Ausgabe 06 | 2010

Fokus

Beratung als Pflicht

Wer Dienstleistungen der Sozialversicherungen bezieht, muss sich auch beraten lassen. Für Beraterinnen und Berater sind unmotivierte Klienten eine besondere Herausforderung. Einblicke zum Umgang mit diesen Situationen.

Editorial: Auch schwierige Fälle gehören dazu

Der gesetzliche Rahmen eines Teils unserer Sozialversicherungen schreibt für die Versicherten obligatorische Beratungen vor. Solche verordnete Beratungen erfordern von den Beraterinnen und Beratern besonderes Geschick, soll der gesetzliche Problemlösungsansatz bei unmotivierten Klientinnen und Klienten nicht in einer Sackgasse enden.

«Wir machen einen Riesenspagat bei unserer Beratungstätigkeit»

Wer sich bei der Arbeitslosenversicherung arbeitslos meldet, ist verpflichtet, sich durch das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) beraten zu lassen. Dieses Obligatorium ruft bei den Versicherten oft Ängste und Abwehrhaltungen hervor. Drei RAV-Personalberatende erklären, wie sie mit dieser Situation klarkommen.

Wenn Zwang zu Erleichterung führt

Viele Beratungen sind verordnet: auf dem Sozialamt, dem RAV, bei der Lehraufsicht, sogar bei der Laufbahnberatung. Drei Beispiele, die zeigen, wie die für die Betroffenen zunächst eher lästige Pflicht zum ersten Schritt aus einer Sackgasse werden kann.

Berufsbildung

Gute Noten für das neue Grundbildungsmodell

Eine erste Evaluation des neuen Grundbildungstyps eidgenössisches Berufsattest (EBA) zeigt, dass sich die Ausbildung bewährt und die bei der Einführung anvisierten Ziele erreicht wurden. Die Verbreitung der EBA-Ausbildungen ist in der lateinischen Schweiz weniger fortgeschritten.

Ausbilden lohnt sich für Betriebe

Eine Studie über das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei EBA-Ausbildungen zeigt, dass die Betriebe einiges für die Betreuung der Lernenden aufwenden. Aber sie können die Auszubildenden zugleich auch sehr gut produktiv einsetzen.

Im Kanton Genf wird die Berufsbildung gemessen

Mit Innovationen und Anpassungen am System versucht der Kanton Genf, auf neue Ansprüche und Herausforderungen in der Berufsbildung zu reagieren. Die daraus resultierende Dynamik ist geprägt von Kooperationen, aber auch von Spannungen.

Berufsberatung

Berufsdiagnostik auf dem Prüfstand

Psychologische Tests, Arbeitsproben, Astrologie oder Psychophysiognomik: Das Angebot ist unübersichtlich, und die Orientierung, welche Methode was taugt, fällt nicht immer leicht. Es gibt aber Kriterien zum Prüfen der Seriosität der Angebote.

«Ich kann mehr, als ich weiss»

Mit einer Kompetenzenbilanz lassen sich persönliche Fähigkeiten ausloten und die in Alltag und Beruf erworbenen Kompetenzen systematisch dokumentieren. Mit der Bewusstmachung der eigenen Stärken werden gute Voraussetzungen für eine Neuorientierung geschaffen.

«Wir denken unternehmerisch»

Die Zuger Laufbahnberaterin Brigitte Böhi Christen ist Co-Präsidentin des Fachvereins freischaffender Berufsberaterinnen und Berufsberater (FFBB). Im Gespräch gewährt sie Einblick in ihren Berufsalltag.

Sich vorstellen können, was sich vorstellen heisst

In den Berufsinformationszentren und in Klassenzimmern stehen seit Kurzem neue Hilfsmittel zur Verfügung. Zwei neue DVDs zeigen, wie sich Vorstellungsgespräche abspielen, und helfen künftigen Lernenden, sich besser darauf vorzubereiten.

Arbeitsmarkt

Die öffentliche und private Arbeitsvermittlung spannen zusammen

Das Seco und Swissstaffing, die Dachorganisation der privaten Arbeitsvermittler, wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Über die Datenbank AVAMSTS erhalten die privaten Vermittler direkten Zugriff auf Profile von beim RAV registrierten Stellensuchenden.

Für Langzeitarbeitslose eine eigene Sozialversicherung

Die Schweiz ist bei der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit vergleichsweise erfolgreich. Bei der Bewältigung der Langzeiterwerbslosigkeit hingegen schneiden skandinavische Staaten besser ab. Eine neue Sozialversicherung speziell für Langzeitarbeitslose könnte viel bewirken.

Glosse

Giraffenfänger, Giraffenfängerin GIF

Giraffenfänger und Giraffenfängerinnen sind beeindruckende Berufsleute. Sie müssen schlau, schnell und kräftig sein, dazu einfühlsam und erfahren. Giraffen sind nämlich nicht nur stark unterschätzte Tiere – hochintelligent, raffiniert und ein bisschen fies –, sondern infolge ihres Habitus auch umständlich zu fangen.

Nächste Ausgabe

PANORAMA Nr. 3 | 2019 mit dem Fokus «Fachkräftemangel» erscheint am 21. Juni.