Ausgabe 05 | 2016

Fokus

Kleinstberufe

In der Berufsbildung, Laufbahnberatung und Arbeitsvermittlung sind sie eine Herausforderung. Gleichzeitig sichern sie Bildungsvielfalt und bewahren kulturelles Erbe: Die 90 Schweizer Kleinstberufe.

Jeder dritte Beruf ist ein Kleinstberuf

In der Schweiz existieren rund 230 Berufe der Grundbildung. Ein gutes Drittel davon zählt zu den Kleinstberufen. Kleinstberufe, viele von ihnen traditionelle Handwerksberufe, haben heute vielfach mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Das ist insbesondere in der Berufsbildung der Fall.

Das Abwanderungsproblem

Zum Beispiel die Orthopädie-Technik: Mehr als die Hälfte der Absolventen verlässt den Beruf nach wenigen Jahren.

«Eine Art Branchenorganisation»

Das SBFI unterstützt ein Projekt zur Entwicklung eines «nachhaltig tragfähigen Netzwerkes für Kleinstberufe». Walter Leist skizziert, welche Aufgaben ein solches Netzwerk haben könnte.

«Man muss kreativer werden»

Seilbahner, Graveur oder Hufschmiedin – nur selten tauchen in Beratungsprozessen Kleinstberufe auf. Zwei Beratungspersonen aus den BIZ Kanton Bern erzählen von diesen Ausnahmen.

Berufsbildung

Erste nationale Ergebnisse zu Lehrvertragsauflösungen

Erstmals hat das Bundesamt für Statistik (BFS) nationale Ergebnisse zu Lehrvertragsauflösungen publiziert – vorerst allerdings nur zu den zweijährigen Grundbildungen. Sie zeigen, dass jede/r vierte Lernende von einer Lehrvertragsauflösung betroffen ist; von ihnen findet innerhalb von eineinhalb Jahren nur jede zweite Person wieder Anschluss im Bildungssystem.

Umweltkompetenzen für alle Berufe

Das Bundesamt für Umwelt setzt sich dafür ein, dass in der Berufsbildung Kompetenzen für den Schutz der natürlichen Ressourcen verankert sind. In der beruflichen Grundbildung ist dies gesetzlich vorgeschrieben, in der höheren Berufsbildung freiwillig. Die Organisationen der Arbeitswelt können Beratung anfordern.

Berufsberatung

«Berufsberater sind Psychologen der Realität»

Marc Chassot war bis Ende Juli 2016 Vorsteher des Amts für Berufsberatung und Erwachsenenbildung des Kantons Freiburg und Präsident der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB). Im Moment seiner Pensionierung blickt er zurück auf die letzten 20 Jahre der Berufsberatung.

MyFutureJob: Ergänzung oder Konkurrenz zur Berufsberatung?

Das Programm MyFutureJob von Pro Juventute richtet sich an junge Erwachsene, die nach abgeschlossener Erstausbildung eine Umorientierung suchen. Die öffentliche Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung begrüsst solche Angebote, wünscht sich aber eine gute Koordination.

Geschichten erzählen – Zukunft entwerfen

Narrative, also zu Erzählungen motivierende Beratungsmethoden werden in der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung immer wichtiger. Die PSI-Theorie kann wertvolle Blickwinkel und Lösungsansätze bieten.

Arbeitsmarkt

Die Beratungsstellen für Frauen stehen vor dem Aus

Beratungsstellen für Frauen erhalten künftig keine Bundessubventionen für die Beratung von Einzelpersonen mehr, wie das Eidgenössische Departement des Innern im März 2016 bekannt gab. Grund dafür ist eine Änderung der Prioritäten bei den Finanzhilfen nach Gleichstellungsgesetz. Für elf Beratungsstellen bedeutet das wohl das Ende.

Jedem die Unterstützung, die er braucht

Wer Sozialhilfe bezieht, hat auch Anspruch auf Arbeitslosenberatung. Eine Studie von 2010 fand aber Hinweise darauf, dass diese Anspruchsgruppe von den RAV nicht prioritär behandelt wird. Jetzt arbeiten im Kanton Luzern RAV und Sozialhilfe enger zusammen. Die Erfahrungen sind positiv.

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Nr. 6 | 2016
Qualifizierung von Erwachsenen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das dachte man zumindest früher. Heute lautet das Credo: Es ist nie zu spät, einen Berufsabschluss zu erlangen, sich weiterzubilden, sich zu qualifizieren. Und wann bitte gelingt das alles? Wir fragen nach.