Ausgabe 01 | 2010

Fokus

Berufsberatung – Lebensberatung

Unterstützungsuchende stellen immer öfter allgemeine Lebensfragen und erweitern damit das Aufgabenspektrum des Service public in der Beratung.

Editorial: Profilverschiebung

Lachen Sie oft während der Arbeit? — Beratungsgespräche sind von Natur aus eher eine ernste Sache. Insbesondere, wenn im Gespräch bald die Lebensgeschichte in den Fokus rückt und gleich die ganze Lebenssituation infrage gestellt wird.

Berufsberatung ist immer Beziehungsarbeit

Menschen, die in der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Unterstützung suchen, 
fragen immer öfter nach dem Sinn ihrer Arbeit oder sie leiden unter Stress. Je stärker 
solche Aspekte in die Beratung einfliessen, desto mehr stellt sich die grundsätzliche Frage, wie weit die damit verbundenen Beratungsleistungen zum Aufgabenspektrum der 
öffentlichen Angebote gehören.

Wenn Berufsberatungen Netze knüpfen

Mit dem «Case Management Berufsbildung» übernehmen die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen die Verantwortung für eine Aufgabe, deren Konsequenzen auf ihre eigene Arbeit erst ansatzweise erkennbar sind. Neben Information und Beratung tritt die Vernetzung, das eigene Tätigkeitsprofil gerät in Bewegung.

Mit gestärktem Selbstvertrauen auf neue berufliche Wege

Wer eine Kompetenzbilanz erstellt, erfährt wesentlich mehr über sich als bei einer Berufsberatung. Sie öffnet den Blick auf die eigene Person und das bisherige Leben, und das kann zu neuem Selbstvertrauen führen. Die meist in der Mitte des Berufslebens stehenden Teilnehmenden finden durch die Gruppenarbeit neue berufliche Perspektiven.

Berufsbildung

Ziele bei der nachobligatorischen Ausbildung sind fast erreicht

Der im Februar 2010 publizierte erste offizielle Bildungsbericht für die Schweiz zeigt eine Berufsbildung, die sich nach der Lehrstellenkrise der 90er Jahre in guter Verfassung befindet. Die Bildungsstufen werden anhand der Kriterien Effektivität, Effizienz und Equity beurteilt. Die Berufsbildung wird in den Kapiteln zur beruflichen Grundbildung, zu den Fachhochschulen und zur höheren Berufsbildung (und teilweise im Kapitel Weiterbildung) beschrieben.

Wichtige Rolle der überfachlichen Kompetenzen

Schulnoten sind für Wirtschaftsberufe wichtiger als im Baugewerbe. Sozial- und Methodenkompetenzen werden dafür im Baugewerbe stärker beachtet. Eine Befragung im Rahmen des Forschungsprojekts «FASE B» gibt Hinweise, worauf Berufsbildende achten, wenn sie neue Berufslernende auswählen.

Nachteilige Startchancen können kompensiert werden

Drei Faktoren beeinflussen den Erfolg beim Übergang von der Schule ins Berufsleben: Eine objektive und damit bessere Selektion, die Pflege der Beziehung zu den Ausbildenden und schulische Angebote zum Thema Arbeitsmarkt. Damit lassen sich auch benachteiligte Jugendliche beim Schritt in den Lehrstellen- und Arbeitsmarkt besser unterstützen.

Berufsberatung

Erfolg ist erblich

Personen aus sozial höher gestellten Elternhäusern sind in der Regel etwas intelligenter, gewissenhafter und durchsetzungsfähiger als ihre gleichgeschlechtlichen Altersgenossen aus tieferen sozialen Schichten. Das hat Auswirkungen auf die Karriere.

«Der SVB hat die Entwicklung der Fachorganisationen behindert»

Mit dem Ende des Schweizerischen Verbands für Berufsberatung ging eine politische Stimme für die Interessen der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung verloren. Andrea Egli, Präsidentin der Fachvereinigung für Berufsberatung FAB, über die entstandene Lücken und Chancen.

Arbeitsmarkt

Kann Kurzarbeit Entlassungen verhindern?

PANORAMA hat fünf Fachpersonen aus Verwaltung, Sozialpartnerschaft und Wissenschaft über die Vorteile und die Grenzen von Kurzarbeit befragt. Ihre Wirkung auf die Sicherung von Arbeitsplätzen ist umstritten. Bei aller Unterschiedlichkeit der Positionen wird aber deutlich: Alternativen gibt es wenige.

Pro und kontra: Die allgemeine Erwerbsversicherung AEV

Die Sozialversicherungen sind in der Schweiz aufgesplittert und konkurrenzieren sich gegenseitig. Der Verein Denknetz Schweiz schlägt deshalb die Einführung einer allgemeinen Erwerbsversicherung AEV vor, die das System vereinheitlichen und Lücken schliessen soll.

«Die Regulierung des Markts als Kernaufgabe des Staats»

Die kapitalistische Wirtschaft ist durch die atemlose Jagd nach Maximierung aus den Fugen geraten. Der Publizist und Ökonom Roger de Weck fordert in seinem kürzlich erschienenen Buch ein neues Gleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Markt und Staat.

Glosse

Der Sitzplatzer, die Sitzplatzerin

Obwohl vom BBT noch nicht anerkannt und von den SBB argwöhnisch beobachtet, wird sich der neue Beruf des Sitzplatzers, der Sitzplatzerin zweifellos bald endgültig durchsetzen. Diese neue Dienstleistung, die vor allem die Zielgruppe Pendler/ innen anpeilt, benötigt Berufspersonen mit Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen.

Nächste Ausgabe

PANORAMA Nr. 3 | 2019 mit dem Fokus «Fachkräftemangel» erscheint am 21. Juni.