PANORAMA Ausgabe 104

Editorial

In die Schweizer Berufsbildung ist nach dem medial ausgelösten Sturm im Wasserglas um die Rolle und den Wert der dualen Berufsbildung im vergangenen Herbst wieder einigermassen Ruhe eingekehrt. Die zuständigen Stellen der Verbundpartner können sich wieder ihren prioritären Aufgaben zuwenden.

Fokus

Die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt funktioniert auch beim Berufsbildungsmarketing. Der Bund betreut übergeordnet das System der dualen Berufsbildung, die Kantone werben für Lehrstellen und die OdA für ihre Berufe.

Das Lehrstellenmarketing ist Aufgabe der Kantone. Ein Blick auf die dreijährige Kampagne «Lehrstellen – Basels Zukunft» zeigt exemplarisch, was in diesem Gebiet möglich ist.

Der Bund fördert gemeinsam mit den Verbundpartnern die Anliegen der Berufsbildung auf nationaler Ebene. Das Marketing fokussiert auf einfache Wiedererkennungseffekte.

Ein spezifisches Analyse-Instrument hilft Entscheidungsträgern in der Berufsbildung, rechtzeitig geeignete Massnahmen gegen Fachkräftemangel zu treffen.

Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmt, in welchen Branchen ein Personalnotstand entstehen kann. Dem Mangel an Fachkräften kann mit der gezielten Schaffung von neuen Ausbildungen begegnet werden.

Berufsbildung

Die Post hat gemeinsam mit Bund und Kantonen ein Verfahren für die kollektive Anrechnung von Kompetenzen zum Erlangen eines eidgenössisch anerkannten Abschlusses entwickelt. Erstmals wurde ein «anderes Qualifikationsverfahren» kantonsübergreifend umgesetzt.

Neben Lese- und Schreibkursen müssen zur Förderung der Grundkompetenzen Erwachsener auch Massnahmen im Bereich Mathematik und Informatik ergriffen werden. Ein Grossprojekt hilft, die Massnahmen zu koordinieren und strebt eine nationale Förderungspolitik an.

Untersuchungen aus der Schweiz und Deutschland beleuchten die Berufschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Auswirkungen.

Das Projekt «Migration = Chance» bringt durch Netzwerkarbeit Berufsbildung, ausländische Unternehmer sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund auf Lehrstellensuche zusammen.

Robert Galliker koordinierte wichtige Reformprojekte und erlebte den Übergang zu einer nationalen Berufsbildungspolitik unter der Ägide der EDK an forderster Front. Für PANORAMA blickt er auf die wichtigsten Etappen dieser Entwicklung zurück.

Berufsberatung

Die Website www.myBerufswahl.ch unterstützt Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte bei Fragen der Berufsfindung. Der erste Praxistest ist bestanden, nun soll das Angebot noch kreativer und interaktiver werden.

Damit die Beratungstätigkeit wirksam bleibt, müssen vermehrt die multiplen Identitäten des Menschen und sein komplexer Werdegang berücksichtigt werden. Ein neues Modell nimmt diese Anforderung auf.

Arbeitsmarkt

Das Seco hat mit dem Indikatoren-Messsystem «Cockpit» ein modernes Instrument zur strategischen Steuerung der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) entwickelt. Mit ihm soll die Effizienz der RAV beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gesteigert werden.

Der Bund beteiligt sich im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen an der Weiterbildung von Lehrabgängern. Die Stiftung Speranza koordiniert die Gesuche und berät die Gesuchsteller.

Im Wallis können niedrig qualifizierte Arbeitskräfte und Stellensuchende ihre Fähigkeiten von einem Unternehmen bewerten lassen und damit ihre Arbeitsmarktfähigkeit erhöhen.

Ausblick

Frustration am Arbeitsplatz kann auch Beratende treffen. Mit welchen Strategien begegnen diese und ihre Vorgesetzten solchen Herausforderungen? In der nächsten Ausgabe lesen Sie eine Einführung ins Thema sowie Anschauungs- und Lösungsbeispiele aus den drei Fachbereichen Bildung, Beratung und Arbeitsmarkt.