiele von Programmen sowie eine Liste von Dienststellen und ihren Spezialgebieten.

Artias: Ressourcen und Hindernisse von Langzeit-Sozialhilfebeziehenden

In einer Studie wurden 20 Geschichten ehemaliger Langzeit-Sozialhilfebeziehenden in Genf analysiert, die den beruflichen Einstieg schafften. Dabei wurden acht Hauptfaktoren identifiziert, die für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen massgebend sind. Die Ressourcen stehen vor allem im Zusammenhang mit der Motivation und der Sozialkompetenz der Einzelnen, während die Hindernisse hauptsächlich auf gesundheitlichen und sozialen Problemen wie etwa häuslicher Gewalt beruhen. Die Studie war Thema der französischsprachigen Zeitschrift von Artias (Association romande et tessinoise des institutions d’action sociale). Ein Interview mit dem Autor ist in PANORAMA Ausgabe 3/2017 erschienen.

Veranstaltungen: Projekte zur Stärkung von Bildungschancen

Im Rahmen des Nationalen Programmes gegen Armut finden zwischen Oktober 2017 und März 2018 sechs Besuche von Projekten zur Stärkung der Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen statt. Bildungs- und Integrationsverantwortliche von Kantonen und Gemeinden und privaten Trägerschaften erhalten Gelegenheit, die Modelle genauer kennenzulernen und den fachlichen Austausch zu pflegen. Anmeldungen sind bis 31. August 2017 erbeten.

Caritas kritisiert fehlende Eingliederungsstrategien

Nur gerade sechs Kantone (AG, BS, BE, FR, NE, TI) haben eine integrale Strategie zur beruflichen Integration, wie eine Analyse von Caritas zeigt. Die meisten Kantone begnügen sich demgegenüber mit der (Wieder-)Eingliederung von Erwerbslosen. Die zur beruflichen Integration notwendigen Rahmenbedingungen wie die Besserstellung von "Working Poor" oder die Verbesserung der Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, werden von den Kantonen oft nicht in den Blick genommen. Die Caritas fordert, den armutspolitischen Blick zu schärfen, mehr in die Bildung zu investieren und die soziale Integration stärker zu gewichten.

BE: Senkung der Grundbedarfspauschale bei Sozialhilfeleistungen

Dar Kanton Bern will die Grundbedarfspauschale bei den Sozialhilfeleistungen um 10% senken, und zwar von 997 Franken (empfohlener Minimalbetrag nach SKOS) auf 887 Franken. Die Grundbedarfspauschale für junge Erwachsene, die keine Ausbildung machen oder keinen Beruf ausüben, könnte um 30% gekürzt werden. Als Ausgleich ist die Förderung der beruflichen Integration vorgesehen, die nach strikter Erfüllung bestimmter Anforderungen auf 300 Franken pro Monat ansteigen könnte.
Medienmitteilung

FR: Fachmesse zur Arbeitsintegration

Die Fachmesse "Arbeitsintegration 2017", das Treffen der Akteure der beruflichen (Wieder-)Eingliederung des Kantons Freiburg, findet am 12. September 2017 statt. An mehr als 90 Ständen präsentieren sich Fachleute der Arbeitsintegration. Im Verlauf der Tagung werden eine Konferenz und ein Podiumsgespräch zum Thema "Kooperation zur Förderung den beruflichen (Wieder-)Eingliederung" sowie 14 Mini-Konferenzen zum Thema "Innovation zur besseren Eingliederung" durchgeführt.

Verschiedenes

Schweizer Entwicklungszusammenarbeit: Perspektiven dank Berufsbildung

Am 23. Juni 2017 haben die DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) und das SECO eine Konferenz mit dem Ziel organisiert, die Berufsbildungssituation in verschiedenen Ländern zu vergleichen, die unterschiedlichen Herausforderungen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Berufsbildung Menschen in ihrer Heimat Perspektiven verschaffen kann. Das Augenmerk galt namentlich der arbeitslosen oder unterbeschäftigten jungen Generation. Detaillierte Informationen und Videos dieser Veranstaltung sind online verfügbar.

Deutschland: Nationale Plattform "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Der Nationale Aktionsplan ist Deutschlands Beitrag zum UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Sechs Fachforen bündeln die Expertise aus den Bildungsbereichen frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, informelles und non-formales Lernen/Jugend sowie Kommunen. Die Foren erhalten Impulse aus zehn Partnernetzwerken.