Ausgabe 4/2004: Kostenlose und entschädigungspflichtige Angebote

Editorial
Chester Romanutti, Res Marty und Emil Wettstein
Panorama entwickelt sich weiter
Yvonne-Marie Ruedin
Gebühren: Gesellschaft der zwei Geschwindigkeiten?
Dossier
Jean-Marie Fragnière
«Wir müssen für unsere Dienstleistungen kämpfen»
Das neue Berufsbildungsgesetz gibt den Berufsberatungsstellen die Möglichkeit, ihr kostenloses Basisangebot durch ein erweitertes, entschädigungspflichtiges Angebot zu ergänzen. Dies wirft zahlreiche Fragen auf. Bestrebungen, zusätzliche Einnahmen zu erzielen, gefährden möglicherweise die Qualität des öffentlichen Angebots. Was meint ein Praktiker dazu?
Andreas Minder
Kostenpflicht in der Berufsbildung
Wer sich nach der beruflichen Grundbildung weiterbilden will, muss tief in die eigene Tasche greifen. Wie tief, hängt von vielen Faktoren ab. Je nach Arbeitgeber, Branche, Schule und Kanton wird das Budget durch Ausbildungskosten mehr oder weniger strapaziert.
Jürg Tucci
Gebühren für Arbeitsmarktmassnahmen?
"Alles oder nichts" gilt bisher bei der Bewilligung von Arbeitsmarktmassnahmen (AMM). Entweder übernimmt die Arbeitslosenversicherung (ALV) die gesamten Kosten oder das Gesuch wird vollumfänglich abgelehnt. Die Abkehr von diesem Prinzip hiesse: Kostenbeteiligung durch die versicherte Person. Dieses Vorgehen ist in bestimmten Einzelfällen denkbar, erfordert aber klar definierte Kriterien.
Beat Burgenmeier
Dürfen öffentliche Dienstleistungen etwas kosten?
Dieser Beitrag untersucht die Grundlagen der durch das New Public Management inspirierten Reformen und vergleicht die Merkmale des Marktes und des öffentlichen Sektors. Er beschreibt die Probleme, die diese Reformen überwinden müssen, und ihre Auswirkungen auf kostenpflichtige öffentliche Leistungen.
Daniel Fleischmann
Urs Stampfli: «Vielleicht auch eine Chance»
Längst bevor die KBSB (Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung) ihre Beschlüsse zur Entgeltlichkeit der Berufsberatung verabschiedet hat, schufen einzelne Kantone vollendete Tatsachen. Unter dem Spardruck der Regierungen werden Luzern und vermutlich auch Zürich ab 1. Januar 2005 im Bereich Erwachsenenberatung Gebühren erheben.
Yvonne-Marie Ruedin
Das Ende des «Service public»?
Bei ihrer letzten Generalversammlung nahm die KBSB (Schweizerische Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung) Empfehlungen zu den Dienstleistungen der Berufsberatung an. Es wird zwischen einem kostenlosen Basisangebot und einem entschädigungspflichtigen Zusatzangebot unterschieden. Präsident Maurin Schmid und Vizepräsident Marc Chassot im Gespräch.
Berufsberatung
Marcel Borer
«Junior Job Service» Baselland
Die Vermittlung von Schulabgängern in den Arbeitsmarkt wird immer wichtiger. Deshalb lancierte das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Baselland im Frühjahr 2003 das Projekt ‹‹Junior Job Service››. Zwischen April und Mitte Juli wurden schulisch schwächere oder sozial benachteiligte Jugendliche in noch offen gebliebene Lehrstellen vermittelt. Das Angebot wurde dieses Jahr wiederholt.
Berufsberatung in Kürze
Berufsberaterstatistik 2003/KBSB-Tagung / Qualitätsentwicklung / AGAB: Beratung an Gymnasien
Berufsbildung
Michael Meyrat
Gesamtevaluation des Lehrstellenbeschlusses 2
Im Rahmen der beiden Lehrstellenbeschlüsse (LSB) 1 und 2 wurden 700 Projekte realisiert. Mit ihnen sollten die Lehrstellenkrise bewältigt, strukturelle Neuerungen in der Zusammenarbeit der Verbundpartner entwickelt und der Weg ins neue Berufsbildungsgesetz geebnet werden. Das waren hohe Erwartungen an ein so komplexes System wie das der Berufsbildung. Sie wurden nur teilweise erfüllt.
Sylvie Rochat und Nadia Lamamra
Warum die «berufliche Identität» immer wichtiger wird
In einem zunehmend unsicheren beruflichen Umfeld und angesichts der Tatsache, dass die Jugend von jeher eine Zeit des Suchens und Fragens war, ist die Entwicklung der beruflichen Identität der Lernenden eine zentrale Herausforderung in der Berufsbildung. Eine geeignete Vorgehensweise scheint dabei eine strukturierte berufliche Sozialisierung der Lernenden zu sein.
Berufsbildung in Kürze
aprentas: SOS-Kinderdorf /JoB Zürich evaluiert / Repetitorium Berufsbildungsgesetz / Portfolio in der kaufmännischen Grundbildung / Aufnahme sur Dossier gefährdet
Arbeitsmarkt
Nadia Yersin
Kurse für Stellensuchende dem Arbeitsmarkt anpassen
Seit die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hoch ist, werden Kurse für Stellensuchende in grosser Zahl durchgeführt. Im Laufe der Jahre sind diese Kurse deutlich professioneller geworden. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, das Angebot immer wieder auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes abzustimmen.
Lilo Henkel
RAV-Personalberatung für Frauen
Frauen sind als Stellensuchende oft zurückhaltender und weniger selbstbewusst als Männer. Sie laufen Gefahr "überhört" zu werden. Für Personalberatende der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) ergeben sich daraus zwei Hauptaufgaben: Die spezifischen Fragen ihrer Klientinnen klären und diese zu neuen, realistischen Berufszielen ermutigen.
Simona Dematté
Neues Finanzierungssystem schafft Freiräume
Bisher legte das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) die Maximalansätze für arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) fest. Ein neues Finanzierungssystem sieht nun vor, dass jeder Kanton pro Stellensuchender und Jahr einen Pauschalbetrag erhält. Entsprechende Pilotversuche in vier Kantonen sind erfolgreich angelaufen.
Arbeitsmarkt in Kürze
Flexibilisierung / EU: Personenfreizügigkeitsabkommen / Arbeitsstunden / Ausländer: Neuansiedlung / Binnenmarkt
Serivce
Ergänzende Hinweise zu den Aufsätzen
Neue Publikationen