Ausgabe 03 | 2012

Fokus

Unsichere Arbeitswelt

Wenn der wirtschaftliche Druck steigt und eine lang andauernde Anstellung nicht mehr sicher ist, sind bei der Laufbahngestaltung neue Kompetenzen gefragt. Wie reagieren Verbände und Berufsbildungsverantwortliche auf die Veränderungen?

Editorial: Eine schwelende Verunsicherung

Das «Prinzip Lebensstelle» ist tot. Die Arbeitsplatzsicherheit früherer Generationen ist von gestern. Die Prinzipien, nach denen sich die junge Lehr- oder Studienabgängerin und der moderne Arbeitnehmer heute bei ihrer Laufbahnplanung orientieren müssen, heissen Flexibilität, Mobilität und Job-Hopping.

Immer mehr Menschen arbeiten in prekären Verhältnissen

Die Eckwerte für ein berufliches Engagement haben sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Scheinbar unerschütterliche Prinzipien wie «Betriebstreue», «Sicherer Arbeitsplatz» oder «Grenze zwischen Arbeit und Freizeit» verlieren zunehmend an Bedeutung.

Das Prinzip «Grenzenlose Karriere» als Strategie der Anpassung

Die Arbeitsplatzsicherheit hat sich deutlich verschlechtert. Erwerbstätige benötigen eine physische und psychische Mobilitätsbereitschaft und sie müssen akzeptieren können, dass das Leben manchmal in anderen Bahnen verläuft als erträumt.

Die Verbände müssen das Berufsbildungssystem fit halten

Angesichts der Trends in der Arbeitswelt genügt es nicht, in der Berufsbildung die Tradition fortzuschreiben. Bildungsinhalte müssen mit höherer Kadenz aktualisiert werden. Die geeigneten Bildungsgefässe gibt es bereits.

Berufsbildung

Streitgespräch: Darf die IV bei der Berufsbildung sparen?

Die Invalidenversicherung erstattet die invaliditätsbedingten Mehrkosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung. 2011 wurden die Kriterien für die Finanzierung von IV-Anlehren und praktischer Ausbildung (PrA) verschärft. Dagegen wehren sich die Behindertenverbände.

Die Allgemeinbildung dient der Persönlichkeitsentwicklung

Das Konzept des allgemeinbildenden Unterrichts ist komplex und intransparent. An einer Tagung in Aarau wurden Ideen diskutiert, wie der «ABU» attraktiver und fokussierter werden könnte. Die Visionen zielen allerdings in unterschiedliche Richtungen.

Berufsberatung

Wenn der Berufsberater ins Arbeitsvermittlungszentrum kommt

Im Kanton Zug haben das BIZ und das regionale Arbeitsvermittlungszentrum ein unbürokratisches Modell für die Zusammenarbeit eingeführt, das funktioniert und von allen Beteiligten geschätzt wird. Das Angebot ist oft längerfristig ausgebucht.

Arbeitsmarkt

Nord–Süd-Unterschiede in der urbanen Praxis

Die beiden grossen städtischen «Grenz-RAV» Lugano und Basel-Utengasse haben einen hohen Ausländer- und Saisonnieranteil. Das regionale Umfeld definiert dennoch Unterschiede und sorgt entsprechend für anders gewichtete Prioritäten.

Bessere Abklärungen dank dem «Jobchancen-Barometer»

Die Daten der Arbeitsvermittlungs- und Arbeitsmarktstatistik des Bundes könnten die Jobchancen-Profile von Stellensuchenden ergänzen. Zurzeit wird abgeklärt, wie ein solches Instrument ausgestaltet werden müsste.

Arbeitsintegrationsprogramme im kontrollierten Wettbewerb

Die leistungsabhängige Finanzierung von Programmen zur Arbeitsintegration ist in den meisten Ländern unbestritten. Dass das reine Wettbewerbsprinzip aber zu falschen Anreizen führen kann, zeigen Untersuchungen des englischen Sozialforschers Dan Finn.

Ein Rettungsring für Schulschwache

Trotz rückläufiger Nachfrage bleiben Motivationssemester ein wichtiges Angebot für leistungsschwache Schulabgängerinnen und Schulabgänger.

Realistische Arbeitsbedingungen schaffen bessere Voraussetzungen

Das jurassische Zentrum für Ausbildung und Beschäftigung, der Espace Formation Emploi Jura, bietet Arbeitsmarktmassnahmen in einer unternehmensähnlichen Umgebung an. Das Angebot orientiert sich am regionalen Umfeld und ermöglicht eine individualisierte Ausbildung.

Glosse

Deblocker, Deblockerin EFZ

Ihr Partner oder Ihre Kinder strecken Ihnen beim Frühstück ein ungeöffnetes Glas Konfitüre hin. Und schon beginnt der grosse Ärger: Alle Versuche, das Glas zu öffnen, schlagen fehl. Sie drehen am Deckel, bis Ihr Handgelenk schmerzt, nehmen ein Geschirrtuch zu Hilfe, versuchen es mit einem Löffelstiel, stellen das Glas unter heisses Wasser, doch nichts zu machen!

Nächste Ausgabe

PANORAMA Nr. 5 | 2019 mit dem Fokus Gleichberechtigung erscheint am 25. Oktober.